Abenteuer mit Drumpf! (Teil 5)

„Ein moralisches Grauen! Tagein, Tagaus purzeln unschuldige Menschen aus diesen Maschinen!“, wetterte Mister Iks.
„Sie haben keine Antennen, sie sind keine Menschen“, korrigierte Donnel.
„Na schön! Lebewesen! Kreaturen, die fühlen können! Die Empfindsam für Angst und Schmerzen sind!“
Die Stimme des Mannes überschlug sich. „Und wir TÖTEN sie, verspeisen sie! Mit welcher Berechtigung tun wir das, hä?“
„Sie fallen doch schon tot aus der Maschine, regt euch nicht so sehr darüber auf. Wer seid ihr überhaupt?“
„Nein, sie sterben dadurch, dass wir die Maschine benutzen!“, kreischte der Mann. „Und ich, Mister Iks, der so viel Schuld auf sich genommen hat, diese katzulischen Maschinen im Schuss zu halten, habe endlich einen Weg gefunden, diesn Makel abzuschalten!“
„Mister Iks! Aber… ich verstehe nicht! Ihr bekommt doch einen Batzen Geld als Gehalt!“
„Geld, pah!“, schnaubte Mister Iks verächtlich. „Damit kann man vieles zufrieden stellen, aber nicht das Gewissen!“

Donnel warf einen beunruhigten Blick zu Kao.
„Hör zu, Kao“, flüsterte er. „Also, es ist tatsächlich so, dass diese Maschinen durch ein klein wenig Magie funktionieren. Aber dafür haben wir super ausgebildete Fachkräfte, die diese eigentlich unter Kontrolle haben müssten. Nun scheint es so, dass ich diese Fachkräfte noch superer ausbilden muss, denn wie wir sehen, hat die Magie den Verstand von Mister Iks verdorben! Also hör nicht auf ihn, er redet nur Schwachsinn. Ich erzähle dir alles ungekürzt, sobald wir ihn erledigt haben, versprochen, ja?“
Kaos Schnauze zuckte nach links und rechts, schließlich nickte er.
„Na schön.“
Mister Iks fuhr währenddessen mit seiner Predigt fort.
„Und ich bin nicht bestechlich!“
„Dann gebt mir euer unverdientes Gehalt zurück!“
„Zu spät! Davon habe ich mir bereits ein nigelnagelneues Steckenpferd gekauft! Hähä!“
„Dann hört wenigstens mit diesem Unsinn auf! Seid ihr dafür verantwortlich, dass unser Essen plötzlich verrücktspielt?“
„IHR seid die Verrückten! Und ja, ich bin verantwortlich dafür, dass sich euer Essen wehrt! Ich habe einen Weg gefunden, die Maschinen so zu modifizieren, dass das Essen die Reise überlebt! Damit ihr alle seht, was ihr tut! Ihr tötet Dinge mit Bewusstsein!“
„Ist euch klar, dass diese Dinge keinen Verstand haben und uns töten?“
„Noch eine Lüge!“
„Nein, wirklich! Was glaubt ihr, warum ich überhaupt hierhergekommen bin?“
„Weil euren Kunden der Appetit vergeht, wenn sie sehen, was sie da in Wirklichkeit essen!“
Donnel rollte seufzend mit den Augen.
„Ach kommt schon, jeder Idiot weiß, was aus diesen Portalen fällt. Woraus soll das Fleisch denn sonst bestehen? Wenn das wirklich so ein moralisches Problem wäre, dann würden wir uns doch alle vegetarisch ernähren!“

Mittlerweile waren sie bei der Leiter angekommen, die zur Luke hoch führte und Kao kletterte flink wie ein Wiesel daran hoch.
„Aber es ist ein moralisches Problem!“, heulte Mister Iks. „Ihr habt meine Frage nicht beantwortet! Mit welcher Berechtigung essen wir andere Lebewesen?“
Donnel erklomm die erste Sprosse.
„Weil sie uns gut schmecken“, knurrte er. „Weil es unsere Wirtschaft ankurbelt…“
„Boss…“
„Und einfach, weil wir’s können!“, rief Donnel und sprang auf die Plattform.
Er sah, dass Mister Iks mit einem Flügelrucksack, den er sich auf den Rücken geschnallt hatte direkt im Fenster hockte – „HAHAHA!“, lachte Mister Iks, ein älterer Herr mit Halbglatze von klappriger Statur mit viel zu dicken Brillengläsern. „Und nun seid ihr in eurem eigenen Turm eingesperrt, während ich jedes Portal vernichten werde! Und ihr könnt überhaupt nichts dagegen tun!“
„Nein!“, rief Donnel entsetzt. „Ihr habt nicht… ihr habt diese Rückenflügler doch nicht etwa bei der Konkurrenz eingekauft!“
„Doch!“, antwortete Mister Iks hämisch und ließ sich lachend aus dem Fenster fallen.
Kao sprang zwar auf das Fenster zu, konnte aber nur noch beobachten, wie der Saboteur an den Steuerungen seines Rucksacks zog, woraufhin sich die Flügel ausbreiteten und ihn vor einem tödlichen Sturz bewahrten. Kao dachte erst gar nicht daran, an der äußeren Fassade nach unten zu klettern. Er sah sich im Kontrollraum um. Der Hebel für die Zentralverriegelung war abgebrochen, das musste Mister Iks getan haben, als sie den Turm bereits betreten haben. Und damit war auch der einzige Ausgang nicht mehr zu benutzen. Außer dem Fenster in der Turmspitze gab es auch keine weiteren mehr. Kao lehnte sich mit resignierendem Seufzer gegen die Mauerwand.

