Morgen dann… Revolution!

Endlich Urlaub, endlich frei. Jetzt habe ich Zeit, für alles, was da lauert, tief verborgen in Gedanken. Doch schnell, sonst ist die Zeit vorbei!

Aber ich bin müde, noch… vermutlich, da wir gestern tranken. Ein Bier zu viel vielleicht, jedoch: es half aus dem Ideen-Loch.

Wir diskutierten, laut und lang. Über große, tote Denker: Rosseau, Nietzsche, Kant. Den Aufstieg ihrer Weltansichten und über ihren Niedergang.

Und schließlich war auch ich am Zug. Ich, mit meinen Idealen, die ich tief im Bierkrug fand. Doch den anderen war das schnell genug.

Ich schieb’s auf fehlende Struktur. Die kommt nicht einfach so daher, das Zuhören fällt entsprechend schwer. Es sind keine Gedankengänge, viel mehr sind’s Sprünge und das rund um die Uhr.

Demnach ist’s vielleicht besser zu schreiben, als nur beim gesprochenen Wort zu bleiben. Doch ein weiteres Problem: nur gereimt klingt’s wirklich schön.

So sitz ich hier und denk an Reime nur. Stiere wie blöd auf meine Tastatur. Es ist nicht schwer, nen Reim zu finden, wohl eher, ihn in Form zu binden.

AABB, ABAB, die Metrik sollte dann auch stimmen, es sollte ja wohlklingend klingen. Und nun fang ich an, mich zu fragen: muss ich mich denn damit plagen?

Denn wie gesagt, ich habe nur begrenzt viel Zeit und so viele Gedanken. Ich kann sie alle verwerfen, die Frage ist, bin ich bereit, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was sich alles auf Gedanken reimt?

Muss ich mir Sorgen darüber machen, wann welcher Satz wie endet? Damit es in ein System passt, wie wir selbst auch? Man hat immerhin den Vorteil, dass die deutsche Sprache wieder etwas genauer erkundet wird, alte Wörter wieder verwendet. Doch ist mir das wichtig? Ehrlich gesagt, nein, da sehe ich meine Zeit nur verschwendet. 

Lass ich meinen Leser im Glauben, er läse ein Gedicht? Vielleicht füge ich ein paar – vom Reimen abgesehen nutzlose Wörter ein. Ganz zufällig. Lakritz-Konfekt, Auerochse, Soda. Oder ich locke ihn mit Reimen, ganz rar verteilt, dass er glaubt, er hört die meisten anderen einfach nicht? Anordnen, die Wörter in seltsam verdrehter, aber grammatikalisch, so man ein Auge, zwei oder drei zudrückt, doch noch annehmbarer Weise? Nein, das, ich besser lasse, sonst ich klinge noch wie Yoda.

Und man sieht’s erneut: wie sehr wir versuchen, uns in irgendeine Form zu pressen. Irgendjemand zu sein oder wie jemand zu sprechen, der wir in Wirklichkeit überhaupt nicht sind. Man sieht’s ja hier schon: kaum versuche ich mich, an Regeln und Konventionen zu halten, ist meine eigentliche Intention vergessen. Regeln sind nicht selten wie Scheuklappen und Scheuklappen machen uns für so vieles im Leben blind. Warum also wollen wir unbedingt alles so machen, wie es bisher getan wurde und warum sind wir so von Traditionen besessen? Wir halten uns daran, und doch: wir beschweren uns nur all zu oft, dass früher alles besser war. Warum sind wir immer drauf und dran das Gegenwärtige an der Vergangenheit zu messen? Wie wär’s, wenn wir anfangen würden, stattdessen die Möglichkeiten der Zukunft zu sehen? Wäre das nicht wunderbar?

Und ich schaue auf die Uhr: so viel Zeit bereits vergangen?

Ich reiße mich am Riemen, sollte endlich mal anfangen.

Denn wie gesagt, ich stecke voller revolutionärer Ideen und wenn man jetzt schön aufpasst, wird man sie auch gut verstehen.

Der Urlaub ist noch da und der Kater ist verschwunden, – doch Moment! Mein kreativer Geist kommt erst zu späteren Stunden.

Also – lasst uns doch noch warten, seid geduldig und bleibt hier. Und bis ich dann mal warm bin: wie wär’s mit einem Bier?

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3 thoughts on “Morgen dann… Revolution!

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