„Mein INTP funktioniert nicht mehr!“ – Warum wir Probleme haben, uns emotional auszudrücken

Stell dir vor, du ziehst als Kind mit deinen Eltern um und kommst in eine Schule , in der es Gesangsunterricht seit der ersten Klasse gibt. Die meisten deiner Mitschüler konnten daher ziemlich gut singen und jetzt kommst du, der neue Viertklässler, und musst zum ersten Schultag dein Lieblingslied vorsingen. Zum Kennenlernen, ist die Erklärung. Das sei hier ganz normal und niemand würde dich bewerten.

Es ist nicht so, dass du noch nie gesungen hättest, nur erstens nicht sonderlich viel, zweitens ist es dir auch unangenehm vor anderen Personen zu singen, weil du es auf irrationale Art und Weise als zu intim empfindest und drittens hältst du Singen in der Regel sowieso für ziemlich unnötig. Wenn du etwas mitzuteilen hast, dann kannst du es doch auch einfach sagen, oder noch besser: schreiben.

Jetzt bist zu aber zum Vorsingen gezwungen. Niemand beurteilt dich? Als deine Stimme etwas abknickt, du zu einer ganz blöden Stelle einen kratzigen Hals bekommst und den Text vor lauter Aufregung vergisst, siehst du ein paar vorgehaltene Hände unter deinen Klassenkameraden und sich verengende Augenpaare darüber.

Ungefähr so fühlen sich viele INTPs, wenn es um das Ausdrücken von Emotionen geht. Wir sind uns unserer Emotionen nicht einmal sonderlich bewusst – wie sollen wir etwas ausdrücken, was uns fremd erscheint? Zumal Emotionalität und die von uns so heißgeliebte (was für ein Paradoxon…) Rationalität sich oftmals gegenseitig zu blockieren scheinen, wollen wir lieber gar nichts damit zu tun haben und fühlen uns unwohl, wenn Leute um uns herum anfangen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen – zu singen. Erst recht, wenn sie dann erwarten, dass wir in den Chor mit einsteigen.

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Introvertiertes Denken

Introvertiertes Denken, oder kurz TI (englisch: Thinking Introverted) ist die Funktion, die uns dabei hilft, zu analysieren, Konzepte zu erfassen und Daten zu sortieren. Die Funktion ist am ausgeprägtesten bei den Typen INTP und ISTP und steht an zweiter Stelle bei deren extrovertierten Pendants: ENTP und ESTP.

Der Unterschied zu Fühlern
Das Ziel von TI ist es, die Welt zu verstehen. Um dabei jedoch zu einem möglichst objektiven und damit vertrauenswürdigem Ergebnis zu kommen, ist es erforderlich, dass sich der introvertierte Denker als neutraler Beobachter von der Welt ein Stück weit distanziert. TI schert sich insofern wenig für Gefühle und Meinungen, die nicht auf guten Argumenten beruhen und hinterfragt prinzipiell alles. Während Fühler auf gewisse Sicht „involvierter“ sind und ihre Gefühle entweder in die Welt bringen, um diese danach zu formen oder ihre Gefühle von den Einflüssen der Umwelt geformt werden, versucht TI sich von jeglicher Emotionalität zu distanzieren, um rational und logisch zu bleiben. Gleichzeitig versucht TI auch, die eigene, sehr genaue Art auf die Umwelt zu übertragen, was sich zum Beispiel in möglicherweise sehr kleinkarierten Korrekturen und Anmerkungen widerspiegelt. Introvertierte Denker haben damit die Absicht, für Klarheit zu sorgen und auch Mitmenschen ein nüchternes, nicht von Emotionen „vernebeltes“ Bild zu schaffen, bewirken dabei jedoch auch oft, insbesondere bei Fühlern, das Gegenteil: durch Berichtigungen entsteht der Eindruck, der introvertierte Denker versteht alles besser und durch die Hingabe zu objektiven Fakten, nicht aber zu persönlichen Details, werden sie eher wie kalte Maschinen wahrgenommen, weniger als Menschen, denen man zuhören möchte.

Der Unterschied zu extrovertiertem Denken 
TI ist deduktiv – der Begriff „Deduktion“ stammt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „Ableiten“. In der Praxis bedeutet das, dass TI vom Allgemeinen auf das Einzelne ableitet. Dafür ist jedoch zunächst eine allgemeine Regel erforderlich, von der man Ableiten kann. Um es mit einem Beispiel zu beschreiben: eine allgemeine Regel lautet, dass alle Menschen sterblich sind. Sofern Chuck Norris (der Einzelne) ein Mensch ist, ist er demzufolge sterblich. Extrovertiertes Denken funktioniert genau anders herum und will diese allgemeinen Regeln aufstellen, indem es vom Einzelnen auf das Allgemeine ableitet. Dadurch entstehen häufiger Konflikte zwischen Anwendern von TI und Anwendern von TE (Thinking Extroverted).

TI versucht sich aufgrund von Erkenntnissen ein in sich stimmiges Logiksystem aufzubauen. Sobald neue Informationen aufgenommen werden, müssen diese zunächst einmal anhand dieses internen Logiksystems auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Ist das nicht möglich, wird die neue Information als unnütz abgetan, gliedert sie sich jedoch ein, in anderen Worten: macht sie für den introvertierten Denker Sinn im Kontext mit all dem, was er bisher gelernt hat, wird diese neue Information mit ins interne Logiksystem aufgenommen und wird dadurch auch als das „Allgemeine“ wahrgenommen. In den Augen von TE-Anwendern ist dieses Verfahren oft zu pingelig und kleinkariert – dadurch dass alles zunächst auseinander genommen und überprüft werden muss, kommt man zu keinem Ergebnis. Der introvertierte Denker hingegen hält die Urteilsweise von TE für unzuverlässig und ungenau. Zumal ist TI nicht unbedingt so sehr an Ergebnissen und Erfolgen orientiert, sondern vielmehr an objektiven Wahrheiten, während das bei TE genau andersherum ist.

