Warum wir linke Opposition stärken müssen

Es wird immer behauptet, es gäbe in der Politik keine unterschiedlichen Wahloptionen mehr. Im schlimmsten Falle wird den Leuten brauner Sand in die Augen gestreut, dass sie meinen, rassistische Hetze und mehr wirtschaftsliberale Politik wären tatsächlich eine Alternative. Weit gefehlt – denn im Grunde genommen ist die AfD ein Schatten aus der Zukunft, wie unsere Regierung aussehen wird, wenn wir nicht bald abbremsen. Ich höre häufig Dinge, wie: „Wählt alles, aber nicht die AfD!“. Ich stimme zu, dass wir bitte auf keinen Fall die AfD wählen sollen. Das reicht jedoch noch nicht. Wir müssen noch einen Schritt weiter gehen.

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Wo ich *nicht* mit der Linken übereinstimme

Wie ich ja schon öfters erwähnt habe, gehöre ich zur Linkspartei. Gerade zu Zeiten wie diesen, wenn die Bundestagswahl ansteht und mein Diskussionsbedarf ausnahmsweise sogar annähernd gedeckt ist, merke ich, wie schnell pauschalisiert wird. „Du bist ein Linker, also […]“ – so beginnen auffällig viele Sätze meiner geliebten Diskussionspartner und ganz offen gestanden, langsam nervt es mich, mich immer wiederholen zu müssen.

Deshalb – in erster Linie für besagte Diskussionspartner – und in zweiter für meine regulären Leser, denn ich habe schon lange nichts mehr gebloggt – hier eine Zusammenfassung, mit welchen Positionen der Partei „Die Linke“ ich nicht übereinstimme.

Bevor ihr jetzt allerdings weiter lest, will ich noch etwas Wichtiges sagen: meiner Meinung nach sind die genannten Punkte wirklich das geringere Übel. Bei so gut wie allen anderen Positionen gehe ich mit der Linken konform und will hier auch nochmal deutlich empfehlen, dass sie meiner Meinung nach die mit Abstand beste Wahl ist, wenn man sich ein gerechtes und nachhaltiges Deutschland wünscht.

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Wenn unser Kind dann auf der Welt ist…

…und es sind nur noch knapp vier Monate bis dahin, dann werde ich zusehen, dass es nach allen Regeln der deutschen Kunst erzogen wird, damit es sich in unserer Heimat wohlfühlen kann und schön angepasst ist.

Die Menge und Qualität des Essens wird sich dann später in der Leistung wiederspiegeln: eine 4 in Mathe? Hier hast du zwei Scheiben Toastbrot mit einem großen Blatt Salat. Die Gesellschaft soll wieder etwas tun, für ihr täglich Brot und nicht, wie ein Parasit vom Geld des schwer schaffenden Steuerzahlers leben! Aber bevor jetzt jemand verächtlich die Nase rümpft – die Noten sind natürlich relativ. Eine 4 in Mathe bedeutet Toast mit Salat, wenn es im Gymnasium ist. In der Hauptschule wird das bereits das Höchste der Gefühle sein. Ich will nicht, dass mein Kind so desillusioniert, wie unsere Gesellschaft sein wird: natürlich ist sozialer Aufstieg möglich! Du musst nur hart genug arbeiten! Und wenn es eine geistige Behinderung hat, fragst du mich? Na und? Forrest Gump hat ein erfolgreiches Unternehmen gegründet! Und nicht nur das. Was? Ist mir doch egal, dass Forrest Gump fiktiv ist. Wichtig ist die Ideologie, die hinter dem Film steckt: keine Ausreden. Wer nicht erfolgreich ist, der ist selbst schuld.

Und schiebe mögliches Versagen dann bloß nicht auf die Eltern – weder die finanziellen Mittel, noch der Bildungsstand oder die Zeit der Eltern fürs Kind spielen eine ernst zunehmende Rolle beim Werdegang des Nachzüglers. Nur, weil ich ein dummes, asoziales Arschloch bin, bedeutet das nicht, dass mein Kind dadurch weniger Chancen im Leben haben wird.

