Die 16 Typen als Fantasy(Rollenspiel-)helden

Ihr könnt so froh sein, auf diesen Artikel gestoßen zu sein, denn nun werdet ihr endlich erfahren, welche Rollenspielklasse in einem Fantasysetting aufgrund eurer Persönlichkeit am besten zu euch passt! Uuui!

Okay. Das ist jetzt nicht wirklich ernst zunehmen und nur als kleine, unterhaltsame Lektüre am Rande gedacht, eigentlich sollte ich so etwas alleine schon bei der Überschrift ja nicht erwähnen. Übrigens – ich stütze mich hier auf kein bestimmtes Rollenspielmodul wie Dungeons & Dragons, Das Schwarze Auge oder dergleichen – das sind einfach nur Archetypen, wie ich sie mir vorstelle. Möglicherweise weicht meine Vorstellung eines Mönchs also stark von eurem ab.

Genug des Geplänkels! Stürzen wir uns ins Abenteuer! Aber wer geht als was?

ENFJ– Paladin
Der strahlende Held! Der Verteidiger der Tugenden! Stets mit einem gewinnenden Lächeln auf den Lippen ermutigt er seine treuen Mitstreiter zu Höchstleistungen – aber nicht nur durch bloßes Gerede, oh nein! Die Rüstung des ENFJ-Paladins ist zwar hochglanzpoliert, aber hat in der Tat ihre Schrammen und Kerben, denn dieser mutige Anführer stürmt als inspirierendes Vorbild an vorderster Spitze in die Schlacht.

Besondere Fähigkeit: „Schwert der Ehre“ – Sobald die Ehre des ENFJ-Paladins in irgendeiner Weise angegriffen wird, brennt sein Langschwert auf und verursacht zusätzlichen Flammenschaden. Niemand stellt seine Ideale in Frage, geht’s noch?!

INFPDruide
Der INFP-Druide sieht mehr als der Rest seiner Gefährten – er kann nicht nur mit Tieren und Pflanzen kommunizieren, er spricht zur Welt selbst, sieht ihr Leiden und versucht, es selbst aufopferungsvoll zu mindern. Dafür ist er bereit, seine Isolation aufzugeben und mit einer Gruppe bunt zusammengewürfelten Abenteurern zu ziehen. Und während diese ihn anfangs noch für einen seltsamen Kauz halten, stellen sie bald fest, dass der INFP ein wahrer Freund ist, der sie selbst besser kennen lernt, als sie sich selbst.

Besondere Fähigkeit: „Verwandlung“ – Manchmal wird es dem INFP-Druiden einfach zu viel und er kann sich in ein Tier seiner Wahl verwandeln, zum Beispiel in eine Maus, um sich schleunigst zu verkriechen. Oder aber in einen wütenden Tiger, wenn er wirklich die Schnauze voll hat. Irritierte Blicke seiner Gefährten garantiert.

INTP– Zauberin
Man lernt nie aus. Nach diesem Motto lebt die INTP-Zauberin. Sie bricht nicht des Ruhmes oder des Geldes wegen auf ins Abenteuer, sondern, um mehr über die Welt zu erfahren und ihr Wissen in praktischer Anwendung austesten zu können. Ihre ohnehin mächtigen Zauber sind ihr dabei nie perfekt genug und nicht selten ist sie ein wenig enttäuscht darüber, dass ihre Gefährten ihren archaischen (wenn auch nützlichen) Feuerballzauber viel eindrucksvoller finden, als ihren verzauberten Hut, der fast alle gängigen Tavernenlieder singen kann! Hallo?!

Besondere Fähigkeit: „Die Stolze Wortstreiterin“ – Die INTP-Zauberin erhält während einer Diskussion über ihr Fachgebiet Bonuswürfel. Ganz gleich, ob sie bessere Argumente hat oder nicht, hinterher glaubt sie so oder so, dass sie die Diskussion „gewonnen“ hätte und erhält für den Rest des Tages einen Buff auf ihre Willenskraft.

ENTP Trickster
Der charmante Betrüger, dem man nicht lange böse sein kann. Mit flinker Zunge redet der ENTP-Trickster sich genau so schnell wieder aus Schwierigkeiten, wie er in sie hineingerät. Und wenn das doch nicht reicht, beherrscht er Illusionszauber wie kein Zweiter und kann sich mit Wurfmessern auch zur Wehr setzen. Die meisten seiner Gefährten sind sich trotz aller gemeinsam bestandener Gefahren oft immer noch nicht sicher, ob man ihm wirklich trauen kann, doch trotz all der Lügen und Neckereien trägt der ENTP-Trickster sein Herz am rechten Fleck.

Besondere Fähigkeit: „Zauber der vierten Wand“ – Manche Charaktere erklären ihn mitseiner Theorie, dass sie eigentlich alle in einer Fantasiewelt leben für eine verrückte Verschwörungstheoretikerin, aber ahnen nicht, wie nah der ENTP-Trickster der Wahrheit kommt. Mit seinem Zauber, der die vierte Wand durchbricht, kann er die Würfel am Spieltisch einer anderen Dimension so beeinflussen, dass sie zu seinen Gunsten fallen.

ENTJDämonenbeschwörerin
Ja, Dämonenbeschwören ist schwarze Magie und das ist verboten. Ja, im Grunde genommen versklavt die ENTJ-Dämonenbeschwörerin an sich unschuldige, wenn auch grässliche, furchterregende Wesen, indem sie diese einfach aus einer anderen Sphäre reißt und ihnen ihren Willen aufknechtet. Und ja, meistens ist sie damit nicht einmal sonderlich subtil und ihre dämonischen Sklaven richten nicht selten ein Blutbad an. Na und? Die ENTJ-Dämonenbeschwörerin weiß, dass Effizienz keinen Platz für Ästhetik hat und der Zweck die Mittel heiligt.

Besondere Fähigkeit: „Club der Untoten Dichter“ – Aufgrund ihrer Mitgliedschaft in einem dunklen, eigentlich verbotenen Orden, kennt die ENTJ-Dämonenbeschwörerin alle Erzschurken beim Vornamen, mit einigen trifft sie sich sogar nach wie vor zum Satansbibelkreis. Durch diese Verbindungen hat sie Einblicke in die Denkart ihrer Gegenspieler und erhält einmal pro Abenteuer vom Spielleiter Informationen über die ein wichtiges Detail deren Pläne.

INTJ– Schwertmagier
Für den INTJ-Schwertmagier wäre es zu simpel, sich wie der Barbar einfach nur mit einem Schwert ins Abenteuer zu stürzen und zu unpraktisch, wie die Zauberin wochenlang Bücher zu lesen, ohne dabei etwas Praktisches geschaffen zu haben, also kombiniert er das Beste aus beiden Welten, um so mit Disziplin und Geduld eines Tages zum effizientesten Abenteurer aller Zeiten zu werden. Der INTJ-Schwertmagier denkt immer schon zwei Schritte voraus, was ihn meistens in eine vorteilhafte Position bringt. Er ist sich jedoch auch bewusst, dass die mächtigsten Gegenspieler das auch tun, weshalb er es für ein notwendiges Übel erachtet, sich mit anderen Abenteurern zusammenzuschließen, die wie die letzten Trottel durch dunkle Katakomben trampeln, aber es dementsprechend auch gewohnt sind, spontan zu handeln.

Besondere Fähigkeit: „Einmal mit Profis arbeiten“ – Jedes Mal, wenn der INTJ (mal wieder) der einzige in der Gruppe ist, der noch kampftauglich ist, regt er sich so dermaßen über die Inkompetenz seiner Mitstreiter auf, dass er bis zum Ende des Kampfes Bonuswürfel auf seinen Angriffsschaden erhält.

ESTP– Söldnerin
Die ESTP-Söldnerin behauptet ständig, sie würde all die Abenteuer und ihre Risiken nur wegen dem Geld auf sich nehmen. Aber das stimmt natürlich nicht. Sie liebt den Reiz der Gefahr, die Herausforderung im Kampf, in dem sie ihre Fähigkeiten mit denen anderer messen kann und naja – wenn sie dabei noch Geld verdient, um davon ein größeres Schwert, Alkohol und den Eintritt ins Freudenhaus bezahlen zu können, warum nicht? Ihre Gefährten schätzen die ESTP-Söldnerin nicht nur für ihre enorme Kampfkraft, sondern auch für ihr lockeres, einnehmendes Wesen.

Besondere Fähigkeit: „Gewinnendes Lächeln“ – Die Söldnerin kann einmal pro Abenteuer ihr gewinnendes Lächeln einsetzen, um sich und ihre Gefährten aus einer kniffligen sozialen Situation, die in eine Kampfsituation umschwingen könnte (z.B. beim Stehlen/Falschspielen/Einbruch erwischt) zu bringen. War nicht so gemeint! War nur ein Missverständnis!

ISTP– Schurkin
Hat sich da gerade etwas im Schatten bewegt? Hat da jemand meinen Geldbeutel vom Gürtel geschnitten? Blitzt da gerade eine geschärfte Klinge im Dunkel auf? Bei all den schmutzigen Tricks, welche die ISTP-Schurkin verwendet, könnte man sich fragen, ob man sie tatsächlich als Heldin bezeichnen kann (alleine wegen der Professionsbeschreibung, nicht wahr?), aber ihre Gefährten wissen es besser. Hin und wieder landen selbst die ehrenhaftesten Abenteurer wegen eines dummen Missverständnisses hinter Gittern und wie könnten sie dann noch ihre Heldentaten vollbringen, wenn nicht die ISTP-Schurkin sie mit ihren praktischen Fähigkeiten wieder ausbrechen könnte?

Besondere Fähigkeit: „Nerven aus Stahl“ – Die ISTP-Schurkin lässt sich eigentlich durch gar nichts beeindrucken, was meistens eher schade ist. Wenn der bösartige Magier jedoch einen Zauberspruch der Angst über die Gruppe legt, ist das für die ISTP-Schurkin von Vorteil: sie erhält Bonuswürfel auf den Resistenzwurf.

ESFP– Barde
Der ESFP-Barde liebt das Rampenlicht. Der liebenswürdige Entertainer mag seinen Gefährten zwar hin und wieder auf den Geist gehen, aber letzten Endes muss es doch jemanden geben, der die Heldentaten der Gruppe aufzeichnet und für die Nachwelt festhält. Außerdem hat er auch eine ganz praktische Seite: im Kampf ermutigt er seine getreuen Mitstreiter durch inspirierende Lieder – oder zerrt mit grässlichen Kakophonien an den Nerven seiner Gegner. Und wie schlimm die Lage auch sein mag – der ESFP-Barde weiß, wie er die Gemüter wieder erhellen kann und trägt viel zur Gruppenmoral bei.

Besondere Fähigkeit: „Hier spielt die Musik!“ – Wenn sich der ESFP-Barde unbeachtet fühlt, kann er sich in Rage versetzen – er bekommt einen Wutanfall und kann mit einem Charisma-Wurf versuchen, die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich zu ziehen. Wofür kleidet er sich so extravagant, wenn er sich dann ausgerechnet von der popligen ISTP-Schurkin die Show stehlen lässt?

ISFP– Waldläuferin
Seite an Seite mit ihrem Wolfshund streift die ISFP-Waldläuferin durch das dichte Dickicht. Sie liebt die Abgeschiedenheit, die Natur und ihre Freiheit, auf der anderen Seite ist sie auch stets auf der Suche nach neuen Abenteuern – ansonsten hätte sie sich dieser bunt zusammengewürfelten Truppe wohl nie angeschlossen. Trotz ihrer eher einzelgängerischen Art sieht sie diese jedoch nun als ihre Freunde an und würde alles tun, sie zu beschützen. Und ihre Gefährten sind auch froh, sie zu haben, um sie durch die dunklen Wälder zu führen, Fallen zu entdecken und Feinde mit Pfeil und Bogen auf Distanz zu halten.