Die Vorteile introvertiertem Denkens
Introvertierte Denker sind neugierig und wollen verstehen, wie Dinge funktionieren. Das sorgt für eine relativ hohe Auffassungsgabe. Mit einem gut ausgeprägten TI versteht man Prinzipien und Konzepte schneller und kann sie sich gut vor dem geistigen Auge verbildlichen. Will man etwas möglichst genau und mit allen Facetten verstehen, macht man selten einen Fehler damit, einen introvertierten Denker zu befragen, der sich im Thema der Wahl gut auskennt.

TI ist zwar nicht so praktisch veranlagt wie das extrovertierte Pendant, da es sich nicht auf vorher festgelegte Ziele konzentriert, aber die Informationen, die durch die deduktive Denkweise erschlossen werden können, haben an sich viel praktisches Potenzial: wenn man Ursache und Wirkung erkannt hat, kann man bis zu einem gewissen Punkt vorhersagen, was bestimmte Handlungen für Konsequenzen haben werden, noch bevor sie ausgeführt wurden.

Die Nachteile introvertiertem Denkens
Eben genannter Vorteil kann sich allerdings auch als Nachteil manifestieren: der introvertierte Denker fühlt sich häufig erst dann sicher zu handeln, wenn er weiß, was er mit seiner Handlung auslösen wird und handelt deshalb manchmal überhaupt nicht, selbst, wenn es eigentlich erforderlich gewesen wäre. In manchen Fällen kann diese Passivität noch als Energieeffizienz abgetan werden, aber auch nur dann, wenn der introvertierte Denker tatsächlich noch rechtzeitig die erforderliche Leistung erbringt, indem er eine bessere Methode dafür verwendet hat.

Durch die unkonventionelle Art, die TI mit sich bringt, geraten introvertierte Denker häufig auch in persönliche Konflikte, die sie paradoxerweise möglichst zu vermeiden wollen: neue Theorien und Methoden werden häufig besonders von eher traditionsbewussten, konservativen Typen abgelehnt, was schnell zu Frust führt, welcher dazu führen kann, dass sich introvertierte Denker von ihrer Umwelt abkapseln, die für sie als „unlogisch“ und „denkfaul“ wahrgenommen wird. Auch erwecken sie wie eingangs erwähnt mit ihrer eher kühlen, sachlichen Art, nicht schnell Sympathien und haben in der Regel wenig Zeit damit verbracht, ihre sozialen Fähigkeiten auszubauen.

Introvertiertes Denken an den verschiedenen Stellen

Erste/Zweite Funktion TI (INTP, ISTP, ENTP, ESTP): 
„Alles lässt sich irgendwie begründen. Es gibt nur Dinge, die wir einfach noch nicht verstehen, weil uns die nötigen Informationen fehlen.“

„Warum machst du das? Das ist doch komplett sinnlos, da steckt überhaupt keine Logik dahinter…“

„Im Grunde genommen ist das ziemlich simpel. Ich kann dir in drei Sätzen die darunterliegenden Prinzipien erklären, worauf das basiert.“

„Och komm. Sei nicht beleidigt. Ja, ich halte deine Idee/Meinung für absoluten Blödsinn, aber das darfst du doch nicht persönlich nehmen!“

„Gib mir nur ein wenig Zeit und ich werde herausfinden, wie das funktioniert.“

Dritte/Vierte Funktion TI (INFJ, ISFJ, ENFJ, ESFJ): 
„Wenn du dich vielleicht etwas genauer ausdrücken könntest, vielleicht verstehe ich dann, was du meinst.“

„Ich habe mich schon immer für verschiedene Sprachen interessiert. Ich wünschte, ich würde mehr von ihnen beherrschen, damit ich mehr Menschen verstehen kann.“

„Ich interessiere mich für Methoden, die meine Arbeitsweise noch effizienter machen.“

„Auch, wenn es manchmal sehr unangenehm ist, bin ich bereit, ein Problem beim Namen zu nennen und zu analysieren, um es zu beheben.“

„Meine Erfahrungen / Ideen würden mir auch nichts nutzen, würde ich mir nicht ab und an die Zeit nehmen, darüber zu reflektieren.“

Extrovertiertes Denken

Extrovertiertes Denken, oder kurz TE (englisch: Thinking Extroverted) ist die Funktion, die uns dabei hilft, zu organisieren, nach Effizienz zu ordnen und Projekte zum Abschluss zu bringen. Die Funktion ist am ausgeprägtesten bei den Typen ENTJ und ESTJ und steht an zweiter Stelle bei deren introvertierten Pendants: INTJ und ISTJ.

Der Unterschied zu Fühlern
Menschen, bei denen diese Funktion sehr stark ausgeprägt ist, haben meistens die Fähigkeit, ihre Entscheidungen objektiv und unpersönlich zu treffen. Je nachdem, von welchem Licht aus man sie betrachtet, wirken sie damit gerecht oder kalt (oder beides auf einmal). Bei jedem Entschluss, den wir treffen, spielt auch unser Bauchgefühl eine Rolle, unter Umständen auch Beziehungen zu eventuell betroffenen Personen. TE hilft dabei, diese subjektiven Elemente von den Fakten zu trennen und so zu einem „nüchternen Ergebnis“ zu kommen, das auf Logik basiert. Gerade Menschen, die eher Fühlertypen sind und „persönlich“ denken, haben des Öfteren ein Problem damit, mit dieser Art zurecht zu kommen und halten stark ausgeprägtes TE häufig für Unfreundlichkeit. Damit hat das nichts zu tun, viel mehr geht es darum, das bestmöglichste Ergebnis zu erzielen und jeden gerecht zu behandeln. Extrovertierte Denker ergreifen in den meisten Fällen nur dann Partei, wenn sie der Meinung sind, dass es so am besten für alle ist. Natürlich spielt es auch für sie eine Rolle, ob sie damit unter Umständen Freunden, Nachbarn, Kollegen und/oder Familienangehörigen auf den Schlips treten, aber sie stecken das, sollte es der Fall sein, von allen Typen noch am ehesten weg. Viel mehr würden sie sich schlecht fühlen, wenn sie Entscheidungen aufgrund von Emotionalität statt aufgrund logischer Fakten getroffen hätten.

