ENTP – Der Debattierer

Allgemeine Beschreibung & Klischees

Für manche sind sie die „coolen“ Nerds. Für andere hingegen unsensible, unpraktische, laute und unkonzentrierte Streithähne, denen nichts und niemand heilig ist. Das Lustige am Klischee des ENTP-Typs ist, dass die meisten, die dem Typ angehören, wahrscheinlich zustimmend nicken würden. Mit einem breiten Grinsen. Aber warum? Woher kommt dieser Drang, Vorstellungen, Werte, Ideale und Argumente mit einem rhetorischen Hackebeil vernichten zu wollen und anschließend ein riesiges Lagerfeuer daraus machen zu wollen, mit Neonlichtern außen herum, die nochmal jedem klar machen, was da gerade brennt? Steckt eine tiefere Überzeugung dahinter? Oder ist der ENTP in gewisser Weise tatsächlich einfach nur… böse?

Schauen wir uns schnell die Reihenfolge der Funktionen an und dann geht’s los:
1.) Extrovertiertes Intuieren
2.) Introvertiertes Denken
3.) Extrovertiertes Fühlen
4.) Introvertiertes Empfinden

Erste Funktion – Extrovertiertes Intuieren („Intuition Extroverted, kurz NE“)
Um die Antwort zu erhalten, fangen wir erst einmal mit dem extrovertierten Intuieren, der ersten Funktion des ENTPs an. Da diese Funktion vor allem darauf aus ist, Dinge von verschiedenen Blickwinkeln aus zu betrachten, können wir zumindest schon einmal in Erfahrung bringen, wie es dem ENTP gelingt, alles auseinander zu nehmen: wenn jemand also beispielsweise glaubt, er hätte „die Wahrheit“ gefunden, betrachtet der ENTP die Aussage so lange, bis er eine Perspektive gefunden hat, von der aus die angepriesene Wahrheit keinen Sinn mehr ergibt, auf einmal nicht mehr ganz so schön klingt oder schlicht und ergreifend unwahr ist. Man darf den ENTP jetzt allerdings nicht als einen griesgrämigen Zweifler ansehen, denn, sofern er eine einigermaßen stabile Entwicklung durchgemacht hat, wird er das selbe auch im „Positiven“ tun. Wenn alle sagen, etwas sei unmöglich oder würde keinen Sinn machen, gehört er zu denjenigen, die Einspruch erheben und mit Ideen kommen, wie es denn möglich gemacht werden oder Sinn ergeben könnte.
Der ENTP liebt dementsprechend Gesellschaft, mit der er Dialog halten kann, um seinen Fundus an verschiedenen Ansichten und Gedanken stets zu erweitern. Er ist mehr als offen für Neues und liebt es, mit anderen über Ideen zu sprechen. Es bleibt jedoch leider auch oft nur beim Sprechen. Denn, obwohl er das sehr häufig und ausdauernd tut, wird er, sobald er ein Projekt angefangen hat, das irgendeinen Wandel, eine Verbesserung herbeiführen soll (oder einfach nur nach Spaß klingt…), sehr schnell die Lust daran verlieren, es fortzuführen. Das rührt daher, dass sie sich eher als Funkengeber, als Streichholz, um es metaphorisch auszudrücken, ansehen und nicht als Brennholz. Die langwierige Routine, die bei vielen Projekten nötig ist, um sie zu Ende zu bringen, fordert den ENTP nicht mehr, jedenfalls nicht mehr intellektuell. Seine Gedanken schweifen ab, zu neuen Projekten, neuen Ideen und das, was auf einmal real geworden ist, ist auf einmal nicht mehr ganz so spannend und interessant, wie zu dem Zeitpunkt, an dem es eben erst eine Idee war.

Dieses Desinteresse an Wiederholungen und das Unverständnis für Konventionen, Normen Traditionen rührt von der unterdrückten Funktion des ENTPs, nämlich dem introvertierten Empfinden. Der ENTP ist, wie eventuell bereits ersichtlich wurde, das Sinnbild eines verrückten, exzentrischen Professors. Und von diesem Archetyp darf man alles mögliche erwarten, aber nicht unbedingt Rücksichtsnahme und ein gutes Gedächtnis. Ich meine, würden wir wirklich davon ausgehen, dass Doc Brown mit den Zutaten für einen Zitronenkuchen zurück vom Supermarkt kommt, wenn er seinen Einkaufszettel daheim hat liegen lassen?
Der ENTP sieht in festen Strukturen und in dem, was gesellschaftlich als „etabliert“ gilt oft ein gewisses Feindbild, das es nieder zu reißen gilt. Das ironische an der Sache ist, dass er selbst einen Hang dafür hat, sich bestimmte Fakten und Daten akribisch zu merken, die ihn beim Debattieren helfen. Er sammelt sich einen möglichst breiten Fundus an Wissen an und dieser Eifer stammt interessanterweise auch vom introvertierten Empfinden.

Zweite Funktion – Introvertiertes Denken („Thinking Introverted, kurz TI“)

Um auf die Frage einzugehen: warum nimmt der ENTP kein Blatt vor den Mund? Ein klassisches ENTP-Beispiel wird eventuell durch das Betrachten der zweiten Funktion, dem introvertierten Denken ersichtlicher. Ein zwölfjähriger Junge glaubt an den Weihnachtsmann und der ENTP argumentiert dessen Glauben wörtlich zu Tode. Der Junge fängt an zu weinen. Warum tut der ENTP das? Zum einen, weil selbst er in gewisser Hinsicht in festgefügten Mustern wahrnimmt (SI: „Mit 12 noch an den Weihnachtsmann zu glauben ist wirklich nicht normal!“). Es ist gut möglich, dass sein NE dabei auch eine Rolle spielt und ihm Szenarien aufzeigt, in denen sich der Junge heftig blamiert, aber sein NE ist keine urteilende Funktion. Schauen wir uns dabei also die zweite Funktion (TI) und die dritte Funktion (extrovertiertes Fühlen: FE) an.
TI: es macht keinen Sinn. Der Weihnachtsmann. Die Lüge hat keinen weiteren Zweck. Introvertiertes Fühlen kann sehr schnell auch „zerstörerische“ Gefühle hervorrufen, wenn das freie Denken eingeschränkt wird. In diesem Falle sieht der ENTP, dass der Junge einfach nur glaubt, was ihm erzählt wurde, etwas, was nicht in die Schublade der Ideale passt, die der ENTP besitzt. Er muss aufgeklärt werden und für alle, die das immer noch nicht so richtig nachvollziehen können, würde der ENTP es genau so wollen, wäre er derjenige, der noch an einen Weihnachtsmann glaubt. Um es mit seiner dritten Funktion auszudrücken, will er dem Gemeinwohl tatsächlich ein stückweit helfen. Man sollte nicht glauben, dass es in erster Linie darum geht: der ENTP diskutiert vor allem, weil es ihm schlicht und ergreifend Spaß macht, weil er seinen Verstand (TI) damit schärfen kann und neue Einsichten erhält, aber bis zu einem gewissen Grad, tut er es auch, weil er vermitteln möchte. Weil er will, dass alle die Wahrheit sehen können und danach handeln. Nicht nach blinden Vorgaben. In gewisser Hinsicht kann man den ENTP mit einem „fanatischen Atheisten“ vergleichen: er will den Glauben des anderen vernichten, der seinem Gegenüber Trost spendet, einen Sinn im Leben und eine gewisse Struktur gibt. Warum? Weil der ENTP es einfach nicht erträgt, dass sein Gegenüber seiner Meinung nach einer Lüge hinterherläuft. Was sein Gegenüber davon, wenn es anschließend gebrochen und verzweifelt am Boden liegt? Die Wahrheit, würde der ENTP sagen.
Das soll nicht heißen, dass ENTPs nicht tatsächlich auch Anhänger verschiedener Glaubensrichtungen sein können. Sollten sie es sein, ist jedoch zu erwarten, dass sich ihr Glaube selbst von ihren Glaubensgeschwistern in vielen Dingen unterscheiden wird. Wenn sich eines durch das wechselhafte Leben eines ENTPs wie ein roter Faden zieht, dann ist es eines: Nonkonformität.

