Warum Online-(MBTI-)Tests kritisch zu betrachten sind

Das Thema kam in den Kommentaren jetzt schon häufiger vor, daher habe ich beschlossen, einen Beitrag dazu zu verfassen.

Online-Tests zum MBTI sind meistens unsere ersten Berührungspunkte mit dem Thema gewesen, zumindest war es bei mir so. Man liest etwas über diese 16 Typen, ist sich aber in der Regel zunächst zu bequem, sich da wirklich ernsthaft einzulesen – verständlich, da man ja noch nicht weiß, was man überhaupt von diesem ganzen Konzept halten soll.

Meistens liegen die Tests auch nicht komplett daneben, zumindest nicht, wenn man im Nachhinein sagt: „Naja, nur ein Buchstabe hat nicht gepasst“. Ich habe ihn mal als 17-jähriger gemacht, da kam INFP heraus, vergessen und gute drei Jahre später nochmal gemacht und INTJ als Ergebnis erhalten. Zumindest das mit dem introvertiert und intuitiv schien also gestimmt zu haben. Aber das ist auch das Problem – es geht um Buchstaben, nicht wirklich um die Funktionen.

Um mein Problem an meinem Beispiel zu erklären: Mein Testergebnis als INTJ war sich ziemlich sicher darüber, dass ich „I“, „N“ und „T“ war, das „J“ war da schon etwas schwieriger: da ich Tendenzen zur Unordnung habe, aber diese immer wieder angehe und zeitweise „überwinde“, konnte ich – zumindest zu diesem Zeitpunkt – viele Fragen, bei denen es eben um Ordnung geht, eine „J“-Antwort geben – ich war dann ungefähr „53% Judging“ laut Test.

Und hier fängt der Blödsinn meiner Meinung nach an. Die Fragen gehen nur in zwei Richtungen und dazu noch in die Falschen. Nehmen wir ein Beispiel aus der relativ bekannten Seite „16personalities“: „Organisiert zu sein ist Ihnen wichtiger, als anpassungsfähig zu sein.“

Hier kann man nun angeben, wie sehr die Antwort zutrifft, sogar in sieben Abstufungen. Die geben dir aber am Ende einfach nur eine Unterschiedliche Anzahl an Punkten auf dein „J“ oder dein „P“-Konto. Wenn du hier z.B. „Ja +3“ angibst, gibt es einfach 3 Punkte auf dein „J“, wenn du „Nein -1“ angibst, gibt es 1 Punkt auf dein „P“.

Die erste Schwierigkeit, die ich hier sehe, fangen schon da an, dass die Frage falsch interpretiert werden kann. Was genau versteht man hier als anpassungsfähig und in welchem Kontext? Ich hätte jetzt „Ja“ angegeben, weil ich „anpassungsfähig“ aus meinem Bauchgefühl in sozialen Kontext gesetzt hätte, was definitiv nicht der Fall bei mir ist. Ich habe darauf nie sonderlich großen Wert gelegt und kann das auch nicht so gut. Organisiert sein hingegen will ich, auch, wenn ich damit auch hin und wieder Probleme habe. So ausgelegt könnte man sagen, gäbe diese Frage „T“ -oder „F“-Punkte. Jemand anderes könnte die Frage so auslegen, wie sie (wahrscheinlich) gemeint ist: hältst du dich lieber an stramme Abläufe und Routine oder bist du lieber flexibel und entscheidest spontan?

Nehmen wir an, das ist die Interpretation, die sich der Autor gedacht hat, kommen wir zum nächsten Problem: gerade, was „Judging“ und „Perceiving“ angeht, sind wir oft das eine, streben aber nach dem anderen. J-Personen sind zwar oft organisiert, aber sehnen sich danach, manchmal auch einfach mal etwas entspannter zu sein. „P“-Personen leben meistens in den Tag hinein, viele ihrer Konflikte entstehen aber auch aus ihrer laissez fairen Haltung und wenn sie ein wenig reflektiert sind, versuchen sie auch dagegen zu arbeiten. Darüber hinaus bestimmen „J und P“ im Grunde genommen nicht nur über eine Funktion, sondern gleich über alle, weil es letztlich festlegt, ob die Funktionen introvertiert oder extrovertiert sind.

Ich bin ein INTP (eine gute Frage wäre hier: „Wieso bist du dir da so sicher?“, aber dazu später) und habe daher die Funktionen „Introvertiertes Denken“, „Extrovertiertes Intuieren“, „Introvertiertes Empfinden“ und „Extrovertiertes Fühlen.“. Wie erwähnt war mein Ergebnis allerdings „INTJ“, was bedeutet, dass mein Denken extrovertiert, mein Intuieren introvertiert, mein Empfinden extrovertiert und mein Fühlen introvertiert war. Es stimmte also keine einzige Funktion. Dieser kleine Buchstabe „J“ machte also im Grunde genommen alles falsch.

