Pen & Paper – Was ist das für ein Hobby?

Aufgepasst, liebe Leser – vor allem liebe Co-Autoren. Also zumindest dann, wenn euch der Begriff „Pen & Paper“ nichts sagt, vor allem, wenn ihr gleichzeitig auch noch gerne Fiktion schreibt. Dieses Hobby müsste eigentlich ziemlich interessant für euch sein. Deshalb – und weil ich in diesem Blog meine narzisstischen Züge ausleben kann, würde ich euch diese interessante Freizeitbeschäftigung gerne näher erklären. Und wenn ihr bereits mit dem Thema vertraut seid, würde es mich total interessieren, welche Rollenspielerfahrungen ihr bereits so gemacht habt.

„Pen & Paper“, auf deutsch also Stift & Papier ist ein Hobby, das man (normalerweise) in einer Gruppe aus 3-6 Personen spielt und neben gerade aufgezählten Materialien braucht man ansonsten im Grunde genommen nur noch Würfel und eine Menge Fantasie und Zeit.

Um was geht es?

Das hängt ganz davon ab, für welches Modul, also für welche Rollenspielwelt und Regelsystem man sich entscheidet. Es gibt mittlerweile unzählige Module, welche alle möglichen fiktive Szenarien abdecken. Das geht von klassischen Fantasyszenarien in Mittelaltersetting (Dungeons & Dragons, Pathfinder, Das Schwarze Auge) über Sci-Fi (Shadowrun, Warhammer 40K, Star Wars) bis hin zu Horror (Call of Cthulhu, Vampires: The Masquerade). Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten. Jedes dieser Module besitzt über eigene Hintergrundgeschichten und Spielregeln, wobei beides den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen der Spielgruppe angepasst werden kann.

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Der Herr der Ringe – Gandalf (INTJ)

INTJs werden, insbesondere, wenn es um fiktive Charaktere geht, gerne die Rollen der fiesen Schurken zugewiesen, die finstere Pläne schmieden, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Um dieses Klischee zu brechen, habe ich mich dazu entschieden, unseren liebsten, pfeiferauchenden Magier als Gegenbeispiel zu verwenden: Gandalf. Egal, ob grau oder weiß, auch, wenn er nach seinem Date mit dem Balrog hier und dort ein wenig anderes drauf ist – selbst eine Reinkarnation spült einen Persönlichkeitstypen offensichtlich nicht fort.

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Rogue One – Jyn Erso (ISFP)

Da ich ein großer Filme- und Spiele-Enthusiast bin, habe ich schon öfters mit dem Gedanken gespielt, einen Blog über diese beiden Themen zu starten, aber bevor ich die ganze Zeit neue Wege einschlage, ohne am Ende tatsächlich irgendein festes Thema für meinen Blog zu haben, entscheide ich mich lieber dafür, die ganze Typologiegeschichte etwas auszutreten. Und warum nicht, wie angekündigt, mit Analysen fiktiver Charaktere?

Brandneu in den Kinos und momentan heiß diskutiert: Rogue One. Während ich jetzt (leider) auf ein Review verzichte, gibt es immerhin eine Typenanalyse der Protagonistin, Jyn Erso. Und während ich versuchen werde, auf größere Spoiler zu verzichten (zum Beispiel, dass sie die Cousine dritten Grades von Yoda ist), werde ich bei einer Charakterbeschreibung nicht komplett um einige Detailenthüllungen kommen. Sollte aber auch jedem klar sein! Also erstmal Film sehen (lohnt sich) und dann diesen Artikel (lohnt sich).

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Die beste Sportart überhaupt

…heißt historisches Langschwertfechten.

Noch nie von gehört? Das ist der Grund, warum ich über dieses für mich eher unübliche Thema schreibe. Nachdem ich vergangenen Samstag auf dem Turnier wieder spannende Gefechte erleben durfte und jetzt immer noch schwärmerisch daran zurückdenke, immer noch mit enormen Muskelkater im ganzen Körper, habe ich mir vorgenommen, meinen Teil dazu beizutragen, diese langsam wieder auflebende Sportart etwas bekannter zu machen. Nicht zuletzt, da die verträumte Autorennische ohnehin sehr affin für diese doch recht romantische Sportart ist.

Historisches Langschwertfechten, was ist das überhaupt? Aus ungefähr 70 deutschsprachigen und weit über 20 europäischen Bild- und Textquellen, wurde die Fechtkunst des 13. bis 17. Jahrhunderts wiederentdeckt und rekonstruiert. Im Titelbild seht ihr eine dieser Abbildungen von Hans Talhoffer, einem Lohnfechter, der im 15. Jahrhundert gelebt hat und als Verfasser von Fechthandschriften sehr wichtig für die Sportart war und wieder geworden ist. Alle Bewegungen, die wir im Unterricht lernen, basieren auf Quellen wie diesen und wurden eigens für die Sportart neu und verständlich definiert.

