Funktionen bei anderen erkennen (Teil 1 von 2)

Typologie sollte jedoch nicht ausschließlich dabei helfen, die eigene Persönlichkeit besser kennen zulernen und einschätzen zu können, sondern auch die von Mitmenschen. Zum einen hilft das, zu erkennen, was wir eigentlich bei unserem Gegenüber so sehr zu schätzen wissen. Oder im Gegenteil: mit welchen konkreten Eigenschaften wir uns überfordert oder abgestoßen fühlen. Zum anderen kann ein besseres Verständnis Missverständnisse vermeiden und bessere Zusammenarbeit ermöglichen. Wie erkennen wir aber die Funktionen bei unseren Mitmenschen, wenn wir uns schon so schwer damit tun, sie bei uns selbst eindeutig zu finden?

Manchen fällt es sogar leichter, Funktionen bei anderen als bei sich selbst zu entdecken. Fremdbeobachtung setzt immer andere Maßstäbe als Eigenbeobachtung voraus und ein kritischer Blick auf sich selbst kann sich tatsächlich bei der ein oder anderen Person als schwieriger erweisen, als der auf andere. Dennoch sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen. Wenn man vorschnell eine Person einem bestimmten Typen zuordnet, kann das sogar für noch mehr Missverständnisse sorgen und damit für mehr Frustration. Daher empfehle ich, beim Einordnen von anderen Personen sehr vorsichtig und langsam vorzugehen.

Dabei gilt, dass introvertierte Funktionen in der Regel um einiges schwieriger zu erkennen sind, als extrovertierte. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand – introvertierte Funktionen spielen sich im Inneren der Person ab, während sie durch ihre extrovertierte Funktion in der Welt in Aktion treten. Wer gut hinhört, kann in den Aussagen eines anderen auch introvertierte Funktionen heraushören, aber einfacher ist es in der Regel damit, zumindest bei der extrovertierten Funktion anzusetzen.

Extrovertiertes Denken (ESTJ, ISTJ, ENTJ, INTJ)
Extrovertiertes Denken erkennt man gut daran, dass die Person wenig Scheu an den Tag legt. Zwar mag es (z.B. im Falle von ISTJ und INT) sein, dass sie als Introverten prinzipiell zurückgezogen sind, aber das liegt weniger daran, dass sie etwa schüchtern wären, als viel mehr daran, dass sie den Sinn darin, mit der Außenwelt in Kontakt zu treten, im Moment nicht sehen oder noch am überlegen sind, wie sie ihre Gedanken am besten formulieren könnten. Ist die Funktion besonders stark ausgeprägt, kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Person ihre Meinung frei äußern wird und keine Angst vor Widerspruch hat. Sollte ihr jemand Gegenargumente liefern, sind häufige Reaktionen darauf entweder weitere Punkte, die ihren eigenen Standpunkt weiter unterstützen oder ein rigoroses Abschmettern der Gegenargumentation.

Extrovertierte Denker beziehen sich häufig darauf, was allgemein als anerkannt gilt und was Leute, die sie im betroffenen Fachgebiet als kompetent einordnen ihrerseits für eine Meinung abgegeben haben. Letzteres trifft besonders auf extrovertierte Denker mit introvertiertem Denker zu. Ein Beispielzitat wäre: „Nein, das ist nicht so. Mein Onkel ist Professor für dieses Fach und unterrichtet das an der Universität. Er sagt selbst, dass es sich anders verhält, als du behauptest. Was sagst du da? Ja, schön, deine Begründung mag für dich Sinn ergeben, aber ich wage doch sehr stark zu bezweifeln, dass du dich mit dem Thema besser auskennst als mein Onkel, der das studiert hat.“

Extrovertierte Denker sind sehr an Zahlen und Fakten interessiert. Abstrakten Denkvorgängen, Ausflüge ins Hypothetische misstrauen sie eher. Wenn eine junge Frau ihrem TE-Vater mitteilt, sie habe jemanden kennengelernt, ist eine typische Reaktion von diesem, dass er zunächst fragt, wie alt die Person sei und als was sie arbeitet. Sie sind weniger daran interessiert, wie Personen reagieren, viel mehr daran, wie sie in Aktion treten. Sie sind weniger am Prozess interessiert, sondern mehr am Ergebnis. Sie sind stolz auf Errungenschaften, die nicht nur für sie selbst, sondern auch für den Rest der Welt ersichtlich sind, weshalb sie beispielsweise viel Wert auf Titel, Auszeichnungen und Preise legen.