Besondere Fähigkeit: „Surfender Schütze“ – Die ISFP-Waldläuferin sieht generell wunderbar beim Schießen aus, aber vor allem dann, wenn sie dabei auf etwas surft. Wenn sie auf einer Anhöhe (Treppe, Hügel, Berg, Dach, Drachenkopf) steht, kann sie mit einer gelungenen Gewandtheitsprobe einen beliebigen Gegenstand (Schild, Bratpfanne, Schaukelpferd) benutzen, um diese Anhöhe hinunterzusurfen. Während dessen kann sie auf wundersame Art und Weise zwei Pfeile pro Runde verschießen.

ESTJ– Barbar
Seine Gefährten fragen sich manchmal zurecht, warum der er sich nicht einfach ein neues, leichteres und ergonimischeres Schwert holt – aber wozu auch? Der ESTJ-Barbar schwingt sein gigantisches Bastardschwert schon seit er vier Jahre alt ist – und das mit äußerster Effizienz. Er ist der Mann fürs Grobe – wenn Türen eingetreten, Felsbrocken zur Seite geschoben oder Schädel gespaltet werden müssen, dann steht der ESTJ-Barbar mit Freuden bereit. Und genau so hart und intensiv, wie er kämpft, feiert er nach einem bestandenen Abenteuer mit seinen Freunden, Alkohol und Dirnen. Das ist das wahre Leben. Warum sollte er etwas daran ändern?

Besondere Fähigkeit: „Wahrer der Alten Wege“ – Wenn irgendjemand das konservative Weltbild des ESTJ-Barbaren hinterfragt, kann er sich in einen Berserkerrausch begeben. Sagte ich „kann“? Nein, ihm bleibt gar nichts anderes übrig. Er ignoriert bis zum Ende des Kampfes Nachteile durch Wunden genau so gekonnt wie er gute Argumente für den Fortschritt ignorieren kann.

ISTJ– Alchemistin
Noch ein Tropfen… noch ein einziger. Fertig. Und nun genau drei Stunden ruhen lassen. Hört sich langweilig an? Ist es auch, aber wenn du siehst, was das Gemisch der ISTJ-Alchemistin für eine Explosion abwirft, wenn sie es auf ihre Gegner wirft, dann wirst du aufhören, sie dafür zu kritisieren. Ja, sie mag manchmal sehr pedantisch wirken, hält sich so strikt an den Kodex der Alchemistengilde, dass es ihren Gefährten Kopfschmerzen bereitet, aber am Ende ist jeder froh, solch eine zuverlässige und kompetente Begleiterin an seiner Seite zu wissen. Auch, wenn ihre Tränke nicht ganz so mächtig wie die der Hexe sind, ist es zur Abwechslung doch ganz gut, wenn man auch weiß, dass ein Gegengift im kritischen Moment tatsächlich das Gift neutralisiert, anstatt Flügel wachsen zu lassen.

Besondere Fähigkeit: Keine. Die ISTJ-Alchemistin ist einfach ein bisschen langweilig, aber sie findet das total in Ordnung. Ihre Bomben machen das wieder wett, wer braucht da besondere Fähigkeiten?

ISFJ– Kleriker
Der ISFJ-Kleriker dient seinen Schutzbefohlenen mit solcher Hingabe, dass es erstaunlich anmutet, dass seine Gottheit für ihn sogar noch über seinen Gefährten steht. Seine Tugendhaftigkeit steht dem des Paladin in nichts nach, doch anders, als sein kampfeslustiger Glaubensbruder, meidet der ISFJ-Kleriker es, im Mittelpunkt zu stehen und gibt sich damit zufrieden, im Stillen dort zu helfen, wo er kann. Gerade für seine natürliche Bescheidenheit – und natürlich auch für seine Heilkünste – schätzen ihn seine Gefährten sehr.

Besondere Fähigkeit: „Der Kuchen“ – Der ISFJ-Kleriker kann zwischen den Abenteuern Kuchen backen und in einer geeigneten Tupperware mitnehmen. Gerne teilt er ihn mit seinen Freunden und die ganze Gruppe regeneriert für die Rast doppelt so viele Gesundheitspunkte.

ESFJ– Gastwirtin
Die ESFJ-Gastwirtin ist viel zu verantwortungsvoll, ihre Schenke einfach unbehütet stehen zu lassen, aber da sie ständig von Abenteurern umgeben ist, kann man sie schon fast zu einer der ihren erklären. Und in gewisser Hinsicht – die Taverne vor all den liebenswürdigen, aber raufsüchtigen, diebischen, lauten, betrunkenen und mitunter wirklich gefährlichen Abenteurern zu schützen, das ist mindestens genau so gefährlich, wie eine Drachenjagd. Aber die ESFJ-Gastwirtin macht das gerne. Sie weiß, womit sie jeden einzelnen ihrer Gäste zufrieden stellen kann, hat immer ein volles Lager und mit all den Geschichten, die sie zu hören bekommen hat, steht sie mit ihrer Erzählkunst mit dem Barden in einer freundschaftlichen Konkurrenz.

Besondere Fähigkeit: „Ihr räumt das aber wieder auf, ja?!“ – Mit einer erfolgreichen Charismaprobe gelingt es der Gastwirtin doch tatsächlich, ihre Kunden dazu zu bringen, den Saustall, den sie verursacht haben, auch wieder aufzuräumen.

ENFP– Hexe
Warum fliegt die ENFP-Hexe auf einem Besen umher? Weil sie es kann. Und weil es lustig ist. Und weil man so viel von der Welt sehen kann. Und ihre mächtigen Tränke? Mehr oder weniger Zufall. Ihr war eben danach, mal einen Cocktail aus Krötenaugen, Graberde und Minotaurenhoden zu trinken. Wer hätte wissen können, dass sie sich dadurch unsterblich in einen dieser Abenteurer verlieben würde? Aber so etwas passiert ihr auch ohne Zaubertrank. Wer mit der ENFP-Hexe reist, hat das Abenteuer bereits gefunden.

Besondere Fähigkeit: „Emotionen über Logik“ – Mit einem mächtigen Eventualitäts-Zauber durchbricht die Hexe jegliche Naturgesetze (oder interpretiert sie um) und verbiegt so die Essenz der Realität zu ihrem Vorteil. Dadurch verwandeln sich Pfeile in Bonbons, Säbelzahntiger in Nyan Cats und alle Anwesenden haben auf einmal eine invertierte Persönlichkeit – leider erträgt eine ISTJ-Hexe solche chaotischen Zustände nicht lange, dass dieser entsprechend schnell wieder aufgehoben wird.

INFJMönch
Askese und Leidenschaft. Übermenschliche Ideale und Bescheidenheit. Friedfertigkeit und Tödlichkeit. Der INFJ-Mönch wahrt die Balance zwischen all diesen Eigenschaften. Er ist selbst diszipliniert und weise. Weltfremd? Nein. Nur zurückgezogen. Er weiß nur zu gut, wie seine Zeitgenossen ticken und ist erstaunlich umgänglich für einen einsamen Eremiten. Er verschreibt sich nur Idealen, die weit über das physische Auge hinausgehen und verfolgt sie mit besonnender Hartnäckigkeit.

Besondere Fähigkeit: „Serenität des Wassers“ – Der INFJ-Mönch konzentriert sich auf seine Meditationstechnik und alles um ihn herum verschwindet und wird angesichts der wirklich wichtigen Dinge des Universums irrelevant. Ein Speer in seiner Seite? Egal, macht ihm nichts. Gefährten, die ihm ständig mit demselben Gelaber auf die Nerven gehen? Egal, sie werden schon klar kommen. Besonders hochstufige Mönche können Monate in diesem Zustand verbringen und müssen derweil nicht einmal Nahrung zu sich nehmen.

Ich ziehe mich zurück

Kürzlich habe ich die Meinung eines Parteikollegen, die er in seinen WhatsApp-Status gestellt hat, in Frage gestellt. Es kam eine erboste Antwort, man sei enttäuscht über meine Haltung und bevor ich meine Position überhaupt rechtfertigen konnte, wurde ich geblockt.

In einer anderen WhatsApp-Gruppe habe ich ebenfalls die Einstellung eines anderen Mitglieds in Frage gestellt, ich wurde zwar nicht geblockt, aber es wurde laut geblökt, nicht nur im Gruppenchat, auch über andere Wege habe ich von verschiedenen Teilnehmern, nicht nur vom Betroffenen, gesagt bekommen, wie wenig sie von mir hielten. Auf meine Argumentation wurde dabei leider nicht eingegangen.

Aber auch abseits des digitalen Raumes habe ich häufiger zu spüren bekommen, wie dünnhäutig mein Umfeld geworden ist. Oder sind meine Meinungen und Ansichten tatsächlich anstößig und gehören verboten? Bin ich eventuell tatsächlich ein viel zu anstrengender Mensch, der sich ändern sollte, um besser in die Gesellschaft zu passen, sich geschmeidiger einfügen zu können?

Diesen Beitrag widme ich in erster Linie den Gruppen, von denen ich jetzt erstmal Abstand nehmen möchte und versuche, mich und die Situation zu erklären. Ich will mich hierbei an zwei Regeln halten: erstens möchte ich niemanden in ein schlechtes Licht rücken, weshalb ich keine konkreten Beispiele nennen werde, die in entsprechenden Personenkreisen vorkamen. Zweitens, und da kann man jetzt von der Bibel halten, was man will, aber ich möchte als Leitfaden für diese Reflexion eine Bibelpassage nutzen:

1 Korinther 13:4-7

Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.

„Ich ziehe mich zurück“ weiterlesen

Die Hitler-Frage

Da dieser Blogeintrag immer mal wieder einigen INFJs sauer aufstößt, wollte ich noch mal ein paar allgemeine Worte dazu abgeben. Nicht, um meine These zu untermauern, dass Hitler ein INFJ ist, ich denke, ich habe sowohl im Beitrag an sich, als auch in den Kommentaren dazu schon genug Erklärung geboten, sondern auch dazu, warum ich überhaupt diesen kontroversen Beitrag geschrieben habe.

Ich will etwas anderes bieten, als die „Jeder Persönlichkeitstyp ist toll und kann das und das gaaanz, ganz prima!“
Es gibt so viel Lobhudelei in Persönlichkeitsbeschreibungen und es macht es auch irgendwo Sinn, dass viele Seiten versuchen, die 16 Typen als besonders toll darzustellen, die zwar natürlich auch ihre Schwächen haben, man aber so noch gerade so akzeptieren kann. Auch als sensibler Typ, dass z.B. dem INFJ, der gerade gestresst von der Arbeit nach Hause kommt, sowohl von Arbeitskollegen als auch von sich selbst fertig gemacht wurde, der Beitrag auch gefällt und etwas Erbauliches hat. Die Seiten wollen gefallen und daran ist an sich nichts Falsches. Dass sie vornehmlich positiv porträtieren ist verständlich und hat auf jeden Fall seine Berechtigung.

Und trotzdem werdet ihr mich hier nicht sagen hören: „Der INFJ ist ein ganz toller Persönlichkeitstyp“. Ich bin mit zwei INFJs befreundet, einer dieser INFJs gehört zur engeren Familie. Ich bin weit davon entfernt diesen Typ in irgendeiner Hinsicht „weniger zu mögen“, als andere.

Wie oben erwähnt, gibt es bereits zu Genüge die Standard-Beschreibungen der Typen. Ich hätte jetzt noch so eine weitere Beschreibung raushauen können und ausschließlich generell als positiv wahrgenommene Persönlichkeiten als Beispiel nehmen können. Dann wäre dieser Blog eben ein weiterer wie jeder andere auch, der sich mit dem Thema befasst. Ich halte die Frage, welcher Typ denn nun Hitler war, für eine spannende und meines Erachtens nach war er eben nun mal ein INFJ. Es gibt zahllose Diskussionen zu diesem Thema im Internet und Hitler=INFJ ist, wenngleich die populärste, nicht die einzige Theorie. Schön und gut. Ich bin mit der Herangehensweise vorgegangen, mal eine historisch negativ behaftete Figur zu typen und dann war das nach meiner Ansicht eben ein INFJ. Wäre es in meinen Augen ein INFP oder ein ESTJ gewesen, hätte ich den Beitrag genauso geschrieben.