Oh – und besonders interessant wird es, sollte dann ein kleines Geschwisterchen kommen. Ich werde nicht den Fehler machen, den so viele Eltern tun – denn wie heuchlerisch ist es, seine Kinder „gleich zu behandeln“? Gleichheit ist eine sozialistische Lüge. Niemand ist gleich – jeder ist individuell, bringt individuelle Leistung und wird entsprechend individuell behandelt! Tendenziell werden Mädchen weniger Taschengeld bekommen, sonst wird später die große Ernüchterung kommen, dass es im „echten Leben“ (umgangssprachlich für „Berufsleben“) ja anders sei. Das größte Zimmer bekommt aber trotzdem das Kind, das die besten Leistungen erbringt. Das andere zieht in den Geräteraum. Und wehe, jemand sagt dann, das sei unmenschlich. Wir werden die Geräte, die davor dort standen ja auch irgendwohin räumen müssen. Das kostet genauso Platz, wie sozialer Wohnungsbau Geld kostet, das eigentlich dafür ausgegeben werden sollte, unsere Leistungsträger noch mehr zu fördern. Aber nur, weil ich kein Gutmensch bin, bin ich ja nur ein Schlechtmensch, kein Unmensch.

Und deshalb werde ich am 24. September CDU, FDP oder AfD wählen, damit mein Kind meine Erziehung im späteren Leben dann auch praktisch umsetzen kann. SPD und Grüne könnte man sich mittlerweile auch überlegen, langsam scheinen sie auch zu verstehen, wie der Hase hier läuft.

Aber auf keinen Fall wähle ich die Linke.

*Ironiemodus aus. Und ich habe nicht einmal über das Gesundheitssystem geschrieben.

 

 

Bist du ein mündiger Verbraucher?

Die Frage ist bewusst provokativ – und um nicht vom hohen Ross herabzupredigen, will ich gleich Eines vorwegnehmen: ich bin es jedenfalls nicht. Ich mache eine Menge falsch. Viel unbewusst und viel auch in wissentlich. Kann man mich dafür tadeln? Nunja, wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Mich höflich und frei von Wertung auf bestimmte Fehltritte hinweisen ist wiederum ist eine ganz andere Geschichte. Dinge, die ich heute bewusst falsch mache, nagen eventuell lange genug an meinem Gewissen, dass ich sie morgen richtig (oder zumindest richtiger) angehe. Oder ich habe am nächsten Tag genug Kraft und/oder Zeit dafür, mich besser zu verhalten und mache eine gute Angewohnheit daraus. Aber ich muss erst einmal wissen, um nach neuen Erkenntnissen handeln zu können. Viele Dinge überraschen und sind alleine, weil sie so erstaunlich sind bereits wissenswert. Hier sind einige solcher Informationen:

Wusstest du, dass in einem Kilogramm Rindfleisch, mal ganz abgesehen von der benötigten Weidefläche und der Arbeit, die ein Farmer zu leisten hat, um die 15.000 Liter Wasser erforderlich sind? Bei so hohen Zahlen fällt es einem schwer, sich vorzustellen, wie viel das eigentlich ist: mehr als zehn gefüllte Badewannen Wasser. Und das ist nur das Wasser. Weideland, Getreide und Arbeitskraft braucht das Kilogramm Rindfleisch ebenfalls.

Wusstest du, dass Kohlekraftwerke für 7% des gesamten Wasserverbrauchs verantwortlich sind? Davon könnte man eine Milliarde Menschen mit Wasser versorgen. Wusstest du, dass du standardmäßig Strom über einen Kohlekraftanbieter erhältst, bis du auf eine Alternative wechselst?