Das dritte Problem ist die Sache mit der Ehrlichkeit. Am Ende sind zwar alle Typen gleich viel wert und keiner ist besser als der andere (nur subjektiv, nicht wahr, Marcel?), aber viele Leute sind doch sehr stark durch ihr Umfeld und ihre Geschichte geprägt, wenn es um Tugenden geht. Wenn man in einer Familie aus Geisteswissenschaftlern aufwächst, ist es sehr gut möglich, dass vor allem intuitive Funktionen geschätzt und gefördert wurden, wenn man vor allem Sportler als Freunde hat (warum auch immer, vielleicht gab es einfach zufälligerweise keine anderen), kann man wiederum den Eindruck vermittelt bekommen, extrovertiertes Empfinden sei „die wichtigste Funktion“. Man könnte noch weitere Beispiele aufführen, aber ich denke, der Kern der Problematik ist klar: wenn wir die Fragen beantworten, kann es sein, dass wir in bestimmte Richtungen tendieren zu antworten, weil wir (eventuell unterbewusst) das Gefühl haben, unsere Gesellschaft will, dass wir uns nach einem bestimmten Schema verhalten und dem beugen wir uns – oder auch nicht und wir klicken genau deshalb das andere Ergebnis an, selbst, wenn es eigentlich falsch ist.

Jetzt brennt wahrscheinlich die Frage: wie soll es denn dann gehen? Durch ein Verstehen der acht Funktionen. Dadurch werden im Grunde genommen die drei Probleme umgangen. Man hat hier eigentlich gar keine Möglichkeit, die Funktionen in falschem Kontext zu sehen, weil sie allgemeingültige Konzepte sind. Klar, wenn du z.B. ein ENFP bist und dich über die denkenden Funktionen informierst, dann könnte es sein, dass du beide komisch findest, dich bei beiden gleichermaßen wiederfindest oder eben überhaupt nicht, aber spätestens, wenn du über extrovertiertes Intuieren, deine erste Funktion liest, sollte der große: „Moment Mal, das bin doch ich!“-Effekt kommen. Ich bin jetzt einfach mal so arrogant und behaupte, wenn man jeden meiner Artikel über die einzelnen Funktionen gelesen hat und sich in keinem davon verstärkt wiederfinden konnte, dann man die ganze Sache mit den Funktionen noch nicht richtig verstanden.

So ging es mir dann auch, als ich immer wieder „INTJ“- und „INTP-„Ergebnisse, je nach Tagesform erhielt und daraufhin einfach mal Jungs‘ „Typologie“ gelesen habe: ich habe festgestellt, dass ich bei der Beschreibung von introvertiertem Denken ständig kichern musste, weil es so zutreffend war und bei der Beschreibung von extrovertiertem Denken häufiger die Nase rümpfen musste, weil mir die Art, so zu urteilen überhaupt nicht zusagte. Wohlgemerkt habe ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gewusst, welche Funktion mit welchem Typ genau verknüpft war, ich habe also bewertet, aber nur die Funktion an sich, nicht in irgendeinem voreingenommenen Kontext.

Wenn man eine Funktion entdeckt hat, die wie die Faust aufs Auge passt, ist der Weg zur vollständigen Analyse nicht weit – war es eine introvertierte Funktion, ist die zweite eben extrovertiert und andersherum, selbes gilt für urteilend und wahrnehmend. In meinem Fall gab es also nur noch zwei Optionen für meine zweite Funktion, die da waren: extrovertiertes Intuieren und extrovertiertes Empfinden, was mir sehr leicht viel, zu sagen, was eher auf mich zutraf. Ein ehemaliger Bandkollege (ESTP) hat öfters mal die Bemerkung und Anspielung zu Obelix, der als Kind in den Zaubertrank gefallen ist, fallen lassen, ich sei als Kind in einen LSD-Topf gefallen, weil ich ständig so „seltsame Ideen“ hätte – bei der Anekdote will ich noch erwähnen, dass Fremdwahrnehmungen zwar nicht immer treffend sein müssen, aber die Eigenwahrnehmung in vielen Fällen gut ergänzen können. Ich habe als Kind schon immer gerne eigene (Karten-)Spiele entwickelt, Romane geschrieben und Musikstücke komponiert, was eher weniger für extrovertiertes Empfinden steht – hätte ich das gehabt, wäre ich wohl viel mehr draußen gewesen, Sport gemacht und hätte zwar vielleicht nicht unbedingt Musikstücke komponiert, aber dafür bei meiner Leidenschaft für Musik wahrscheinlich viel mehr gespielt.