Wenn überhaupt, könnte man mir unterstellen, Antipathien gegenüber meinem eigenen Typ zu hegen, wenn man danach geht, wie häufig ich mich kritisch über bestimmte Typen äußere. Ich schreibe eine ganze Blog-Serie über die Unzulänglichkeiten und Problemfelder von INTPs. Vielleicht sollte ich genau das selbe auf INFJs bezogen machen. Ich wäre sicherlich enorm in der Kommentarsektion beschäftigt ;P

Mich interessieren vor allem die dunklen Seiten der Persönlichkeitstypen, ich glaube auch, dass es einen größeren Mehrwert hat, sich verstärkt damit zu befassen, sobald man verstanden hat, was die Stärken der Typen sind. Meiner Meinung nach sind meine Typenbeschreibungen immer noch relativ „vanilla“, weshalb ich auch plane, demnächst eine Art Reboot-Serie zu schreiben, die sich ausschließlich mit den negativen Seiten und Potenzialen der Typen befasst. Wer sich jetzt also schon irgendwie angegriffen fühlt, sollte das dann eventuell nicht lesen, aber wisst bitte, dass ich wirklich ernsthaft versuche, jeden Typ als gleichwertig darzustellen. Ich bin (glaube ich) auch nur ein Mensch und möglicherweise tauchen hier und dort auch persönliche Antipathien auf (an denen ich versuche, zu arbeiten), aber offen und ehrlich: wenn, dann nicht gegen INFJs. Und bitte keine Spekulationen über die anderen 15 Typen.

Auf die Gefahr hin, dass ich mit diesen letzten Zeilen, die ich direkt an die werten INFJs richte wieder viele erboste Kommentare ernte: Ich habe nun mal den Eindruck, dass ihr schnell das Gefühl bekommt, euch rechtfertigen zu müssen (etwas, was ich mit euch teile) und euch schnell angegriffen fühlt. Gleichzeitig gehört ihr aber auch zu einem Großteil meiner Leserschaft, alleine, weil sich vor allem INFJs für MBTI-Theorien interessieren, was dementsprechend natürlich schon Reibungen vorprogrammiert, da ich mich sehr kritisch ausdrücke und gleichzeitig einen Hang zu einer gewissen Spitzzüngigkeit habe. Schneidet euch bitte nicht daran, es ist nicht persönlich. Ich kenne euch ja nicht einmal. Wenn euch etwas nicht gefällt, dann erklärt mir bitte genau – mit Zitierung – was ihr meint und ihr könntet mir dadurch helfen, mich vielleicht etwas einfühlsamer auszudrücken. Möglicherweise werde ich es als übersensibel empfinden, möglicherweise werde ich euch recht geben und entsprechende Änderungen vornehmen. Ich schätze euch und dass ihr euch die Zeit nehmt, meinen Blog zu lesen und euch mit mir auszutauschen, aber wenn es euch zu sehr aufwühlt, dann tut euch selbst den Gefallen und lasst es fürs Erste.

Die herausragendsten (eher positiven) Eigenschaften der 16 Typen

Häufig gibt es zwischen den 16 Typen Überschneidungen bei Qualitäten und Schwächen. Aber welche sind die Eigenschaften, die bei den Typen jeweils ausgeprägter sind, als bei allen anderen? Mit diesem Thema habe ich mich auseinandergesetzt und bin zu interessanten (und streitbaren) Schlüssen gekommen. Natürlich sind die Eigenschaften nicht exklusiv – auch ein INFJ kann höflich und ein ESFP abenteuerlustig sein, aber hier soll es wirklich um die jeweilige Nummer 1 gehen: auf welchen Typen trifft diese Eigenschaft am meisten zu?

ISTJ: Gründlich
Wenn ein ISTJ eine Aufgabe annimmt, wird er ihr in der Regel aufs Wort genau nachgehen. Kaum ein Typ hat solch ein Auge für Details, wie ein ISTJ. Mit dem typisch starken Pflichtbewusstsein ausgestattet wird der ISTJ auch bei langwierigen Aufgaben Kleinigkeiten beachten. Für ihn gibt es kein „ein bisschen falsch“, sondern nur ein „korrekt erledigt“ oder „unfertig“.

ESTJ: Fleißig
Vielleicht nicht ganz so gründlich, aber dafür umso eifriger, wird ein ESTJ sich an die Arbeit machen. Dieser Typ hat vielleicht nicht immer ein langfristiges Ziel vor Augen, aber wenn er sich etwas vorgenommen hat, dann wird es auch durchgezogen – und wenn noch so viel Schweiß und Tränen fließen müssen. Work hard, play hard.

ISFJ: Höflich
Immer darauf bedacht, niemandem auf den Schlips zu treten, überlegen sich ISFJs in aller Regel zweimal, welche Worte in welcher Situation am angemessensten sind. Von allen Typen kennen sie sich in der Regel am besten mit sozialer Etikette aus und verstehen es wie kein anderer, anständig und respektvoll und zugleich herzlich zu sein.

ESFJ: Hilfsbereit
Bei vielen ESFJs könnte man meinen, dass „Helfen“ für sie ein ganz allgemeines Hobby ist. Selbst, wenn für sie nichts (außer einem guten Gefühl im Herzen) dabei herausspringt, werden sie Umwege gehen, um auch fremde Menschen zu unterstützen. Wenn es sich bei den Hilfsbedürftigen dann auch noch um Freunde/Familie handelt, kennt ihre Selbstlosigkeit nur wenige Grenzen.

INTJ: Ehrgeizig
Kaum ein Typ steckt sich so hohe Ziele wie der INTJ. Vielleicht haben sie nicht dieselbe Energie wie ESTJs oder ENTJs, aber ihre Ausdauer, an einem Ziel festzuhalten, das andere möglicherweise noch gar nicht begreifen können und ihre sorgfältige Planung, wie ihre anspruchsvollen Maßstäbe zu erreichen sind, machen das mehr als wett.

ENTJ: Willensstark
Durchsetzungsfähig, autoritär und optimistisch sind ENTJs nicht selten geborene Führungspersönlichkeiten. Sie sind Meister darin, die Effizienz in anderen Menschen und Dingen einordnen und so einsetzen zu können, dass ihr Vorhaben verwirklicht werden kann. Man kann sich über die Sinnhaftigkeit ihrer Ziele streiten, aber zumindest werden sie eines: erfüllt.

INFJ: Visionär
Ähnlich wie INTJs stecken sich INFJs anspruchsvolle Ziele, jedoch sind die der INFJs von eher transzendenterer und idealistischerer Natur. Sie sehen die Zusammenhänge vor allem in gesellschaftlichen Aspekten und verbinden ihren Weitblick mit ihrer Fähigkeit, Stimmungen aufzugreifen und sich zu Nutze zu machen. Ihre Pläne gehen weit über ihre eigene Person hinaus.

ENFJ: Motivierend
ENFJs sehen das Beste in ihren Mitmenschen und brauchen diesen Blogpost dementsprechend wahrscheinlich gar nicht. Nicht nur das, sie sind auch besonders fähig darin, die Stärken in anderen zu aktivieren, zu fördern und in die richtigen Bahnen zu weisen, indem sie mit ihrem Optimismus von den Schwächen ablenken und die Gedanken auf ein gemeinsames Ziel richten.

ISTP: Cool
Wenn alles in Flammen steht, in Chaos versinkt und Panik ausbricht, werden ISTPs immer noch einen kühlen Kopf bewahren. Kaum etwas lässt sie aus der Ruhe bringen. Während selbst ISTJs bei nie dagewesenen Konflikten ins Schwitzen geraten, sehen ISTPs darin häufig eher eine Herausforderung. Analysieren, anpacken, überwältigen – fertig. Niemand macht das so lässig wie ein ISTP.

ESTP: Mutig
Während andere Risiken eher aus dem Weg gehen, sucht der ESTP danach. Anpassungsfähig und aufmerksam finden ESTPs besser als jeder andere Persönlichkeitstyp selbst in turbulenten Situationen die vielversprechendsten Möglichkeiten und gehen auch direkt darauf ein. Andere gehen vielleicht überlegter vor, aber wohin sie auch gehen: ein ESTP war immer vor ihnen da.

ISFP: Verspielt
Es gibt zwar mit Sicherheit Typen, die als schrulliger gelte, aber mit verspielt beziehe ich mich darauf, dass ISFPs am ehesten in den Aktivitäten, die sie tun, eine Art Spiel, schon fast eine Art Hobby-/Freizeitbeschäftigung sehen können. So können sie selbst für die banalsten Dinge eine kindliche Freude aufbringen und sich immer wieder auf neue „Abenteuer“ einlassen und ihren Horizont erweitern.

ESFP: Ausdrucksstark
Man könnte es auch als „natürliches Charisma“ bezeichnen: ESFPs verstellen sich (in der Regel) nicht, sondern bringen ihre Gefühle ganz authentisch nach außen. Man muss nicht einmal die selbe Sprache wie sie sprechen, alleine schon mit Ton, Gestik, Mimik und Körperhaltung können sie ihre Emotionen nach außen kanalisieren – nicht selten findet man ESFPs daher auch auf der Bühne vor.

INTP: Skeptisch
INTPs sind bekannt dafür, kritische Fragen zu stellen – zum einen, weil sie sich tatsächlich interessieren und zum anderen, weil sie sich trauen, auch gesellschaftlich sensiblere Themen anzusprechen. Dabei bleiben sie in der Regel objektiv nüchtern und können dadurch auch sehr reflektierte und unvoreingenommene Entscheidungen treffen.

ENTP: Listig
ENTPs sind Meister darin, Fakten plausibel umzuinterpretieren und die Wahrheit so sehr zu verbiegen, ohne, dass man ihnen anhängen könnte, zu lügen. Kombiniert mit ihrem Einfallsreichtum und ihren (nicht nach außen offensichtlichen) empathischen Fähigkeiten macht das ENTPs zum listigsten aller Typen.

INFP: Eigenartig
Während man „eigenartig“ vielleicht nicht allgemein als eine positive Beschreibung durchgehen lässt, tun das INFPs schon: sie wollen nicht so sein, wie andere und tun das auch sehr erfolgreich. Eines kann man von INFPs dementsprechend nicht behaupten: dass sie so sind, wie alle anderen und nur eine billige Kopie. INFPs stehen dazu, wer sie sind, so seltsam sie auch sein mögen.

ENFP: Mitreißend
ENFPs haben ein sensibles Gespür für Möglichkeiten – ob sie jetzt praktisch umsetzbar sind oder nur Traumschlösser sind, ihre Fantasie hat einen ansteckenden Charakter, dem man sich nur kaum entziehen kann. ENFPs haben ein Händchen dafür, selbst in ihren nüchternsten Mitmenschen einen Funken von Interesse für Neues zu wecken.

Als die xSxJ’s das Internet überfielen

Ein kurzes Vorwort: diesen Blogbeitrag widme ich Marcel, der SJs über alles zu hassen scheint. Allerdings – auch, wenn ich hier sehr kritisch über vier Persönlichkeitstypen schreibe, ich will hier nicht die Gesamtheit aller SJs über einen Kamm scheren oder diese Persönlichkeitstypen generell schlecht reden. Ich beziehe mich hier nur auf bestimmte Phänomene im Internet, die mir einfach schon sehr häufig aufgefallen sind.

Das Internet war, soweit ich mich als Digital Native daran erinnern kann, immer ein skurriler, wundersamer Ort voller Absurditäten, fragwürdiger Informationen (willkommen auf meinem Blog!) und schrulliger Gestalten. Dass es so zu einem solch unglaublich hasserfüllten internationalen Jammerkasten wurde, ist jedoch eine Entwicklung, die sich meiner Beobachtung nach erst in der vergangenen Dekade vollzogen hat. Ich will mich jetzt nicht auf politische Instrumentalisierungen des Internets mit Pepe dem Frosch und Trump festbeißen, sondern, damit auch politisch uninteressierte mitlesen können, auf den Bereich der Unterhaltungsmedien. Um genauer zu sein, auf Star Wars und Game of Thrones konzentrieren, um ein gutes Beispiel für die Entwicklung des WorldWideWebs zu haben.