Um thematisch passend in sprunghafter Manier zum Beispiel zurückzukehren, so wird ein ENTP, möglicherweise auch etwas unbeholfen, dennoch, seinem niedergeschlagenem Diskussionspartner (gehen wir einfach mal davon aus, dass der ENTP Erfolg hatte) auch versuchen, emotional unter die Arme zu greifen. Der ENTP würde es wohl eher weniger offen zugeben, aber durch sein extrovertiertes Fühlen ist es ihm wichtig, was andere von ihm denken und er hat in der Tat, auch, wenn er oft so tut, als würde er es nicht wahrnehmen, ein Auge für die Gefühle seiner Mitmenschen. Das ist ihm jedoch auch häufig ein Vorteil, vor allem, um sich aus der (oftmals selbst produzierten) Bredouille wieder herauszureden. Nicht selten werden ENTPs als charmante, angenehme Zeitgenossen angesehen, wenn sie mal gerade nicht dabei sind, Weltbilder zu zerstören. Es soll schon vorgekommen sein…

Fazit & Beispiele
Spätestens jetzt sollte klar geworden sein, dass ENTPs dämliche Genies sind. Genies, weil sie oftmals alles Nötige haben, um ganze Menschenmassen mit tollen Ideen zu inspirieren, der Gesellschaft helfen können, sich weiter zu entwickeln, Irrglauben zerstören und mit Hilfe ihrer erfrischend quirligen Art auch wirklich Sympathien für sich hervorrufen können. Dämlich, weil sie all das oft genug nicht tun, da sie zu abgelenkt sind, mit all den Trillionen Möglichkeiten, die sonst noch im Raum herumflattern. Da sie sich zu bequem sind, größere Projekte auch durch zuziehen. Zu sehr darauf aus sind, Diskussionen einfach nur gewinnen zu wollen und nicht, dabei zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen, das beidseitig Früchte tragen wird. Solltest du, geneigter Leser, ein ENTP sein und die letzten genannten Punkte nicht tun, muss dich die Welt unbedingt kennen lernen.
Aber wahrscheinlich bist du, wenn du mich davon überzeugen kannst, einfach nur ein ziemlich gerissener Troll.

ENTP-Beispiele:

  • Jimmy McGill alias Saul Goodman (Better Call Saul)
  • Tyrion Lannister (Game of Thrones)
  • Tony Stark (Iron Man)
  • Der Joker (Batman)
  • Dr Schultz (Django Unchained)
  • Tom Haverford (Parks & Recreation)
  • Sokrates (Philosoph)
  • Stephen Colbert (Satiriker)
  • Benjamin Franklin (Erfinder, Politiker)

51 Antworten auf „ENTP – Der Debattierer

  1. Unglaublich scharfsinnig! Und so fein nachgezeichnet, dass ich schmunzeln und sogar lachen musste. Denn ich kenne so einen. Ganz genau so einen. Wahnsinn.
    Nach einer der unzähligen Diskussionen sagte ich: „Warte mal, Du sagst doch einfach so Nein. Auch wenn Du keinen blassen Schimmer hast.“
    Er: „Äh. Ja, natürlich.“
    Für ihn war das selbstverständlich. Er kommt schon noch an die Fakten, und so lange bedient er sich halt aus dem Riesentopf Wissen, den er auf dem Herd stehen hat. Wird schon was dabei sein …

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    1. Ja, ENTPs diskutieren einfach der Diskussion wegen und vertreten dabei die Seite, bei der es am interessantesten wird, wenn sie noch jemand zusätzliches vertritt. Selbst, wenn sie selbst gar nicht der Meinung sind oder von der Materie keine Ahnung haben. Das ist ja das Lustige daran… obwohl sie so viel reden, weiß man hinterher oft immer noch nicht, was *sie selbst* eigentlich davon halten.

      Freut mich, dass man bei meinen Beschreibungen auch Bekannte wieder findet 🙂

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      1. Im Grunde genommen mache ich einen großen Bogen um solche Menschen. Ich kann mit Klugscheißerei nicht gut umgehen. Aber dahinter steckt ja auch was …
        Und woher nimmst Du Deine differenzierten Umschreibungen? Es sind ja schon beinahe Studien.

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      2. Sauber verfasst. Es ist extrem lustig als ENTP mit einem anderem ENTP zu diskutieren (kommt seltener vor aber nen guter Kumpel und ich sind beide ENTP). So die Einleitung fasst eigentlich alles ganz gut zusammen. Axt, Brennholz und LED’s… aber nur wenn niemand verletzt wird (mal abgesehen vom Weltbild). Wahrheit muss Wahrheit bleiben.

        Große Bewunderung für deine Arbeit!

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      3. Jaa also es ist halt einfach so, dass ich für mich zumindest extrem viel lerne wenn ich diskutiere. Außerdem ist viel reden und diskutieren einfach toll. Wer brauch schon Ahnung von der Materie.

        Ist ja im Prinzip auch egal. Wundervoll geschrieben und du hast zumindest meine Aufmerksamkeit solange es Interessant ist für mich 😀

        Sag mal was passiert eigentlich wenn man zwei ENTPs in einen Raum steckt und debattieren lässt… Das wär interessant… Stünde dafür auch selbst zu Verfügung xD einfach weil die Diskussion schon großartig wird.

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  2. Ich verweise auf meinen ersten Blogeintrag zum Thema, der leider tief im Archiv versunken ist: https://introspektivblog.wordpress.com/2016/06/01/mehr-als-nur-son-persoenlichkeitstest/
    Muss mal etwas mehr Struktur in diesen Blog bekommen…
    Aber um dir eine knappe Antwort zu geben: ich verschlinge alle möglichen Bücher zum Thema Jung’scher Typologie und das schon seit knappen vier Jahren. Und wenn man nicht unbedingt als einsamer Eremit irgendwo in den Bergen wohnt, dann hat man jeden Tag auch lebende Studienobjekte um sich, ob man es will oder nicht.

    Du meidest diesen Menschenschlag? Ich bin zwar selbst kein ENTP, aber ich liebe es, Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich sehe das persönlich auch nicht als Klugscheißerei an, tatsächlich empfinde ich es als Wertschätzung, wenn jemand lange diskutieren will, sofern man dabei den anderen nicht persönlich angreift. Das bedeutet, dass die eigenen Gedankengänge und Argumente, die man auf den Tisch bringt, tatsächlich auch geschätzt werden, denn ohne funktioniert eine Diskussion nicht. Und man muss eben darauf eingehen, um Antworten zu können 🙂

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    1. Puhhh. Das ist ja alles ganz schön viel Theorie … Nun ja. Durch meinen Job bin ich nah dran am Menschen und ihrer Psychologie. Ich war noch nie ein Fan von Tests und Kategorien. Die besten Studien macht man am Objekt dran. Und auch im ständigen Vergleich, Fragen, Zweifeln, Hadern.
      Ich finde aber Deine Intension dahinter gut und auch nachvollziehbar. Allerdings sollte man bei aller Testete auch nicht vergessen, dass Menschen Traumata haben. Oder krank sind. Die mögen Werte verfälschen, was macht man mit denen? Die Persönlichkeit kann sich wandeln, sie ist kein festgelegtes Konstrukt. Vielleicht könntest Du ja so einen Protagonisten erschaffen, eines Tages. Das fände ich wahnsinnig toll!