Weitere typische TE-Zitate:

  • „Du hast dich angestrengt, sagst du? Deine Note sagt da aber etwas ganz Anderes.“
  • „Lass mich das mal machen, ich weiß, wie das geht.“
  • „Das kann doch nicht so schwierig sein – tu’s einfach!“
  • „Weißt du, entweder, man kann stundenlang darüber nachdenken und nichts tun, oder man macht es einfach und erreicht dabei sogar etwas.“
  • „Geld regiert die Welt – das ist die hässliche Wahrheit.“
  • „Die Welt ist nicht so kompliziert, wie du glaubst.“
  • „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“
  • „Die Leute müssen lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen.“
  • „Nur, weil es sich unangenehm anfühlt, bedeutet das nicht, dass es sich ändern muss.“
  • „Es gibt nur eine Richtung. Vorwärts.“

Extrovertiertes Fühlen (ESFJ, ISFJ, ENFJ, INFJ)
Diese Funktion ist möglicherweise am einfachsten zu erkennen, wenn man weiß, wo man hinschauen muss. Während zwar alle extrovertierten Fühlertypen sich für Herzlichkeit auszeichnen (also auch ESFPs und ENFPs), tun das extrovertierte Fühler vor allem aus einer Verpflichtung heraus, die sie in sich spüren. Sie haben den Eindruck, dass es zum guten Ton gehört und von ihnen erwartet wird, freundlich und höflich zu sein, während das bei ESFPs und ENFPs eher aus einer Laune heraus passiert. So sind extrovertierte Fühle eher noch dazu in der Lage, freundlich zu bleiben, auch, wenn sie selbst unfreundlich behandelt werden, als introvertierte Fühler.

FE hat den starken Drang, andere zu erfreuen. Das Prinzip des Schenkens wird daher vor allem von extrovertierten Fühlern sehr hoch geschätzt – nicht nur, was materielle Geschenke angeht, sondern auch, die Investition von Zeit und Mühen in eine Person. Das bemerkt man vor allem dann, wenn der extrovertierte Fühler dadurch gekränkt ist, dass er nicht helfen kann, oder, schlimmer noch, seine Hilfe nicht erwünscht ist. Den Spruch: „Ich will doch nur dein Bestes!“, darf man extrovertierten Fühlern in der Regel glauben und kommt meistens auch von ihnen. Was dabei „das Beste“ ist, wird meistens von dem gesellschaftlichen Umfeld des extrovertierten Fühlers bestimmt.

Extrovertierte Fühler haben einen starken Sinn für Gemeinschaft und das bemerkt man vor allem im privaten Umfeld. Wenn sie nicht unbedingt selbst ein wichtiges Gespräch unter vier Augen führen müssen, werden sie auf einer Familienfeier eher unglücklich damit sein, wenn sich Grüppchen bilden, die sich voneinander abspalten. Sie sind selbst bereit, Kompromisse einzugehen und sich auf Dinge einzulassen, die sie selbst nicht so sehr mögen, wenn sie dadurch die Gruppe zusammenhalten.

Typische FE-Zitate:

  • „Freundschaft/Familie ist das Wichtigste im Leben.“
  • „Die Sorgen anderer sind auch meine Sorgen.“
  • „Warum fällt es diesen Leuten so schwer, freundlich zu sein?“
  • „Eine Hand wäscht die andere!“
  • „Lass uns das doch gemeinsam machen! Zusammen sind wir stark!“
  • „Wie kann man sich nur über so viele andere Menschen hinwegsetzen?“
  • „Danke für die Einladung! Wer kommt noch alles?“
  • „Es ist mir sehr wichtig, dass ihr euch wohl fühlt.“
  • „Denk doch nicht immer nur an dich!“
  • „Meinst du, ich habe einen guten Eindruck bei ihnen hinterlassen? Meinst du, sie mögen mich?“

Link zu Teil 2

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Westworld – Maeve Millay (ENTJ)

