Das Gegenteil einer Schreibblockade?

Einem fällt gar nichts ein. Man sitzt vor einem weißen Bildschirm, der schwarze, Strich blinkt wahrscheinlich irgendwo links oben, genau so mager, wie die eigenen Einfälle. Man will kreativ werden, kann aber nicht. Schreibblokade.

Ich habe gerade mehr oder weniger das Gegenteil davon. Ist das nicht etwas, was sich jeder Autor wünscht? Dann wäre ich gerade wirklich zu beneiden. Mitnichten.
Denn wir sollten uns zunächst anschauen, was das „Gegenteil einer Schreibblokade“ überhaupt ist: eine Flut an Ideen.

Und auch, wenn ich jetzt sehr pathetisch klingen mag, ist es vielleicht am besten, das bildlich zu beschreiben: Wasser ist notwendig, um zu überleben, es ist kein Zufall, dass so viele Siedlungen am Wasser gebaut wurden. Problematisch wird es nur dann, wenn das Wasser überall ist. Man möchte ja etwas damit anfangen, aber es ertränkt dich geradezu. Du weißt gar nicht wohin, mit all dem Wasser. Ja, jetzt wisst ihr bestimmt, was ich meine. Wie geht ihr damit um?

Ich habe gerade gefühlte zehn Ideen gleichzeitig, mit denen ich in meinem Kopf jongliere. Und ich muss in drei Stunden anfangen und dann nur noch auf Unterrichten eingestellt sein, muss also bis dahin etwas aufräumen. Ich wollte schon immer ein Gesellschaftsspiel zum Verlag bringen. Und gerade habe ich eine wunderbare Idee für eines. Es geht um Diamantminen. Man schürft gemeinsam mit seinen Mitspielern tief unter Tage nach Kostbarkeiten und hat dabei die Möglichkeit, auch seine Schürfwerkzeuge zu verbessern, um schneller größere Flächen abzuarbeiten, darf allerdings dabei nicht aus Versehen seine Mitspieler mit umnieten (die sich dementsprechend dreist positionieren können). Und der Kniff an dem Spiel ist es, dass…
Aaah! Lauter interessante Ausschreibungen! Julia hat mich jetzt auf eine weitere Aufmerksam gemacht, die mein Hirn sofort zum Rattern gebracht hat: „Thema: Kaputt“ – wie großartig ist das denn? Mir fallen sofort drei geniale Themen ein. Zum Beispiel hier: die Tochter eines Uhrmachers. Ihr Vater hat stets alles mit seiner Arbeit verglichen: jedes Zahnrad…
Übrigens! Ich bin gerade super motiviert, an meinem Blogroman weiterzuschreiben! Ich höre nebenher die passende Musik und bin total in Stimmung für die nächste Szene. Ich habe schon ein klares Bild vor Augen, was passieren wird, noch nicht das *wie*, aber das macht den Prozess des Schreibens ja gerade interessant! Ich habe schon angefangen, bereits knappe 1000 Wörter. Verdammt. Ich wollte es dieses Mal etwas knapper halten und so viel ist noch nicht drin. Egal, erstmal fertig schreiben, dann kürzen und vielleicht…
Meine Typologiebeschreibungen! Als nächstes wäre, wenn ich das System weiter so abarbeite, wie ich es bisher getan habe, entweder INFJ oder ESFP dran. Und gerade kann ich mich totaaal in den Energiemodus eines ESFPs hineinversetzen! Ich glaube, ich fange damit mal an, wenn…

Neeein! Halt! ich schreibe lieber einen Post über das Gegenteil einer Schreibblokade! Oh, ich bin ja schon dabei. Ich habe mir das irgendwie anders vorgestellt. Habe allerdings auch noch Gedanken für einen Kommentar bezüglich fiktiver Charaktere, die Diskussion auf Simon’s Blog hat mich da ziemlich…

STOP! Okay. Eigentlich sollte es nur eine Frage sein. Klar, sowas ist allemal besser als die Blockade, als gähnende Leere im kreativen Bereich, aber wie geht ihr mit solchen Situationen um? Was macht ihr? Könnt ihr einfach, trotz all der anderen Ideen, eine davon in Angriff nehmen und durchziehen, ohne euch davon ablenken zu lassen? Macht ihr gar nichts? Oder wie ich gerade, plötzlich etwas ganz anderes, was mit den ursprünglichen Ideen überhaupt nichts zu tun hat?

Ich bin am überlegen, ob es nicht am klügsten wäre, all meine Ideen aufzuschreiben und für schlechte Tage zu konservieren…

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9 thoughts on “Das Gegenteil einer Schreibblockade?

  1. Das kommt bei mir zwar nicht so häufig vor, aber wenn doch, dann springe ich auch zwischen den verschiedenen Baustellen hin und her. Ob das allerdings so gut ist, weiß ich nicht… Ich hab nur jedes Mal die Befürchtung, dass, wenn ich mich auf eine Idee fixiere, die anderen verloren gehen könnten. Zumindest müssen sie im Groben notiert werden.
    Ich wäre übrigens sehr auf das Spiel mit den Diamantminen gespannt^^
    Viele Grüße
    Michaela

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    1. Ja, das mache ich dann auch oft, mit den wechselnden. Und ich bin ironischerweise selten so unproduktiv, wie zu diesen Zeitpunkten. Sobald ich mich dann etwas „ausgetobt“ habe, schaue ich mir die fabrizierten Sachen an und denke mir: „Was zum Geier habe ich da gemacht?“.
      ICH BIN AUCH AUF DAS SPIEL GESPANNT!!!