Wenn die beiden Funktionen und ihre Reihenfolge geklärt sind, ist automatisch auch der Typ geklärt. Die Methode ist natürlich auch nicht perfekt und man kann immer noch ziemlich daneben liegen (TI/FI und TE/FE sind erfahrungsgemäß häufig noch Unsicherheitsquellen in der Selbstanalyse, da sich diese Funktionen ähnlicher sind, als man annehmen würde), aber man fährt sicherer als bei ominösen Onlinetests, die auf sehr viele verschiedene Weisen ausgelegt werden können und hinterher eigentlich noch nichts erklärt haben.

Ich fürchte, ich habe noch nicht alles abgedeckt, aber dafür gibt es ja die Kommentarfunktion. Gerne lasse ich mich – wie immer – auf Diskussionen mit euch zu diesem Thema ein 😉

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Intovertiertes Fühlen

Dieser Blogeintrag ist anders. Denn er wird nicht von Sam, sondern von mir,
seiner Frau geschrieben. Das ist auch der Grund dafür, dass er erst so spät
auftaucht. Sam dachte aber, dass es passender sei diesen Eintrag von einem
introvertierten Fühler schreiben zu lassen, in diesem Fall von einer INFP.
Introvertiertes Fühlen, oder kurz FI (englisch: Feeling Introverted) ist die
Funktion, welche sich auf die eigene Emotionalität bezieht. Sie ist am meisten
ausgeprägt bei den Typen ISFP und INFP und steht an zweiter Stelle bei den
extrovertierten Pendants: ESFP und ENFP.

Individualität des FI

„Menschliche Leidenschaften haben mysteriöse Wege, bei Kindern und
Erwachsenen. Diejenigen, die von ihnen betroffen sind, können sie nicht erklären,
und diejenigen, die sie nicht kennen, haben gar kein Verständnis dafür.“
-Michael Ende, Die Unendliche Geschichte

Das schwierige daran FI zu erklären ist, dass jeder Introvertierte Fühler sein
eigenes FI so individuell wahrnimmt. Es fällt Ihnen daher schwer ihre Gefühle
nach außen zu übersetzen. Das heißt nicht, dass sie keine Emotionalität nach
außen tragen. Emotionalen Reaktionen können sehr heftig und überraschend,
sowohl für den Gegenüber als auch für den FI’ler selbst, herausbrechen. Es
genügt FI’lern aber häufig nicht einfach zu sagen: „Ich bin traurig“. Viel eher
wird er oder sie ihren Gemütszustand vielleicht beschreiben mit: „Heute fühle
ich ich mich als wäre es ein grauer Herbsttag. Eigentlich noch nicht richtig
kalt, aber weil es so farblos ist, friert man trotzdem.“ So wie im oben
angeführten Zitat von Michael Ende fällt es schwer, sich dem introvertierten
Fühlen zu nähern, das eher einem Flaschengarten, einem geschlossenen
Ökosystem ähnelt. Darin wachsen Leidenschaft, Moralvorstellungen und
Mitgefühl.
Dieses Ökosystem macht jeden FI’ler sozusagen zu einer eigenen Kreatur. Die
in seinem Innern verankerten Moralvorstellungen kann der FI’ler selbst so
schwer überwinden, wie ein Fisch einen Baum hochklettern kann. Zwar
werden manche von ihnen durch Lebensumstände dazu gezwungen ihren,
oftmals sehr anspruchsvollen Moralkodex zu verbiegen. Das stellt für sie
jedoch einen enormen emotionalen Stress dar.
Gleichzeitig entfacht FI aber auch das, was man als Leidenschaften bezeichnen
kann. Das kann eine ausgeprägte Liebe zu Romanen, Märchen und
Lyrik (typisch für INFP) oder zur Kunst, Tanz, Musik (typisch für ISFP) sein.
Neben diesen dem Klischee entsprechenden Beispielen kann FI aber auch
Leidenschaft für alle möglichen Themen entwickeln. Selbst für Dinge, die
anderen absolut mondän erscheinen. So kenne ich etwa eine ISFP, die sich für
Metallbearbeitung begeistert. Für die glänzenden Formen und wie
unterschiedlich Materialien sich verhalten, wenn sie aufeinander treffen. Sie
könnte tagtäglich darüber sprechen, wie kleinste Zahnräder sich in einer
Maschine bewegen und sich dann ein Fräser über mehre Ecken zu ihnen
bewegt. An sich könnte man sagen, es sei ein recht uninteressantes Thema.
Aber ihre Faszination, wenn Sie darüber spricht. lässt mich immer gespannt
zuhören.
Man könnte also vielleicht sagen, das man FI in einer Person am Besten
beobachten kann. wenn man sie über ihre Leidenschaften sprechen oder sie
direkt ausleben lässt.