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      1. Ist es. Aber gut durchdachte Theorie. Jung war ja selbst Psychiater in einer Heilanstalt. Das alles hat er ja zunächst gerade für seine Fachkollegen geschrieben, dass sie mit ihren Patienten, also Menschen die Traumata haben oder krank sind besser kommunizieren können.

        Und ja, Personen können sich ändern, aber ich glaube nicht, dass der Persönlichkeitstyp sich ändern kann. Das ist übrigens ein wahnsinnig spannendes Thema, worüber ich nochmal separat schreiben muss, aber um’s kurz zu fassen – und in Jung’s Urwerk ist das auch nochmal detaillierter, wenn auch schwerer verständlich nachzulesen: eine ungesund entwickelte Persönlichkeit kann sich dadurch ausdrücken, dass die Primär- oder Sekundärfunktion unterdrückt wird oder aber eine Funktion unausgeglichen stark ausgeprägt ist.

        Ich habe zB einen ESFJ-Freund, der in der Schule gemobbt wurde und für all seine Versuche, seine extrovertierte Seite (das extrovertierte Fühlen in seinem Fall) auszuleben, von seinem Umfeld förmlich bestraft wurde. Er entwickelte also verstärkt seine introvertierten Funktionen, wodurch sein Verlangen, anderen Menschen zu helfen oder überhaupt nur mit ihnen zu kommunizieren, sowohl seine Vorstellungskraft und Fantasie (dritte Funktion) stark eingeschränkt wurden. Erst während seines Studiums konnten seine nach außen gerichteten Funktionen wieder etwas aufholen, aber er wirkt bis heute auf den ersten Blick wie ein ISFJ.

        Wenn sich jetzt, um beim Thema ENTP zu bleiben, eben ein ENTP ungesund entwickelt, indem er zB seine ersten beiden Funktionen extrem stark im Fokus hat, aber möglicherweise eine Art narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, kann es gut möglich sein, dass sein FE und SI zu kurz kommt und er wie ein rücksichtsloses, großmäuliges Arschloch erscheint, dem Mitmenschen vollkommen egal sind. Dann könnte man ihn vielleicht fälschlicherweise für einen ENTJ halten, dem diese negativen Eigenschaften eher zugesprochen werden. Ob zu recht oder unrecht darf jeder selbst entscheiden 🙂
        (Ich kenne einige ENTJs und sie sind mir auf eine wenn auch befremdliche Art irgendwie doch sympathisch!)

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        1. Extrem spannend. Das sind die Menschen.
          Ich wundere mich nun immer mehr, warum Du diese Art Roman gewählt hast. Bei dem, was Dein Kernthema ist, wäre ich für den Anfang von einem Monolog ausgegangen, nur einem Protagonisten.
          Stattdessen hast Du einen Roman mit mehreren Strängen, verschiedenen Persönlichkeiten und dann noch die alternative Zeit. Das ist … sagen wir mal, extrem ehrgeizig.
          Ich stehe dem ganzen Testkram kritisch gegenüber. Aber ich höre mir alles sehr gern an 😉

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  3. Ich kann es nur befürworten, gerade Themen wie Typologie kritisch gegenüber zu stehen! Es ist ja aber auch kein üblicher Test, den man mit ein paar Häkchen beantworten kann, die Materie geht ja viel tiefer. Wenn du mal nichts besseres zu tun hast, kann ich dir gerne nen Fragebogen zukommen lassen und ich versuche dich mit meiner Bewertung zu überzeugen 😉

    Die alternative Zeitlinie habe ich übrigens gestrichen, mir ist auch aufgefallen, dass es für einen Roman in dem von mir geplanten Umfang einfach viel zu viel war. Vor allem beim ändern selbst, als mir aufgefallen ist, dass es kaum einen Unterschied macht. Was den Rest angeht… ja, man kann es als ehrgeizig bezeichnen, verschiedene Stränge und Persönlichkeiten zu integrieren, aber dann wiederum wollte ich ein möglichst authentisches Bild vom Leben geben. Und habe mich für diesen speziellen Zeitabschnitt von Nathan entschieden, der eben mal verschiedene „Handlungsstränge“ und Persönlichkeiten beinhaltet. Wie im echten Leben eben.

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    1. Sag ich doch … verdammt ehrgeizig. Ich habe ein paar Schwierigkeiten, allem angemessen zu folgen. Was aber auch an meinem Leseverhalten liegt. Ich komme da gern zum Punkt 😉 Genauso wie beim Schreiben. Zumindest muss sich der Punkt zwischendurch ankündigen, oder hin und wieder mal blicken lassen. Also so aus der Ferne …
      Ich bin schon durchgetestet, im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass es zusätzliche Infos gibt 😉 Nicht immer ein schönes Unterfangen, wenn man aber mit Tests arbeitet, ist die Selbstanalyse immer empfohlen. Oder wird einem aufgedrängt. Ähem.
      Nun mache ich mich nochmal über das letzte Kapitel Deines Romans her …
      Regnerische Grüße, Julia

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  4. Hey Sam, ich finde deinen Blog richtig gut, ich bin leider noch nicht dazu gekommen ihn komplett zu durchstöbern, wünsche dir trotzdem viel Erfolg mit deinen Tätigkeiten.

    Im übrigen liebe ich den Mbti, zwar steckt er die Menschheit in gewisser Maßen in Schubladen, trotzdem macht er einem auf simple Weise bewusst, dass die Gesellschaft kein riesiger Einheitsbrei ist und hilft dabei über sich selbst zu reflektieren und sich somit in Gesellschaft auch angemessener Verhalten zu können. Das einzige was man dem Mbti vorwerfen kann ist wohl die Tatsache, dass er immer extreme darstellt und all die vielen Menschen die sich irgendwo zwischen Pragmatiker und Theoretiker oder zwischen extrovertiert und introvertiert befinden, etwas außen vor lässt. Diese Menschen finden sich wahrscheinlich in vielen Persönlichkeitsprofilen ein bisschen wieder.
    Ich selbst bin ein ENTP und musste beim durchlesen wirklich Dauergrinsen 😀 ich glaub ich bin nach Bugs Bunny der extremste Entp der jemals in irgendeiner Art existiert hat. (In jede Richtung über 85 Prozent)
    Früher bin ich echt viel in blöde Situationen geraten, aber ich würde behaupten dass ich an mir gearbeitet habe und kann zumindest deinen letzten Absatz tatsächlich teils verneinen.

    „Zu sehr darauf aus sind, Diskussionen einfach nur gewinnen zu wollen und nicht, dabei zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen, das beidseitig Früchte tragen wird“

    Also zumindest das habe ich mir sehr angewöhnt. Vielleicht schaff ich es ja, dass du mich nicht für einen Troll hältst. Btw: empfand INTP’s meistens als die angenehmsten Gesprächspartner für mich. Hast du dafür auch eine Erklärung? Würde mich interessieren.

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    1. Hey Samuel,
      Freut mich, dass dir mein Blog gefällt!
      Dass der MBTI Extreme darstellt, kommt darauf an, wie man ihn interpretiert. Ich zB betone ja immer wieder, dass er Tendenzen aufweist und keine Absolutdarstellung. So kann ich als INTP manchmal emotionaler sein als meine INFP-Ehefrau. Ich denke auch nicht, dass Menschen, die sehr ausgewogen sind, außen vor gelassen werden.
      Anhand deiner Aussage du seist „in jede Richtung über 85%“, nehme ich an, dass du den MBTI bisher nur anhand von Internettests kennst, die dir sagen: „Du bist 90% Extrovertiert, 81% Denker, etc., daher bist du Typ XY“. Diese Tests sind aber meiner Meinung nach Unsinn, weil die Fragen viel zu allgemein formuliert sind und dazu auch noch durch Programme ausgewertet werden. So weit sind Maschinen noch nicht, dass sie zuverlässig Persönlichkeiten einordnen können.

