ENFP – Der Freiheitskämpfer

Allgemeine Beschreibung & Klischees

Coole Socke, Erfinder, Kindskopf, Energiebündel, Sensibelchen, Aufmerksamkeitsmagnet, Narzisst, Manipulator, Philanthrop, Revoluzzer, Möchtegern-Therapeut, Held des Tages. Das sind die Klischees von ENFPs. Und dass sie Klischees nicht sonderlich mögen, weil ja jeder Mensch etwas Besonderes ist. Deshalb haben die meisten von ihnen, die sich mit dem MBTI auseinandersetzen auch eine Art Liebes-/Hassbeziehung mit der Theorie, denn auf der einen Seite wird hier in Schubladen gedacht, auf der anderen Seite fühlen sie sich von den Schubladen verstanden und halten es auch irgendwo für furchtbar amüsant, all die Dinge, die auf sie zutreffen zu lesen und fragen sich dann, ob in diesem Schubladenschrank nicht vielleicht doch Narnia verbirgt. Halt in 16 Distrikte aufgeteilt, was total der Müll wäre. Aber es wäre Narnia! Naja, egal.

Schauen wir uns schnell  noch die Funktionenfolge an und dann geht’s los:
1.) Extrovertiertes Intuieren
2.) Introvertiertes Fühlen
3.) Extrovertiertes Denken
4.) Introvertiertes Empfinden

Erste Funktion – Extrovertiertes Intuieren („Intuition Extroverted, kurz NE“)

Bleiben wir mal dabei, das gerade genannte etwas zu begründen. Warum mag der ENFP kein Schubladendenken? Er versucht, die Dinge stets von mehreren Seiten aus zu betrachten, dass ihm bloß nichts entgeht.

unbenannt
Ein bisschen so, wie dieses Monster. ENFPs dürfte es auch nicht so sehr stören, dass die Augententakel unterschiedlich dick sind, es geht nur ums Konzept. Außerdem ist es ein Monster. Bei Monstern geht das.

Das ist übrigens auch der Grund, warum es manchmal so schwierig erscheint, die Aufmerksamkeit eines ENFPs zu erhalten, weshalb viele von ihnen in ihrer Kindheit fälschlicherweise eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung diagnostiziert bekommen: sie haben Angst, dass sie etwas verpassen könnten, ihnen etwas entgehen könnte. Daher scannen sie ihre Umgebung förmlich nach Möglichkeiten ab, interessieren sich für alles Mögliche, sogar für Dinge, die sie selbst als „eigentlich ziemlichen Blödsinn“ ansehen. Aber es könnte ja etwas Wahres dran sein. Und selbst, wenn nicht, dann war’s hoffentlich wenigstens unterhaltsam.

Diesem Verhalten haftet etwas rastloses an und viele ENFPs haben diese Rastlosigkeit in gewisser Hinsicht auch kultiviert – sie reisen enorm gerne, lieben es, neue Dinge zu sehen und zu erleben und sind für extrovertierte Typen oft ausgesprochen belesen. All das führt vor häufig zu einem Erwachsenenleben, das eher durch eine Abfolge von verschiedenen Projekten bestimmt wird, als durch das Streben nach „dem einen, großen Ziel“. Das kann sich auf alles Mögliche beziehen: Berufe, Hobbies, sogar auf Beziehungen. Aufgrund ihres stark ausgeprägten NE kommt allerdings häufig ihr introvertiertes Empfinden (SI) zu kurz, welches dafür zuständig ist, Routinen zu etablieren, Traditionen einzuführen, bzw ein Auge fürs Detail, sowie ein gutes Gedächtnis für diese zu entwickeln. Das äußert sich dann dadurch, dass der ENFP sich zwar herausgefordert fühlt, wenn Probleme auftreten und meist auch ziemlich gute Einfälle hat, diese zu lösen, aber Schwierigkeiten damit hat, Projekte (bzw Problemlösungen) auch komplett bis zum Ende zu führen, vor allem, wenn der kreative und konzeptionelle Part schon getan ist und nun Widerholungsaufgaben und Gründlichkeit angesagt ist.

Sie gelten neben dem ENTP unter all den Typen als die humorvollsten, wobei der Humor von ENTPs meist derber ist. ENFPs versuchen in der Regel stets darauf zu achten, nicht die Gefühle anderer zu verletzen, aber dazu später mehr. Der Humor bezieht sich oft auf Wortspielereien und da vor allem primäre NE’ler Wörter und deren Bedeutung auch von allen Seiten betrachten und daher vielseitig einsetzen können, gibt es unter ihnen häufig begabte Schriftsteller oder Method Actors.

Ihre extrovertierte Intuition ist ein kreativer Gedankenfluss, der versucht, neue Wege zu finden, Altes und Überholtes zu überschwemmen und Möglichkeiten wahr werden zu lassen. Wenn der Spruch: „Lebe deinen Traum“ auf jemanden besonders zutrifft, dann auf den ENFP.