Der Unterschied zu introvertiertem Denken 
TE ist induktiv – induktives Denken könnte man auch als verallgemeinerndes Denken bezeichnen: TE leitet vom Einzelnen auf das Allgemeine ab. Besser verständlich wird das durch ein Beispiel: Stellen wir uns vor, wir würden als Expeditionsteam durch ein bislang so gut wie unerforschtes Dschungelgebiet streifen und dort einen Affen einer bislang unbekannte Affengattung antreffen, die grün-schwarz gestreift ist. Angenommen dieser Affe wäre höchst aggressiv, würde uns sofort angreifen und wir würden den nächsten, grün-schwarz gestreiften Affen, auch, wenn er vielleicht davon abgesehen etwas anders aussieht  gleich mit einem Betäubungsgewehr niederschießen, dann wäre das eine Handlung durch induktives Denken gewesen. Wir haben durch induktiven Erkenntnisgewinn (grün-schwarz gestreifte Affen sind gefährlich) eine neue Regel aufgestellt (bei grün-schwarz gestreiften Affen sofort defensiv reagieren).

Im Gegenteil dazu steht deduktives, beziehungsweise introvertiertes Denken. Hätten wir deduktiv geurteilt, hätten wir gesagt: „EIN schwarz-grün gestreifter Affe war aggressiv, aber das muss nicht auf alle schwarz-grün gestreiften Affen zutreffen. Lass uns beobachten, wie dieser auf uns reagiert.“
Durch diese unterschiedlichen Denkweisen entstehen auch schnell Konflikte. Der extrovertierte Denker hält deduktives Denken an und für sich zwar auch für sinnvoll, aber nur in begrenztem Maße. In dem letzten von mir genannten Beispiel wäre es wahrscheinlich, dass der extrovertierte Denker kritisieren würde, die Sicherheit der Expedition zu gefährden. Er ist zwar bereit dazu, seine Meinung und seine Regeln zu ändern, aber nur, wenn es auch handfeste Fakten, sprich: Beweise gibt, die ihn dazu veranlassen.

Die Vorteile extrovertiertem Denkens
Dadurch, dass TE Details nur dann Aufmerksamkeit schenkt, wenn sie für das System als Ganzes relevant sind, arbeitet er in der Regel sehr effizient und zielorientiert. Gibt man verschiedenen Typen dieselbe Aufgabe, ist es wahrscheinlich, dass ein extrovertierter Denker die Aufgabe als erstes abschließt. Das heißt nicht, dass er schlampig arbeitet, viel mehr lässt er sich nicht von Kleinigkeiten aufhalten. „Just do it“ ist ein typisches TE-Motto.

Wie bereits angedeutet bedeutet ein stark ausgeprägtes TE auch häufig, dass der Gerechtigkeitssinn entsprechend ausgeprägt ist. Das bedeutet in diesem Sinne, dass Leute nach ihren Taten behandelt werden, nicht danach, ob man sie gut leiden kann oder nicht. Ein Kind mit stark ausgeprägtem TE, das im Schulsport eine Fußballmannschaft zusammenstellt, sucht sich wohl eher die besten Fußballer und nicht die besten Freunde aus, weil es will, dass das eigene Team gewinnt, nicht unbedingt, dass im Team eine freundschaftliche Atmosphäre herrscht und in den meisten Fällen geht diese Rechnung dann auch auf.

Die Nachteile extrovertiertem Denkens
Wie man sich bereits denken kann, ist TE nicht die optimalste Funktion, wenn es um zwischenmenschliche Angelegenheiten geht. Viele Eltern mit ausgeprägtem TE haben, um es bildlich zu halten, Schwierigkeiten damit, ihr Kind zu trösten und auch, wenn sie es gut meinen, hört man von ihnen häufig Sprüche wie: „Komm schon, so schlimm ist das nicht!“ oder „Hör auf zu weinen, Jungen weinen nicht!“. Das klingt hart, ist aber in den meisten Fällen nicht böse gemeint. Im Gegenteil versuchen sie damit sogar zu helfen und wenn sie, nachdem ihr Einsatz keine positive Wirkung zeigt gereizt sind, dann ärgern sie sich, sofern sie sich über ihre Schwäche bewusst sind, eher über ihre eigene Unzulänglichkeit, als über das weinende Kind.

TE will Struktur und Ordnung schaffen und wenn es das mit dem Anwender getan hat, dann neigt es dazu, den extrovertierten Denker dazu zu drängen, dasselbe auch mit seiner Umwelt zu tun. Nur gibt es Menschen, die sich ungern etwas von anderen sagen lassen und manchmal weiß der extrovertierte Denker es eben auch nicht besser und sollte vielleicht lieber seine Meinung für sich behalten. Neben dem Ordnungsdrang kann auch die Regeltreue und übermäßiges induktives Denken ein Hindernis von TE sein: nur, weil etwas bereits zehnmal funktioniert hat, darf man sich nicht unbedingt darauf verlassen, dass es auch ein elftes Mal funktioniert. Der Ärger ist häufig groß, wenn eine Regel, die man für unumstößlich gehalten hat und auf die man baute, sich plötzlich als fehlerhaft erweist und man in dem ein oder anderen Fall dem pingeligen introvertierten Denker Recht geben muss, als er meinte: „Das kannst du nicht so verallgemeinern“.

