Rogue One – Jyn Erso (ISFP)

Da ich ein großer Filme- und Spiele-Enthusiast bin, habe ich schon öfters mit dem Gedanken gespielt, einen Blog über diese beiden Themen zu starten, aber bevor ich die ganze Zeit neue Wege einschlage, ohne am Ende tatsächlich irgendein festes Thema für meinen Blog zu haben, entscheide ich mich lieber dafür, die ganze Typologiegeschichte etwas auszutreten. Und warum nicht, wie angekündigt, mit Analysen fiktiver Charaktere?

Brandneu in den Kinos und momentan heiß diskutiert: Rogue One. Während ich jetzt (leider) auf ein Review verzichte, gibt es immerhin eine Typenanalyse der Protagonistin, Jyn Erso. Und während ich versuchen werde, auf größere Spoiler zu verzichten (zum Beispiel, dass sie die Cousine dritten Grades von Yoda ist), werde ich bei einer Charakterbeschreibung nicht komplett um einige Detailenthüllungen kommen. Sollte aber auch jedem klar sein! Also erstmal Film sehen (lohnt sich) und dann diesen Artikel (lohnt sich).

Introvertiertes Fühlen

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Als Quasi-Prequel zum ersten Star Wars Film, der später den Untertitel „A New Hope“ erhielt, ist Hoffnung eines der Leitmotive von Rogue One. Passend, dass Hoffnung auch das ist, was die Hauptfigur, Jyn Erso antreibt. Egal, wie gering die Chancen auch sein mögen, sie kämpft weiter, entgegen jeder Logik. Warum? Weil es das Richtige ist. Das wäre jedenfalls die Begründung der Rebellin. Ihr introvertiertes Fühlen ist meiner Meinung nach die offensichtlichste Funktion, die bei ihr deutlich wird. In einer Szene – und das ist kein Spoiler, da sie für den Rest des Films wirklich irrelevant ist und nur der Charakterportraitierung dient, stürzt sie sich in große Gefahr, obwohl sie weiß, wie viel auf dem Spiel steht, „nur“, um ein kleines, ihr unbekanntes Mädchen zu retten. Wie jetzt, würde ich sterben könnte das noch viel schlimmere Folgen haben? Mir doch egal, es würde sich falsch anfühlen, dieses Mädchen nicht zu retten! Auch bei ihren fast klischeehaften Ansprachen an die Rebellen wird deutlich, was sie in ihren Kameraden anzusprechen versucht: nicht etwa die Logik, wie klug es sei, auf ein Himmelfahrtskommando zu gehen. Oder, dass man das etwa für bestimmte andere Personen tun würde (was eher FE wäre). Nein. Wenn man Leute dazu bewegen will, es mit einem übermächtigen Imperium aufzunehmen, dann hat man die besten Karten, wenn man anspricht, wie Böse dieses ist und dass es das einzig moralisch Richtige ist, sich zu wehren. Und das tut Jyn. Moral ist ihr größter Antrieb.

Extrovertiertes Empfinden

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Jyn ist eine Opportunistin, wird als rücksichtslos und ungestüm beschrieben und das ist sie auch. Wenn sich eine Gelegenheit bietet, einem Gegner mit der Bratpfanne (nach was hat sie da eigentlich gegriffen?) eins überzubraten, einen Blaster zu stehlen oder in einer verdammt schwer bewachten Basis einzudringen, um mal eben versuchen, die Pläne für den Todesstern zu stibitzen, dann nimmt sie besagte Gelegenheiten auch wahr. Die Alternative für sie wäre extrovertiertes Intuieren gewesen, aber dafür ist Jyn zu aktiv, direkt und geistesgegenwärtig.

Introvertiertes Intuieren

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Man darf der Gutesten nicht unterstellen, sie hätte keinen Plan. Wobei man bei Jyn schon öfters den Eindruck bekommt, dass man eher von einem Ziel, als von einem Plan sprechen kann. Sie beobachtet die Lage, denkt sich: „Naja, packen wir’s an und machen es so und so. Wird schon schief gehen, zur Not improvisieren wir eben.“ Anstatt die Dinge aus der Ferne zu betrachten und sich Strategien zu überlegen, stürzt sie sich lieber ins Getümmel und macht Sturmtruppen platt. Allerdings – und da kommt ihr introvertiertes Intuieren ein wenig deutlicher hervor: sie hat einen Sinn für Zeichen, Symbole und tiefere Bedeutungen. Man merkt gleich, dass sie etwas am spirituellen Chirrut Imwe interessant findet, der Kristallanhänger ihrer Mutter hat auch einen enormen Wert für sie und man kann davon ausgehen, dass er für sie Hoffnung symbolisiert und ihr Nickname „Stardust“ bekommt auch mindestens zweimal im Film eine tiefere Bedeutung.

Extrovertiertes Denken

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Jyns extrovertiertes Denken ist ihre am schwächsten ausgeprägteste Funktion und wird aufgrund ihres starken moralischen Empfindens auch dementsprechend unterdrückt. Es äußert sich eher in einer sehr archaischen Form – eben jener der physischen Gewalt. Wenn sie nicht bekommt, was sie will, wird sie entweder verbal ausfällig oder greift zu ihrem Blaster. Das sind auch Formen von extrovertiertem Denken, das versucht, eine effiziente Lösung zu finden. Es dauert bei ihr auch eine Weile, bis sie tatsächlich einen zielgerichteten Entschluss fasst, was konkret zu tun ist. Das bedeutet nicht, dass sie während dessen still herumsitzt und grübelt, dafür ist ihr SE zu stark ausgeprägt, aber ihr schwaches TE zeigt sich auch darin, dass sie zu Beginn des Filmes noch nicht sonderlich entschlossen wirkt und unschlüssig ist, was sie von bestimmten Personen und Situationen halten soll. Jemand mit primärem oder sekundärem TE hat damit nicht so große Probleme, wenn man diese Skepsis denn als Problem bezeichnen möchte.

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2 thoughts on “Rogue One – Jyn Erso (ISFP)

  1. Danke für den Beitrag! Für mich war Jyn nicht sonderlich interessant, weil ihr zumindest meiner Ansicht nach das offensichtliche Charisma von Leia oder eben auch Rey fehlt. Anscheinend ist aber wohl doch mehr Charakterisierung jenseits der Can-Do-Attitüde da, wenn man sich darauf einlässt. 🙂

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