      Warum INTPs deiner Meinung nach die angenehmsten Gesprächspartner sind? Eventuell, weil sie ähnlich wie du denken, Dinge nicht so schnell persönlich nehmen und dich mehr zu Wort kommen lassen, als wenn du mit einem anderen ENTP sprichst.
      Wahrscheinlich liegt das aber einfach nur daran, dass INTPs einfach awesome und überhaupt nicht arrogant oder so sind 😉

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  5. Ich als ENTP erkenne mich da ziemlich gut wieder mit Dauergrinsen. ^^
    Dabei musste ich an eine Situation denken, welche letztens vorgefallen ist. Letztens habe ich eine für mich gute Person kennen gelernt. Was ich zuerst immer tue wenn ich mit einer Person in Kontakt komme und das vielleicht eine Bekanntschaft wird, probiere ich die Person in tiefgründigere Gespräche rein zuziehen und auszuprobieren, ob man mit ihr über interessante Dinge sprechen kann. Glücklicherweise kamen wir ins Gespräch und das erste was ich unbewusst einfach getan habe, die Glaubenssätze und Weltanschauungen der Person zerstört. ^^ Aber auch gleich andere Inspirationen gegeben und Ideen gebracht. Ich habe erst gar nicht gemerkt was ich da wieder tue, doch die Person war sowohl beeindruckt von mir als auch dankbar. Die neuen Ideen wurden auch gleich mit Begeisterung aufgenommen und aber auch nicht für absolut gehalten, genau das was sich glaube ein ENTP wünscht. 😀

    Das MBTI Typen Konzept ist für mich höchstens für die Selbstreflexion/Selbstentwicklung geeignet und natürlich zum Spaß. Ernst nehme ich das ganze nicht.

    Ein ausgezeichneter Eintrag und es war unterhaltsam und interessant zu lesen. Viel Erfolg weiterhin. 🙂

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  6. Guten Tag… Ich glaub ich bin ein ENTP… das erste was mir in den Sinn kam war:“wie wärs wenn man eine Dating-Plattform mit diesem Test machen würde und die passenden Persönlichkeiten zusammenführen würde?“
    Aber da ich zu bequem bin es umzusetzen, werde ich meine Visionen weiterführen, bis die Zeit gekommen ist.. 😃

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    1. Die Idee ist mir auch schon mal in den Sinn gekommen, allerdings kam dann auch schnell der Gedanke auf, dass es nicht *den* passenden Persönlichkeitstypen gibt. ESTJ und ENFP? Kann funktionieren, funktioniert bereits wunderbar und woanders scheitert es grandios.
      Geld könnte man trotzdem daraus machen. Viele Leute denken, bzw wollen einen Partner, der genau so ist, wie man selbst. Einfach dieselben Persönlichkeiten pairen und voillá – anfangs werden die meisten zufrieden sein.

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  7. Endlich trifft man einen der Ahnung hat!
    Ich denke Hermes ist ein Entp. (Die 12 olympischen Götter sind ja auch so ein Persönlichkeitsmodell für sich). Der Trickster-Archetyp z.B. gehört zu den Entps (siehe C. G. Jung: Archetypenbeschreibung). Goethes Mephisto oder batmans Joker zeigt dieses ständige spiel zwischen ordnung und chaos. (Übrigens wer gut assoziieren kann, merkt, das dieses Konzept in jeder Entp Debatte vorkommt).
    Ich würd echt gern wissen was du von diesen Denkanstößen hälst.
    Übrigens: ist das ist dein Gesicht auf dem profilbild?

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    1. Was die Archetypen-Zuordnung angeht, kann ich dir zustimmen, natürlich sieht das in der Realität anders aus. Ein ISTP oder ENFP kann auch ein „Trickster“ sein, aber wie gesagt, ins Klischeebild des klassischen Tricksters passt der ENTP am besten.
      Und ja, das ist mein Gesicht 😛

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    2. Interessant…mein Sohn ist ENTP…und ich bin mal gespannt was da noch kommt. Man trifft ja nicht so viele ENTP aber falls du einer bist, auf was muss ich achten (ich bin INFJ)? Meine Theorie ist das z.B. die Schachfiguren auch eine Art von Persönlichkeitsmodell darstellen. Ich darf das hier aber nicht so laut sagen, da Sam gleich eine Diskriminierung der Bauern (Sensorische Sypen) sieht *lach*

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      1. Ich bin höchstwahrscheinlich ein INTP, kein ENTP.
        Halte ich persönlich für unsinnig, Schachfiguren auf die Typen zu beziehen, erstens aus dem Grund, dass es nur 7 verschiedene Schachfiguren, aber 16 Persönlichkeitsmodelle gibt. Zweitens, da Bauern während des Spielverlaufs auch zu Königinnen werden können, die Persönlichkeit aber die selbe bleibt.
        Oder nach welchem Prinzip geht deine Theorie?

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        1. Ehrlich gesagt hab ich den anderen Anonymus (evtl ENTP) gefragt. Zu der Schachtheorie. Ich schrieb „so eine Art von Pers.Modell“ also nicht unbedingt übertragbar auf MBTI. In gewisserweise aber schon ein Abbild unserer Gesellschaft. Übrigens, die Göttertheorie weiter oben hatte auch nur 12 Typen.

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        2. Genau genommen gibt es sechs verschiedene Figuren. Es gibt je zwei Türme, Springer und Läufer sowie König und Dame und eben die Bauern. Die acht Empfinder sind auf die acht Bauern verteilt, die acht Intuierer auf die übrigen acht wichtigeren Figuren. Ist doch schlüssig.
          Ein Paradebeispiel für Klassismus in der Mbti-Filterblase.

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  8. Schachfiguren mit Persönlichkeitsmodellen vergleichen: entweder man hat sehr viel Phantasie oder sehr viel Humor! Das sehe ich genauso wie Sam. Was meinen Vergleich mit Hermes ( olympische Götter ) angeht: mir ist aufgefallen das sich diese Persönlichkeitsbeschreibungen in ihren Geschichten wiederfinden und diese wiederum von den damaligen Leuten erfunden wurden. Hephaistos war Istp, Aphrodite Esfp ( denk ich mal). Und das gibt es nicht nur auf der Spitze des Olymps, sondern in ziemlich vielen Mythen, Büchern, Filmen, Belletristik und vor allem im alltäglichen Leben. Und sogar in der Musik. Und wenn man sich das alles durch den Kopf gehen lässt, merkt man, das jeder Typ seinem eigenem ( universalem) Algorithmus ( hoffentlich richtig geschrieben) zu folgen scheint. Wenn man sich darin gut auskennt ( wie Sam) kann man ihn manchmal sogar bisschen vorausberechnen. (Lustig wenn man dabei richtig liegt). Zu deinem Entp Sohn: Er wird deine ( hohen) Ideale bei jeder Gelegenheit provozieren und wenn ich überlege: deine introvertiertheit vs seine Wortgewandtheit, dabei auch oft recht behalten. Und selbst wenn du ihm deine Werte aufdrückst wie eine Gutenberg-Buchdruckpresse, wird am Ende leider wenig davon übrigbleiben.
    Ich habe einen so langen Kommentar schon seit Monaten nicht geschrieben. Das liegt daran das dein Blog Sam, echt gut ist und du eine enorme Fachkenntnis hast

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    1. Leute, bitte benennt euch beim Verfassen einer Nachricht, man kommt hier echt durcheinander…
      Was deine Theorie mit den Olympiern angeht… ich bin kein Spezialist in dem Thema. Klar, kann schon sein und macht Sinn, dass Hephaistos ein ISTP, Aphrodite eine ESFP ist. Und ja, dann kann man die Charaktere in gewisser Weise auch vorausberechnen.
      Ich glaube, dass das MBTI-Modell dementsprechend vor allem Autoren hilft, fiktive Romanfiguren zu erstellen, die authentisch sind.
      Freut mich, dass dir mein Blog gefällt. Inwiefern man meine „Fachkenntnis“ ernst nehmen kann, ist nochmal eine andere Frage, da es sich ja um eine nichtbewiesene Pseudowissenschaft handelt. Ich fasse es trotzdem dankend als Kompliment auf!