Extrovertiertes Denken an den verschiedenen Stellen

Erste/Zweite Funktion TE (ENTJ, ESTJ, INTJ, ISTJ): 
„Das sind die Fakten, hier ist mein Plan. Macht, was ich euch sage und wir bekommen das ohne Probleme hin.“

„Beherrsche deine Emotionen und du kannst alles schaffen oder lernen. Zu schwierig oder zu kompliziert gibt es nicht.“

„Das ist meine Verantwortung, das kannst du nicht übernehmen, weil man diese Arbeit von mir erwartet.“

„Der Erfolg unseres Produkts wird an Zahlen gemessen, nicht daran, ob die Leute es mögen oder nicht.“

„Drei Stunden habe ich bereits gearbeitet und bin nun zur Hälfte fertig. Ich bin also in drei weiteren Stunden damit fertig. Spätestens. Du kannst dich darauf verlassen – wie immer.“

Dritte/Vierte Funktion TE (ENFP, ESFP, INFP, ISFP): 
„Ich weiß, dass es so ist oder zumindest darüber gehört/gelesen zu haben, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, woher ich diese Information habe.“

„Nein. So nicht. Das fühlt sich falsch an, das geht anders. Ich kann dir nicht sagen, wie es richtig geht, aber so jedenfalls nicht.“

„Naja, ganz so unorganisiert bin ich nicht. Schau, ich habe meine Kleidung nach Farben sortiert!“

„Entweder Yetis existieren oder sie existieren nicht. Und momentan sprechen die Fakten dafür, dass es keine gibt, also sollten wir davon ausgehen, dass sie nicht existieren. Außerdem ist diese ganze Diskussion sinnlos.“

„Wahrscheinlich sollte ich mir einen Terminplan machen, auch, wenn ich so etwas hasse und Schwierigkeiten habe, ihn einzuhalten. Aber wenn ich es nicht zumindest versuche, gehe ich noch in all dem Chaos unter.“

 

Meine Top 10 Albenempfehlungen

Da sich Weihnachten nähert, der ein oder andere vielleicht noch ein Geschenk braucht und ich mich selbst und meinen Musikgeschmack für viel zu wichtig halte, habe ich mir überlegt, meine 10 Lieblingsalben zu präsentieren.

Da sich mein Musikgeschmack nicht nur auf ein Genre beschränkt, dürfte für Viele etwas dabei sein, aber ich mache keinen Hehl daraus: am liebsten höre ich Progressive Rock, dementsprechend gibt es hier ein paar Alben mehr als in anderen Genres. Eigentlich stimmt „Lieblingsalben“ auch nicht, der Diversität (und um es unter 10 zu halten) zu Liebe, habe ich einige Alben, die ich eigentlich auch zu meinen Lieblingsalben zählen würde nicht genannt. Es handelt sich größtenteils um Künstler, die der breiten Masse eher unbekannt sind, zumindest hier in Deutschland. Nicht im Sinne von „seltsame, avantgardistische Musik“, mit denen nur Fanatiker etwas anfangen können, sondern Musik, die eben erfrischend anders oder schlicht und ergreifend unentdeckt ist.

Also hört zumindest mal rein, lasst mich wissen, wenn euch etwas gefällt, was ihr zuvor nicht gekannt habt, mich würde es freuen, wenn die vier Stunden Schreibarbeit tatsächlich auch jemandem helfen konnten.

Die Reihenfolge hat übrigens gar nichts zu sagen.

Ich habe außerdem festgestellt, dass fast alle Alben aus den 2000’er-Jahren sind. Wenn jemand anhand meines Musikgeschmacks Empfehlungen an mich hat, die vielleicht auch aus anderen Dekaden stammen, bitte her damit, ich würde mich sehr freuen!

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Game of Thrones – Cersei Lannister (ESFJ)

Nachdem ich hier schon ein erschrockenes „Nie im Leben ist Cersei ein ESFJ!“ gelesen habe, dachte ich mir, ich begründe mal, wie ich zu meiner Vermutung komme. ESFJs werden von vielen Internetcommunities, die hauptsächlich aus Introverten und Intuierern besteht, häufig auch zu unrecht verurteilt und über einen Kamm geschert – man muss sich immer vor Augen halten, dass zwei Personen des selben Persönlichkeitstyps immer noch komplett unterschiedlich sein können, denn auch Generation, Geschlecht, Kultur, Intelligenz und Lebenserfahrung spielen eine große Rolle. Dementsprechend: ja, ESFJs sind nicht immer kuschelfreudige Gastgeber, die dich mit Herzlichkeit geradezu erschlagen und dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen wollen. Manchmal sind es auch durchtriebene Manipulatoren. Und wenn man Pech hat, beides. Genug aber der Einleitung, legen wir direkt mal los.

Erste Funktion – Extrovertiertes Fühlen

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Cersei weiß, wann, wo und zu wem sie etwas zu sagen hat und das dürfte auch der Grund sein, warum sie sich trotz all den Feinden, die sie sich im Laufe der Geschichte gemacht hat, immer noch relativ gut in Kings Landing schlägt. Mit ihrer ersten Funktion, dem extr. Fühlen, erfasst sie schnell die Stimmung der anderen und ist viel mehr damit beschäftigt, zu analysieren, was andere von ihr denken, als was sie von sich selbst denkt. Selbstreflektion, wie man es von introvertierten Fühlern erwarten würde – wie beispielsweise ihrem Bruder Jaime (ESFP), sucht man bei ihr vergeblich, was ein Indiz für einen ungesund entwickelten ESFJs ist: wenn jemand nicht deiner Meinung ist, sich nicht an gesellschaftlichen Normen hält (und du weißt natürlich, welche das sind) oder dir schlicht und ergreifend unsympathisch ist, dann gibst du dich entweder nicht mit dieser Person ab oder du versuchst ihr, deinen Willen aufzuzwingen.

Insbesondere die Cersei aus den Romanen weiß, wie man Männer um den Finger wickelt und nutzt dieses Wissen auch geschickt aus, um an ihre Ziele zu kommen. Extrovertierte Fühler wissen allgemein häufig, welche Fäden sie ziehen müssen, um sich bei anderen beliebt zu machen und sind wahre Künstler darin, Sympathien für Personen vorzuspielen, die sie eigentlich nicht leiden können, was sie gleichzeitig zu geschickten Manipulatoren machen kann. Im späteren Verlauf der Handlung wirft Cersei auch viele dieser Masken ab, enthüllt ihre wahre Meinung gegenüber jenen, die ihr ihrer Meinung nach nicht mehr gefährlich werden können, bzw. keinen Nutzen mehr für sie haben.