Ähnlichkeit zu Introvertiertes Denken
Introvertiertes Denken nimmt die sachlichen Kategorien, mit der unsere Welt
oberflächlich geordnet wird auseinander und prüft sie auf ihre logische
Konsistenz. Introvertiertes Fühlen nimmt die gesellschaftlichen Kategorien
mit der unsere Sozialstruktur oberflächlich geordnet ist auseinander und prüft
sie auf ihre moralische Konsistenz. Insofern haben TI und FI eben doch viel
gemeinsam. So zum Beispiel, dass sie von ihrem extrovertiertem Gegenpart
gerne als nerviger, pedanter Klotz am Bein wahrgenommen werden.

Unterschied zu extrovertiertem Fühlen
Die größten, schmerzhaften und am längsten andauernden Konflikte hatte ich
nicht mit Denkern, sondern mit FE’lern. Ein FE und ein FI Benutzer können
jahrelang Bekannte, Freunde, ja sogar Familienmitglieder sein ohne, dass ein
Konflikt zwischen ihren entsteht. Wenn allerdings der Tag kommt, an welchemder
ahnungslose FE’ler über die unsichtbare Grenze der Moralvorstellung des
FI’lers tritt, wird er sich wohl vorkommen, als sei er gerade auf einer Tretmine
gelandet. Nun wird diese extrovertierte Person unverständlich reagieren, wenn
ihr sonst so einfühlsames, ruhiges und aufopferungsbereites Gegenüber sich
in eine Art wilde Bestie verwandelt, die einen bestimmten Standpunkt
bitterlich verteidigt, ohne auf die Gefühle irgendeiner anwesenden Person zu
achten. Das passiert, wenn ein FI’ler bisher nur nebulöse oder gar keine
Informationen über bestimmte Teile seiner inneren Gefühlswelt preisgegeben
hat.
Es kann aber auch zu Problemen zwischen FI und FE kommen, wenn offen
über Gefühle, Leidenschaft, Moral und Empathie gesprochen wird. Das liegt
daran, dass FI und FE sich wie magnetische Pole verhalten, die an sich beide zu
einem Gegenstand gehören, sich aber gegenseitig abstoßen. Sowohl FI als
auch FE fühlen intensiv mit anderen Menschen. Während FE sehr gut darin ist,
die Stimmung in Gruppen aufzufassen und zu verändern, kann sich FI in einen
einzelnen Menschen quasi hinein graben und dabei alles andere ausblenden.
FE versteht unter Aufopferungsbereitschaft individuelle Bedürfnisse zu
Gunsten der Gemeinschaft zurückzustecken. FI versteht darunter, mit aller
Kraft Gemeinschaft aufzubrechen, wo sie dem einzelnen keinen Freiraum für
Individualität lässt. Der Albtraum von FE ist, dass jeglicher sozialer
Zusammenhalt verloren geht und die Welt im Chaos versinkt (zB. „The Road“
von Cormac McCarthy). Dagegen ist die absolute Horrorvorstellung von FI ein
totalitärer Überwachungsstaat in dem kein Patz für Individualität bleibt (zB.
„1984“ von George Orwell.)

Ist FI egozentrisch?
Das werden FI Benutzer nicht gerne hören. Auch ich habe lange Zeit mit der
ehrlichen Antwort auf diese Frage gekämpft. Denn ja, FI ist egozentrisch. Und
wie! Lasst mich erklären.
Wie alle introvertierte Funktionen ist FI zutiefst subjektiv. Am leichtesten fällt
es mir vielleicht, introvertiertes Fühlen mit einer kleinen Analogie zu beschreiben. In unserem Wohnzimmer hängen mehrere Akustikgitarren. Wenn über unsere Boxen ein
bestimmter Ton abgespielt wird, gibt es in diesen Gitarren eine Resonanz und
sie beginnen selbst zu schwingen. Dabei geben sie einen eigenen Ton von sich
der natürlich von ihrem eigenem Resonanzkörper geprägt ist. Er wurde zwar
durch die Boxen ausgelöst, was aber in ihm für ein Ton entsteht, ist etwas ganz
eigenes.
Ähnlich verhält es sich mit FI. Es greift Gefühle auf, nimmt sie wahr und
reagiert darauf. Was FI dann aber fühlt, sind eigene Gefühle, nicht die des
Anderen. Daher kann FI auch nur Fühlen, was innerhalb der eigenen Palette
von Gefühlen existiert und reagiert mit völligem Unverständnis darauf wenn
jemand anders etwas fühlt, das außerhalb dieser Palette liegt (besonders oft
kommt das bei tertiären und quartären FI’lern vor). Da introvertierte
Fühler (primäre und sekundäre) zwar häufig eine sehr ausgeprägte Gefühlswelt
aufweisen, fällt das nur selten auf. Wenn es jedoch passiert, ist der Fall häufig
umso gravierender, da von ihnen eine ausgeprägte Einfühlsamkeit erwartet
wird.
Was ist daran egozentrisch? Nun, im Grunde genommen wird ein FI Benutzer
im Zweifelsfall zunächst seine eigenen Gefühle wahrnehmen. Wenn, um auf das Beispiel mit der Gitarre zurückzugreifen, das Instrument bereits selbst schwingt, wird es nur schwer einen anderen Ton resonieren können. Außerdem neigen introvertierte Fühler
dazu, wortwörtlich alles, was ihnen ein anderer Mensch erzählt, an sich selbst
und den eigenen Erfahrungen zu messen. In diesen Situationen zeigt sich die
egozentrische Natur eines FI Benutzers deutlich.
Warum haben FI Benutzer ein Problem damit egozentrisch zu sein? Das liegt
daran, was introvertierte Fühler eigentlich erreichen möchten.

