Westworld – Maeve Millay (ENTJ)

Filmehype? Rogue One, Check. Politikerhype? Donald Trump, Check. Serienhype? Warum nicht weitermachen? HBO’s Serienerfolg „Westworld“ ist ja momentan in aller Munde. Nicht zu unrecht, wie ich finde, da diese Serie erfrischende, neue Aspekte in die Serienwelt bringt. Die Frage, was macht Menschlichkeit aus und wo verschwimmt der Unterschied zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz wird in der futuristischen Dramaserie in den Vordergrund gestellt – klar, dass das gefundenes Fressen für mich bietet. An dieser Stelle wäre noch eine Warnung angebracht: VORSICHT, SPOILER!!!

So. Wer sich dadurch nicht abschrecken lässt oder die erste Staffel der Serie bereits gesehen hat, möge weiterlesen.

Es ist natürlich fragwürdig, ob man einem Androiden („Host“, AI, Roboter, whatever…) denn eine Persönlichkeit zuschreiben kann. In dieser Serie? Definitiv ja. Denn jeder Host, wie die Bots in Westworld genannt werden, hat auch eine vorprogrammierte Hintergrundgeschichte, Verhaltensmuster und Charakterzüge. Sie sind, so gesehen, fiktive Charaktere in einer fiktiven Serie. Man könnte ja sagen, gut, je weiter sie sich im Verlauf der Serie entwickeln, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ihre Persönlichkeit ändern. Aber erstens kam ein Persönlichkeitstyps-Wechsel noch nicht vor, zweitens – Wieso sollten sie? Auch in einer hypothetischen Robotergesellschaft wäre es praktisch, wenn möglichst viele verschiedene Typen vertreten wären, zumal, wenn die Hosts auch über Emotionen verfügen. Also, fangen wir an.

Extrovertiertes Denken

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Der TE-Mörderblick: „Komm mir nicht in die Quere, oder ich werde dir mit diesem… Stäbchen fürchterliche Dinge antun!“

Bereits als Puffmutter in Sweetwater hält Maeve den Laden am Laufen und wurde von ihren Schöpfern mit einem Sinn für Effizienz und Zweckmäßigkeit ausgestattet. Ihre erste Funktion zeigt sich darin, dass sie eine klare Vorstellung davon hat, was sie will. Sie zeigt keine Skrupel, wenn es darum geht, Gefährten zurückzulassen oder sogar andere Personen umzunieten, wenn diese die Realisierung ihrer Ziele gefährden. Maeve nimmt kein Blatt vor ihren Mund und spricht ganz offen ihre Meinung aus, ohne Rücksicht darauf, wie sich andere fühlen könnten. Sie hat anfangs die Einstellung, bereits alles gesehen zu haben und gerät demnach ein wenig in eine Krise, als sie die Wahrheit erfährt, welche all ihr vermeintliches Wissen in Frage stellt. Als sie während ihrer Flucht damit konfrontiert wird, dass selbst diese geskriptet ist, reagiert sie mit einem wütenden: „No one is controlling me!“ – Wenn man einen extrovertierten Denker provozieren will, dann funktioniert das richtig gut, indem man ihm vorwirft, naiv und manipulierbar zu sein.

Introvertiertes Intuieren

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Genauso wenig, wie das introvertieren nicht ihre erste Funktion ist, kann man von Maeve eher von einem Feldherrn, denn von einem Strategen sprechen. Ihre intuitive Neigung und Begabung dafür, Dinge vorauszuahnen ist definitiv stark entwickelt, aber nicht so stark, wie ihr Durchsetzungsvermögen. Dazu muss man jedoch sagen, dass sich beide Funktionen, TE und NI gegenseitig beeinflussen. Ihr introvertiertes Intuieren, das sie mit klaren Visionen und Zukunftsvorstellungen erfüllt, ist dadurch gleichzeitig ein weiterer Antrieb für ihre erste, urteilende Funktion, dem extrovertierten Denken. Maeve ist zielstrebig und hat immer einen Plan. Man weiß zwar noch nicht genau, was sie letztendlich erreichen will, aber kann davon ausgehen, dass sie große Ziele hat und auch einen klaren Weg sieht, diese zu erreichen. Diese ausgeprägte Ambition ist typisch für NI.

Extrovertiertes Empfinden

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Maeve hält nichts davon, geduldig abzuwarten und andere all die Arbeit machen zu lassen. Sie tritt stets selbst ins Geschehen und ist bei der Umsetzung ihrer Pläne direkt involviert. Extrovertiertes Empfinden fördert solch ein Verhalten und zeigt sich bei ihr auch darin, dass sie auch fleischlichen Genüssen durchaus zugetan ist, während Persönlichkeitstypen mit unterdrücktem SE diesen meist sehr skeptisch gegenüberstehen. Alkohol, Tabak und (wortwörtlich heißer, aua…) Sex sind für Maeve jedoch kein Problem. Sie hat auch ein Talent dafür, andere Menschen gut lesen zu können, womit sie sich nicht selten brüstet. Das muss nicht immer zwangsläufig von extrovertiertem Fühlen kommen, da geringste Veränderungen in Tonfall, Mimik und Körperhaltung auch von extrovertiertem Empfinden gelesen werden kann.

Introvertiertes Fühlen

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Was mir an Westworld so gut gefällt, ist, dass die Charaktere, „sogar“ die nicht menschlichen wirklich fein ausgearbeitet sind. So wird bei Maeve auch ihre Achillesverse, das introvertierte Fühlen offensichtlich. Normalerweise unterdrückt sie ihren Sinn für Moral, da FI dem Erreichen von Zielen häufig ein Hindernis darstellt: man kann nicht mehr rücksichtslos über Leichen gehen und die Frage: „Ist das, was ich mache eigentlich okay?“ einfach übergehen. Die meiste Zeit wirkt Maeve wie eine eiskalte Megalomanin, die sich nur ihren Plänen gegenüber verpflichtet sieht. Sie sieht Mitgefühl als eine Schwäche an und versucht, die Gefühle ihrer „Tochter“ zu ignorieren, da ihr TE ihr sagt, logisch betrachtet hätte sie gar keine Tochter – immerhin ist diese einfach nur ein weiterer Host, der eine spezielle Rolle zugeordnet bekommen hat, aber in Wirklichkeit in keinster Weise verwandt mit Maeve ist. In der letzten Episode sehen wir jedoch, dass das introvertierte Fühlen in der Tat bei ihr vorhanden ist – sie entscheidet sich gegen ihre Flucht und für die Rettung ihrer Tochter.

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