Davon abgesehen könnte man sie zwar auch für eine extrovertierte Denkerin mit unterdrücktem FI halten, ein weiterer Punkt, der jedoch für extrovertiertes Fühlen spricht, ist, dass sie sich ständig von Ja-Sagern umgibt, die ihre Ansichten nach zumindest nach außen hin auch teilen. Extrovertierte Fühler sehnen sich nach Bestätigung von außen und sind schnell gekränkt, wenn sie nicht kommt. Sie gibt es wahrscheinlich nicht gerne zu, aber Cersei ist auch nicht gerne alleine – wenn ihr Bruder nicht ihr Bett wärmt, dann ihr Cousin Lancel oder ihre Spionin Taena Merryweather.

 

Zweite Funktion – Introvertiertes Empfinden

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Cersei ist vielleicht nicht originell, aber sie hat ein Faible für Running Gags

Cersei vergisst nichts und ist von ihren Erinnerungen getrieben. So verfolgt sie schon seit ihrer Kindheit die Vision der Wahrsagerin, vergisst kein Unrecht, das ihr angetan wurde – im Gegenteil, ihre Rachegelüste verzehren sie geradezu, und sie vergleicht sich stets mit ihrem De Facto Vorgänger, ihrem Vater Tywin Lannister (INTJ).

Man könnte schnell zur Vermutung kommen, dass sie introvertiertes Intuieren nutzt, aber dafür denkt sie zu pragmatisch, sucht nicht nach Symbolen oder versteckten Bedeitungen, sondern nimmt Dinge eher wörtlich. Sie verlässt sich lieber auf Erfahrung als auf Ahnungen und bei all ihrer Planung wird das auch bemerkbar. Selbst bei ihrem, wenn man es so sehen will, größtem Coup, als sie ihre Rivalin Maegary und den High Sparrow buchstäblich in die Luft jagt, hat sie diesen Schachzug im Grunde genommen von ihrem verhassten Bruder Tyrion übernommen und auf ihre Situation angewandt: eine Falle mit Wildfeuer. Sie zitiert häufig die „klugen Sprüche“ ihres Vaters und auch, wenn sie zu seinen Lebzeiten nicht immer einer Meinung mit ihm war, akzeptierte sie ihn stets als höchste Autoritätsperson, während ihr kleiner Bruder immer das „kleine Monster“ blieb. Diese Form des unflexiblen Schubladendenkens ist auch ein Anzeichen von einer ungesunden Entwicklung bei ESFJs, in diesem Falle speziell einer ungesunden Entwicklung des introvertierten Empfindens.

Dritte Funktion – Extrovertiertes Intuieren

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Auch, wenn es nicht ihre am stärksten ausgeprägteste Funktion ist, hilft das extrovertierte Intuieren Cersei dabei, hier und dort auch zwischen den Zeilen lesen zu können – hätte sie diese Fähigkeit überhaupt nicht, würde sie nicht so lange vom Nektar der Macht kosten können. Die Erfahrungen, die ihr  introvertiertes Empfinden sammelt, sowie die Eindrücke ihrer Umwelt durch extrovertiertes Fühlen werden durch ihr extrovertiertes Intuieren miteinander verknüpft und auf die gegenwärtige Situation angewendet. In vielerlei Hinsicht agieren sie und ihr kleiner Bruder (ENTP), der sie selben Funktionen hat, wie sie, gar nicht mal so sehr unterschiedlich, nur bezieht sich Cersei mehr auf ihre Erfahrungen und versucht es, das Risiko so weit wie es geht zu meiden. Auf der anderen Seite zeigt sich allerdings auch ihre dritte Funktion als nicht gesund ausbalanciert und häufig schleicht sich daher auch eine gewisse NE-geschuldete Paranoia in ihr Urteil, so sieht sie in fast jedem Unheil, das ihr widerfährt, die Finger von Tyrion.

Vierte Funktion – Introvertiertes Denken

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Cersei versucht verzweifelt, genauso ruhig kalkulierend wie ihr Vater vorzugehen und ausgerechnet ihre schwächste Funktion, das introvertierte Denken, ist ihr dabei noch die größte Hilfe. Problematisch wird es nur, wenn ihr narzisstisches extrovertiertes Fühlen in den Weg kommt und objektive Analysen dadurch verfälscht. Sie braucht viel Zeit für sich alleine, um ihre Gedanken ordnen und letztlich auch formulieren zu können. Nicht in jeder Hinsicht steht das extrovertierte Fühlen dem introvertierten Denken jedoch im Weg, so ist Cersei relativ geschickt darin, die Motive von ihren Mitmenschen zu erkennen und auszunutzen.

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass sie später einen absolut archetypischen INTP-Nerd, den exilierten Maester Qyburn, zu ihrem wichtigsten Berater ernennt. Tatsächlich wurde sie seitdem gefühlt um einiges gefährlicher, da der Maester ihre schwächste Funktion durch seine Ratschläge und Ideen ausgleicht, bzw. unterstützt.

Die 16 Typen und typische Berufe (P)

Den ersten Teil hatten wir ja bereits hier abgehandelt. Nun geht es um die Beobachter-Typen (Perceiving Types „P“).

ISTP & ESTP
STPs sehen durch ihr stark ausgeprägtes extrovertiertes Empfinden (SE) die Dinge noch am ehesten, wie sie im Hier und Jetzt sind und können durch ihre nüchterne Art auch in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. Das können unter Umständen zwar auch STJs sehr gut, aber im Gegensatz zu diesen können STPs auch mit ungewohnten, neuen Konflikten in der Regel gut umgehen. Ihr hoch ausgeprägtes SE verleiht ihnen einen Gespür für Gelegenheiten, für Details, die sonst nur wenige wahrnehmen und so ist es nicht ganz so erstaunlich, dass es auch viele STP-Unternehmer gibt. Auch unter Profisportlern findet man viele STPs, aber auch SFPs, da im Sport das extrovertierte Empfinden ausgelebt werden kann.

Es gibt allerdings mehr ESTPs unter diesen, die eher als People-Pleaser gelten als ihr introvertierter Geschwistertyp. Dementsprechend sind ESTPs auch besser darin, ihre Produkte, bzw sich selbst als Person zu vermarkten. Wie auch die ISTPs sind sie sehr gut geeignet für technische Berufe, in denen man direkt Hand anlegen kann, bevorzugen in der Regel aber Berufe, in denen man mit anderen Menschen arbeitet. Wie auch ESFPs sind ESTPs gerne dort, wo wirklich etwas los ist. Da sie dabei gleichzeitig auch einen kühlen Kopf bewahren können, sind sie zum Beispiel bei der Feuerwehr oder im Militär geschätzte Mitarbeiter, also bei Berufen, wo die meisten anderen schnell mal den Kopf verlieren. Wichtig ist hierbei nur, dass der ESTP sich Disziplin antrainiert.