Es sei gesagt, dass ich kein großer Fan der Prequel-Trilogie von Star Wars (Episode I-III) bin und tatsächlich auch selbst zu den unerträglichen Leuten gehöre, die sagen: „Die OT (Episode IV-VI) ist immer noch am besten!“, sowie „A Song of Ice and Fire, also die Bücher auf denen Game of Thrones basiert, sind viel besser als die Serie!“ und „Ab Staffel 5 hat GoT sowieso sehr an Qualität verloren, weil es jetzt nicht mal mehr auf den viel besseren Büchern basiert“. ABER. Interessanterweise gehöre ich auch zu den Leuten, welche die neuen Star Wars Filme, sowie die jüngsten Game of Thrones Folgen in Schutz nehmen.

Und ich will dabei jetzt auch gar nicht so sehr auf meine persönlichen Gründe eingehen, warum irgendetwas aus genannten Filmen/Serien gut oder schlecht ist, das können wir gerne auf die Kommentarsektion verlegen, sondern auf die Beobachtung des Verhaltens im Internet. Insbesondere Episode 8 – The Last Jedi erregte bei vielen „Fans“ großen Unmut. Woran lag das nun? Es gibt hunderte von Videos auf YouTube, in denen wütende Vlogger sich beschweren, wie ihre Kindheit/Jugend in dem Film auf einmal auseinander genommen wird. Es gibt viele Gründe, warum das so ist, aber einer der meistgenannten ist der Folgende. Achso. Spoilerwarnung. Wer den Krams noch nicht gesehen hat und das noch vorhat, sollte vielleicht nicht weiterlesen. Ansonsten, viel Spaß, unten geht’s weiter.

„Als die xSxJ’s das Internet überfielen“ weiterlesen

Warum Online-(MBTI-)Tests kritisch zu betrachten sind

Das Thema kam in den Kommentaren jetzt schon häufiger vor, daher habe ich beschlossen, einen Beitrag dazu zu verfassen.

Online-Tests zum MBTI sind meistens unsere ersten Berührungspunkte mit dem Thema gewesen, zumindest war es bei mir so. Man liest etwas über diese 16 Typen, ist sich aber in der Regel zunächst zu bequem, sich da wirklich ernsthaft einzulesen – verständlich, da man ja noch nicht weiß, was man überhaupt von diesem ganzen Konzept halten soll.

Meistens liegen die Tests auch nicht komplett daneben, zumindest nicht, wenn man im Nachhinein sagt: „Naja, nur ein Buchstabe hat nicht gepasst“. Ich habe ihn mal als 17-jähriger gemacht, da kam INFP heraus, vergessen und gute drei Jahre später nochmal gemacht und INTJ als Ergebnis erhalten. Zumindest das mit dem introvertiert und intuitiv schien also gestimmt zu haben. Aber das ist auch das Problem – es geht um Buchstaben, nicht wirklich um die Funktionen.

Um mein Problem an meinem Beispiel zu erklären: Mein Testergebnis als INTJ war sich ziemlich sicher darüber, dass ich „I“, „N“ und „T“ war, das „J“ war da schon etwas schwieriger: da ich Tendenzen zur Unordnung habe, aber diese immer wieder angehe und zeitweise „überwinde“, konnte ich – zumindest zu diesem Zeitpunkt – viele Fragen, bei denen es eben um Ordnung geht, eine „J“-Antwort geben – ich war dann ungefähr „53% Judging“ laut Test.

Und hier fängt der Blödsinn meiner Meinung nach an. Die Fragen gehen nur in zwei Richtungen und dazu noch in die Falschen. Nehmen wir ein Beispiel aus der relativ bekannten Seite „16personalities“: „Organisiert zu sein ist Ihnen wichtiger, als anpassungsfähig zu sein.“

Hier kann man nun angeben, wie sehr die Antwort zutrifft, sogar in sieben Abstufungen. Die geben dir aber am Ende einfach nur eine Unterschiedliche Anzahl an Punkten auf dein „J“ oder dein „P“-Konto. Wenn du hier z.B. „Ja +3“ angibst, gibt es einfach 3 Punkte auf dein „J“, wenn du „Nein -1“ angibst, gibt es 1 Punkt auf dein „P“.

Die erste Schwierigkeit, die ich hier sehe, fangen schon da an, dass die Frage falsch interpretiert werden kann. Was genau versteht man hier als anpassungsfähig und in welchem Kontext? Ich hätte jetzt „Ja“ angegeben, weil ich „anpassungsfähig“ aus meinem Bauchgefühl in sozialen Kontext gesetzt hätte, was definitiv nicht der Fall bei mir ist. Ich habe darauf nie sonderlich großen Wert gelegt und kann das auch nicht so gut. Organisiert sein hingegen will ich, auch, wenn ich damit auch hin und wieder Probleme habe. So ausgelegt könnte man sagen, gäbe diese Frage „T“ -oder „F“-Punkte. Jemand anderes könnte die Frage so auslegen, wie sie (wahrscheinlich) gemeint ist: hältst du dich lieber an stramme Abläufe und Routine oder bist du lieber flexibel und entscheidest spontan?

Nehmen wir an, das ist die Interpretation, die sich der Autor gedacht hat, kommen wir zum nächsten Problem: gerade, was „Judging“ und „Perceiving“ angeht, sind wir oft das eine, streben aber nach dem anderen. J-Personen sind zwar oft organisiert, aber sehnen sich danach, manchmal auch einfach mal etwas entspannter zu sein. „P“-Personen leben meistens in den Tag hinein, viele ihrer Konflikte entstehen aber auch aus ihrer laissez fairen Haltung und wenn sie ein wenig reflektiert sind, versuchen sie auch dagegen zu arbeiten. Darüber hinaus bestimmen „J und P“ im Grunde genommen nicht nur über eine Funktion, sondern gleich über alle, weil es letztlich festlegt, ob die Funktionen introvertiert oder extrovertiert sind.

Ich bin ein INTP (eine gute Frage wäre hier: „Wieso bist du dir da so sicher?“, aber dazu später) und habe daher die Funktionen „Introvertiertes Denken“, „Extrovertiertes Intuieren“, „Introvertiertes Empfinden“ und „Extrovertiertes Fühlen.“. Wie erwähnt war mein Ergebnis allerdings „INTJ“, was bedeutet, dass mein Denken extrovertiert, mein Intuieren introvertiert, mein Empfinden extrovertiert und mein Fühlen introvertiert war. Es stimmte also keine einzige Funktion. Dieser kleine Buchstabe „J“ machte also im Grunde genommen alles falsch.

Das dritte Problem ist die Sache mit der Ehrlichkeit. Am Ende sind zwar alle Typen gleich viel wert und keiner ist besser als der andere (nur subjektiv, nicht wahr, Marcel?), aber viele Leute sind doch sehr stark durch ihr Umfeld und ihre Geschichte geprägt, wenn es um Tugenden geht. Wenn man in einer Familie aus Geisteswissenschaftlern aufwächst, ist es sehr gut möglich, dass vor allem intuitive Funktionen geschätzt und gefördert wurden, wenn man vor allem Sportler als Freunde hat (warum auch immer, vielleicht gab es einfach zufälligerweise keine anderen), kann man wiederum den Eindruck vermittelt bekommen, extrovertiertes Empfinden sei „die wichtigste Funktion“. Man könnte noch weitere Beispiele aufführen, aber ich denke, der Kern der Problematik ist klar: wenn wir die Fragen beantworten, kann es sein, dass wir in bestimmte Richtungen tendieren zu antworten, weil wir (eventuell unterbewusst) das Gefühl haben, unsere Gesellschaft will, dass wir uns nach einem bestimmten Schema verhalten und dem beugen wir uns – oder auch nicht und wir klicken genau deshalb das andere Ergebnis an, selbst, wenn es eigentlich falsch ist.

Jetzt brennt wahrscheinlich die Frage: wie soll es denn dann gehen? Durch ein Verstehen der acht Funktionen. Dadurch werden im Grunde genommen die drei Probleme umgangen. Man hat hier eigentlich gar keine Möglichkeit, die Funktionen in falschem Kontext zu sehen, weil sie allgemeingültige Konzepte sind. Klar, wenn du z.B. ein ENFP bist und dich über die denkenden Funktionen informierst, dann könnte es sein, dass du beide komisch findest, dich bei beiden gleichermaßen wiederfindest oder eben überhaupt nicht, aber spätestens, wenn du über extrovertiertes Intuieren, deine erste Funktion liest, sollte der große: „Moment Mal, das bin doch ich!“-Effekt kommen. Ich bin jetzt einfach mal so arrogant und behaupte, wenn man jeden meiner Artikel über die einzelnen Funktionen gelesen hat und sich in keinem davon verstärkt wiederfinden konnte, dann man die ganze Sache mit den Funktionen noch nicht richtig verstanden.

So ging es mir dann auch, als ich immer wieder „INTJ“- und „INTP-„Ergebnisse, je nach Tagesform erhielt und daraufhin einfach mal Jungs‘ „Typologie“ gelesen habe: ich habe festgestellt, dass ich bei der Beschreibung von introvertiertem Denken ständig kichern musste, weil es so zutreffend war und bei der Beschreibung von extrovertiertem Denken häufiger die Nase rümpfen musste, weil mir die Art, so zu urteilen überhaupt nicht zusagte. Wohlgemerkt habe ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gewusst, welche Funktion mit welchem Typ genau verknüpft war, ich habe also bewertet, aber nur die Funktion an sich, nicht in irgendeinem voreingenommenen Kontext.

Wenn man eine Funktion entdeckt hat, die wie die Faust aufs Auge passt, ist der Weg zur vollständigen Analyse nicht weit – war es eine introvertierte Funktion, ist die zweite eben extrovertiert und andersherum, selbes gilt für urteilend und wahrnehmend. In meinem Fall gab es also nur noch zwei Optionen für meine zweite Funktion, die da waren: extrovertiertes Intuieren und extrovertiertes Empfinden, was mir sehr leicht viel, zu sagen, was eher auf mich zutraf. Ein ehemaliger Bandkollege (ESTP) hat öfters mal die Bemerkung und Anspielung zu Obelix, der als Kind in den Zaubertrank gefallen ist, fallen lassen, ich sei als Kind in einen LSD-Topf gefallen, weil ich ständig so „seltsame Ideen“ hätte – bei der Anekdote will ich noch erwähnen, dass Fremdwahrnehmungen zwar nicht immer treffend sein müssen, aber die Eigenwahrnehmung in vielen Fällen gut ergänzen können. Ich habe als Kind schon immer gerne eigene (Karten-)Spiele entwickelt, Romane geschrieben und Musikstücke komponiert, was eher weniger für extrovertiertes Empfinden steht – hätte ich das gehabt, wäre ich wohl viel mehr draußen gewesen, Sport gemacht und hätte zwar vielleicht nicht unbedingt Musikstücke komponiert, aber dafür bei meiner Leidenschaft für Musik wahrscheinlich viel mehr gespielt.

Wenn die beiden Funktionen und ihre Reihenfolge geklärt sind, ist automatisch auch der Typ geklärt. Die Methode ist natürlich auch nicht perfekt und man kann immer noch ziemlich daneben liegen (TI/FI und TE/FE sind erfahrungsgemäß häufig noch Unsicherheitsquellen in der Selbstanalyse, da sich diese Funktionen ähnlicher sind, als man annehmen würde), aber man fährt sicherer als bei ominösen Onlinetests, die auf sehr viele verschiedene Weisen ausgelegt werden können und hinterher eigentlich noch nichts erklärt haben.