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  9. Witzigerweise finde ich mich als INTP in deiner ENTP-Beschreibung nahezu vollständig wieder. Die Erklärung dafür ist natürlich simpel: Der INTP hat dieselben Funktionen wie der ENTP, nur halt in vertauschter Reihenfolge. Mir ist aufgefallen, dass ich im Kontakt mit Idealisten heute noch gerne ENTP-Verhaltensweisen an den Tag lege, wie z.B. dass ich grundsätzlich immer allem widerspreche und das auch jedesmal gut begründen kann.

    Mit den Jahren habe ich aber die Lebenserfahrung gesammelt, dass das mir und auch meinem Umfeld nicht weiterhilft, und das ich mit diesem Verhalten oft auf Unverständnis gestoßen bin. Auch bin ich vor Jahren auf das Konzept des Perspektivismus gestoßen, dass also jede Meinung abhängig ist von der individuellen Perspektive und den eigenen Werten. Mein missionarischer Eifer hat deshalb stark nachgelassen.

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    1. Geht mir auchh äufig so, dass ich mich in ENTP-Beschreibungen wiederfinde. Je nach Gemütslage und Gesellschaft lasse ich meinen extr. Funktionen auch viel freien Spielraum und man könnte mich dann, sofern man mich noch nicht besser kennengelernt hat, auch für einen ENTP halten. Zumal ENTx-Typen meiner Beobachtung nach sowieso die „introvertiertesten“ Extroverten sind.

      Bist/warst du als Missionar aktiv?

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  10. Ich hatte mal eine Phase in meiner Persönlichkeitsentwicklung (etwa 12. bis 25. Lebensjahr) in der ich gemeint habe, dass allein ich es richtig weiss und alle anderen einfach nur auf mich hören sollten, dann würde schon alles gut werden. Entsprechend „missionarisch“ war ich unterwegs um andere von der Richtigkeit meiner Vorstellungen zu überzeugen. Das war natürlich grenzenlos naiv und mein damaliger Bewusstseinszustand belustigt mich heute nur noch:
    1. Natürlich habe ich es damals (und heute) nicht besser gewusst als alle anderen. Tatsächlich hatte ich mir einfach nur eine eigene Meinung bzw. Weltanschauung gebildet und wollte damit die Realität entsprechend umgestalten.
    2. Der Versuch andere davon zu überzeugen war sehr frustrierend, da man sich hier in das weite Feld der Politik begibt. Insgesamt haben mich diese Versuche eher geschwächt als irgendwie weitergebracht.

    Heute weiss ich, dass es beliebig viele „Bewusstseinszustände“ geben kann. Jeweils abhängig von der individuellen Perspektive und den eigenen moralischen Werten. Jede Perspektive und jeder moralische Wert steht für mich gleichberechtigt nebeneinander. Für mich ist es geradezu uninteressant geworden mir zu allem eine „eigene Meinung zu bilden“, die Standpunkte von jemand anderem zu erfahren oder gar jemanden von der Richtigkeit dieser oder jener Meinung zu überzeugen.

    Es klingt vielleicht etwas diabolisch, aber gerade deshalb bereitet es mir manchmal so großes Vergnügen mich mit Idealisten zu unterhalten. Dieser missionarische Eifer und strikte Dogmatismus, mit dem sie immer versuchen einen von ihrer Weltanschauung zu überzeugen, amüsiert mich und erinnert mich an meine eigene „naive idealistische Phase“. Als Beispiel: Wenn bei mir an der Tür ein Zeuge Jehova klingelt, dann bin ich der Typ, der eine Stunde lang versucht ihn davon zu überzeugen, dass er einem Blödsinn aufgesessen ist. Ich käme aber nie auf die Idee, ihn von meinem eigenen Glauben zu überzeugen.

    Fazit: Individuelle Perspektiven und eigene moralische Werte haben durchaus eine Berechtigung, auch für den reifen NTP. Diese zu verabsolutieren und dogmatisch zu propagieren, halte ich aber für unsinnig. Denn Rationalität ist immer begrenzt und relativ. Vielmehr kommt es auf den praktischen Nutzen einer Perspektive für das Individuum an. Und man sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass die Menschen um einen herum ihre eigenen ganz anderen Perspektiven und moralischen Werte haben. Sich über einzelne Standpunkte zu streiten ohne die Perspektiven und moralischen Werte vorher abgestimmt zu haben, ist ein sinnloser Kampf gegen Windmühlen.

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  11. Durch Zufall bin ich auf den Persönlichkeitstest gekommen der ergeben hat, dass ich Typ ENTP sein soll.

    Ich habe mich noch nie in meinem Leben von einem Online Test so gut verstanden gefühlt. Ich bin jetzt seit einer Stunde dabei zu verstehen was ich aus dieser Erkenntnis lernen kann. Es ist wie du in deiner Einleitung geschrieben hast.

    Woher kommt dieser Drang, Vorstellungen, Werte, Ideale und Argumente mit einem rhetorischen Hackebeil vernichten zu wollen und anschließend ein riesiges Lagerfeuer daraus machen zu wollen, mit Neonlichtern außen herum, die nochmal jedem klar machen, was da gerade brennt?

    Alleine dieser Satz beschreibt mich so gut, dass ich es fast schon beängstigend finde. Bisher habe ich sehr wenig zeit mit Selbstreflexion verbracht, aber ich werde es jetzt wohl mal wieder versuchen. Denn leider ist die Problematik, dass ich Projekte nicht zu ende durchführe bei mir sehr ausgeprägt was mich oft beschränkt.

    Ich wollte mich nur bedanken für deinen guten Blog-Artikel und falls du Tipps hast wo ich weiter lesen sollte (vor allem um die Problematik des zuende bringen von Projekten zu verbessern) wäre ich dir sehr dankbar!

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    1. Danke für die ermutigenden Worte!
      Zum Thema „Projekte zu Ende durchführen“ hätte ich gerne selbst einen Ratgeber, als INTP ist das auch nicht unbedingt eine große Stärke von mir. Ich kann mich aber mal etwas genauer mit dem Thema befassen und zumindest versuchen einen theoretischen Lösungsansatz zu liefern.

      Jedenfalls – wo weitermachen?
      Auf meiner Typologie Themenübersicht ( https://introspektivblog.wordpress.com/typologie-themenuebersicht/ ) die Basics durchlesen, um die Theorie der kogn. Funktionen besser zu verstehen. Der Artikel „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt […]“ wäre bestimmt auch interessant für dich. Er geht zumindest ansatzweise auf die Problematik der diversen Funktionen ein, nur eben ohne konkreten Verbesserungsvorschlägen 😛

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      1. Das Thema „Projekte nicht zu Ende durchführen“ würde ich i.w.S. dem Oberbegriff „Prokrastination“ zuordnen. Da mich das Thema schon seit mindestens 20 Jahren beschäftigt, habe ich inzwischen eine Menge Knowhow aufgebaut: Im Kern geht es darum sinnhafte Lebensziele zu definieren (um die Sinnfrage zu beantworten) und darunter eine Perlenkette an Unterzielen aufzuhängen. Wichtig ist, dass diese Unterziele so klein und kompakt abgegrenzt sind, dass sie einzeln fokussierbar werden. Durch die Fokussierung auf sehr kleinteilige Unterziele überwindet man die sonst eintretende Paralysierung. Durch die konstruierte Kausalkette von Unterzielen hin zu Lebenszielen, stellt man die Sinnhaftigkeit der eigenen Aktivitäten sicher. Damit man zwischendurch nicht das Ziel aus den Augen bzw. den eigenen Antrieb verliert.