Der ISTP hingegen arbeitet generell lieber alleine und genießt seine Unabhängigkeit. Viele ISTPs sind Freiberufler – Techniker und Analytiker sind zum Beispiel Berufe, die ihnen von Natur aus liegen. Interessant ist für ISTPs auch der Beruf des Piloten, der viel von der Welt sieht, hauptsächlich mit einer Maschine kommuniziert und dafür auch noch recht gut bezahlt wird.

INTP & ENTP
NTPs haben hohe Ansprüche, was ihre Arbeit angeht – sie muss abwechslungsreich sein, weil ihr extrovertiertes Intuieren (NE) sonst nicht mitmacht, dabei muss sie gleichzeitig eine Herausforderung darstellen, aber nicht zu viel Zeit einnehmen, da NTPs viel Wert auf Unabhängigkeit legen, und am besten ist es, wenn sie gleichzeitig auch noch ein Interessensgebiet anspricht. Klingt unmöglich, ist es aber nicht, da NTPs eine Menge Interessen haben. Die anderen drei Elemente (Abwechslung, Herausforderung, Unabhängigkeit) können zwar in der Regel nicht allesamt vollkommen befriedigt werden, aber es gibt einige Jobs, die das dennoch erlauben.

ENTPs haben soziale Fertigkeiten, die ihrem introvertierten Geschwistertypen eher fehlt, weshalb man auch häufiger ENTPs als Unternehmer antrifft. Ihre visionären Ideen hören sich aus ihrem Munde oftmals sehr erfolgsversprechend an und können es – wenn man genug Durchhaltevermögen mitbringt und natürlich das nötige Quäntchen Glück, sogar erfolgreich sein. Da sie von Natur aus neugierig, gesprächig und scharfsinnig sind, sollte man sich auch nicht wundern, dass der Job des Journalisten/Reporters viele ENTPs angezogen hat. Auch Anwälte können viel mit den Fähigkeiten eines ENTPs anfangen, die versuchen müssen, die Wahrheit von einem für ihren Mandanten möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen.

INTPs strengt der Umgang mit anderen Menschen mehr an, weshalb sie eher nach Arbeit suchen, die sich mehr auf Dinge konzentriert. Gerade im geisteswissenschaftlichen Bereich findet man sie häufig in der Forschung, aber auch ab und an als Dozent. Denn, wenn sie ihre sozialen Hemmungen überwunden haben, können INTPs auch hervorragende Lehrer sein, vorausgesetzt, sie haben beim ausüben ihrer Tätigkeit genügend Freiraum für eigene Ideen. In der MBTI-Community wird der INTP auch Architekt genannt – was in Anbetracht der Anforderung von logischem, systematischem Denken (TI) und Vorstellungskraft (NE) ebenfalls Sinn macht. Während ENTPs eher gut im Reden sind, ziehen es INTPs eher vor, im Stillen zu schreiben.

ISFP & ESFP
„Künstler“ gibt es zwar bei jedem Persönlichkeitstyp, aber keiner spiegelt den Archetyp eines Künstlers so treffend wieder, wie der ISFP und der ESFP. Sie drücken ihre Gefühlswelt eher mit ihrem Körper, ihren Händen, ihrer Stimme aus, als mit Worten. Ihr extrovertiertes Empfinden gibt ihnen einen direkten Draht zur physischen Welt um sie herum und stattet sie mit einem praxisbezogenen Einfallsreichtum aus.

ESFPs stehen gerne im Rampenlicht – allerdings weniger, um sich zu profilieren, sondern eher, um ihre positive Energie mit anderen zu teilen. Sie wollen den Moment auskosten, genießen – und es wäre doch dämlich, wenn man das nicht auch mit anderen teilen könnte, nicht wahr? Dementsprechend findet man beispielsweise unter Musikern viele ESFPs. Nicht wenige suchen auch in der Karriere als Sportler ihr Glück – beispielsweise als Tänzer. Da sie gerne auf andere Menschen zugehen und einen ansteckenden Optimismus haben, eignen sie sich auch gut als Verkäufer.

ISFPs haben zwar auch einen Hang zu Musik, sind aber nicht unbedingt die geborenen „Rampensäue“. Ihnen ist es zwar auch wichtig, handgreiflich aktiv zu werden, aber dafür brauchen sie nicht unbedingt viele Menschen, mit denen sie dabei interagieren können. Der Beruf des Designers oder des Kunstmalers sind beispielsweise typische ISFP-Berufe, denn hier können sie ihrem introvertierten Fühlen direkt in der physischen Welt Ausdruck verleihen. Ihre praktische Art, gepaart mit ihrem sensiblen und einfühlsamen Wesen gibt ihnen hier ähnliche berufliche Vorlieben wie von ISFJs: auch in Pflegeberufen oder in der Kinderbetreuung sind häufig ISFPs zu finden.

INFP & ENFP
Weil es mir ehrlich gesagt schwer fällt, NFPs Berufen zuzuordnen – was auch der Grund ist, warum ihr so lange auf diesen Beitrag warten musstet – fass ich mich lieber kurz, bevor ihr gar nichts bekommt. Meine Schwierigkeit, NFPs Berufen zuzuordnen, liegt darin, dass sie auf der einen Seite sehr begeisterungsfähig, auf der anderen allerdings wieder äußerst sprunghaft sind. In meinen Augen sind sie daher am schwierigsten auf bestimmte Berufe festzunageln, weil man NFPs auch häufig Berufe ausüben sieht, die man tendenziell eher als unüblich für die Persönlichkeit erachten würde.