Zweite Funktion – Introvertiertes Fühlen („Feeling Introverted, kurz FI“)

Wenn der ENTP als Erfinder gilt, dann trifft das auf den ENFP genauso zu, allerdings noch mit dem Zusatz verrückter Erfinder. Denn die Erfindungen müssen keinen logischen Sinn ergeben, sie müssen sich gut anfühlen – einen moralischen Mehrwert haben. Oder eben lustig sein, was aber fast schon das selbe ist. Man erkennt ENFPs und ihre introvertierten Typgeschwister, die INFPs oft daran, dass sie diejenigen sind, die sich lautstark für die Unterdrückten einsetzen, selbst, wenn ihr eigener Ruf dabei in Gefahr gerät. Was im Anbetracht dieser Tatsache vor allem beim ENFP erstaunlich ist, der sich Bestätigung eben doch häufig von außen sucht und in gewisser Weise schon viel Wert darauf legt, einen gewissen Beliebtheitsgrad zu halten. Mit irgendjemandem muss er seine Ideen eben unbedingt teilen können. Der ENFP hat einen engen Draht zu seiner Emotionalität, was sich darin ausdrückt, dass er oft genau weiß, was in seinen Augen gut und was schlecht ist, was der richtige Weg und was der falsche ist. Gepaart mit ihrem ausgeprägten NE und ihrem Interesse an Mitmenschen sehen sie sich oft in der Aufgabe, Menschen zu helfen. Ihre „Klienten“ erhalten dann für gewisse Zeitfenster auch die volle Aufmerksamkeit des ENFPs, der es oft tatsächlich wie kaum ein anderer versteht, sein Gegenüber aufzuwerten, dass es sich tatsächlich wichtig und einzigartig versteht, allerdings nicht selten, um danach plötzlich vom ENFP alleine gelassen zu werden, der sich dann wieder anderen Dingen zuwendet, wie ein Superheld, der die Stadt vor den bösen Alieninvasoren gerettet hat, aber dann keine Lust mehr darauf hat, die Häuser wieder aufzubauen, während es an irgendeinem anderen Ort bestimmt noch weitere Bösewichter gibt, denen der Arsch versohlt gehört.

Hier zeigt sich auch etwas die dritte Funktion, das extrovertierte Denken (TE) – wie gesagt lehnt der ENFP Schubladendenken häufig ab. Gleichzeitig halten sie bis hin zum störrischen oftmals an ihren leitenden Prinzipien fest, die genauer betrachtet auch sehr kategorisch sind. Anders als der INFP, gilt der ENFP als ein Macher, nicht zuletzt eben wegen seinem tertiären extrovertiertem Denken versucht, die Dinge real werden zu lassen. Während der INFP nur darüber nachsinnt und schon fast Angst hat, sich in bestimmten Aussagen festzulegen und deshalb zögert, Dinge anzugehen, die Möglicherweise falsch sein könnten, packt der ENFP seine Projekte an und weiß für sich, was effektiv ist und was nicht, was funktioniert, was passt. In dem vermeintlichen Witzbold kann dadurch dann auch die ernstere Seite durchscheinen, die auch dazu führen kann, drastischere Maßnahmen einzuleiten, wenn die ihm wichtigen Werte bedroht werden. Schwarzweiß-Denken kann in bestimmten Situationen dann eben doch mal hilfreich werden.

Fazit & Beispiele
Eh, das wurde jetzt ganz schön lang. Ich glaube, ENFPs brauchen kein Fazit, sie lesen ohnehin schon genug zwischen den Zeilen, um sich selbst eins zu machen. Dann ergänze ich einfach noch ein wenig. Durch ihre lebhafte, fantasievolle Art können sie zuweilen auch anstrengend für andere Typen, insbesondere Introvertierte und/oder welche, die eher sehr nüchtern und sachlich sind (S-Typen) wirken. Sie fühlen sich auch nicht selten selber ziemlich ausgelaugt, was schnell vorkommen kann, wenn sie sich einfach in zu viele Projekte gleichzeitig stürzen. Man hat eben nur begrenzt viel Zeit. Was? schon 1100 Wörter? Okay, schnell noch die Beispiele.

ENFP-Beispiele:

  • Pinkie Pie (My Little Pony)
  • John Keating (Club der Toten Dichter)
  • Olaf (Frozen)
  • Po (Kung Fu Panda)
  • Rango (Rango)
  • Arielle (Arielle die Meerjungfrau)
  • Debra Morgan (Dexter)
  • Janet Soprano (The Sopranos)
  • Robin Williams (Schauspieler)
  • Sandra Bullock (Schauspielerin)
  • Cyndi Lauper (Sängerin)
  • Walt Disney (Filmproduzent)
  • Fidel Castro (Revolutionär)

Mir ist noch nie so bewusst geworden, wie beliebt ENFPs als animierte Charaktere sind. Macht aber auch irgendwo Sinn.

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One thought on “ENFP – Der Freiheitskämpfer

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