        Während man an sich der Abarbeitung von Unterzielen widmet kann es trotzdem immer wieder zur Paralysierung oder dem Schwinden des Interesses am laufenden Projekt kommen. Der beste Tipp den ich hierzu geben kann, ist die Partitionierung der eigenen Rolle in drei Unterrollen: 1. Zieledefinierer (kreativ) 2. Manager (Klärung von offenen Punkten und Arbeitsplanung) 3. Arbeiter (stupides Abarbeiten des Plans); Es ist ganz entscheidend, dass man diese drei Unterrollen nicht parallel sondern sequenziell ausführt. Am besten definiert man eine tägliche Routine indem man jede dieser drei Unterrollen zu einer bestimmten Uhrzeit wahrnimmt. So geschaffene Gewohnheiten sind einmal institutionalisiert, sehr mächtig.

        Das Thema ist leider ausufernd und ich könnte hier noch viel mehr dazu schreiben. Im Kern bleibt es für mich als INTP ein ständiger Kampf mit mir selbst. Das wird sich wohl nie gravierend ändern. Wer meine Kommentare im INTP-Forum gelesen hat weiss, dass ich das Ne dafür verantwortlich mache. Demzufolge müssten ENTPs davon noch stärker betroffen sein als INTPs.

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  12. Ich finde das beängstigend genau. Das bin ich, genau so wie es hier steht. In Diskussionen schmeiße ich mich immer voll rein, wobei es mir ziemlich egal ist, auf welcher Seite. Außerdem bin ich seitdem ich vom Gottesbeweis des Anselm von Canterburry gehört habe jemand, der alle Atheisten wider zu Christen machen möchte.
    Aber ich muss es nochmal betonen. Ich bin genau der oben aufgezeichnete Mensch.xD

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  13. Verdammt spannend 😀 bin jetzt 20 und hab den persöhnlichkeitstest gemacht und war echt überrascht wie genau das ergebnis dann war. Freue mich schon noch mehr über die anderen typen zu erfahren, nachdem ich genug über meinen eigenen weiß.

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  14. Ich habe den 16 personalities Test 5 mal gemacht. Davon kam 2 mal entj und 2 mal entp. Und einmal sogar ESFJ. liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich nicht entscheiden kann was an mir stimmt und was nicht. Hast du Ideen, sich besser zuzuordnen zu können? Dennoch musste ich bei diesem Eintrag ständig grinsen ^^ da ich mich immer wieder erkannt habe. Wirklich sehr gut beschrieben und finde deine Expertise bewundernswert. Dennoch wieso sollte es nicht möglich sein, seinen P.Typen zu ändern? Vor allem konnte ich bei mir feststellen, mit 16 meine Denkweise auf die ganze Welt durch lesen zu ändern? Bin jetzt 18, was ist dann in 10 Jahren noch möglich, wenn man ständig dran bleibt? 😉 lg

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    1. Danke fürs Kompliment!
      Verlass dich nicht auf Onlinetests, du siehst ja selbst, dass da komplett unterschiedliche Informationen bei herauskommen. Bei mir kam als erstes INTJ heraus und ein INTJ bedient sich komplett unterschiedlicher Funktionen als der INTP – der danach bei mir als Ergebnis angezeigt wurde und meiner eigenen Beobachtung nach auch zutrifft. Beschäftige dich am besten etwas intensiver mit den einzelnen Funktionen – über introvertiertes und extrovertiertes Denken habe ich schon meinen Post verfasst, das wäre ein guter Ansatz. Wenn du dich eher bei TI wiederfindest, dann würde das demnach eher für ENTP sprechen, anderenfalles für ENTJ.

      Du kannst deinen Persönlichkeitstypen verstellen, ja. Du kannst andere Funktionen „trainieren“, um Schwächen deines Typs entgegenzuwirken, allerdings auch deine natürlichen Stärken dabei vernachlässigen oder dich damit regelrecht stressen. Die Sache ist die, dass du für die Funktionen, die du „bevorzugst“, weniger Energie verwendest. Stell dir das so vor: du wirst mit bestimmten „Attributen“ geboren, die du im Laufe deines Lebens ausbauen/verbessern kannst. Dabei fällt es dir jedoch leichter, deine erste Funktion zu verbessern, als deine vierte, dementsprechend – ja, in der Praxis kannst du so gesehen deinen Typ ändern, aber in der Theorie bleibst du derselbe Typ und es wird dir auch in Zukunft leichter fallen, deine natürlichen Stärken auszubauen.

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      1. Krass krass krass, bin genau wie alle andern hier total geflasht von dieser ganzen Selbsterkenntnis. Ich bin erst 16 und habe als ENTP einfach übel schiss davor weiterhin allem einen Sinn abzuringen… ich lebe im Moment und kann nicht mal irgendwelche Ziele für mich definieren da ich einfach nur Spaß an Diskussionen etc. habe. Das Analysieren macht mich fertig da ich so auch dingen die von einem Erwartet werden, die aber keinen Sinn machen wie z.b; das aktuelle Schulsystem keinerlei Wert beimesse… alle machen mir Tag für Tag Komplimente, lehrer behaupten ich sei ein ganz großer denker, viele gleichaltrige oder ältere sagen mir das sie sich meinem Intellekt unterordnen und alle sind geradezu wütend auf mich, weil ich mein „potenzial“ verschwende. Ich bin aber verspüre keinerlei reiz auch nur ein bisschen mehr zu tun als ich will, vor allen dingen weil ich auch easy durchkomme ohne irgendetwas zu machen.Alle sagen mir immer das ich meinen Weg schon machen werde, aber ich selbst habe keine Ahnung und angst vor der Zukunft da ich durch mein fast schon Narzistisches Selbstvertrauen sehr viel von mir halte und mich nicht mit wenig zufrieden gebe. Trotzdem will ich nichts tun von dem mir der Sinn nicht komplett klar ist, nur leider sind viele Sachen auf der Welt so dumm dass ich nichts tun kann.

        Villeicht alles nur pubertät, könnte trotzdem hilfe von anderen Debattieren gebrauchen, da ich auch nicht wirklich einen Sinn im Leben sehe.

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        1. Hey Jack Sparrow, den Namen hätte ich auch gewählt. 😀
          Ich als ENTP-T kann dich sehr gut verstehen. Ich bin 21, fast 22 und ich bin schon etwas länger in der Situation die du beschreibst. Personen in meinem Umfeld sagen mir häufig dass ich Unmengen an Talenten habe von denen andere nur träumen und sind sauer, dass ich diese nicht nach Ihren Vorstellungen einsetze. Ich habe bis zu meinem Abitur nicht gewusst was ich beruflich machen soll und mich zuvor allerdings auch nicht sehr viel damit beschäftigt. Ich bin auf Reisen gegangen und seit zwei Jahren setzte ich mich intensiv mit meiner Berufswahl auseinander. Wenn ich Personen aus meinem Umfeld erzähle welche Attribute meinen Job ausmachen sollen wird mir nur gesagt: Dieser Job existiert nicht.
          Mir fällt es sehr schwer mich auf einen Beruf einzulassen von dem ich nicht zu 100% überzeugt bin. Mir wird vermittelt, dass es so etwas nicht gibt. Doch ich habe Angst dass ich dann unglücklich werde und unterfordert bin.
          Bei meiner Familie ist mein nicht vorhandenes regelmäßiges Berufsleben/ abgeschlossene Ausbildung/ abgeschlossenes Studium immer Hauptthema. Sie haben ganz andere Charaktere als ich und verstehen und akzeptieren nicht wie ich denke.