Ich fürchte, ich habe noch nicht alles abgedeckt, aber dafür gibt es ja die Kommentarfunktion. Gerne lasse ich mich – wie immer – auf Diskussionen mit euch zu diesem Thema ein 😉

Intovertiertes Fühlen

Dieser Blogeintrag ist anders. Denn er wird nicht von Sam, sondern von mir,
seiner Frau geschrieben. Das ist auch der Grund dafür, dass er erst so spät
auftaucht. Sam dachte aber, dass es passender sei diesen Eintrag von einem
introvertierten Fühler schreiben zu lassen, in diesem Fall von einer INFP.
Introvertiertes Fühlen, oder kurz FI (englisch: Feeling Introverted) ist die
Funktion, welche sich auf die eigene Emotionalität bezieht. Sie ist am meisten
ausgeprägt bei den Typen ISFP und INFP und steht an zweiter Stelle bei den
extrovertierten Pendants: ESFP und ENFP.

Individualität des FI

„Menschliche Leidenschaften haben mysteriöse Wege, bei Kindern und
Erwachsenen. Diejenigen, die von ihnen betroffen sind, können sie nicht erklären,
und diejenigen, die sie nicht kennen, haben gar kein Verständnis dafür.“
-Michael Ende, Die Unendliche Geschichte

Das schwierige daran FI zu erklären ist, dass jeder Introvertierte Fühler sein
eigenes FI so individuell wahrnimmt. Es fällt Ihnen daher schwer ihre Gefühle
nach außen zu übersetzen. Das heißt nicht, dass sie keine Emotionalität nach
außen tragen. Emotionalen Reaktionen können sehr heftig und überraschend,
sowohl für den Gegenüber als auch für den FI’ler selbst, herausbrechen. Es
genügt FI’lern aber häufig nicht einfach zu sagen: „Ich bin traurig“. Viel eher
wird er oder sie ihren Gemütszustand vielleicht beschreiben mit: „Heute fühle
ich ich mich als wäre es ein grauer Herbsttag. Eigentlich noch nicht richtig
kalt, aber weil es so farblos ist, friert man trotzdem.“ So wie im oben
angeführten Zitat von Michael Ende fällt es schwer, sich dem introvertierten
Fühlen zu nähern, das eher einem Flaschengarten, einem geschlossenen
Ökosystem ähnelt. Darin wachsen Leidenschaft, Moralvorstellungen und
Mitgefühl.
Dieses Ökosystem macht jeden FI’ler sozusagen zu einer eigenen Kreatur. Die
in seinem Innern verankerten Moralvorstellungen kann der FI’ler selbst so
schwer überwinden, wie ein Fisch einen Baum hochklettern kann. Zwar
werden manche von ihnen durch Lebensumstände dazu gezwungen ihren,
oftmals sehr anspruchsvollen Moralkodex zu verbiegen. Das stellt für sie
jedoch einen enormen emotionalen Stress dar.
Gleichzeitig entfacht FI aber auch das, was man als Leidenschaften bezeichnen
kann. Das kann eine ausgeprägte Liebe zu Romanen, Märchen und
Lyrik (typisch für INFP) oder zur Kunst, Tanz, Musik (typisch für ISFP) sein.
Neben diesen dem Klischee entsprechenden Beispielen kann FI aber auch
Leidenschaft für alle möglichen Themen entwickeln. Selbst für Dinge, die
anderen absolut mondän erscheinen. So kenne ich etwa eine ISFP, die sich für
Metallbearbeitung begeistert. Für die glänzenden Formen und wie
unterschiedlich Materialien sich verhalten, wenn sie aufeinander treffen. Sie
könnte tagtäglich darüber sprechen, wie kleinste Zahnräder sich in einer
Maschine bewegen und sich dann ein Fräser über mehre Ecken zu ihnen
bewegt. An sich könnte man sagen, es sei ein recht uninteressantes Thema.
Aber ihre Faszination, wenn Sie darüber spricht. lässt mich immer gespannt
zuhören.
Man könnte also vielleicht sagen, das man FI in einer Person am Besten
beobachten kann. wenn man sie über ihre Leidenschaften sprechen oder sie
direkt ausleben lässt.

Ähnlichkeit zu Introvertiertes Denken
Introvertiertes Denken nimmt die sachlichen Kategorien, mit der unsere Welt
oberflächlich geordnet wird auseinander und prüft sie auf ihre logische
Konsistenz. Introvertiertes Fühlen nimmt die gesellschaftlichen Kategorien
mit der unsere Sozialstruktur oberflächlich geordnet ist auseinander und prüft
sie auf ihre moralische Konsistenz. Insofern haben TI und FI eben doch viel
gemeinsam. So zum Beispiel, dass sie von ihrem extrovertiertem Gegenpart
gerne als nerviger, pedanter Klotz am Bein wahrgenommen werden.

Unterschied zu extrovertiertem Fühlen
Die größten, schmerzhaften und am längsten andauernden Konflikte hatte ich
nicht mit Denkern, sondern mit FE’lern. Ein FE und ein FI Benutzer können
jahrelang Bekannte, Freunde, ja sogar Familienmitglieder sein ohne, dass ein
Konflikt zwischen ihren entsteht. Wenn allerdings der Tag kommt, an welchemder
ahnungslose FE’ler über die unsichtbare Grenze der Moralvorstellung des
FI’lers tritt, wird er sich wohl vorkommen, als sei er gerade auf einer Tretmine
gelandet. Nun wird diese extrovertierte Person unverständlich reagieren, wenn
ihr sonst so einfühlsames, ruhiges und aufopferungsbereites Gegenüber sich
in eine Art wilde Bestie verwandelt, die einen bestimmten Standpunkt
bitterlich verteidigt, ohne auf die Gefühle irgendeiner anwesenden Person zu
achten. Das passiert, wenn ein FI’ler bisher nur nebulöse oder gar keine
Informationen über bestimmte Teile seiner inneren Gefühlswelt preisgegeben
hat.
Es kann aber auch zu Problemen zwischen FI und FE kommen, wenn offen
über Gefühle, Leidenschaft, Moral und Empathie gesprochen wird. Das liegt
daran, dass FI und FE sich wie magnetische Pole verhalten, die an sich beide zu
einem Gegenstand gehören, sich aber gegenseitig abstoßen. Sowohl FI als
auch FE fühlen intensiv mit anderen Menschen. Während FE sehr gut darin ist,
die Stimmung in Gruppen aufzufassen und zu verändern, kann sich FI in einen
einzelnen Menschen quasi hinein graben und dabei alles andere ausblenden.
FE versteht unter Aufopferungsbereitschaft individuelle Bedürfnisse zu
Gunsten der Gemeinschaft zurückzustecken. FI versteht darunter, mit aller
Kraft Gemeinschaft aufzubrechen, wo sie dem einzelnen keinen Freiraum für
Individualität lässt. Der Albtraum von FE ist, dass jeglicher sozialer
Zusammenhalt verloren geht und die Welt im Chaos versinkt (zB. „The Road“
von Cormac McCarthy). Dagegen ist die absolute Horrorvorstellung von FI ein
totalitärer Überwachungsstaat in dem kein Patz für Individualität bleibt (zB.
„1984“ von George Orwell.)

Ist FI egozentrisch?
Das werden FI Benutzer nicht gerne hören. Auch ich habe lange Zeit mit der
ehrlichen Antwort auf diese Frage gekämpft. Denn ja, FI ist egozentrisch. Und
wie! Lasst mich erklären.
Wie alle introvertierte Funktionen ist FI zutiefst subjektiv. Am leichtesten fällt
es mir vielleicht, introvertiertes Fühlen mit einer kleinen Analogie zu beschreiben. In unserem Wohnzimmer hängen mehrere Akustikgitarren. Wenn über unsere Boxen ein
bestimmter Ton abgespielt wird, gibt es in diesen Gitarren eine Resonanz und
sie beginnen selbst zu schwingen. Dabei geben sie einen eigenen Ton von sich
der natürlich von ihrem eigenem Resonanzkörper geprägt ist. Er wurde zwar
durch die Boxen ausgelöst, was aber in ihm für ein Ton entsteht, ist etwas ganz
eigenes.
Ähnlich verhält es sich mit FI. Es greift Gefühle auf, nimmt sie wahr und
reagiert darauf. Was FI dann aber fühlt, sind eigene Gefühle, nicht die des
Anderen. Daher kann FI auch nur Fühlen, was innerhalb der eigenen Palette
von Gefühlen existiert und reagiert mit völligem Unverständnis darauf wenn
jemand anders etwas fühlt, das außerhalb dieser Palette liegt (besonders oft
kommt das bei tertiären und quartären FI’lern vor). Da introvertierte
Fühler (primäre und sekundäre) zwar häufig eine sehr ausgeprägte Gefühlswelt
aufweisen, fällt das nur selten auf. Wenn es jedoch passiert, ist der Fall häufig
umso gravierender, da von ihnen eine ausgeprägte Einfühlsamkeit erwartet
wird.
Was ist daran egozentrisch? Nun, im Grunde genommen wird ein FI Benutzer
im Zweifelsfall zunächst seine eigenen Gefühle wahrnehmen. Wenn, um auf das Beispiel mit der Gitarre zurückzugreifen, das Instrument bereits selbst schwingt, wird es nur schwer einen anderen Ton resonieren können. Außerdem neigen introvertierte Fühler
dazu, wortwörtlich alles, was ihnen ein anderer Mensch erzählt, an sich selbst
und den eigenen Erfahrungen zu messen. In diesen Situationen zeigt sich die
egozentrische Natur eines FI Benutzers deutlich.
Warum haben FI Benutzer ein Problem damit egozentrisch zu sein? Das liegt
daran, was introvertierte Fühler eigentlich erreichen möchten.

Was wünscht sich FI?
Introvertiertes Fühlen möchte in erster Linie das eigene Fühlen entdecken und
ausleben. Gleichzeitig möchte es dieses Fühlen dann in der Welt für sich und
andere teilen und sichtbar machen. Es strebt aber nicht nur nach der eigenen
Individualität, sondern möchte diese auch in Anderen unterstützen. Wenn nun
also behauptet wird FI sei egozentrisch, stößt das introvertierten Benutzer aus
diesem Grund natürlich sauer auf. Denn sie möchten zwar einen Platz für ihre
eigene Gefühlswelt einnehmen, aber sie wollen das auch für andere. Daher ist
FI zwar egozentrisch, das ist aber eine Art unnötiges Übel und ehrlich und
absolut für alle Menschen einen Platz schaffen zu können in dem sie sich als
Ganzes ausleben können. Sie geben also dem Egozentrischen Dasein an sich einen
Sinn.

Nachteile von FI
Bereits angesprochen wurde das Problem von Introvertierten Fühlern, ihr
Innenleben nach außen zu transportieren. Es gibt verschiedene Faktoren die
dieses Problem noch verschärfen. Zum einen haben es vor allem tertiäre und quartäre
FI’ler natürlich schwieriger, ihr FI zu verstehen und zu übersetzen. Zum
Anderen gibt es auch Äußere Einflüsse, die das Problem verstärken können.
Etwa wenn ein Introvertierter Fühler in einem Land aufwächst, in dem seine
Muttersprache nicht gesprochen wird oder seine Art zu kommunizieren (zB.
durch Musik und Kunst), von seinem sozialem Umfeld unterdrückt wird. Sollte
dieses Problem der Kommunikation zu groß werden, kann das bei einem
Introvertiertem Fühler Depressionen oder auch Aggressionen auslösen.
Überhaupt können introvertierte Fühler ihre Gefühle schlecht kontrollieren. So
kann es zu unpassenden Zeiten passieren, dass ihnen der Gesichtsausdruck
entgleist oder ihre Gefühle plötzlich aus Ihnen herausbrechen, wie das Wasser
aus einem berstenden Staudamm. Gerade im professionellem Kontext stellt
das ein großes Hindernis da. Denn im Zweifelsfall werden FI´ler nach einem
solchem Ereignis nicht mehr Ernst genommen. Im schlimmsten Fall gelten
introvertierte Fühler sowohl in ihrem professionellem als auch in ihrem
privaten Umfeld als emotionale Wracks, denen keine Verantwortung anvertraut
werden darf und die selbst eher als ein „Pflegefall“ der Gemeinschaft gelten.