Was wünscht sich FI?
Introvertiertes Fühlen möchte in erster Linie das eigene Fühlen entdecken und
ausleben. Gleichzeitig möchte es dieses Fühlen dann in der Welt für sich und
andere teilen und sichtbar machen. Es strebt aber nicht nur nach der eigenen
Individualität, sondern möchte diese auch in Anderen unterstützen. Wenn nun
also behauptet wird FI sei egozentrisch, stößt das introvertierten Benutzer aus
diesem Grund natürlich sauer auf. Denn sie möchten zwar einen Platz für ihre
eigene Gefühlswelt einnehmen, aber sie wollen das auch für andere. Daher ist
FI zwar egozentrisch, das ist aber eine Art unnötiges Übel und ehrlich und
absolut für alle Menschen einen Platz schaffen zu können in dem sie sich als
Ganzes ausleben können. Sie geben also dem Egozentrischen Dasein an sich einen
Sinn.

Nachteile von FI
Bereits angesprochen wurde das Problem von Introvertierten Fühlern, ihr
Innenleben nach außen zu transportieren. Es gibt verschiedene Faktoren die
dieses Problem noch verschärfen. Zum einen haben es vor allem tertiäre und quartäre
FI’ler natürlich schwieriger, ihr FI zu verstehen und zu übersetzen. Zum
Anderen gibt es auch Äußere Einflüsse, die das Problem verstärken können.
Etwa wenn ein Introvertierter Fühler in einem Land aufwächst, in dem seine
Muttersprache nicht gesprochen wird oder seine Art zu kommunizieren (zB.
durch Musik und Kunst), von seinem sozialem Umfeld unterdrückt wird. Sollte
dieses Problem der Kommunikation zu groß werden, kann das bei einem
Introvertiertem Fühler Depressionen oder auch Aggressionen auslösen.
Überhaupt können introvertierte Fühler ihre Gefühle schlecht kontrollieren. So
kann es zu unpassenden Zeiten passieren, dass ihnen der Gesichtsausdruck
entgleist oder ihre Gefühle plötzlich aus Ihnen herausbrechen, wie das Wasser
aus einem berstenden Staudamm. Gerade im professionellem Kontext stellt
das ein großes Hindernis da. Denn im Zweifelsfall werden FI´ler nach einem
solchem Ereignis nicht mehr Ernst genommen. Im schlimmsten Fall gelten
introvertierte Fühler sowohl in ihrem professionellem als auch in ihrem
privaten Umfeld als emotionale Wracks, denen keine Verantwortung anvertraut
werden darf und die selbst eher als ein „Pflegefall“ der Gemeinschaft gelten.

Vorteile von FI
Die Leidenschaftlichkeit von Introvertierten Fühlern ist einzigartig,
unabhängig und authentisch. Diese Eigenschaften machen sie attraktiv und
wirken inspirierend und ansteckend auf Andere. Ihr Introvertiertes Fühlen gibt
vor allem primären und sekundären FI’lern ein Durchhaltevermögen und eine
Integrität, die anderen Persönlichkeitstypen oftmals fehlt. Gerade was Moral
angeht, bleiben Introvertierte Fühler unbrüchig bis zu Äußersten. So war zB.
Sophie Scholl, Mitglied der Weißen Rose eine Widerstandsbewegung im
Dritten Reich, wahrscheinlich eine introvertierte Fühlerin, die ihre
Überzeugung selbst bis zu ihrer Hinrichtung gelebt hat.
FI Benutzer sind von Natur aus oft neugierige Menschen. Sie erkunden ihr
Leben lang ihre eigene Gefühlswelt. Mit derselben Neugier nehmen sie auch
jeden Menschen um sich herum wahr und können daher mit einer ehrlichen
Anteilnahme aufwarten. Dabei müssen sie nicht an den Interessen von
anderen Menschen anknüpfen. Sie sind vielmehr an den Gefühlen über diese
Interessen interessiert, was ihnen quasi universale Möglichkeiten für
menschliche Interaktionen eröffnet.
Introvertiertes Fühlen an den verschiedenen Stellen