Gefochten wird, wie man sich denken kann, mit einem Langschwert. Keine Sorge, sie haben weder scharfe Schneide, noch einen spitzen Ort und für Gefechte gibt es entweder eine abgewandelte Form des japanischen Shinais, einem Bambusschwert oder eine sogenannte Feder mit biegsamer Klinge.

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Unser Verein kauft die Stahl-Sportwaffen von Jiri Krondak, einem tschechischen Schmied, der die Langschwerter in echter Handwerkskunst selbst schmiedet.

Beim ganzen Training spielt Authentizität eine große Rolle – nicht im Bezug auf die Gewalt, sonst hätte ich Probleme, überhaupt diesen Bericht zu schreiben, sondern auf die Bewegungen mit dem Schwert. Die Waffe selbst wiegt – das schätzen viele falsch ein – nur 1,5 – 2 Kilogramm und ist damit recht handlich und kann auch ein ganzes Turnier lang verwendet werden, ohne dass einem der Arm abfällt. Jede Bewegung, von den Beinen bis zu den Armen hat ihren Sinn und Zweck, wie es für eine Kampfsportart üblich ist.

Viele in meinem Bekanntenkreis stellen sich unter dem Langschwertfechten verspieltes Herumgefuchtel vor – tatsächlich ist es allerdings eine Sportart, die viel Übung, Konzentration und vor allem saubere Technik verlangt. Mit letzterem tue ich mich manchmal etwas schwer, da mein Kopf schneller denkt, als mein Körper handelt, aber ich als Asthmatiker und Skoliose-Patient (leicht verdrehte Wirbelsäule), merke, dass mir die Sportart unter’m Strich sehr gut tut. Zum einen braucht jeder Mensch Bewegung, aber ich bin niemand, der ins Fitnessstudio gehen und hirnlos für zwei Stunden Gewichte stemmen oder auf dem Laufband rennen würde. Wenn ich meinen inneren Schweinehund schon überwinden muss, Sport zu betreiben, dann muss dieser auch Spaß machen. Und Junge, alleine schon für den steigende Adrenalinspiegel, wenn man gerade noch so einem gut platziertem Unterhau ausweichen konnte, lohnt es sich, dieser Sportart eine Chance zu geben, wenn man beim Anblick eines Schwertes das Kribbeln in den Fingern verspürt, das elegante Stück in die Hand zu nehmen.

Ich fechte mittlerweile seit gut zwei Jahren (wenn man von meinem Backround absieht, in dem ich auch mit Degen und Florett gefochten habe, wobei das zu großen Teilen anders abläuft) und die Begeisterung hat kein bisschen abgenommen. Es macht sowohl Spaß, neue Techniken und Taktiken zu lernen, als auch, sie nach und nach in freien Gefechten zur Anwendung zu bringen. Als Anfänger wird man logischerweise noch nicht mit einer Waffe auf einen Trainingspartner losgelassen, sondern zunächst werden die Basisschläge und die richtige Beinarbeit einstudiert, aber schon das macht ziemlich Spaß.

Und das Beste ist – als Autor, der gerne auch mal den ein oder anderen Schwertkampf portraitiert, ist man in der Lage, diesen auch ganz authentisch und technisch korrekt darzustellen. Oder bei Filmen den Klugscheißer zu spielen und darauf hinzuweisen, wie sinnlos etwaige Drehungen um die eigene Achse oder tumbes Gegeneinanderdrücken der Klingen ist 🙂

Wenn’s euch interessiert, erkundigt euch mal im Internet – bestimmt gibt es auch in eurer Gegend einen Verein, der historisches Fechten anbietet! Und für weitere Fragen stehe auch ich gerne bereit.

Blogstöckchen – „Just for fun, Nix ernstes…“

So. Da wurde ich ja glatt nochmal nominiert! So ein Ding! Von GrandGamesHologram dieses Mal, ein fettes Dankeschön dafür! Auch… wenn ich nicht genau weiß wofür…? Aber ich fühle mich sehr geehrt! Und GGH meinte ja auch: „Just for fun, Nix ernstes…“. Und es heißt ja so schön: der Mensch spricht am liebsten über sich. Da ich hier ausnahmsweise keine Ausnahme der Regel bin, warum also nicht? Ich hoffe, dass es tatsächlich auch jemand interessiert, sonst wirke ich am Ende tatsächlich noch, wie ein narzisstischer Trottel…

Naja. Dass es nicht komplett wie ein alberner Zeitvertreib aussieht, nochmal kurz Werbung für GrandGamesHologram, denn eigentlich sollten solche Nominierungen ja dabei helfen, tendenziell unbekanntere Blogger etwas bekannter zu machen: schaut auf jeden Fall mal rein, wenn ihr euch gerne über Computerspiele unterhaltet. Er bietet da eine sehr schöne Plattform für, ich bin dort auch regelmäßig anzutreffen.

