Die Hitler-Frage

Da dieser Blogeintrag immer mal wieder einigen INFJs sauer aufstößt, wollte ich noch mal ein paar allgemeine Worte dazu abgeben. Nicht, um meine These zu untermauern, dass Hitler ein INFJ ist, ich denke, ich habe sowohl im Beitrag an sich, als auch in den Kommentaren dazu schon genug Erklärung geboten, sondern auch dazu, warum ich überhaupt diesen kontroversen Beitrag geschrieben habe.

Ich will etwas anderes bieten, als die „Jeder Persönlichkeitstyp ist toll und kann das und das gaaanz, ganz prima!“
Es gibt so viel Lobhudelei in Persönlichkeitsbeschreibungen und es macht es auch irgendwo Sinn, dass viele Seiten versuchen, die 16 Typen als besonders toll darzustellen, die zwar natürlich auch ihre Schwächen haben, man aber so noch gerade so akzeptieren kann. Auch als sensibler Typ, dass z.B. dem INFJ, der gerade gestresst von der Arbeit nach Hause kommt, sowohl von Arbeitskollegen als auch von sich selbst fertig gemacht wurde, der Beitrag auch gefällt und etwas Erbauliches hat. Die Seiten wollen gefallen und daran ist an sich nichts Falsches. Dass sie vornehmlich positiv porträtieren ist verständlich und hat auf jeden Fall seine Berechtigung.

Und trotzdem werdet ihr mich hier nicht sagen hören: „Der INFJ ist ein ganz toller Persönlichkeitstyp“. Ich bin mit zwei INFJs befreundet, einer dieser INFJs gehört zur engeren Familie. Ich bin weit davon entfernt diesen Typ in irgendeiner Hinsicht „weniger zu mögen“, als andere.

Wie oben erwähnt, gibt es bereits zu Genüge die Standard-Beschreibungen der Typen. Ich hätte jetzt noch so eine weitere Beschreibung raushauen können und ausschließlich generell als positiv wahrgenommene Persönlichkeiten als Beispiel nehmen können. Dann wäre dieser Blog eben ein weiterer wie jeder andere auch, der sich mit dem Thema befasst. Ich halte die Frage, welcher Typ denn nun Hitler war, für eine spannende und meines Erachtens nach war er eben nun mal ein INFJ. Es gibt zahllose Diskussionen zu diesem Thema im Internet und Hitler=INFJ ist, wenngleich die populärste, nicht die einzige Theorie. Schön und gut. Ich bin mit der Herangehensweise vorgegangen, mal eine historisch negativ behaftete Figur zu typen und dann war das nach meiner Ansicht eben ein INFJ. Wäre es in meinen Augen ein INFP oder ein ESTJ gewesen, hätte ich den Beitrag genauso geschrieben.

Wenn überhaupt, könnte man mir unterstellen, Antipathien gegenüber meinem eigenen Typ zu hegen, wenn man danach geht, wie häufig ich mich kritisch über bestimmte Typen äußere. Ich schreibe eine ganze Blog-Serie über die Unzulänglichkeiten und Problemfelder von INTPs. Vielleicht sollte ich genau das selbe auf INFJs bezogen machen. Ich wäre sicherlich enorm in der Kommentarsektion beschäftigt ;P

Mich interessieren vor allem die dunklen Seiten der Persönlichkeitstypen, ich glaube auch, dass es einen größeren Mehrwert hat, sich verstärkt damit zu befassen, sobald man verstanden hat, was die Stärken der Typen sind. Meiner Meinung nach sind meine Typenbeschreibungen immer noch relativ „vanilla“, weshalb ich auch plane, demnächst eine Art Reboot-Serie zu schreiben, die sich ausschließlich mit den negativen Seiten und Potenzialen der Typen befasst. Wer sich jetzt also schon irgendwie angegriffen fühlt, sollte das dann eventuell nicht lesen, aber wisst bitte, dass ich wirklich ernsthaft versuche, jeden Typ als gleichwertig darzustellen. Ich bin (glaube ich) auch nur ein Mensch und möglicherweise tauchen hier und dort auch persönliche Antipathien auf (an denen ich versuche, zu arbeiten), aber offen und ehrlich: wenn, dann nicht gegen INFJs. Und bitte keine Spekulationen über die anderen 15 Typen.