Was jedoch ein wieder kehrendes Muster ist: NFPs werden nicht zu Unrecht diplomatische Fähigkeiten zugesprochen, was zum einen an ihrem NE-bedingten Einfallsreichtum und zum anderen an ihrem FI-geschuldeten Einfühlungsvermögen liegt. Beide Typen können für gewöhnlich gut mit Worten umgehen – viele Autoren sind beispielsweise NFPs (Hemingway, Tolkien). Auch Musik, die tendenziell eher Text lastig ist, stammt oft von NFP-Musikern. Man findet sie aber häufig auch in Geisteswissenschaftlichen Bereichen.

ENFPs sind Projektmenschen, das heißt, sie verabscheuen Routine und arbeiten gerne an unterschiedlichen Dingen, mit unterschiedlichen Menschen. Sie sind eher gut im Konzipieren, als darin, Projekte auch selbst in die Hand zu nehmen und auch langweilige Details zu Ende zu führen. INFPs hingegen arbeiten lieber alleine oder zumindest mit wenigen Menschen. Sie fühlen sich häufig überfordert, wenn sie mit vielen verschiedenen Menschen auf einmal interagieren müssen. Beide Typen haben, wie bereits erwähnt auch einen Hang für die Sprache, wobei ENFPs lieber reden, INFPs hingegen Wörter lieber schreiben.

 

 

Warum wir linke Opposition stärken müssen

Es wird immer behauptet, es gäbe in der Politik keine unterschiedlichen Wahloptionen mehr. Im schlimmsten Falle wird den Leuten brauner Sand in die Augen gestreut, dass sie meinen, rassistische Hetze und mehr wirtschaftsliberale Politik wären tatsächlich eine Alternative. Weit gefehlt – denn im Grunde genommen ist die AfD ein Schatten aus der Zukunft, wie unsere Regierung aussehen wird, wenn wir nicht bald abbremsen. Ich höre häufig Dinge, wie: „Wählt alles, aber nicht die AfD!“. Ich stimme zu, dass wir bitte auf keinen Fall die AfD wählen sollen. Das reicht jedoch noch nicht. Wir müssen noch einen Schritt weiter gehen.

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Wo ich *nicht* mit der Linken übereinstimme

Wie ich ja schon öfters erwähnt habe, gehöre ich zur Linkspartei. Gerade zu Zeiten wie diesen, wenn die Bundestagswahl ansteht und mein Diskussionsbedarf ausnahmsweise sogar annähernd gedeckt ist, merke ich, wie schnell pauschalisiert wird. „Du bist ein Linker, also […]“ – so beginnen auffällig viele Sätze meiner geliebten Diskussionspartner und ganz offen gestanden, langsam nervt es mich, mich immer wiederholen zu müssen.

Deshalb – in erster Linie für besagte Diskussionspartner – und in zweiter für meine regulären Leser, denn ich habe schon lange nichts mehr gebloggt – hier eine Zusammenfassung, mit welchen Positionen der Partei „Die Linke“ ich nicht übereinstimme.

Bevor ihr jetzt allerdings weiter lest, will ich noch etwas Wichtiges sagen: meiner Meinung nach sind die genannten Punkte wirklich das geringere Übel. Bei so gut wie allen anderen Positionen gehe ich mit der Linken konform und will hier auch nochmal deutlich empfehlen, dass sie meiner Meinung nach die mit Abstand beste Wahl ist, wenn man sich ein gerechtes und nachhaltiges Deutschland wünscht.

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Wenn unser Kind dann auf der Welt ist…

…und es sind nur noch knapp vier Monate bis dahin, dann werde ich zusehen, dass es nach allen Regeln der deutschen Kunst erzogen wird, damit es sich in unserer Heimat wohlfühlen kann und schön angepasst ist.

Die Menge und Qualität des Essens wird sich dann später in der Leistung wiederspiegeln: eine 4 in Mathe? Hier hast du zwei Scheiben Toastbrot mit einem großen Blatt Salat. Die Gesellschaft soll wieder etwas tun, für ihr täglich Brot und nicht, wie ein Parasit vom Geld des schwer schaffenden Steuerzahlers leben! Aber bevor jetzt jemand verächtlich die Nase rümpft – die Noten sind natürlich relativ. Eine 4 in Mathe bedeutet Toast mit Salat, wenn es im Gymnasium ist. In der Hauptschule wird das bereits das Höchste der Gefühle sein. Ich will nicht, dass mein Kind so desillusioniert, wie unsere Gesellschaft sein wird: natürlich ist sozialer Aufstieg möglich! Du musst nur hart genug arbeiten! Und wenn es eine geistige Behinderung hat, fragst du mich? Na und? Forrest Gump hat ein erfolgreiches Unternehmen gegründet! Und nicht nur das. Was? Ist mir doch egal, dass Forrest Gump fiktiv ist. Wichtig ist die Ideologie, die hinter dem Film steckt: keine Ausreden. Wer nicht erfolgreich ist, der ist selbst schuld.

Und schiebe mögliches Versagen dann bloß nicht auf die Eltern – weder die finanziellen Mittel, noch der Bildungsstand oder die Zeit der Eltern fürs Kind spielen eine ernst zunehmende Rolle beim Werdegang des Nachzüglers. Nur, weil ich ein dummes, asoziales Arschloch bin, bedeutet das nicht, dass mein Kind dadurch weniger Chancen im Leben haben wird.

Oh – und besonders interessant wird es, sollte dann ein kleines Geschwisterchen kommen. Ich werde nicht den Fehler machen, den so viele Eltern tun – denn wie heuchlerisch ist es, seine Kinder „gleich zu behandeln“? Gleichheit ist eine sozialistische Lüge. Niemand ist gleich – jeder ist individuell, bringt individuelle Leistung und wird entsprechend individuell behandelt! Tendenziell werden Mädchen weniger Taschengeld bekommen, sonst wird später die große Ernüchterung kommen, dass es im „echten Leben“ (umgangssprachlich für „Berufsleben“) ja anders sei. Das größte Zimmer bekommt aber trotzdem das Kind, das die besten Leistungen erbringt. Das andere zieht in den Geräteraum. Und wehe, jemand sagt dann, das sei unmenschlich. Wir werden die Geräte, die davor dort standen ja auch irgendwohin räumen müssen. Das kostet genauso Platz, wie sozialer Wohnungsbau Geld kostet, das eigentlich dafür ausgegeben werden sollte, unsere Leistungsträger noch mehr zu fördern. Aber nur, weil ich kein Gutmensch bin, bin ich ja nur ein Schlechtmensch, kein Unmensch.