Vorteile von FI
Die Leidenschaftlichkeit von Introvertierten Fühlern ist einzigartig,
unabhängig und authentisch. Diese Eigenschaften machen sie attraktiv und
wirken inspirierend und ansteckend auf Andere. Ihr Introvertiertes Fühlen gibt
vor allem primären und sekundären FI’lern ein Durchhaltevermögen und eine
Integrität, die anderen Persönlichkeitstypen oftmals fehlt. Gerade was Moral
angeht, bleiben Introvertierte Fühler unbrüchig bis zu Äußersten. So war zB.
Sophie Scholl, Mitglied der Weißen Rose eine Widerstandsbewegung im
Dritten Reich, wahrscheinlich eine introvertierte Fühlerin, die ihre
Überzeugung selbst bis zu ihrer Hinrichtung gelebt hat.
FI Benutzer sind von Natur aus oft neugierige Menschen. Sie erkunden ihr
Leben lang ihre eigene Gefühlswelt. Mit derselben Neugier nehmen sie auch
jeden Menschen um sich herum wahr und können daher mit einer ehrlichen
Anteilnahme aufwarten. Dabei müssen sie nicht an den Interessen von
anderen Menschen anknüpfen. Sie sind vielmehr an den Gefühlen über diese
Interessen interessiert, was ihnen quasi universale Möglichkeiten für
menschliche Interaktionen eröffnet.
Introvertiertes Fühlen an den verschiedenen Stellen

Erste/Zweite Funktion FI (ISFP,INFP,ESFP,ENFP)
„Tut mir Leid, dass ich gerade so emotional bin aber ich kann gerade nicht anders.“

„Ich weiß genau was du meinst! Genauso habe ich mich auch gefühlt als ich
damals…“

„Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.“

„Ja, ich weiß, dass es nicht so viel Sinn gemacht hat, aber ich habe mich nun mal danach gefühlt. Lass mich.“

„Das… fühlt sich nicht richtig an. Ich will das nicht tun.“

Dritte/Vierte Funktion FI (ISTJ,INTJ,ESTJ,ENTJ)

„Wenn du was Konkretes brauchst, bin ich für dich da.“

„Das ist dein Projekt, lass dir da nicht reinreden.“

„Ich habe hart für mein Geld gearbeitet. Jetzt ist es nur richtig das ich selber
bestimmen kann was damit gemacht wird.“

„Meine Überzeugungen sind sehr stark, aber ich denke auch nicht häufig über sie nach.“

„Es fällt mir schwer, irgendjemanden bedingungslos zu mögen, sofern er sich nicht zuerst meinen Respekt verdient hat.“

post scriptum
Danke an Alle, die diesen langen Post durchgelesen haben. Wenn ihr noch
Fragen habt, schickt sie gern an Sam. Vielleicht komme ich dazu, nochmal
etwas zu diesem Blog beizutragen. Wie wäre es mit: Mein INFP ist kaputt xD

„Mein INTP funktioniert nicht mehr“ – Warum dieser Persönlichkeitstyp so unorganisiert ist

Ich habe lange Zeit nichts mehr von mir hören lassen – zumindest abseits der Kommentarfunktion, was auch daran lag, dass es bei mir Anfang 2018 Nachwuchs gab, was mein Leben hier und dort ganz schön umgekrempelt hat. In Retrospektive gab mir das auch einige interessante Erkenntnisse.

Ich hätte mich nicht direkt als unorganisiert bezeichnet, aber auf Außenstehende muss ich wohl häufig genau diesen Anschein machen – und da es in dieser Serie vor allem um die Fremdwahrnehmung von INTPs geht, was davon tatsächlich wahr ist, woran es liegt und was man dagegen tun kann, dachte ich mir, dass ich mich diesem Aspekt meines Persönlichkeitstypes einmal widme.

Ich habe in diesem Beitrag bereits schon erklärt, dass (und warum) NP’s Probleme damit haben, räumliche Ordnung zu halten, was für viele schon Grund alleine ist, uns als unorganisierte Chaoten abzutun. Es hört hier allerdings nicht auf. Alleine ein angeregtes Gespräch mit uns kann schon zu Überforderung führen und das liegt nicht an etwaiger Tiefsinnigkeit, für die wir uns gerne und oft fälschlicherweise rühmen, sondern einfach daran, dass unsere Gedanken (NE-bedingt) sehr sprunghaft sind und wir das unsere Gesprächspartner, wenn wir nicht aufpassen, auch direkt mitbekommen lassen. Wir könnten gerade noch über unser letztes Kinoerlebnis gesprochen haben und im nächsten ganz unvermittelt über Politik sprechen, um dann wieder einen Bogen zu gemeinsamen Anekdoten aus der Vergangenheit zu schlagen und das in einem Tempo, dem nur schwer zu folgen ist, vor allem, da noch weitere Sprünge in unserem Kopf geschehen – und das ist der springende Punkt (no pun intended), von denen unser Gesprächspartner überhaupt nichts mitbekommt. Sicher, jeder Mensch macht Gedankensprünge, aber ich wage einmal zu behaupten, dass NTPs geradezu hyperaktiv sind, was das angeht.

Hier kann es für den INTP hilfreich sein, sein extrovertiertes Fühlen etwas stärker zu benutzen und das „Tempo“ anzupassen. Eigentlich sieht man schon schnell am Gesichtsausdruck des Gegenübers, ob es einem folgen kann oder nicht. Und wenn man, wie ich, nicht besonders gut darin ist, Gesichtsausdrücke zu lesen, dann kann man auch immer mal wieder Zwischenfragen einwerfen, wie: „kannst du mir folgen?“ oder „weißt du, was ich meine?“
Die Sache ist nämlich die, dass die schnellen Wechsel von einer zur nächsten Idee häufig gar nicht beeindruckend auf andere wirken, sondern eher das Gefühl vermitteln, dass der INTP selbst nicht so richtig weiß, was er eigentlich vermitteln will. Wenn man hier einfach mal auf die Bremse tritt, kann das hilfreich sein, denn manchmal ist dieser Eindruck nicht völlig ungerechtfertigt und das Tempo zu drosseln, kann auch den ständig halb ausformulierten Sätzen vorbeugen, die nicht beendet werden, weil immer noch ein Nebensatz eingeschoben werden muss, um… ihr versteht, was ich meine. Mehr Punkt, weniger Komma.

Darüber hinaus haben wir öfters Mal Probleme mit Terminen. Zeit ist etwas, worüber wir keine direkte Kontrolle haben, weshalb wir Zeit manchmal sehr negativ betrachten.

civ-6-pyramide
Deshalb ist dieses Spiel auch so viel besser als StarCraft…

Unterbewusst sind INTPs nämlich entgegen ihres Verhalten anderen gegenüber enorme Kontrollfreaks, allerdings nur, was sie selbst betrifft. Und Termine schneiden hier enorm in diese Kontrolle ein: wenn man um 09:00 Uhr einen Arzttermin hat, dann bedeutet das, dass man um 09:00 Uhr förmlich zu einer bestimmten Handlung von außen gezwungen wird und alle Optionen, zu dieser Zeit etwas anderes zu tun, verfallen. Dieser Gedanke ist so dermaßen unangenehm, dass wir ihn gerne verdrängen und ergo zum benötigten Zeitpunkt vergessen. Man sagt hier häufig: „Na, dann benutze doch einen Kalender oder eine Erinnerung übers Handy!“, aber zurecht erwidern wir INTPs daraufhin, dass wir ein gutes Gedächtnis hätten und keine Erinnerungen bräuchten. Ja, haben wir. Aber wir sind auch sehr gut darin, aktiv zu vergessen. Hört sich blöd an? Ist es auch. Deshalb ist der banale Ratschlag einer Erinnerung übers Handy oder den Kalender auch nicht verkehrt. Und lieber INTP – wenn dein Stolz dadurch verletzt wird, dann erinnere dich daran: du machst das nicht, weil dein Gedächtnis beschränkt ist, die Erinnerung ist nur etwa genau das selbe wie du, wenn du deinem übergewichtigen Kumpel, bevor er sich einen Hamburger mit extra Bacon kaufen will, sagst: „Sicher, dass du den willst? Bist du nicht schon fett genug?“ – er weiß es, er hat es nur „aktiv vergessen“.

Auch unser äußeres Erscheinungsbild lässt schnell vermuten, dass wir nicht sonderlich organisiert sind und demnach schlossfolgern die Leute auch schnell: „Wenn er sich nicht einmal um seine Haare kümmern kann, wie kann man ihm dann wichtigere Aufgaben anvertrauen?“ – Gerade deshalb: Prioritäten. Niemand sollte unglücklich darüber sein, wenn meine Haare ungekämmt ist, allerhöchstens meine Eitelkeit. Wir INTPs kümmern uns lieber um Dinge, die für uns relevant sind. Ihr schätzt uns dafür, dass wir nicht oberflächlich sind? Dann verlangt doch bitte auch nicht von uns, oberflächlich zu sein. Und wenn wir drei Tage lang das selbe Oberteil tragen, aber weder stinken, noch schmutzig sind, dann gibt es doch wirklich nichts zu meckern, oder? Klar, es gibt bestimmte Anlässe, zu denen von dieser ominösen Allgemeinheit (habe sie noch nie persönlich kennen gelernt) erwartet wird, sich besonders schick zu machen, aber sehen wir mal bitte davon ab.

Das waren nun allerdings alles Punkte, die uns INTPs nur bedingt an uns selbst stören. Ich behaupte mal, dass die für uns wirklich relevanten Termine auch nicht vergessen werden, selbst ohne Erinnerung. Was uns viel mehr schlaucht – und wo wir selbst auch sagen würden, dass wir tatsächlich sehr unorganisiert sind, ist unsere Inkonsistenz. Wie alle NP-Typen haben wir die Neigung dafür, uns schnell für Dinge zu begeistern, aber das Interesse auch wieder rasch fallen zu lassen. Und das hat mich wirklich gestört – ich wollte Dinge anfangen und zur Abwechslung auch mal dran bleiben. Zumindest für INTPs meine ich, dafür ein Gegenmittel gefunden zu haben. Jedenfalls funktioniert es bei mir.

Nehmen wir das leidige Thema des Wassertrinkens. Wir alle müssen es tun und wie wir auch eigentlich alle wissen, mindestens um die 2 Liter am Tag. War für mich unvorstellbar, das zu tun, bevor mir die Fingergelenke geschmerzt haben, was für mich als Musiker nicht unbedingt optimal ist. Ich habe dann gezwungenermaßen angefangen, wieder mehr zu trinken, bis die Schmerzen weg waren. Und dann hat sich das wiederholt. Wenn die Not also nicht da war, hab ich’s nicht gemacht. Warum? Weil ich wieder alles meinem Kopf überlassen habe und es mir zu anstrengend war, mir zu merken, wie viel ich schon getrunken habe. An einigen Tagen konnte ich es, an anderen habe ich es wieder vergessen. Und dann habe ich die Tage miteinander verwechselt. Es ging – wie im vorigen Punkt – also wieder gewissermaßen um meinen Stolz, mich dazu „herabzulassen“, mich Hilfsmittel zu bedienen und nicht alles meinem Kopf alleine zu überlassen. Ich habe mittels einer Excel-Tabelle angefangen, Statistiken zu führen. Und ich habe festgestellt, dass ich Statistiken mehr liebe, als zuvor angenommen – wer kann schon sagen, wie viel Wasser er im Durchschnitt pro Tag zu sich nimmt? (2,4 Liter!)