Auf die Gefahr hin, dass ich mit diesen letzten Zeilen, die ich direkt an die werten INFJs richte wieder viele erboste Kommentare ernte: Ich habe nun mal den Eindruck, dass ihr schnell das Gefühl bekommt, euch rechtfertigen zu müssen (etwas, was ich mit euch teile) und euch schnell angegriffen fühlt. Gleichzeitig gehört ihr aber auch zu einem Großteil meiner Leserschaft, alleine, weil sich vor allem INFJs für MBTI-Theorien interessieren, was dementsprechend natürlich schon Reibungen vorprogrammiert, da ich mich sehr kritisch ausdrücke und gleichzeitig einen Hang zu einer gewissen Spitzzüngigkeit habe. Schneidet euch bitte nicht daran, es ist nicht persönlich. Ich kenne euch ja nicht einmal. Wenn euch etwas nicht gefällt, dann erklärt mir bitte genau – mit Zitierung – was ihr meint und ihr könntet mir dadurch helfen, mich vielleicht etwas einfühlsamer auszudrücken. Möglicherweise werde ich es als übersensibel empfinden, möglicherweise werde ich euch recht geben und entsprechende Änderungen vornehmen. Ich schätze euch und dass ihr euch die Zeit nehmt, meinen Blog zu lesen und euch mit mir auszutauschen, aber wenn es euch zu sehr aufwühlt, dann tut euch selbst den Gefallen und lasst es fürs Erste.

2 Antworten auf „Die Hitler-Frage

  1. Ich denke du liegst knapp daneben. INFJs haben ganz sicher sehr dunkle Eigenschaften (ich bleib mal im Dunkelen mit der Aussage) aber ganz sicher nicht die Eigenschaften aktiv Menschen umbringen zu lassen. Gegenteiliger zum INFJ geht es gar nicht. Die von mir angenommene Wahrheit ist, dass Hitler ganz sicher nicht allein am 2. Weltkrieg schuld ist und er auch sicher nicht das Horrormonster ist wie es über die Jahre hoch geschrieben wurde. Das ist einfach unrealistisch. Ich weiß, diese sichtweise ist unpopulär, ist mir aber egal. Realistisch ist, dass er Idealst war. Und am ehesten passt da der ENFJ ins Bild. Ich hab nichts gegen den Typ, aber er ist nunmal, genauso wie sein Bruder der ESFJ, leicht beeinflussbar (ohne großartig die Denkfunktion zu nutzen) und wenn er überzeugt ist von einer Sache, ist er nach außen hin ziemlich konsequent und mitunter rabiat…ich weiß das du mir unterbewusst zustimmst…es aber in deiner Antwort wehement abstreiten wirst. Beste Grüße

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    1. Wenn du glaubst, dass bestimmte Typen *niemals* die Eigenschaft besäßen „Menschen aktiv umbringen zu lassen“ (was für eine abenteuerliche Formulierung…), dann überschätzt du die Rolle der Typologie aber heftig.
      In deiner Argumentation stolperst du ohnehin selbst über deine eigenen Worte: „gegenteiliger zum INFJ geht es gar nicht“, aber dann soll Hitler ein ENFJ gewesen sein?
      NiFeTiSe –> „Nein, niemals würde solch ein Typ so etwas tun!“
      FeNiSeTi –> „Ja klar, ist schon plausibel!“

      Ich stimme dir zu, Hitler allein ist nicht schuld am 2.Weltkrieg. Die ganzen Deppen, die ihn gewählt haben, stehen auch in der Verantwortung.

      „Realistisch ist, dass er Idealist war“ – NF-Typen sind generell Idealisten.
      „ENFJ und ESFJ sind leicht beeinflussbar“ – das sind alle Typen, du musst nur wissen, welche Knöpfe du drücken musst. Nur die Naivsten behaupten von sich selbst, gefeit gegen jegliche Art von Manipulation zu sein. Hochmut kommt oft vor dem Fall und besonders peinlich wird es dann, wenn den Fall nur die Menschen um einen herum bemerken.

      „Ich weiß, dasS du mir unterbewusst zustimmst… es aber in deiner Antwort wehement abstreiten wirst.“
      Wenn ich der Meinung wäre, dass Hitler ein ENFJ wäre, würde ich es schreiben. Ich habe bereits erläutert, weshalb ich glaube, dass er ein Introvert war (er hat es gehasst, vor Leuten zu reden und war hinterher immer fix und fertig, hat sich häufig in die Isolation zurückgezogen, etc. …).
      Mal davon abgesehen will ich anmerken wie überaus bescheuert deine Aussage ist. Ein tolles Beispiel für den Mangel an stichhaltiger Argumentation: du weißt unterbewusst, dass ich Recht habe, aber du wirst mir widersprechen. Hast du das aus Aluhut-TV geklaut? „Du weißt unterbewusst, dass die Erde flach ist, aber du wirst es wehement abstreiten!“. Grandios, was soll man dazu schon noch sagen?

      Vehement schreibt man mit „V“.

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