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  2. Ich habe für solche Fälle immer mein Notizbuch in der Nähe. Da schreibe ich mir einfach alles auf, damit es aus dem System ist und ich mich auf eine Sache konzentrieren kann. Und wenn ich an einer Sache arbeite und die Flut wiederkommt, schreibe ich auch das in mein Buch. Ich lasse mich nur genug von dem Ideenfluss beeinflussen, um es niederzuschreiben. Denn ich bin ein Chaot und wenn ich mich zu sehr ablenken lasse, würde ich mich nur den ganzen Tag im Kreis drehen und am Ende in meinem eigenen Chaos ersticken. Wenn du verstehst, was ich meine. An solchen Tagen lege ich mein Notizbuch auch nie weiter als 5 cm von mir weg. Es sei denn ich muss mal. 🙂
    Aber vor allem genieße ich solche Tage. Denn sie liefern Ideen für Zeiten in denen es nicht so gut läuft. Man kann sie dann einlagern, wie ein Eichhörnchen Nüsse.
    Liebe Grüße

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    1. Ich weiß absolut, was du meinst!
      Immerhin bist du organisiert genug, dann immer ein Notizbuch bei dir zu tragen. So etwas habe ich nicht und wenn ich es hätte, wäre es wahrscheinlich nach gut einer Woche irgendwo und ich würde es nicht mehr wieder finden.
      Scheint tatsächlich eine gute Idee zu sein, das aufzuschreiben. Mir geht’s nur hinterher oft so, dass ich die Ideen dann meistens nicht mal mehr halb so toll finde und demnach die Lust daran verliere. Bin dann aber trotzdem etwas wehmütig und denke mir: „Es hätte aber auch etwas echt Gutes daraus werden können, hätte ich daran nur gearbeitet, während mir danach war!“

      Das große Problem bei solchen Momenten ist, finde ich, der Druck, der plötzlich von einem selbst ausgeübt wird. „Du musst jetzt was machen, nutz das aus!“, denke ich mir dann immer wieder. Und dann geht bei mir oft gar nichts mehr.

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      1. Du weißt gar nicht, wie gut ich dich verstehen kann. Anfangs musste ich mich zwingen mein Notizbuch immer bei mir zu haben. Mittlerweile ist es eine Gewohnheit. Ich sehe es eher als einen guten Freund den ich immer dabei habe.
        Mir geht es manchmal auch so, dass ich dann die Lust an einer Idee verliere. Aber das ist okay. Wenn man sie schon niedergeschrieben hat, kann sie sich ja auch mit einer früheren oder späteren Idee verbrüdern und die kriegen dann kleine Ideenkinder. Entschuldige ich habe heute einen Clown gefrühstückt 🙂
        Aber was ich eigentlich meine ist, dass selbst Ideen an denen man erst einmal den Glauben verloren hat, plötzlich einen Platz in einem ganz anderen Projekt finden können. Sie finden dann eben etwas anders ihre Bestimmung.
        Der selbstgemachte Druck ist wirklich schlimm. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass der auch schlimmer ist als alles was von außen kommt.
        Nur nicht den Kopf hängen lassen.

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  3. Um den kreativen Fluss der Ideen würde ich mir keine Sorgen machen. Vertraue darauf, dass solche Momente wiederkommen und genieße sie. Schreib sie stichpunktartig auf oder noch besser in der automatischen-Schreiben-Technik. Falls Du schnell am PC tippen kannst, ist das wunderbar: Geht fix und sammelt alles. Gut ist auch ein Diktiergerät bzw. Smartphone mit Aufnahme, alles einfach reinquatschen. Und wenn Du später finden solltest, dass die Ideen doch nicht so toll sind – dann waren sie es entweder nicht oder Du kannst sie mit diesen Erinnerungen im Hintergrund besser machen.
    Ich wiederhole mich: Genieß‘ es 🙂

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  4. Bei mir gibt es kein Maß in diesen Situationen. Das wäre gar nicht möglich. Wahnhaftes Schreiben … Und ich schreibe dann wirklich alles. Sind die Ideen zu groß, halte ich es in Exposé Form.
    Meist mache ich dann auch noch Musik und Bilder dazu, das macht den Wahn wenigstens rund.
    Ordnen und strukturieren mach ich dann hinterher. Wenn ich über den Kater nach dem Rausch hinweg bin.
    Ich bin also definitiv immer dafür, kreative Flut auszuleben.
    Ist wohl auch Typsache …

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  5. Das Problem habe ich eigentlich durchgehend. Ich habe ständig neue Ideen. Seien es nun nur kleine Veränderungen an einem momentanen Projekt, oder große Einfälle für ganze Geschichten oder Teile davon. Ich tippe die dann einfach in mein Handy. Habe mir dafür Jotterpad drauf geladen. Das ist quasi wie ein Notizbuch. Und das Handy habe ich eh fast immer dabei.
    Schlecht ist nur, wenn ich auf der Arbeit bin und dann die Geistesblitze nur so durch den Kopf zucken. Da kann ich natürlich nicht dauernd Pause machen und alles aufschreiben. Da muss ich mir dann möglichst viel merken.
    Außerdem arbeite ich immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Ein Roman, ein anderes Buch, 2-3 Kurzgeschichten, 2 Blogs, die mit Posts beschrieben werden müssen. So bleibt es immer abwechslungsreich und ich kann viele Ideen direkt irgendwo umsetzen.

    Gefällt 4 Personen

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