Erste/Zweite Funktion FI (ISFP,INFP,ESFP,ENFP)
„Tut mir Leid, dass ich gerade so emotional bin aber ich kann gerade nicht anders.“

„Ich weiß genau was du meinst! Genauso habe ich mich auch gefühlt als ich
damals…“

„Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.“

„Ja, ich weiß, dass es nicht so viel Sinn gemacht hat, aber ich habe mich nun mal danach gefühlt. Lass mich.“

„Das… fühlt sich nicht richtig an. Ich will das nicht tun.“

Dritte/Vierte Funktion FI (ISTJ,INTJ,ESTJ,ENTJ)

„Wenn du was Konkretes brauchst, bin ich für dich da.“

„Das ist dein Projekt, lass dir da nicht reinreden.“

„Ich habe hart für mein Geld gearbeitet. Jetzt ist es nur richtig das ich selber
bestimmen kann was damit gemacht wird.“

„Meine Überzeugungen sind sehr stark, aber ich denke auch nicht häufig über sie nach.“

„Es fällt mir schwer, irgendjemanden bedingungslos zu mögen, sofern er sich nicht zuerst meinen Respekt verdient hat.“

post scriptum
Danke an Alle, die diesen langen Post durchgelesen haben. Wenn ihr noch
Fragen habt, schickt sie gern an Sam. Vielleicht komme ich dazu, nochmal
etwas zu diesem Blog beizutragen. Wie wäre es mit: Mein INFP ist kaputt xD

„Mein INTP funktioniert nicht mehr“ – Warum dieser Persönlichkeitstyp so unorganisiert ist

Ich habe lange Zeit nichts mehr von mir hören lassen – zumindest abseits der Kommentarfunktion, was auch daran lag, dass es bei mir Anfang 2018 Nachwuchs gab, was mein Leben hier und dort ganz schön umgekrempelt hat. In Retrospektive gab mir das auch einige interessante Erkenntnisse.

Ich hätte mich nicht direkt als unorganisiert bezeichnet, aber auf Außenstehende muss ich wohl häufig genau diesen Anschein machen – und da es in dieser Serie vor allem um die Fremdwahrnehmung von INTPs geht, was davon tatsächlich wahr ist, woran es liegt und was man dagegen tun kann, dachte ich mir, dass ich mich diesem Aspekt meines Persönlichkeitstypes einmal widme.

Ich habe in diesem Beitrag bereits schon erklärt, dass (und warum) NP’s Probleme damit haben, räumliche Ordnung zu halten, was für viele schon Grund alleine ist, uns als unorganisierte Chaoten abzutun. Es hört hier allerdings nicht auf. Alleine ein angeregtes Gespräch mit uns kann schon zu Überforderung führen und das liegt nicht an etwaiger Tiefsinnigkeit, für die wir uns gerne und oft fälschlicherweise rühmen, sondern einfach daran, dass unsere Gedanken (NE-bedingt) sehr sprunghaft sind und wir das unsere Gesprächspartner, wenn wir nicht aufpassen, auch direkt mitbekommen lassen. Wir könnten gerade noch über unser letztes Kinoerlebnis gesprochen haben und im nächsten ganz unvermittelt über Politik sprechen, um dann wieder einen Bogen zu gemeinsamen Anekdoten aus der Vergangenheit zu schlagen und das in einem Tempo, dem nur schwer zu folgen ist, vor allem, da noch weitere Sprünge in unserem Kopf geschehen – und das ist der springende Punkt (no pun intended), von denen unser Gesprächspartner überhaupt nichts mitbekommt. Sicher, jeder Mensch macht Gedankensprünge, aber ich wage einmal zu behaupten, dass NTPs geradezu hyperaktiv sind, was das angeht.

Hier kann es für den INTP hilfreich sein, sein extrovertiertes Fühlen etwas stärker zu benutzen und das „Tempo“ anzupassen. Eigentlich sieht man schon schnell am Gesichtsausdruck des Gegenübers, ob es einem folgen kann oder nicht. Und wenn man, wie ich, nicht besonders gut darin ist, Gesichtsausdrücke zu lesen, dann kann man auch immer mal wieder Zwischenfragen einwerfen, wie: „kannst du mir folgen?“ oder „weißt du, was ich meine?“
Die Sache ist nämlich die, dass die schnellen Wechsel von einer zur nächsten Idee häufig gar nicht beeindruckend auf andere wirken, sondern eher das Gefühl vermitteln, dass der INTP selbst nicht so richtig weiß, was er eigentlich vermitteln will. Wenn man hier einfach mal auf die Bremse tritt, kann das hilfreich sein, denn manchmal ist dieser Eindruck nicht völlig ungerechtfertigt und das Tempo zu drosseln, kann auch den ständig halb ausformulierten Sätzen vorbeugen, die nicht beendet werden, weil immer noch ein Nebensatz eingeschoben werden muss, um… ihr versteht, was ich meine. Mehr Punkt, weniger Komma.