          Kennt noch jemand diese Situation? Andererseits würde mich das Berufsleben von ENTP’s interessieren.

          Liebe Grüße

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          1. Hallo Lisa & Jack,
            Nicht, dass ihr das machen würdet, aber sicherheitshalber will ich es erwähnt haben: benutzt nicht euren Persönlichkeitstyp als Ausrede dafür, etwas nicht zu machen, weil es euch nicht gefällt, obwohl es notwendig ist.

            Ich bin Musikschullehrer und habe viele enorm faule Schüler, die ums Verrecken nicht üben wollen. Einige davon sind recht musikalisch und haben Talent, andere eher weniger. Beiden Gruppen sage ich: „du hast viel Potenzial, du könntest so viel besser sein, wenn du nur endlich deinen Hintern hochbekommen und richtig üben würdest!“.
            Ich sage das auch den eher talentfreien Schülern – die Aussage ist nach wie vor wahr: Potenzial ist da. Nicht so viel, wie bei den Talentierten, aber genug, um auf jeden Fall besser zu werden.
            Warum schreibe ich das? Weil ich nicht beurteilen kann, ob ihr tatsächlich so großartig seid, wie euer Umfeld (nicht ihr selbst, ich weiß) beschreibt oder nicht, „du könntest so viel machen, du wärst dazu in der Lage, weil du’s voll drauf hast“, aber etwas ist, was gerne als inspirierende Motivationsrede verwendet wird. Für den Fall, dass ihr in einem Ort voller talentfreier Menschen aufgewachsen seid, in dem es nicht schwer ist, herauszustechen, eure Mitmenschen Heuchler sind oder einfach nur ein schlechtes Urteilsvermögen besitzen sollten (wie gesagt, ich kann es nicht beurteilen, ich bin bloß ein Typ hinter’m Bildschirm, der euch nicht kennt): Talent zeigt sich am Ende des Tages nur am Ergebnis des Einsatzes.

            Besonders an dich, Lisa, folgende Worte: du solltest mehr Angst davor haben, arbeitslos zu sein, als einen Job zu haben, mit dem du unglücklich bist oder unterfordert bist. Denke nicht, dass du, einmal einen Job gewählt, diesen bis an dein Lebensende machen musst. Niemand zwingt dich dazu. Aber dein Körper zwingt dich dazu, essen zu müssen, Nahrungsmittel kosten Geld und Geld bekommst du nur durch Arbeit. Oder durch Schnorren, aber dann wird es nicht lange dauern, dass dein Selbstwertgefühl in den Keller fährt.

            Lass dich auf einen Job ein, der zwei der folgenden drei Bedingungen erfüllt:
            1.) Gute Arbeitszeiten – am Ende bedeutet das, dass du genug Zeit für dich unter der Woche hast (besonders für uns P-Typen wichtig), also fällt hier auch der Anfahrtsweg mit rein.
            2.) Gute Bezahlung – ein toller Job mit viel Freizeit nutzt dir nichts, wenn du durch ein mickriges Gehalt dazu gezwungen bist, jeden Tag morgens bis abends Toast mit Erdnussbutter zu essen. Später rächt sich deine Gesundheit an dir und du brauchst noch mehr Geld, um die Behandlungskosten zu bezahlen.
            3.) Gute Arbeit – heißt: Arbeit, die du gerne tust, bei der du kein schlechtes Gewissen hast und das Gefühl hast, dass du gefordert, aber nicht überfordert wirst, bei der du deine natürlichen Stärken ausspielen kannst.

            Es kann durchaus vorkommen, dass jemand Glück hat und alle drei Punkte in seinem Job vereint. Aber wenn du verlangst, dass ein Job auf jeden Fall alle drei Punkte haben muss, dann bist du – sorry – ein verwöhntes Gör, das zu hohe Ansprüche an ihre Welt stellt, während sie nicht dazu bereit ist, selbst einen Beitrag zu leisten. Nimm den besten Job, bei dem wenigstens zwei der genannten Punkte zutreffen und sammle Erfahrung, bevor du Schwierigkeiten haben wirst, dich aktivieren zu können. Lange Zeit untätig zu sein macht träge, glaub mir. Ich spreche da aus Erfahrung.

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          2. Hey Lisa, ich bin zwar erst 17 und mach gerade mein abi aber ich glaube ich kann dich gut verstehen meine Eltern und meine Familie machen mir zwar bisher nicht so Stress, weil ich noch etwas Zeit habe, aber innerlich habe ich halt trotsdem das Gefühl, dass ich nicht weiß was ich machen oder werden will. Ich möchte zwar auch unbedingt reisen aber hinterher bin ich dann zu alt für irgendwas und finden dann nie was. Das Problem ist halt wenn man sich überall hineinversetzt und auch mehrere Talente (soll nicht arogant oder so wirken) hat dann hat alles gute und schlechte Seiten und was ist dann stärker. Vieleicht diskutiert man als Debatirer auch so viel, weil man seinen inneren Konflikt rauslassen möchte und vielleicht auch einfach eine Antwort von jemanden haben will gegen man wirklich GAR NICHTS sagen kann. Das blöde ist ich glaube das gibt es nicht. Aber naja vieleicht kann man es versuchen wieder anders zu sehen und sagen das man nicht nur mit einer Möglichkeit glücklich wird. Also überleg dir was du gerne machst und nimm am besten was abwechslungsreiches. Oder Praktikas aber am Ende weiß du was du willst und kannst. Auf einer Website habe ich gelesen, dass ENTPs gut Unternehmer, Projektentwickler im Immobilienbereich, Kreativchef, Marketingleiter oder Politikberater werden könnten. Ich find Unternehmer coll. Blöd, dass sich da die Frage stellt in welchem Bereich. Aber gut Lisa ich wünsche dir ein glückliches Leben zeig was ein ENTP erreichen kann oder auch nicht wenn du das nicht willst. Ich würde mich freuen, wenn wir irgendwie in Kontakt kommen könnten aber mal sehen.

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        2. Ach man das mit dem Sinn des Lebens ist enfach echt mies… man kann so viel darüber nachdenken oder diskutieren aber am Ende bekommt man einfach keine klare Antwort das Einzigste woran ich micht festhalte ist, dass, wenn ich glücklich bin, bin ich glücklich auch, wenn das Chemie oder Biologie ist für uns als Menschen ist das echt und was habe wir schon was echt ist außer unsere Gefühle für uns. Tja und dass mit den ganzen schlimmen Dingen auf der Welt was soll man da sagen.. und da fragen uns die Erwachsenen warum wir uns in fiktive Welten in Serien oder so stürzen…

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  15. „Du kannst deinen Persönlichkeitstypen verstellen, ja. Du kannst andere Funktionen „trainieren“, um Schwächen deines Typs entgegenzuwirken, allerdings auch deine natürlichen Stärken dabei vernachlässigen oder dich damit regelrecht stressen. Die Sache ist die, dass du für die Funktionen, die du „bevorzugst“, weniger Energie verwendest. Stell dir das so vor: du wirst mit bestimmten „Attributen“ geboren, die du im Laufe deines Lebens ausbauen/verbessern kannst. Dabei fällt es dir jedoch leichter, deine erste Funktion zu verbessern, als deine vierte, dementsprechend – ja, in der Praxis kannst du so gesehen deinen Typ ändern, aber in der Theorie bleibst du derselbe Typ und es wird dir auch in Zukunft leichter fallen, deine natürlichen Stärken auszubauen.“
    – Entschuldigung das ich hier so spontan reinschreibe, aber ich glaube damit lässt sich (zumindest für mich) Begründen wieso ich so unsicher bin was meinen typen angeht. Ich bin ständig dabei mich zu „optimieren“ und das schon einige Jahre, dazu kommt das ich mich bisher immer mit anderen beschäftigt habe(Ich hatte teilweise das Gefühl das ich selber keine Emotionen besitze<- "Neutral wirken").
    Hättest du, wenn du davon ausgehst, einen Tipp wie ich mich besser einschätzen kann? Wenn ja würde es mich riesig freuen.