Filmehype? Rogue One, Check. Politikerhype? Donald Trump, Check. Serienhype? Warum nicht weitermachen? HBO’s Serienerfolg „Westworld“ ist ja momentan in aller Munde. Nicht zu unrecht, wie ich finde, da diese Serie erfrischende, neue Aspekte in die Serienwelt bringt. Die Frage, was macht Menschlichkeit aus und wo verschwimmt der Unterschied zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz wird in der futuristischen Dramaserie in den Vordergrund gestellt – klar, dass das gefundenes Fressen für mich bietet. An dieser Stelle wäre noch eine Warnung angebracht: VORSICHT, SPOILER!!!

So. Wer sich dadurch nicht abschrecken lässt oder die erste Staffel der Serie bereits gesehen hat, möge weiterlesen.

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Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung (Teil 2)

Extrovertiertes Empfinden / Introvertiertes Intuieren
Der extrovertierte Empfinder ist ein kühner Draufgänger, der vor wenig zurückschreckt. Er betritt neue Pfade, die vor ihm noch niemand ging und leistet damit für die Gesellschaft wertvolle Pionierarbeit. Sein Fokus liegt auf dem Gegenwärtigen und dementsprechend kann er sich gut auf das, was sich im Moment abspielt konzentrieren. Es verhält sich bildlich gesprochen wie mit einem Kurzsichtigen. Denn so klar das Hier und Jetzt auch sein mag, so unbedeutend ist für den extrovertierten Empfinder die Zukunft, wenn sich seine Persönlichkeit ungesund entwickelt hat. Er geht Geschäfte ein, bei denen er zwar jetzt profitieren mag, ihn aber später unverhältnismäßig viel kosten werden. Da ihm seine Freiheit so wichtig ist, will er sich nicht durch Zukünftiges einschränken lassen. Dieses reaktionäre Verhalten kann im schlimmsten Falle dazu führen, dass er seine Zukunft komplett verbaut. Ironischerweise wird er sich dann in einer Situation wiederfinden, in der der extrovertierte Empfinder fast überhaupt keine Handlungsfreiheit besitzt. Während es auf der einen Hand zwar ein Segen ist, die Gegenwart in vollen Zügen genießen zu können, kann sich ungezügelter Hedonismus oder furchtlose Risikobereitschaft auf lange Sicht als enorm kostspielig erweisen. Die unterdrückte Funktion ist hier das introvertierte Intuieren, das sich mit der Vorhersehung von Ereignissen beschäftigt, die noch nicht passiert sind. Ein extrovertierter Empfinder, der diese Funktion zu stark unterdrückt, hat schlicht keine Geduld und/oder sieht den Sinn darin nicht, Gegenwärtiges für die Zukunft aufzugeben. Ganz wie in der Fabel vom Grashüpfer, der sich im Sommer über die hart arbeitenden Ameisen lustig macht, die sich auf den Winter vorbereiten und in selbigem erfriert, da er sich nicht vorbereitet hat.

Während der extrovertierte Empfinder bildlich gesehen einen Unfall baut, weil er das Stop-Schild nicht beachtet hat, ist das Dilemma des introvertierten Intuierer, dass er Angst davor hat, überhaupt weiterzufahren. Überhaupt haben introvertierte Intuierer einen engen Bezug zu Symbolik und sind demnach abstrakte Denker, die keine Schwierigkeiten damit haben, Dinge miteinander zu verknüpfen. Dementsprechend sind sie auch sehr auf die Zukunft fixiert, ähnlich wie die Ameise aus besagter Fabel, die ihr gegenwärtiges Wohl zugunsten ihrer Zukunft ausgibt. Wenn das introvertierte Intuieren zu unausgeglichen entwickelt ist, dass das extrovertierte Empfinden zu sehr unterdrückt wird, dann haben wir jedoch das Bild von der Ameise, die an Überanstrengung stirbt und es dadurch nicht einmal lebend in den Winter schafft. Man kann also sagen, wo der extrovertierte Empfinder Gefahr läuft kurzsichtig zu sein, ist der introvertierte Intuierer dem Risiko ausgesetzt, an Weitsichtigkeit zu leiden. Die Tragik bei seiner Zukunftszentriertheit ist, dass er die Früchte seiner Vorbereitungen nicht genießen werden kann, wenn er seinem extrovertierten Empfinden nicht ein wenig Platz zum Entwickeln lässt. Denn, ist er in der Zukunft angekommen, hat sich diese in die Gegenwart verwandelt, die zugunsten der nächsten Zukunft aufgegeben werden muss. Introvertierten Intuierern, die sich ungesund entwickelt haben, ist nicht bewusst, dass alles im Leben – und auch das Leben selbst, ein Verfallsdatum besitzt. Und wenn sie nicht lernen, sich auch mal gehen lassen zu können, werden all ihre Anstrengungen letztlich vergebens sein.