Wusstest du, dass jährlich über 200 Millionen Tonnen Plastik hergestellt werden? Auf einer Fläche, so groß wie Zentraleuropa schwimmt im Pazifik ein Meer aus Plastik. Müssen wir tatsächlich in Plastik abgepacktes Obst und Gemüse kaufen? Plastikflaschen? Plastik scheint uns überall im Alltag zu begleiten, aber es gibt in der Regel genügend alternative Optionen, bei denen wir die Nachfrage an Plastikprodukten verringern können.

Wusstest du, dass der durchschnittliche deutsche Haushalt jährlich mittlerweile mindestens 21 Kilogramm Elektroschrott wegwirft? Wir können auch versuchen, Dinge zu reparieren, statt sie wegzuwerfen. Nicht immer auf das neueste Mobilfunkgerät anspringen, wenn das alte doch auch noch funktionstüchtig ist. Oder Haushaltsgeräte kaufen, die vielleicht ein wenig teurer sind, aber dafür langlebiger. Am Ende ist es doch so auch weniger umständlich. Vor allem, wenn man weiter und global denkt.

Es geht weiter. Es gibt viele Dinge, die ich hier noch aufzählen könnte, aber ich will dich nicht mit Informationen erschlagen. Ich will dir zeigen, dass es sich lohnt, über alles, was du tust, nachzudenken. Was brauchst du tatsächlich? Wo kannst du besser investieren? Worauf kannst du verzichten?

Wir tappen im Dunkeln, gehen naiv wie Kinder durch den Supermarkt und wissen die meiste Zeit gar nicht, welchen Schaden wir anrichten. Unmündig eben. Aber wir können zumindest anfangen, erwachsen zu werden, auch, wenn der Prozess es erfordert, inne zuhalten und zu reflektieren. Sich zu bilden. Auf Dinge zu verzichten. Aber es lohnt sich. Wir haben keine Ersatz-Erde übrig, auf die wir zugreifen können, wenn wir diese zerstört haben. Um zu mündigen Vebrauchern zu werden, zu reifen Konsumenten, müssen wir nicht perfekt sein – aber wir können alleine schon beim Versuch, es zu werden, eine unglaubliche Menge erreichen!
Das Argument „wir können nicht alles richtig machen, also versuch ich es erst gar nicht“ zieht nicht. Wenn zwei Leute, die monatlich z.B. 500 Gramm Rindfleisch essen auf die Hälfte verzichten, dann ist das von den Zahlen her genau so, als hätte einer von beiden gänzlich auf Rindfleisch verzichtet.
Hoffentlich versuchst du gemeinsam mit mir gemeinsam das Ideal anzustreben. Wir werden Fehler machen, wir werden hier und dort mal nachgeben und uns wieder aufrappeln müssen – aber hoffentlich nie aufgeben. Und am Ende werden wir zu denjenigen gehören, die gekämpft haben.

Quellen:
https://www.welt.de/wissenschaft/article6012574/Ein-Kilo-Rindfleisch-kostet-15-000-Liter-Wasser.html

https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-report-kohlekraftwerke-verbrauchen-trinkwasser-fuer-eine

https://www.verbraucherzentrale.de/kunststoffe?i=6

https://www.welt.de/wissenschaft/article701251/Riesige-Flaeche-Plastikmuell-schwimmt-im-Pazifik.html

https://de.statista.com/infografik/2278/elektroschrott-aufkommen-in-ausgewaehlten-laendern/

Wiedergeburt (Teil 3/3)

(Letzte Woche gab’s nichts, deshalb heute ein bisschen mehr… viel Spaß beim Abschluss der Geschichte!)