    Freundliche Grüße,
    Max

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  16. Wie würdest du es einschätzen wenn jemand behauptet seine Funktionsreihenfolge sei NeTiFiSe?
    Ist das überhaupt möglich? Letzlich verfügt jeder Typ über alle 8 Funktionen, nur dass die 4 Funktionen, die den Typ bestimmen, quasi kaum bis gar nicht benutzt werden und damit der Identität auch nicht inhärent sind. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich mir eigentlich immer ziemlich sicher war ein ENTP zu sein.
    Die Funktionen Ne und Ti passen bei mir an erster und zweiter Stelle perfekt und auch deine Beschreibung ist so gehaltvoll und zutreffend, dass es fast schon gruselig ist. Auch jeder Online-Test gibt mir als Ergebnis „ENTP“ aus. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass ich da auch dem Barnum-Effekt auf den Leim gehen könnte. Ich bin jetzt aber einfach mal so arrogant und behaupte reflektiert genug zu sein, um das weitestgehend ausschließen zu können.
    Trotzdem glaube ich aber, dass mein Fi besser arbeitet als mein Fe und mein Se wiederum besser als mein Si. Ich hätte somit eigentlich die selben Funktionen wie ein ENFP, nur in anderer Reihenfolge. Das würde ich aber ausschließen da gerade mein Ti besonders identitätsstiftend ist und ich von meiner Außenwelt für ziemlich kalt und rational empfunden werde.
    Achsenbasiert wäre ich vielleicht sogar ein INTJ, weil ich auch der Meinung bin dass mein Ni und mein Te ganz gut arbeiten, wenn auch deutlich schlechter als mein Ne und Ti. Zumindest passt dann die Reihenfolge NiTeFiSe mit gut ausgebildetem Ne und Ti besser. So arbeitet mein Hirn meiner Einschätzung nach zwar hauptsächlich deduktiv, ich kann aber, wenn es mir rational und zielführend genug erscheint auch Induktion verwenden. Deduktion ist genauer, Induktion schneller. Wobei ich Induktion im zwischenmenschlichen Kontext auch nur verwende oder gutheiße, wenn ich es mit meinen Moralvorstellungen vereinbaren kann oder wenn ich das Anwenden der Induktion wiederum aus einer -durch deduktion abgeleiteten- Regel ableiten kann. Dafür kann ich gerne Beispiele anführen.
    Mein Fe und mein Si allerdings sind, zumindest meiner Erkenntnis nach, völlig verkümmert. Tatsächlich bin ich mir auch gar nicht so sicher, ob ich besonders extravertiert bin. Alle die mich wirklich kennen würden das zwar so einschätzen, aber ich selbst neige auch manchmal dazu mich ziemlich stark von der Außenwelt abzukapseln und im Rahmen einer halben Trance überhaupt nichts mehr von meiner Umwelt mitzubekommen, so dass mir im Zuge dessen schon autistische Züge angedichtet wurden.
    Denkst du meine Einschätzung ist eher Zeichen mangelnder Selbstreflexion oder kannst du damit irgendwas anfangen? Schließt es sich denn überhaupt gänzlich aus alle Funktionen ähnlich stark ausgebildet zu haben?
    Dass sich ein starkes S und ein starkes N sowie ein starkes T und ein starkes F gegenseitig ausschließen, finde ich beispielsweise schon schlüssig, trotzdem treffe ich als praktisch eher unbegabter Theoretiker, in Gesprächen über den MBTI, immer wieder auf Aussagen auf der Ebene von:“ich kann beides. Ich bin handwerklich sehr begabt und ich bin ein guter abstrakter Denker“.
    Ich denke man kann zwar relativ ausgeglichen sein, indem man seine 3. und 4. Funktion gut trainiert, aber meiner Einschätzung nach tendiert jeder zumindest in eine Richtung und umso ausgeglichener er ist, umso weniger kann er sich in einem der Extreme „Praktiker“ oder „Theoretiker“ befinden. Meine Meinung diesbezüglich speist sich natürlich eher aus anekdotischer Evidenz und aus meinem teils daraus resultierenden Weltbild, als aus irgendwelchen validen Daten. Vielleicht kannst du ja ein bisschen Licht ins Dunkle bringen. Würde mich sehr freuen!
    Bin übrigens ziemlich beeindruckt von deinem Blog und wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

    LG Timo

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    1. Hallo Timo,

      nach MBTI würde die Reihenfolge der Funktionen nur dann einen Sinn ergeben wenn du die sog. Schattenfunktionen mitberücksichtigst. Schattenfunktionen sind meines Wissens nach allerdings eine nachträgliche Ergänzung der ursprünglichen Theorie.

      In Sozionik, dem Pendant zu MBTI, aus Russland, ergibt die Funktionsreihe Ne-Ti-Fi-Se jedoch durchaus einen Sinn u. diese entspricht dort auch dem Typ ENTp.
      Sozionik ist ein komplizierteres Modell.
      Mein Typ in Sozionik ist Ne-INTj, das lässt sich nicht so einfach nach MBTI übersetzen, ist im Grunde genommen sowas wie eine Kreuzung aus INTP und ENTP.
      Weshalb INTj in Sozionik? Sozonik bewerted ob die domimante Funktion eine Entscheidungsfunktion ist u. anhand dessen bestimmt sich P und J beim Typ,
      für MBTI ist jedoch bei P und J entscheident welche Orientierung die stärkste Wahrnehmungsfunktion hat. Ne ist die stärkste Wahrnehmungsfunktion sowohl bei INTP als auch ENTP.
      Ich hoffe ich habe jetzt genügend Verwirrung gestiftet.

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  17. Hi Sam!

    Danke! Voll gut der Blog. Und Du hast einige meiner Charaktereigenschaften großartig reframed. Ich fühl mich gleich viel weniger wie ein Arschloch. 😀 Cool!

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  18. Hey ist zwar jetzt schon ein bisschen her seit dem der Block geschrieben wurde, aber ich muss einfach sagen das deiser Text fast vollständig mit meinem Charakter übereinstimmt (bin eine ENTP). Ich war zwar zu Beginn etwas traurig, dass du das Wort „böse“ benutzt hast, jedoch hat sich dies zum Glück schnell wieder aufgehoben. Viele von den Eigenschaften habe ich auch schon selbst an mir erkannt gehabt. Bei manchen war ich auch selbst nicht immer sicher, ob ich sie immer mag. Mich würde interessieren welches Ergebniss du bei diesem Persönlichkeitstest erhalten hast, falls du ihn gemacht hast und auch woher du die ganzen Informationen hast. Ich würde auch voll gerne mal jemanden kennen lernen der auch ENTP „ist“. Das wäre bestimmt mega interessant, weil man dann bestimmt lange diskutieren könnte und noch mehr Blickwinkel kennen lernen könnte…. und vileicht auch, weil man sich dann nicht so dumm vorkommt etwas lange ausdiskutieren zu wollen. Jetzt zum Schluss noch einemal kurz ich finden es auch selbst blöd schnell das Interesse an einer Sache zu verlieren und dann nicht immer die Sachen durchzuziehen, aber zum Glück schaffe ich das in der Schule Sachen die ich einmal angefangen habe auch zu Ende zu machen, aber Bücher lesen ist auf dauer echt anstrengen. Ich weiß zwar nicht, ob dich irgendwas davon interessiert oder du dir solche Kommentare überhaupt anguckst aber naja dein Text hat mir geholfen mich selbst noch besser zu verstehen und das fand ich super.

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