Darüber hinaus haben wir öfters Mal Probleme mit Terminen. Zeit ist etwas, worüber wir keine direkte Kontrolle haben, weshalb wir Zeit manchmal sehr negativ betrachten.

civ-6-pyramide
Deshalb ist dieses Spiel auch so viel besser als StarCraft…

Unterbewusst sind INTPs nämlich entgegen ihres Verhalten anderen gegenüber enorme Kontrollfreaks, allerdings nur, was sie selbst betrifft. Und Termine schneiden hier enorm in diese Kontrolle ein: wenn man um 09:00 Uhr einen Arzttermin hat, dann bedeutet das, dass man um 09:00 Uhr förmlich zu einer bestimmten Handlung von außen gezwungen wird und alle Optionen, zu dieser Zeit etwas anderes zu tun, verfallen. Dieser Gedanke ist so dermaßen unangenehm, dass wir ihn gerne verdrängen und ergo zum benötigten Zeitpunkt vergessen. Man sagt hier häufig: „Na, dann benutze doch einen Kalender oder eine Erinnerung übers Handy!“, aber zurecht erwidern wir INTPs daraufhin, dass wir ein gutes Gedächtnis hätten und keine Erinnerungen bräuchten. Ja, haben wir. Aber wir sind auch sehr gut darin, aktiv zu vergessen. Hört sich blöd an? Ist es auch. Deshalb ist der banale Ratschlag einer Erinnerung übers Handy oder den Kalender auch nicht verkehrt. Und lieber INTP – wenn dein Stolz dadurch verletzt wird, dann erinnere dich daran: du machst das nicht, weil dein Gedächtnis beschränkt ist, die Erinnerung ist nur etwa genau das selbe wie du, wenn du deinem übergewichtigen Kumpel, bevor er sich einen Hamburger mit extra Bacon kaufen will, sagst: „Sicher, dass du den willst? Bist du nicht schon fett genug?“ – er weiß es, er hat es nur „aktiv vergessen“.

Auch unser äußeres Erscheinungsbild lässt schnell vermuten, dass wir nicht sonderlich organisiert sind und demnach schlossfolgern die Leute auch schnell: „Wenn er sich nicht einmal um seine Haare kümmern kann, wie kann man ihm dann wichtigere Aufgaben anvertrauen?“ – Gerade deshalb: Prioritäten. Niemand sollte unglücklich darüber sein, wenn meine Haare ungekämmt ist, allerhöchstens meine Eitelkeit. Wir INTPs kümmern uns lieber um Dinge, die für uns relevant sind. Ihr schätzt uns dafür, dass wir nicht oberflächlich sind? Dann verlangt doch bitte auch nicht von uns, oberflächlich zu sein. Und wenn wir drei Tage lang das selbe Oberteil tragen, aber weder stinken, noch schmutzig sind, dann gibt es doch wirklich nichts zu meckern, oder? Klar, es gibt bestimmte Anlässe, zu denen von dieser ominösen Allgemeinheit (habe sie noch nie persönlich kennen gelernt) erwartet wird, sich besonders schick zu machen, aber sehen wir mal bitte davon ab.

Das waren nun allerdings alles Punkte, die uns INTPs nur bedingt an uns selbst stören. Ich behaupte mal, dass die für uns wirklich relevanten Termine auch nicht vergessen werden, selbst ohne Erinnerung. Was uns viel mehr schlaucht – und wo wir selbst auch sagen würden, dass wir tatsächlich sehr unorganisiert sind, ist unsere Inkonsistenz. Wie alle NP-Typen haben wir die Neigung dafür, uns schnell für Dinge zu begeistern, aber das Interesse auch wieder rasch fallen zu lassen. Und das hat mich wirklich gestört – ich wollte Dinge anfangen und zur Abwechslung auch mal dran bleiben. Zumindest für INTPs meine ich, dafür ein Gegenmittel gefunden zu haben. Jedenfalls funktioniert es bei mir.

Nehmen wir das leidige Thema des Wassertrinkens. Wir alle müssen es tun und wie wir auch eigentlich alle wissen, mindestens um die 2 Liter am Tag. War für mich unvorstellbar, das zu tun, bevor mir die Fingergelenke geschmerzt haben, was für mich als Musiker nicht unbedingt optimal ist. Ich habe dann gezwungenermaßen angefangen, wieder mehr zu trinken, bis die Schmerzen weg waren. Und dann hat sich das wiederholt. Wenn die Not also nicht da war, hab ich’s nicht gemacht. Warum? Weil ich wieder alles meinem Kopf überlassen habe und es mir zu anstrengend war, mir zu merken, wie viel ich schon getrunken habe. An einigen Tagen konnte ich es, an anderen habe ich es wieder vergessen. Und dann habe ich die Tage miteinander verwechselt. Es ging – wie im vorigen Punkt – also wieder gewissermaßen um meinen Stolz, mich dazu „herabzulassen“, mich Hilfsmittel zu bedienen und nicht alles meinem Kopf alleine zu überlassen. Ich habe mittels einer Excel-Tabelle angefangen, Statistiken zu führen. Und ich habe festgestellt, dass ich Statistiken mehr liebe, als zuvor angenommen – wer kann schon sagen, wie viel Wasser er im Durchschnitt pro Tag zu sich nimmt? (2,4 Liter!)