„Haut ab, ihr Idioten“, brummte Khyosei und Tsura konnte sich einen leisen Seufzer nicht verkneifen. Ein Wort, eine Geste von Khyosei und das hätte soeben sein letzter Atemzug gewesen sein können.
„Ich habe alles unter Kontrolle“, brummte der Hüne.
Der Druck an Tsuras Nacken ließ nach, doch davon abgesehen rührten sich die Räuber nicht.
„Wenn ihr noch einmal frei und ohne meinen direkten Anweisungen eingreift“, fuhr Khyosei mit leiser, aber scharfer Stimme fort. „Dann werde ich eure Herzen ausreißen, und mit den Hunden ein Festmahl zu mir nehmen!“
„Wie ihr befehlt!“, rief der Ninjatoträger mit militärischem Zack, doch es schwang auch etwas Unsicherheit in der Stimme mit. Tsura spürte, wie er schließlich das Stahl von seinem Hals entfernte. Dann vernahm er hinter sich Schritte, die sich von ihnen entfernten. Er ging davon aus, nur noch mit Khyosei auf der Straße zu sein, der seinen Kopf schüttelte.

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Wiedergeburt (Teil 1/3)

Als Tsura Shin die Türe zum Gasthaus öffnete, kam ihm ein Schwall von Gestank entgegen. Alkohol, Schweiß, Fett und – es konnte auch noch von der Straße kommen – Pisse. An jedem der runden Tische waren alle Stühle besetzt, teilweise teilten sich auch die Dirnen einen mit den Tagelöhnern in ihren zerschlissenen Gewändern. Als Schattengardist  passte Tsura zwar nicht in diese Gesellschaft – niemand tat das, der hier ein anständiges paar Stiefel und einen eleganten Mantel tragen würde, aber durch die dunkle Farbe seiner Kleidung, stach er auch nicht aus der Menge heraus –
alles war hier grau, braun oder schwarz.
Tsura ging auf die Schankmagd, ein junges, knochiges Ding mit verschwitztem, schmalen Gesicht zu und hob fragend die Augenbraue. Er war sich kaum sicher, ob sie ihn überhaupt registriert hatte, aber sie machte eine knappe Kopfbewegung, mit der sie auf einen Nebenraum deutete. Ohne zu zögern bog Tsura nach links ab, schob den vergilbten Stoffvorhang zur Seite und betrat den Nebenraum.

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Pen & Paper – Was ist das für ein Hobby?

Aufgepasst, liebe Leser – vor allem liebe Co-Autoren. Also zumindest dann, wenn euch der Begriff „Pen & Paper“ nichts sagt, vor allem, wenn ihr gleichzeitig auch noch gerne Fiktion schreibt. Dieses Hobby müsste eigentlich ziemlich interessant für euch sein. Deshalb – und weil ich in diesem Blog meine narzisstischen Züge ausleben kann, würde ich euch diese interessante Freizeitbeschäftigung gerne näher erklären. Und wenn ihr bereits mit dem Thema vertraut seid, würde es mich total interessieren, welche Rollenspielerfahrungen ihr bereits so gemacht habt.

„Pen & Paper“, auf deutsch also Stift & Papier ist ein Hobby, das man (normalerweise) in einer Gruppe aus 3-6 Personen spielt und neben gerade aufgezählten Materialien braucht man ansonsten im Grunde genommen nur noch Würfel und eine Menge Fantasie und Zeit.

Um was geht es?

Das hängt ganz davon ab, für welches Modul, also für welche Rollenspielwelt und Regelsystem man sich entscheidet. Es gibt mittlerweile unzählige Module, welche alle möglichen fiktive Szenarien abdecken. Das geht von klassischen Fantasyszenarien in Mittelaltersetting (Dungeons & Dragons, Pathfinder, Das Schwarze Auge) über Sci-Fi (Shadowrun, Warhammer 40K, Star Wars) bis hin zu Horror (Call of Cthulhu, Vampires: The Masquerade). Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten. Jedes dieser Module besitzt über eigene Hintergrundgeschichten und Spielregeln, wobei beides den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen der Spielgruppe angepasst werden kann.