„Boss, wie es scheint, habt ihr jetzt genug Zeit, mir alles zu erklären. Boss?“
Donnel stand an der Bedienung der Maschinerie und betrachtete die verschiedenen Hebel und Schalter.
„Jetzt nicht, Kao, wir haben einen irren Idealisten, den es zu stoppen gilt! Schließ die Luke!“
„Aber warum?“
Donnel begann an dem Apparat herumzuspielen und ein leises Brummen ertönte.
„Aus demselben Grund, weshalb Mister Iks den Rückenflügler von der Konkurrenz gekauft hat!“, knurrte er.
„Boss“, jammerte Kao. „Bitte… schon wieder so viele Ecken, um die ich denken muss!“
„Das Eingangstor! Das ist aus unserem Betrieb. Viel Schnickschnack, aber ziemlich instabil für so ein großes Tor. Es sollte hauptsächlich bedrohlich aussehen. Diese Luke hier?“
Er zeigte auf die Bodenluke, durch die sie geklettert sind.
„Von der Konkurrenz. Sehr stabil. Genauso wie die massive Außenmauer.“
„Ich verstehe immer noch nichts.“
Donnel seufzte und drehte an einer Kurbel, woraufhin die Beammaschinerie anfing, laut zu pfeifen.
„Macht nichts, nicht jeder kann so schlau sein, wie ich.“
Und dann ertönte unten ein dumpfes Plumpsen. Und noch eines. Und noch eines.

Ich hoffe bloß“, murmelte Donnel. „Dass die Beammaschinerie schnell genug arbeitet!“
„Du flutest den Turm mit…“
„Ja, mit Nahrung, Kao! Denn das sind diese Kreaturen. Nahrung. Das ist ihre Bestimmung auf ihrer Welt! Nahrung zu sein.“
„Das… das ist doch nicht…“
Donnel drehte sich genervt zu Kao um.
„Hör zu, willst du wirklich auf saftige Steaks verzichten? Auf leckere Hamburger?“
Kao ließ den Kopf hängen.
„Nein…“, murmelte er leise.
„Dann akzeptiere es. Es sind doch keine Menschen, Kao! Sie haben keine Antennen, du hast es selbst gesagt.“
Er legte einen weiteren Schalter um und nach dem nächsten Plumps schrie unten eine wütende Stimme: „KILL THE KRAUTS! KILL THEM ALL!“ und ging dann in weiterem schwer verständlichem Geplärr unter.
„Sie sprechen!“
„Ja, kurz“, erklärte Donnel. „Was meinst du denn, wie wir auf den Namen Krautburger gekommen sind, wenn nur Fleisch im Brötchen ist? Aber keine Sorge. Ich habe die Einstellungen von Mister Iks wieder rückgängig gemacht. Sie überleben die Reise nicht lange. Er hat dafür gesorgt, dass sie hier bewusstlos landen – als sie später aufgewacht sind, wachte damit natürlich auch ihr degenerierter Verstand auf, der nichts anderes als das Töten kennt. Verstehst du nicht? Der Tod ist diesen Wesen eine Gnade. Und indem sie von uns gegessen werden, haben sie sogar noch einen Nutzen.“
Kao dachte kurz nach. Es hörte sich schlüssig an, was Donnel da sprach. Er hatte zwar die Vermutung, dass es sich nicht mehr ganz so schlüssig anhören würde, wenn er länger darüber nachdenken würde, aber letzten Endes war das weder seine Aufgabe, noch seine Stärke und so warteten sie ab, dass sich der Turm mit leckerem Burgerinhalt füllte.

Hier geht’s zum Abschluss…

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