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INFJ – Der Berater

Allgemeine Beschreibung & Klischees

INFJ, der Liebling der MBTI-Community. Wenn man sich im Internet lange genug mit dem Thema auseinandersetzt, kann man kaum glauben, dass INFJ mit etwa 2% angeblich der Typ ist, der unter der westlichen Bevölkerung am seltensten Vertreten ist. Aber ich traue solchen Statistiken nicht, alleine deshalb schon, weil sie auf Tests mit plumpen „Ja/Nein“ und „Sehr/Überhaupt nicht/neutral“-Fragen basieren. Kommen wir aber zurück zum INFJ.

Mystiker wird dieser Typ genannt, Berater, Guru, Fanatiker, Kontrollfreak, Philanthrop und Visionär. Wenn wir uns die Funktionen ansehen, können wir alleine von den Tendenzen schon festmachen, warum gerade diese Beschreibungen fallen:

Die erste Funktion des INFJs ist das introvertierte Intuieren, was den INFJ introvertiert macht – deshalb wird er auch eher als Berater, denn als Anführer wahrgenommen, auch, wenn sie in leitenden Rollen auch glänzen können. Außerdem sagt introvertiertes Intuieren an erster Stelle ebenfalls aus, dass sie die Tendenz zur Intuition statt zum Empfinden haben. Das heißt, sie sind mehr mit dem „großen Bild“ und Konzepten beschäftigt, als mit (materiellen) Details. Und hieraus entspringt auch das Bild des „entweltlichten“ Gurus und Mystikers. Die zweite Funktion ist das extrovertierte Fühlen, was dem INFJ sowohl die Tendenz Fühler statt Denker, sowie Planer (Urteiler) statt Beobachter einbringt. Daher auch das Bild vom Philanthrop und dem Kontrollfreak.

Nun schauen wir uns diese Dinge aber mal im Detail an.

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ENTP – Der Debattierer

Allgemeine Beschreibung & Klischees

Für manche sind sie die „coolen“ Nerds. Für andere hingegen unsensible, unpraktische, laute und unkonzentrierte Streithähne, denen nichts und niemand heilig ist. Das Lustige am Klischee des ENTP-Typs ist, dass die meisten, die dem Typ angehören, wahrscheinlich zustimmend nicken würden. Mit einem breiten Grinsen. Aber warum? Woher kommt dieser Drang, Vorstellungen, Werte, Ideale und Argumente mit einem rhetorischen Hackebeil vernichten zu wollen und anschließend ein riesiges Lagerfeuer daraus machen zu wollen, mit Neonlichtern außen herum, die nochmal jedem klar machen, was da gerade brennt? Steckt eine tiefere Überzeugung dahinter? Oder ist der ENTP in gewisser Weise tatsächlich einfach nur… böse?

Schauen wir uns schnell die Reihenfolge der Funktionen an und dann geht’s los:
1.) Extrovertiertes Intuieren
2.) Introvertiertes Denken
3.) Extrovertiertes Fühlen
4.) Introvertiertes Empfinden

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Topophobie – Schlechter Kriegsfilm klingt doch interessant