Ich habe das quasi das gesamte vergangene Jahr gemacht – nach einer Weile wurde auch das anstrengend, ich habe es aber weitermachen können, da es mir zu einer Gewohnheit wurde. Ich habe mir also gedacht, ich könne das Wassertrinken auch zur Gewohnheit machen und mit der japanischen Wasserkur angefangen. Ich werde nicht im Detail darauf eingehen, was das jetzt wieder ist, jedenfalls trinkt man da zu bestimmten Zeiten vor dem Essen bestimmte Mengen und danach erstmal gar nichts mehr. Ich habe mir das jetzt so angewöhnt und trinke meine 2,4 Liter sehr zuverlässig, ohne, dass ich dabei Hilfe brauche, weil es mir zur Gewohnheit wurde. Ich hätte es aber bestimmt nicht so einfach ohne den Statistiken geschafft. Das selbe gilt für mein Üben. Als Musikschullehrer, der Klavier, E-Bass und (E-)Gitarre unterrichtet und dazu noch für sich selbst mit Gesang angefangen hat, gibt es wahrlich genug zu üben, für meinen eigenen Geschmack bin ich in keinem der Instrumente gut genug, aber trennen will ich mich von keinem. Wenn man dann am Tag im Schnitt weniger als 2 Stunden übt, dann muss man kein harter Kritiker sein, um zu sagen: für einen Berufsmusiker ist das zu wenig. Auch hier haben meine Statistiken mir enorm geholfen. Wenn es 21:00 Uhr ist und auf meiner Liste popelige 30 Minuten stehen, dann weiß ich, wofür nun Zeit ist: Kopfhörer aufsetzen und Gitarre üben. Manchmal zwingt man sich dazu, weil man keine Lust hatte, wenn man aber erst dabei ist, ist es viel angenehmer als erwartet. Und meistens lag es nicht einmal daran, ich hatte nur einfach noch andere Dinge im Kopf. Die Statistiken sagen einem die ungeschönte Wahrheit, die wir INTPs so sehr schätzen: du hast diese Woche einen Übedurchschnitt von 3,5 Stunden. Jetzt beginnt das Wochenende und du hast wieder mehr Zeit. Wenn du deinen Schnitt von 4 Stunden halten willst, dann tu was dafür.

Natürlich gehört mehr zum Üben, als einfach nur die Zeit abzusitzen und es sollte auch nicht darum gehen, hinterher sagen zu können, wie viel man geübt hat, weil es viel mehr auf das wie ankommt, aber was ich letztlich sagen will: Statistiken haben mir enorm geholfen, mehr Transparenz und dementsprechend mehr Organisation in mein Leben zu bekommen. Mit einem kleinen Sohn wurde Zeit zu einer zunehmend wichtigen Ressource und ich musste lernen, besser damit umzugehen. Das Aufschreiben kostete Zeit, ja, aber nur sehr wenig, verglichen mit der Energie, die ich bisher immer aufwenden musste, mir zu merken, was ich schon alles getan habe. Ich habe es auf viele andere Bereiche des Alltags ausgeweitet – meistens habe ich die Statistiken auch nicht all zu lange geführt – ich habe mich darum gesorgt, Gewohnheiten anzutrainieren, also bestimmte Tätigkeiten zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten auszuführen, was sich ziemlich J-typisch anhört, aber dennoch machbar für mich war und mir letzten Endes sehr half. Mittlerweile bekomme ich selbst von J’lern (teilweise fragwürdige) Komplimente, wie ich mit meiner Zeit umgehe und würde mich mittlerweile, ohne mit der Wimper zu zucken, als organisiert bezeichnen. Meine Zutaten waren dafür, um es noch einmal zusammenzufassen, geführte Statistiken, antrainierte Gewohnheiten und das Anzapfen und „Kultivieren“ meiner Sturheit. Ja, ich bin nicht mehr ganz so frei mit meiner Zeit, wie zuvor. Aber ich weiß sie mehr zu schätzen und fange schlussfolgernd mehr damit an. Außer, was den Blog angeht. Eigentlich hätte ich vor einer halben Stunde anfangen sollen, Gitarre zu üben.

 

Introvertiertes Intuieren

Introvertiertes Intuieren, oder kurz NI (englisch: Intuition Introverted) ist die Funktion, die uns dabei hilft, die Zukunft gedanklich zu verbildlichen und tiefere Bedeutungen zu erkennen. Die Funktion ist am ausgeprägtesten bei den Typen INTJ und INFJ und steht an zweiter Stelle bei deren extrovertierten Pendants: ENTJ und ENFJ.

Der Unterschied zu Empfindern
Während Empfinder sich sehr auf ihre Sinne und Erfahrungen, also auf Gegenwärtiges und Vergangenes beziehen, konzentrieren sich introvertierte Intuierer in erster Linie auf die Zukunft. Nun muss man hier jedoch noch weiter differenzieren, denn auch die konservativen, stets zurückblickenden introvertierten Empfinder planen viel für die Zukunft. Während SI (Sensing Introverted = introvertiertes Empfinden) jedoch eher versucht, sich zu wappnen und den Eindruck hat, „Die Zukunft wird mir passieren“, betrachtet NI die Zukunft in der Regel optimistischer und in einer aktiveren, gestalterischen Rolle: „Ich werde der Zukunft passieren“. Dementsprechend haben introvertierte Intuierer ein ausgeprägtes Bestreben, die Zukunft selbst zu prägen und sind idealistischer und verträumter als ihre empfindenden Gegenparts. Sie verzichten auf momentane Genüsse und Privilegien, wenn es ihren Plänen dienlich ist, arbeiten auf etwas zu, das in ihren Augen Bestand hat, während sich Empfinder meistens damit zufrieden geben, wenn alle Bedürfnisse gestillt sind und die Zukunft keine Sorgen für sie bereit hält. In der Schule unterscheiden sich introvertierte Intuierer eher von extrovertierten Empfindern, die lieber in Bewegung sind, als auf der Schulbank still sitzen und lernen zu müssen, als von introvertierten Empfindern, die in der Regel auch sehr aufmerksam dem Unterricht folgen und fleißig lernen, auch, wenn es unangenehm ist.

Der Unterschied wird nach der Schulzeit deutlicher, wenn introvertierte Intuierer von ihren Mühen tatsächlich auch Veränderungen verlangen, die über ihr eigenes Leben hinaus gehen. Symbolik und Sinnhaftigkeit spielen für NI ein großes Thema – wenn ein introvertierter Intuierer etwas Zeitaufwändiges tut, dann hat es meistens eine tiefere Bedeutung, zumindest einen klar definierten und nicht materiellem Zweck. Einfach nur zu arbeiten, um in relativem Wohlstand zu leben, reicht nicht aus, weshalb viele introvertierte Intuierer sich häufig Politik, Religion oder Wissenschaft verschreiben, während Empfinder sich lieber mit praktischeren Dingen beschäftigen. Es muss nicht einmal sein, dass ein introvertierter Intuierer ein idealistischer Weltverbesserer ist, was man N-Typen gemeinhin zuschreibt – es kann ihnen auch um Macht, Einfluss und ihren Ruf gehen, beides kann nicht komplett ausgeschlossen werden.

NI verleiht mehr Weitsicht als SE (Sensing Extroverted = Extrovertiertes Empfinden) und gleichzeitig mehr Antrieb und Kreativität als SI, auf der anderen Hinsicht fehlt häufig der Aktionismus von SE und das Auge fürs Detail von SI. Konflikte mit SI passieren weniger in der Ausführung eines Plans und mehr bei der Planung, während Konflikte mit SE eben eher bei der Ausführung des Plans vorkommen.

Der Unterschied zu extrovertiertem Intuierern
Wenn man introvertierte Intuierer wie oben als verträumt bezeichnet, dann gilt das nicht in Relation zu ihren extrovertierten Pendants. NE (iNtuition Extroverted = Extrovertiertes Intuieren) stecken fast permanent in Tagträumereien und Gedankenspielen, während die Vorstellungen von NI weniger „zufällig“ und zielgerichteter sind. Es ist gut möglich, dass ein extrovertierter Intuierer einem introvertiertem Intuierer Engstirnigkeit vorwerfen könnte, während andersherum der Eindruck entstehen könnte, dass NE zu sprunghaft sei. Extrovertiertes Intuieren fehlt in der Regel der lange Atem, eine Idee vollständig ins Praktische zu übertragen, während introvertiertes Intuieren die Tendenz hat, krampfhaft an einer Idee festzuhalten und dabei Scheuklappen aufzusetzen.

NE zieht Eindrücke, Gedanken und Möglichkeiten aus der Umwelt, lässt sich also von außen inspirieren, knüpft direkte Verbindungen und ist flexibel, während man die Eindrücke von NI, der vielleicht unergründlichsten aller Funktionen, schon fast eher als Visionen bezeichnen kann. Sie werden weniger extern bestimmt, kommen viel mehr aus dem Inneren heraus, als subjektive Ahnungen, die schwer von Außenstehenden nachvollziehbar sind.

Extrovertierte Intuierer kann man gemeinhin als Freigeister bezeichnen, die Spaß am Entdecken und Denken an sich haben, während introvertierte Intuierer zwar auch insofern „Freigeister“ sind, dass sie auch originelle Ideen haben, diese aber viel zielgerichteter und weniger breit gefächert sind. Die klassische Vorstellung eines zerstreuten Intellektuellen, der immer wieder neue Sichtweisen bietet entspricht eher dem extrovertierten Intuierer, während der introvertierte Intuierer eher dem Bildnis eines visionären Machers entspricht. So unterscheiden sich auch die Lebensstile zwischen extrovertierten und introvertierten Intuierern: während der eine eher mit klaren Vorstellungen, viel Disziplin, aber gleichzeitig auch einer gewissen Verkrampftheit durchs Leben geht, lebt der andere in den Tag hinein, ist vergleichsweise viel offener für Neues und fremde Gedanken, aber hat weniger Triebkraft.

Die Vorteile introvertiertem Intuierens
Große Pläne erfordern Aufopferungsbereitschaft und davon haben introvertierte Intuierer in der Regel zu Genüge. Sie haben viel Ausdauer und Engagement, können letzteres auch häufig gut auf andere übertragen – da sie selbst von ihren Plänen überzeugt sind und dafür brennen, so fern sie auch zu scheinen mögen, kann diese Leidenschaft sich auch auf andere auswirken. Nicht selten fühlen sich daher auch andere Menschen zu introvertierten Intuierern hingezogen und das mag nicht einmal so sehr an Sympathien liegen. Viel mehr haftet introvertierten Intuierern ein gewisses Versprechen von Erfolg an und gerade jene, die unzufrieden mit den derzeitigen Zuständen sind, scharen sich um jene, die Veränderungen personifizieren. Da NI wie bereits erwähnt ein Auge für Bedeutungen und Symbolik hat, können introvertierte Intuierer dementsprechend gut mit Bildern spielen und damit auch andere Menschen mobilisieren.

In Bezug auf andere Menschen sind introvertierte Intuierer nicht nur gut darin, diese zu beeinflussen, sondern auch relativ resistent gegenüber fremder Beeinflussung. Da sie selbst so stark ausgeprägte Motive haben, verfügen sie auch über ein sensibles Gespür, was die Intentionen ihrer Mitmenschen angeht.

Die Nachteile introvertiertem Intuierens
Während allen Intuierern ein Stück weit Rastlosigkeit zuzurechnen ist, trifft dies ganz besonders auf introvertierte Intuierer zu. NE mag den Nachteil haben, dass man den Kopf nicht mehr abschalten kann, doch NI kann im schlechten Fall dafür sorgen, dass man die eigenen Bedürfnisse komplett hinter das Ziel stellt, schon gar nicht mehr wahrnimmt und sich komplett überarbeitet.

Darüber hinaus muss NI immer wieder durch neues, externes Input gefüttert werden, um prüfen zu können, ob die Richtung noch stimmt oder den äußeren Umständen angepasst werden muss. Nicht selten zerschellen die Träume introvertierter Intuierer an der harten Wand der Realität, die zu lange außer Blick gelassen wurde: Details wurden übersehen, die sich angehäuft haben, Regeln haben sich geändert und bestimmte Blickpunkte, die man von einem anderen Standpunkt aus gesehen hätte, außer Acht gelassen. Die Hartnäckigkeit, die mit NI kommt, kann auch stumpfe Sturheit werden, weshalb introvertierte Intuierer immer offen für guten Rat sein sollten, auch – oder besser vor allem, wenn er ihnen anfangs nicht unbedingt gut schmeckt.