Ich habe das quasi das gesamte vergangene Jahr gemacht – nach einer Weile wurde auch das anstrengend, ich habe es aber weitermachen können, da es mir zu einer Gewohnheit wurde. Ich habe mir also gedacht, ich könne das Wassertrinken auch zur Gewohnheit machen und mit der japanischen Wasserkur angefangen. Ich werde nicht im Detail darauf eingehen, was das jetzt wieder ist, jedenfalls trinkt man da zu bestimmten Zeiten vor dem Essen bestimmte Mengen und danach erstmal gar nichts mehr. Ich habe mir das jetzt so angewöhnt und trinke meine 2,4 Liter sehr zuverlässig, ohne, dass ich dabei Hilfe brauche, weil es mir zur Gewohnheit wurde. Ich hätte es aber bestimmt nicht so einfach ohne den Statistiken geschafft. Das selbe gilt für mein Üben. Als Musikschullehrer, der Klavier, E-Bass und (E-)Gitarre unterrichtet und dazu noch für sich selbst mit Gesang angefangen hat, gibt es wahrlich genug zu üben, für meinen eigenen Geschmack bin ich in keinem der Instrumente gut genug, aber trennen will ich mich von keinem. Wenn man dann am Tag im Schnitt weniger als 2 Stunden übt, dann muss man kein harter Kritiker sein, um zu sagen: für einen Berufsmusiker ist das zu wenig. Auch hier haben meine Statistiken mir enorm geholfen. Wenn es 21:00 Uhr ist und auf meiner Liste popelige 30 Minuten stehen, dann weiß ich, wofür nun Zeit ist: Kopfhörer aufsetzen und Gitarre üben. Manchmal zwingt man sich dazu, weil man keine Lust hatte, wenn man aber erst dabei ist, ist es viel angenehmer als erwartet. Und meistens lag es nicht einmal daran, ich hatte nur einfach noch andere Dinge im Kopf. Die Statistiken sagen einem die ungeschönte Wahrheit, die wir INTPs so sehr schätzen: du hast diese Woche einen Übedurchschnitt von 3,5 Stunden. Jetzt beginnt das Wochenende und du hast wieder mehr Zeit. Wenn du deinen Schnitt von 4 Stunden halten willst, dann tu was dafür.

Natürlich gehört mehr zum Üben, als einfach nur die Zeit abzusitzen und es sollte auch nicht darum gehen, hinterher sagen zu können, wie viel man geübt hat, weil es viel mehr auf das wie ankommt, aber was ich letztlich sagen will: Statistiken haben mir enorm geholfen, mehr Transparenz und dementsprechend mehr Organisation in mein Leben zu bekommen. Mit einem kleinen Sohn wurde Zeit zu einer zunehmend wichtigen Ressource und ich musste lernen, besser damit umzugehen. Das Aufschreiben kostete Zeit, ja, aber nur sehr wenig, verglichen mit der Energie, die ich bisher immer aufwenden musste, mir zu merken, was ich schon alles getan habe. Ich habe es auf viele andere Bereiche des Alltags ausgeweitet – meistens habe ich die Statistiken auch nicht all zu lange geführt – ich habe mich darum gesorgt, Gewohnheiten anzutrainieren, also bestimmte Tätigkeiten zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten auszuführen, was sich ziemlich J-typisch anhört, aber dennoch machbar für mich war und mir letzten Endes sehr half. Mittlerweile bekomme ich selbst von J’lern (teilweise fragwürdige) Komplimente, wie ich mit meiner Zeit umgehe und würde mich mittlerweile, ohne mit der Wimper zu zucken, als organisiert bezeichnen. Meine Zutaten waren dafür, um es noch einmal zusammenzufassen, geführte Statistiken, antrainierte Gewohnheiten und das Anzapfen und „Kultivieren“ meiner Sturheit. Ja, ich bin nicht mehr ganz so frei mit meiner Zeit, wie zuvor. Aber ich weiß sie mehr zu schätzen und fange schlussfolgernd mehr damit an. Außer, was den Blog angeht. Eigentlich hätte ich vor einer halben Stunde anfangen sollen, Gitarre zu üben.