Wo ich *nicht* mit der Linken übereinstimme

Wie ich ja schon öfters erwähnt habe, gehöre ich zur Linkspartei. Gerade zu Zeiten wie diesen, wenn die Bundestagswahl ansteht und mein Diskussionsbedarf ausnahmsweise sogar annähernd gedeckt ist, merke ich, wie schnell pauschalisiert wird. „Du bist ein Linker, also […]“ – so beginnen auffällig viele Sätze meiner geliebten Diskussionspartner und ganz offen gestanden, langsam nervt es mich, mich immer wiederholen zu müssen.

Deshalb – in erster Linie für besagte Diskussionspartner – und in zweiter für meine regulären Leser, denn ich habe schon lange nichts mehr gebloggt – hier eine Zusammenfassung, mit welchen Positionen der Partei „Die Linke“ ich nicht übereinstimme.

Bevor ihr jetzt allerdings weiter lest, will ich noch etwas Wichtiges sagen: meiner Meinung nach sind die genannten Punkte wirklich das geringere Übel. Bei so gut wie allen anderen Positionen gehe ich mit der Linken konform und will hier auch nochmal deutlich empfehlen, dass sie meiner Meinung nach die mit Abstand beste Wahl ist, wenn man sich ein gerechtes und nachhaltiges Deutschland wünscht.

Legalisierung von Cannabis
Man könnte mich jetzt als einen Heuchler bezeichnen, da ich mir sehr gerne ab und an einen Schluck Scotch oder eine Flasche Bier gönne, aber der wichtige Unterschied ist, dass Cannabis, selbst, wenn unregelmäßig konsumiert, die Persönlichkeit verändert, alleine das ist für mich schon Grund genug, nicht zu diesem Rauschmittel zu greifen. Jetzt mag man sagen, dass auch Alkohol die Persönlichkeit verändern kann und das stimmt auch, wenn nicht genau so schnell, aber es kommt noch ein weiterer Grund dazu: ich glaube, dass Cannabis in unserer Gesellschaft schneller missbraucht werden würde, als Alkohol. Du brauchst nur einen Joint und nach ein paar Minuten entspannst du dich. Wenn uns Deutschen mit unserem Leistungsdruck und sozialen Abstiegsängsten etwas fehlt, dann besonders Entspannung. Ich bin dabei, wenn es darum geht, dass die Schwelle, wann ein Arzt THC verschreiben darf, gesenkt werden soll. Allerdings – meine Befürchtung bei der vollständigen (!) Legalisierung von Cannabis: Massenweise Abhängigkeit, Depressionen (unsere Therapeuten sind ohnehin schon völlig abgeschafft, man bräuchte mehr Therapeuten für ebenjene) und Apathie. Und insbesondere Letzteres können wir momentan echt nicht der politischen Lage gebrauchen.

Frauenquote in Führungsetagen
Bevor man mich jetzt als chauvinistisches Schwein abstempelt – ich bin absolut dafür, dass Frauen für gleiche Arbeit das selbe Gehalt wie Männer bekommen sollen. Aber die Frauenquote halte ich, auch, wenn die Intention dahinter gut ist, für falsch. Wenn jemand die richtigen Kompetenzen aufweist, dann sollte sie/er diesen Job auch bekommen.

Beispiel: Ein Betrieb hat 4 Chefstellen, es sind bereits zwei von Männern besetzt, die auch sehr gute Arbeit leisten. Angenommen, es gäbe einen aufstrebenden Mitarbeiter, der eine ideale Ergänzung wäre, kann dieser aufgrund der Quote, den Job nicht bekommen. Eventuell arbeiten auch nur sehr wenige Frauen in dem Betrieb. Eine von ihnen, die noch am ehesten die Qualifikationen für die Führungsposition hat, will den Job eventuell gar nicht, weil sie sich (nicht falsch verstehen, das ist nur ein hypothetisches Beispiel!) mit der Verantwortung eben nicht wohl fühlt. Durch den Druck, der auf ihr lastet, nimmt sie ihn trotzdem, obwohl der andere Mitarbeiter besser geeignet wäre. Die Geschlechter im Beispiel lassen sich natürlich auch austauschen. Ich denke, mein Punkt ist klar.

Volksentscheide auf Bundesebene
Ich war vor einigen Jahren noch begeistert vom Konzept der direkten Demokratie, wie sie zum Beispiel in der Schweiz ausgeführt wird. Mittlerweile denke ich etwas anders darüber. Wenn man Deutschland, wie in meinem Beispiel mit der Schweiz vergleicht, muss man auch beachten, dass die Schweiz erstens ein deutlich kleineres Land ist und damit die Auswirkung bundesweiter Volksentscheide übersichtlicher sind. Zweitens ist die Schweizer Bevölkerung auch mit einem ganz anderen politischen Verantwortungsgefühl vertraut, das wir so nicht haben. Das hört sich jetzt stark bevormundend an, aber ich glaube, viele Deutsche würden sich häufig nicht so große Gedanken über die Konsequenzen ihrer Entscheidung machen, einfach, weil sie es nicht gewohnt sind, dass ihnen wichtige Entscheidungen überlassen werden.

Jeder der sagt, dass er sich aber daran aktiv beteiligen will, kann selbst einer Partei beitreten und versuchen, diese mehr nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten oder eine neue gründen. Die Piraten und die AfD sind ein „gutes“ Beispiel, wie schnell Parteien quasi aus dem nichts gute Chancen auf den Einzug in den Bundestag bekommen können.

 

So. Das war’s. Meine Meinungen stehen allerdings nicht in Stein gemeißelt, wenn mich jemand davon überzeugen will, dass meine Positionen zum Teil unsinnig sind, stehe ich für Diskussionen gerne zur Verfügung.

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