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Donnel Drumpf & die Truhe des Bösen (Teil 1)

Kao wischte sich seufzend das Blut von der Klinge. Er hatte ein schlechtes Gewissen, dass es ihm schon fast Spaß gemacht hatte, die Gewerkschafter niederzumähen. Doch irgendwo im Gefecht begann bei ihm stets der Punkt, an dem er sich gehen ließ und die Bedeutung seiner Taten irgendwo in den Hinterkopf seines Meerschweinchenschädels zurückgedrängt wurden, während (etwas weiter vorne im Kopf) plötzlich bunte Clowns zu pulsierender Musik und rot blinkendem Licht „Töten! Töten!“ riefen und dazu atemberaubende Breakdance-Einlagen vollführten. Es war wie mit einer durchzechten Nacht. Zunächst hatte man Spaß, danach war das Gefühl der Reue da und der Mageninhalt war auf dem Boden verteilt. Nur war es nicht Kaos Mageninhalt. Und nicht nur der Inhalt. Er steckte sein Langschwert zurück in die Scheide und wandte sich schweren Herzens von der Fabrik ab.

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Projekt: Vegetarismus (6. Monat)

Der aufmerksame Leser hat vielleicht bemerkt, dass das „Pseudo“ aus dem Pseudo-Vegetarismus mittlerweile verschwunden ist. Nachdem mich Cordula (Hier ihr Blog) dazu angeregt hat, mich mal darüber zu erkundigen, was Fischfang mit unserem Planeten macht und wie grausam man mit den Fischen umgeht (was mir eigentlich schon immer klar war), habe ich auch einfach keine Lust mehr auf Fisch gehabt.

Es tut mir wirklich leid, dass ich nicht schon früher zu diesem Thema weiter geschrieben habe, irgendwo war’s doch auch recht spannend und auch ab und an eine Herausforderung, aber erstens habe ich meistens vergessen darüber zu schreiben und wenn ich gerade mal daran gedacht habe, dann hatte ich entweder keine Zeit oder… ich geb’s zu, oder ich war zu bequem. So, hier aber meine gefühlte Zusammenfassung über das vergangene halbe Jahr (so in etwa) in Bezug auf meine Fleischabstinenz.

Nur soviel vorweg, damit es auch jeder weiß, auch diejenigen, die es eigentlich nicht interessiert und diesen Beitrag nur überfliegen: es war leichter als erwartet.

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Funktionen bei anderen erkennen (Teil 2 von 2)

Extrovertiertes Empfinden (ESFP, ISFP, ESTP, ISTP)
Von allen extrovertierten Funktionen erkennt man SE am wenigsten an den Worten und am meisten an den Taten. Sie sind oft diejenigen, die sich als erstes vom Platz erheben, die sich am gemeinsamen Esstisch als erstes bedienen, die als erstes etwas tun, wenn alle andere noch am überlegen sind, wie etwas getan werden sollte. Wagemut ist etwas, was man dem extrovertierten Empfinder von allen anderen Typen am ehesten zuschreiben kann.

Wenn man sie jedoch anhand von Worten erkennen will, dann hat man damit am ehesten Glück, dass sie einfach sagen, was ihnen in den Sinn kommt. Sie denken nicht lange darüber nach, wie ihre Worte von anderen empfunden werden könnten, sondern machen ihre Gedanken für andere klar ersichtlich. Klarheit ist hierbei das treffende Stichwort: so, wie sie auch selbst versuchen, das Leben möglichst klar zu sehen und zu erleben, wollen sie auch selbst für andere sein.

Anders als extrovertierte Denker sind sie nicht so sehr am Ergebnis interessiert, sondern mehr am Entstehungsprozess. Eine Eigenschaft, die sie sich mit extrovertierten Intuierern teilen, ist die Kreativität. Diese bezieht sich allerdings mehr auf das, was sich unmittelbar in Zeit und Raum befindet, während extrovertierte Intuierer ihre Kreativität mehr mit Ideen und Wörtern ausdrücken. Beide kommen mit den verrücktesten Ideen an, aber Empfinden bezieht sich dabei mehr auf die materielle Ebene.

