„Mein INTP funktioniert nicht mehr!“ – Warum wir Probleme haben, uns emotional auszudrücken

Stell dir vor, du ziehst als Kind mit deinen Eltern um und kommst in eine Schule , in der es Gesangsunterricht seit der ersten Klasse gibt. Die meisten deiner Mitschüler konnten daher ziemlich gut singen und jetzt kommst du, der neue Viertklässler, und musst zum ersten Schultag dein Lieblingslied vorsingen. Zum Kennenlernen, ist die Erklärung. Das sei hier ganz normal und niemand würde dich bewerten.

Es ist nicht so, dass du noch nie gesungen hättest, nur erstens nicht sonderlich viel, zweitens ist es dir auch unangenehm vor anderen Personen zu singen, weil du es auf irrationale Art und Weise als zu intim empfindest und drittens hältst du Singen in der Regel sowieso für ziemlich unnötig. Wenn du etwas mitzuteilen hast, dann kannst du es doch auch einfach sagen, oder noch besser: schreiben.

Jetzt bist zu aber zum Vorsingen gezwungen. Niemand beurteilt dich? Als deine Stimme etwas abknickt, du zu einer ganz blöden Stelle einen kratzigen Hals bekommst und den Text vor lauter Aufregung vergisst, siehst du ein paar vorgehaltene Hände unter deinen Klassenkameraden und sich verengende Augenpaare darüber.

Ungefähr so fühlen sich viele INTPs, wenn es um das Ausdrücken von Emotionen geht. Wir sind uns unserer Emotionen nicht einmal sonderlich bewusst – wie sollen wir etwas ausdrücken, was uns fremd erscheint? Zumal Emotionalität und die von uns so heißgeliebte (was für ein Paradoxon…) Rationalität sich oftmals gegenseitig zu blockieren scheinen, wollen wir lieber gar nichts damit zu tun haben und fühlen uns unwohl, wenn Leute um uns herum anfangen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen – zu singen. Erst recht, wenn sie dann erwarten, dass wir in den Chor mit einsteigen.

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