Und deshalb werde ich am 24. September CDU, FDP oder AfD wählen, damit mein Kind meine Erziehung im späteren Leben dann auch praktisch umsetzen kann. SPD und Grüne könnte man sich mittlerweile auch überlegen, langsam scheinen sie auch zu verstehen, wie der Hase hier läuft.

Aber auf keinen Fall wähle ich die Linke.

*Ironiemodus aus. Und ich habe nicht einmal über das Gesundheitssystem geschrieben.

 

 

Bist du ein mündiger Verbraucher?

Die Frage ist bewusst provokativ – und um nicht vom hohen Ross herabzupredigen, will ich gleich Eines vorwegnehmen: ich bin es jedenfalls nicht. Ich mache eine Menge falsch. Viel unbewusst und viel auch in wissentlich. Kann man mich dafür tadeln? Nunja, wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Mich höflich und frei von Wertung auf bestimmte Fehltritte hinweisen ist wiederum ist eine ganz andere Geschichte. Dinge, die ich heute bewusst falsch mache, nagen eventuell lange genug an meinem Gewissen, dass ich sie morgen richtig (oder zumindest richtiger) angehe. Oder ich habe am nächsten Tag genug Kraft und/oder Zeit dafür, mich besser zu verhalten und mache eine gute Angewohnheit daraus. Aber ich muss erst einmal wissen, um nach neuen Erkenntnissen handeln zu können. Viele Dinge überraschen und sind alleine, weil sie so erstaunlich sind bereits wissenswert. Hier sind einige solcher Informationen:

Wusstest du, dass in einem Kilogramm Rindfleisch, mal ganz abgesehen von der benötigten Weidefläche und der Arbeit, die ein Farmer zu leisten hat, um die 15.000 Liter Wasser erforderlich sind? Bei so hohen Zahlen fällt es einem schwer, sich vorzustellen, wie viel das eigentlich ist: mehr als zehn gefüllte Badewannen Wasser. Und das ist nur das Wasser. Weideland, Getreide und Arbeitskraft braucht das Kilogramm Rindfleisch ebenfalls.

Wusstest du, dass Kohlekraftwerke für 7% des gesamten Wasserverbrauchs verantwortlich sind? Davon könnte man eine Milliarde Menschen mit Wasser versorgen. Wusstest du, dass du standardmäßig Strom über einen Kohlekraftanbieter erhältst, bis du auf eine Alternative wechselst?

Wusstest du, dass jährlich über 200 Millionen Tonnen Plastik hergestellt werden? Auf einer Fläche, so groß wie Zentraleuropa schwimmt im Pazifik ein Meer aus Plastik. Müssen wir tatsächlich in Plastik abgepacktes Obst und Gemüse kaufen? Plastikflaschen? Plastik scheint uns überall im Alltag zu begleiten, aber es gibt in der Regel genügend alternative Optionen, bei denen wir die Nachfrage an Plastikprodukten verringern können.

Wusstest du, dass der durchschnittliche deutsche Haushalt jährlich mittlerweile mindestens 21 Kilogramm Elektroschrott wegwirft? Wir können auch versuchen, Dinge zu reparieren, statt sie wegzuwerfen. Nicht immer auf das neueste Mobilfunkgerät anspringen, wenn das alte doch auch noch funktionstüchtig ist. Oder Haushaltsgeräte kaufen, die vielleicht ein wenig teurer sind, aber dafür langlebiger. Am Ende ist es doch so auch weniger umständlich. Vor allem, wenn man weiter und global denkt.

Es geht weiter. Es gibt viele Dinge, die ich hier noch aufzählen könnte, aber ich will dich nicht mit Informationen erschlagen. Ich will dir zeigen, dass es sich lohnt, über alles, was du tust, nachzudenken. Was brauchst du tatsächlich? Wo kannst du besser investieren? Worauf kannst du verzichten?

Wir tappen im Dunkeln, gehen naiv wie Kinder durch den Supermarkt und wissen die meiste Zeit gar nicht, welchen Schaden wir anrichten. Unmündig eben. Aber wir können zumindest anfangen, erwachsen zu werden, auch, wenn der Prozess es erfordert, inne zuhalten und zu reflektieren. Sich zu bilden. Auf Dinge zu verzichten. Aber es lohnt sich. Wir haben keine Ersatz-Erde übrig, auf die wir zugreifen können, wenn wir diese zerstört haben. Um zu mündigen Vebrauchern zu werden, zu reifen Konsumenten, müssen wir nicht perfekt sein – aber wir können alleine schon beim Versuch, es zu werden, eine unglaubliche Menge erreichen!
Das Argument „wir können nicht alles richtig machen, also versuch ich es erst gar nicht“ zieht nicht. Wenn zwei Leute, die monatlich z.B. 500 Gramm Rindfleisch essen auf die Hälfte verzichten, dann ist das von den Zahlen her genau so, als hätte einer von beiden gänzlich auf Rindfleisch verzichtet.
Hoffentlich versuchst du gemeinsam mit mir gemeinsam das Ideal anzustreben. Wir werden Fehler machen, wir werden hier und dort mal nachgeben und uns wieder aufrappeln müssen – aber hoffentlich nie aufgeben. Und am Ende werden wir zu denjenigen gehören, die gekämpft haben.

Quellen:
https://www.welt.de/wissenschaft/article6012574/Ein-Kilo-Rindfleisch-kostet-15-000-Liter-Wasser.html

https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-report-kohlekraftwerke-verbrauchen-trinkwasser-fuer-eine

https://www.verbraucherzentrale.de/kunststoffe?i=6

https://www.welt.de/wissenschaft/article701251/Riesige-Flaeche-Plastikmuell-schwimmt-im-Pazifik.html

https://de.statista.com/infografik/2278/elektroschrott-aufkommen-in-ausgewaehlten-laendern/