Es ging mir schlechter als zunächst erwartet. Ich schätzte, es lag nicht mal nur daran, dass Felix‘ Ausstieg die Auflösung von unserer Band bedeutete, die stolze sechs Jahre ein Teil unseres Lebens gewesen war und der Grund, weshalb Nayara und ich uns überhaupt kennen lernen konnten, sondern auch, weil er wahrscheinlich die Auflösung einer langwährenden Freundschaft bedeutete.
„Nat…“, sprach Nayara mit ruhiger Stimme und fuhr mir mit ihrer Hand durchs Haar. „Ich weiß, es tut vielleicht weh das zu hören, aber ist es so vielleicht nicht besser?“
„Was?“
Obwohl es nur ein Wort war, überschlug sich meine Stimme. „Tut mir leid, aber ich habe nicht so viele Freunde wie du!“
Sie war vernünftiger als ich und ging nicht auf meine abfällige Betonung ein.
„Vielleicht ist es an der Zeit, neue zu machen. Und du hast immer noch mich.“
Ich wollte keine neuen Freunde. Ich wollte den alten besten Freund, der mich im Sandkasten verprügelt hatte und danach die anderen Kinder verprügelte, die mich ebenfalls verprügeln wollten, weil er meinte, nur er dürfe das. Ich wollte den alten besten Freund, der sich Jahre später als das größte Weichei herausstellte, das es auf der Welt gab und sich immer bei mir ausheulte, wenn ihn irgendjemand seiner Meinung nach falsch behandelt hatte. Das gab mir das Gefühl, zumindest den Ansatz von Sozialkompetenzen zu besitzen. Ich wollte den alten besten Freund, dem es egal war, wenn sich bei einer 30.000 Punkte Tabletop-Partie bereits nach wenigen Runden abzeichnete, dass ich ihn gnadenlos fertig machen würde. Eine, für die wir das ganze Wochenende über mit unseren handbemalten Ork- und Zwergenfiguren den Esszimmertisch meiner Eltern beschlagnahmt hatten. Und ich wollte den alten besten Freund, der neben Nayara die einzige Person in meinem Leben war, bei der ich den Eindruck hatte, dass sie sich für mein Leben interessierte. Und ja, es war mir vollkommen egal, dass das ausschließlich egoistische Gründe waren.

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INFP – Der Träumer

Allgemeine Beschreibung & Klischees

Wenn man den Klischees Glauben schenkt, dann trifft man den typischen INFP in seiner Freizeit meistens in Tierheimen, Comicläden, Bibliotheken oder bei Rollenspiel-Conventions. In Wahrheit wird man ihn am aller wahrscheinlichsten bei sich zuhause finden, weil er da in Ruhe gelassen wird. Möglicherweise schlafend. Wenn man den Klischees Glauben schenkt, dann ist der typische INFP depressiv, unheimlich kitschig und faul. In Wirklichkeit ist er meistens eher einfach nur von seiner Umwelt überfordert, nicht zuletzt dank seiner geradezu immer arbeitenden Fantasie, die teilweise eher unheimlich unheimlich, denn kitschig ist und er ist… faul. Manchmal. Welcher der Perceiving-Typen ist das denn auch nicht mal.

Kurzes Recap – INFP, das steht für „Introvertiert“, „iNtuitiv“, „Fühlend“ und „Perceiving“ (= „Beobachtend“). Kann man in anderen Posts der Kategorie Typologie & Psychokrams aber auch nochmal genauer nachlesen.

Der INFP ist ein Typ, der ziemlich häufig missverstanden wird. Wenn man die Person dahinter nur oberflächlich kennt, könnte man entweder denken (je nach Entwicklung und momentaner Gemütslage), dass der INFP entweder eine dämliche „Happy-Go-Lucky“-Manic-Pixie oder ein gefühlskalter Misanthrop ist. Hört sich widersprüchlich an? Nunja, auch wenn unser typischer INFP in der Regel weder das eine noch das andere ist, dann kann man trotzdem diese eine Sache über ihn sagen: er hat oft ziemlich heftige Stimmungsschwankungen.

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ISTP – Der Spezialist

Allgemeine Beschreibung & Klischees

Spezialist, Actionheld, Zyniker, Mechaniker, Badass, Krimineller. Das sind die typischen Klischees, die es in der Typologie über den ISTP gibt. Wir schauen uns jetzt genauer an, was daran wahr ist.

Moment kurz, was bedeutet ISTP nochmal? „I“ steht für Introvert, „S“ für Empfinder (Senser), „T“ für Denker (Thinker) und „P“ für Beobachter (Perceiver). In meinen Posts, welche die ganzen Präferenzen beschreiben, kann man das alles nochmal genau nachlesen, jetzt kommen wir aber mal direkt zum Persönlichkeitstypen.

Wenn ich ihn mit einem Tier vergleichen müsste, würde ich sagen, dass mich der ISTP am ehesten an einen Leoparden erinnert. Stille, einzelgängerische Lauerer, die wirken, als würden sie sich von nichts aus der Ruhe bringen lassen. Vorsichtig und konzentriert nähern sie sich ihrer Beute, ganz langsam und fast geräuschlos, um dann wie ein Blitz zuzuschlagen. Ähnlich ist das beim ISTP. Er liebt es zwar, Dinge zu erleben und in Aktion zu sein, aber bevor er das tut, sieht er sich erst ganz genau an, auf was er vorhat, sich einzulassen. Wägt Pros und Contras gegeneinander ab, analysiert die Situation. Dann erst stürzt er sich hinein ins Abenteuer.

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