Typische SE-Zitate:

  • „Ja, Mann! Lass uns das bauen!“
  • „Du weißt erst dann wirklich, dass es unmöglich ist, wenn du es versucht hast.“
  • „Viel Spaß beim Reden, wir sehen uns am Ziel.“
  • „Lebe den Moment!“
  • „Darf ich mal? Kann ich jetzt?“
  • „Der Weg ist das Ziel!“
  • „Ich übe nicht, weil ich besser werden will, sondern weil es mir Spaß macht!“
  • „Mir ist langweilig, lass uns was machen.“
  • „Wollen wir jetzt uns jetzt nur darüber unterhalten oder tatsächlich auch etwas tun?“
  • „Man muss das Leben auch genießen können.“

Extrovertiertes Intuieren (ENFP, INFP, ENTP, INTP)
Man erkennt extrovertierte Intuierer, vor allem die eher in sich gekehrten von ihnen (INFP & INTP) an ihrer häufigen Geistesabwesenheit. Sie sind oft unaufmerksam, verträumt und wirken, vor allem, wenn sie sich in einem sicheren, privaten Rahmen befinden, in dem sie sich wohl fühlen, oft sehr kindisch. Während jedoch auch extrovertierte Empfinder häufig einen kindischen, verspielten Eindruck machen, sind extrovertierte Intuierer hingegen Idealisten, während der andere Typ eher den Realisten einzuordnen ist. Wie auch extrovertierten Empfindern spricht man ihnen Einfallsreichtum zu, allerdings weniger, was praktische, sofort umsetzbare Ideen angeht, sondern mehr jene auf intellektueller Schiene.

Fängt man an, von Themen zu sprechen, die den extrovertierten Intuierer interessiert, leuchten seine Augen auf und er hat plötzlich eine ganze Menge (mehr) zu sagen, manchmal sogar zu dem Ausmaß, dass er überhaupt nicht mehr aufhört, zu reden. Von allen Funktionen ist NE am meisten an Konzepten interessiert, selbst, wenn diese schwammig sind und nur wenig mit der Realität zu tun haben. Bei Denkern äußert sich das insbesondere im Aufstellen absurd wirkender Theorien, bei Fühlern in leidenschaftlichem Idealismus.

Auch wecken NE-Typen schnell das Bild einer schusseligen, geistesabwesenden Person, was aber auch eine gewisse Liebenswürdigkeit weckt. Ihre Gedanken sind stetig in Bewegung und nicht selten machen sie dadurch einen hibbeligen Eindruck. Sie haben häufig damit zu kämpfen, Termine einzuhalten, Ordnung zu bewahren und sich an Details zu erinnern. Wenn im Urlaub jemand die Zahnbürste vergessen, aber sonst allen möglichen Unsinn eingepackt hat – die Chancen stehen gut, dass es ein extrovertierter Intuierer ist.

Typische NE-Zitate:

  • „Es ist zwar völlig unrealistisch, aber stell dir mal vor, […]“
  • „Verdammt, ich habe schon wieder vergessen, was ich dir eigentlich sagen wollte…“
  • „Lass uns etwas Neues ausprobieren!“
  • „Man muss aber auch die andere Seite betrachten!“
  • „Ich kann mich nicht entscheiden! Soll ich Erdbeere und Stracciatella oder Stracciatella und Málaga nehmen? Und welche Kugel soll nach unten?“
  • „Ich hoffe, ich werde nie so ein langweiliger Spießer…“
  • „Das ist keine Unordnung, das ist geordnetes Chaos.“
  • „Wo habe ich schon wieder meinen Schlüssel hingelegt?“
  • „Wenn du dir eine Superfähigkeit aussuchen könntest, welche wäre das dann?“
  • „Ich habe eine Idee, willst du mir sagen, was du davon hältst?“