Achso – und die meisten dieser nervigen Motivationstrainer, deren Sprüche man an jeder zweiten Pinnwand (vor allem in sozialen Netzwerken) sieht, sind auch introvertierte Intuierer.

Introvertiertes Intuieren an den verschiedenen Stellen

Erste/Zweite Funktion NI (INTJ, INFJ, ENTJ, ENFJ): 
„Ich weiß ganz genau, was ich tue, vertrau mir.“

„Ich habe einen Plan – ich sehe ihn ganz klar vor meinen Augen, jeden einzelnen Schritt von hier bis zum Ziel.“

„Gib dich nicht einfach zufrieden, es gibt so viel mehr! Träume groß! Setze dir Ziele und jage ihnen nach, damit dein Leben nicht sinnlos ist!“

„Ich brauche keine jahrelange Ausbildung, um das zu verstehen oder zu können. Manchmal fliegt es mir auch einfach zu.“

„Jetzt lachst du noch, weil du das große Bild nicht erkennen kannst. Später wirst du meinen Namen darunter sehen.

Dritte/Vierte Funktion NI (ISTP, ISFP, ESTP, ESFP): 
„Irgendetwas sagt mir, dass das eine ziemlich dumme Idee ist. Lass es uns trotzdem tun.“

„Kennst du das? Manchmal… manchmal, da kommen einem die ganz großen Fragen auf! Wie zum Beispiel, was der Sinn des Lebens ist.“

„Ich weiß, was ich will. Und ich bin schon auf halber Strecke, es zu bekommen, weil ich auch etwas dafür tue.“

„Wie ich diese Kunstwerke erschaffen habe? Ich weiß es auch nicht so richtig. Diese Ideen flogen mir einfach zu, ich kann auch nicht beschreiben, woher sie kamen.“

„Es ist nicht so, dass ich nicht an die Zukunft denke, weil ich Risiken eingehe. Ich gehe Risiken ein, damit ich möglicherweise eine bessere Zukunft haben werde!“

Extrovertiertes Intuieren

Extrovertiertes Intuieren, oder kurz NE (englisch: iNtuition Extroverted) ist die Funktion, die uns dabei hilft, die Welt so zu erfassen, wie sie sein könnte, Möglichkeiten wahrzunehmen und verschiedene Blickpunkte annehmen zu können. Die Funktion ist am ausgeprägtesten bei den Typen ENTP und ENFP steht an zweiter Stelle bei deren introvertierten Pendants: INTP und INFP.

Der Unterschied zu Empfindern
Um den Unterschied hervorzuheben, verwende ich statt dem Begriff „Empfinder“ auch gerne den Term „Sensoriker“. Sensoriker nehmen die Welt mit ihren Sinnen wahr: sie sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken ihre Umwelt. Natürlich können das auch Intuierer, aber längst nicht so feinfühlig wie die S-Typen. Intuierer leben vielmehr in einer gedanklichen Welt. Das, was sie mit ihren Sinnen wahrnehmen ist für sie eher eine Art Stimulant, etwas, was ihre Vorstellungskraft anregt. Man könnte sagen, dass Sensoriker ihre Umwelt scannen, während die Aufmerksamkeit von Intuierern an einzelnen Dingen kleben bleibt und diese dann interpretiert. Demzufolge entgehen dem Intuierer viele Details, die dem Sensoriker auffallen, allerdings sieht er in den Details, die ihm auffallen, mehr Facetten.

Durch diese unterschiedliche Form der Wahrnehmung der materiellen Welt wird auch die Wahrnehmung der Zeit der verschiedenen Typen beeinflusst. Extrovertierte Sensoriker leben vor allem im Hier und Jetzt, introvertierte Sensoriker mehr in der Vergangenheit. Extrovertierte Intuierer leben sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Zukunft, was bedeutet, dass sie zum einen externe Stimuli stets mit bereits aufgenommenen Daten vergleichen und zum anderen, welchen Impakt sie auf die Zukunft haben könnten. Sie sind dabei weniger fixiert auf das, was im unmittelbaren Moment passiert. Durch diese „verkopfte“ Art wirken extrovertierte Intuierer häufig verträumt, geistesabwesend und auch ein wenig skurril.

Durch diese unterschiedliche Wahrnehmung von Umwelt und Zeit ergibt sich häufig auch eine unterschiedliche Weltansicht und so ist es nicht verwunderlich, dass Sensoriker (insbesondere introvertierte Sensoriker) häufig eher konservativere Tendenzen haben, die sich an der Vergangenheit und Traditionen orientieren, bzw. eher leichtfüßig und gefühlt sorgenfrei (insbesondere extrovertierte Sensoriker) durchs Leben gehen, während extrovertierte Intuierer gesellschaftlich häufig eher liberaler eingestellt sind. Zwar hat ihre teils drollig anmutende Art auch häufig etwas Fröhliches an sich, aber verglichen mit Sensorikern neigen sie viel eher dazu, sich in Grübeleien zu verlieren, was im ungünstigen Fall auch zu Depressionen führen kann, für die Sensoriker nicht ganz so anfällig sind.

Der Unterschied zu introvertiertem Intuieren
Wie bereits erwähnt, haben extrovertierte Intuierer einen Hang dazu, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft zu leben. Bei introvertierten Intuierern verschiebt sich das etwas weiter nach vorne, soll heißen, sie leben mehr in der Gegenwart, nehmen also materielle Eindrücke etwas intensiver wahr als ihre extrovertierten Pendants und hängen ihre Gedanken gleichzeitig viel mehr an die Zukunft, während die Vergangenheit eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die stärker ausgeprägte Zukunftsbezogenheit macht introvertierte Intuierer zu besseren Langzeitplanern, die einem strikteren Tagesablauf folgen als extrovertierte Intuierer, die sich alle Optionen frei halten wollen.

Introvertierte Intuierer haben zwar auch ihre humorvolle Seite, wenn man sie aber mit extrovertierten Intuierern vergleicht, sind sie generell von eher ernsterem Charakter. Introvertierte Intuierer können prinzipiell zwar gut mit extrovertierten Intuierern umgehen und andersherum, sind jedoch schnell gereizt durch die Sprunghaftigkeit der extrovertierten Intuierer. Diese wiederum empfinden introvertierte Intuierer häufig als zu festgefahren und nicht selten als zu sehr von sich selbst überzeugt.

Gerade in letzterem Punkt liegt der Unterschied, der wahrscheinlich am bemerkbarsten ist: extrovertierte Intuierer halten es in der Regel für ungünstig oder gar gefährlich, eine all zu hohe Meinung von sich selbst zu haben. Sie leben nach dem Motto, dass man nie auslernt, dass es immer neue Blickwinkel zu entdecken gilt und ändern aus diesem Grund auch häufiger ihre Meinung. Introvertierte Intuierer hingegen wechseln langsamer, bzw. seltener ihre Meinung und haben meist mehr Selbstvertrauen. Um ihre nicht selten ambitionierten Pläne und sich selbst auferlegten Maßstäbe zu erreichen, müssen sie das jedoch auch sein, während extrovertierte Intuierer genau deshalb so scharfsinnige Beobachter sind, weil sie alles – einschließlich sich selbst – so kritisch hinterfragen.

Die Vorteile extrovertiertem Intuierens
Extrovertierte Intuierer sind einfallsreich und auf erfrischende Art und Weise unkonventionell. Sie sind gut darin, zwischen den Zeilen zu lesen, da sie aktiv nach versteckten Botschaften suchen und entdecken überall Möglichkeiten, wo andere keine oder nur begrenzte Alternativen sehen. Sie haben einen unternehmerischen Geist und können in einer kindlichen Art und Weise mit ihrer Euphorie auch sehr ansteckend wirken.

Dadurch, dass extrovertierte Intuierer versuchen, eine Situation immer von verschiedenen Winkeln aus zu betrachten, sind sie häufig etwas toleranter als andere Typen. Von Natur aus neugierig können sie sich für die verschiedensten Dinge interessieren, sind dementsprechend nicht selten relativ belesen und können auf eine Vielzahl diverser Hobbies zurückschauen. Sie sind recht anpassungsfähig, was ihre Umgebung angeht, da sie nicht sonderlich viel Wert auf materielle Äußerlichkeiten legen und eher in ihrer Gedankenwelt leben.

Sie sind relativ schwer zu täuschen, da ihr weiter Blickwinkel auch vor den Handlungen, bzw Intentionen ihrer Mitmenschen keinen Halt macht, weshalb sie, trotz ihrer eher liebenswürdigen, lockeren Erscheinung, häufig ein gewisses Misstrauen gegenüber den meisten ihrer Mitmenschen hegen.

Die Nachteile extrovertiertem Intuierens
Eben genannten Punkt kann man auch als Nachteil auslegen – nicht selten leben extrovertierte Intuierer in einem chaotischen Haushalt und tragen schmutzige und/oder abgetragene Kleidung, ohne, dass es ihnen groß auffallen würde. Sie können nur mit Mühe Ordnung halten und sind schlechte Organisatoren – da sie sich jede Option freihalten wollen, tun sie sich schwer damit, feste Termine zu setzen und manchmal sogar, diese einzuhalten.

Man könnte ihnen als Vorteil zusprechen, dass sie schwer zu berechnen sind, aber das gilt auch für sie selbst – sie tun sich schwer damit Entscheidungen zu treffen, wollen diese im Nachhinein oft ändern, weil sie das Gefühl haben, durch ihre Wahl etwas (besseres) verpasst zu haben und sind manchmal regelrecht perplex über ihr Verhalten, wenn sie es in retrospektive betrachten. Oftmals sind sie so überwältigt durch die vielen Optionen, die sich in manchen Augenblicken bieten, dass sie häufig zu gar keinem Entschluss kommen, weshalb es ihnen manchmal sogar hilft, wenn ihre Möglichkeiten nur eingeschränkt sind.

Ihnen fehlt häufig der lange Atem und die Überzeugung ihre oftmals eigentlich guten Ideen tatsächlich umzusetzen – entweder sie verlieren einfach das Interesse oder sie verlieren den Glauben daran, dass ihr Plan tatsächlich das angestrebte Ziel erfüllt. Das macht sie sprunghaft und in manchen Situationen regelrecht unzuverlässig.

Erste/Zweite Funktion NE (ENTP, ENFP, INTP, INFP): 
„Sorry, ich habe bei deinem letzten Satz nicht mehr richtig zugehört. Du hast mich auf eine tolle Idee für eine neue Geschichte gebracht.“

„Was du aber auch machen könntest…“

„Und es gibt wirklich keine andere Möglichkeit? Es muss doch noch eine andere Option geben, wie man das lösen kann…“

„Hm… wenn man lange genug darüber nachdenkt, ist der Antagonist aus diesem Film eigentlich gar nicht mal so böse. Eigentlich will er ja nur…“

„Was? Ich bin nicht kindisch! Das ist nur mein „Ich-hab’s-doch-gewusst“-Tanz! Ha! Ich hab’s doch gewusst!“

Dritte/Vierte Funktion NE (ESTJ, ESFJ, ISTJ, ISFJ): 
„Halt, halt, halt, halt… das sind zu viele Ideen auf einmal.“

„Verdammt! Ich wusste, dass das passieren würde! Nächstes mal sollte ich mich mehr auf mein Bauchgefühl verlassen.“

„Nein, so einfach ist das nicht. Das hängt alles irgendwie miteinander zusammen – wenn man bloß sagen könnte, wie genau…“

„Ja, das ist eine schöne Idee, aber das war’s dann auch schon. Eine schöne Idee, die aber niemals umgesetzt werden kann.“

„Ab und an brauche ich auch mal ein wenig Abwechslung, deshalb reise ich ab und zu – und wenn ich wieder zurück bin, freue ich mich, dass wieder alles wie gewohnt ist.“