Extrovertiertes Intuieren / Introvertiertes Empfinden
Der extrovertierte Intuierer hat ein besonderes Talent dafür, Möglichkeiten zu entdecken. Dementsprechend ist er besonders begabt darin, zwischen den Zeilen lesen zu können und immer eine weitere Alternative zu finden, wenn andere glauben, es geht nicht mehr weiter. Seine größte Stärke ist jedoch auch seine größte Schwäche, wenn er sich nicht auf seine schwächer ausgeprägten Funktionen einlässt. Denn dann wird der extrovertierte Intuierer stets den Weg des geringsten Widerstands wählen. Was sich zunächst wie ein weiterer Vorteil anhören mag, kann sich bei näherem Hinsehen als ausgesprochen fatal erweisen: dass der einfachste Weg nicht immer der beste ist, liegt auf der Hand. Beachtet man die Tatsache, dass der extrovertierte Intuierer fast immer etwas Anderes zu tun findet, als das, was er im Moment eigentlich tun sollte, lässt sich schnell ableiten, dass es nicht von ungefähr kommt, dass extrovertierte Intuierer Schwierigkeiten damit haben, Projekte abzuschließen. Sie springen von einer Tätigkeit zur nächsten. Solange die Funktionen noch ausgeglichen entwickelt sind, mag das zu gesunder Abwechslung führen, aber es passiert schnell, dass jene Sprunghaftigkeit zur Gewohnheit wird und letztlich echten Fortschritt verwehrt. Die unterdrückte Funktion ist hier das introvertierte Empfinden, das ein Bestreben nach Beständigkeit entwickelt. Der extrovertierte Intuierer, der diese Funktion unterdrückt, ist jedoch zu schnell von Dingen, die dauerhaft sind gelangweilt – zu schnell erregen Nebensächlichkeiten seine Aufmerksamkeit. Ausdauer ist hier das Stichwort. Wenn der extrovertierte Intuierer seinem introvertierten Empfinden keinen Raum zur Entfaltung bietet, wird er im schlimmsten Fall nicht einmal den Sinn darin sehen, an einer Aufgabe festzuhalten.

Dem introvertierten Empfinder hingegen ist Sprunghaftigkeit schon fast ein Fremdwort. Er legt großen Wert auf Nachhaltigkeit, ähnlich wie der introvertierte Intuierer. Jedoch ist der introvertierte Empfinder eher auf die Vergangenheit fixiert – er lernt aus Erfahrungen und ist mit einem Baum zu vergleichen, der tiefe Wurzeln schlägt, um sicher in die Höhe wachsen zu können. Problematisch wird es nur, wenn der introvertierte Empfinder nur noch damit beschäftigt ist, Wurzeln schlagen zu lassen, aber sich nicht über die Oberfläche traut, aus Angst vor Neuem und Veränderung. Unterdrückt er sein extrovertiertes Intuieren, steht er Neuem gegenüber so skeptisch gegenüber, dass er es überhaupt nicht mehr zulässt. In diesem Fall stellt sich ein lähmender Stillstand in seinem Leben ein, da er ohne neuem Input eben auch keine weiteren Erfahrungen machen kann. Und während introvertierte Empfinder zwar viel Zeit und Rückzug brauchen, um neue Erfahrungen verarbeiten zu können, wachsen sie letztlich daran. Wie eine Pflanze darf man sie nicht mit Wasser ersticken, aber führt man einer Pflanze überhaupt keines mehr zu, verkümmert sie. Paradoxerweise müssen sie also ihrem extrovertierten Intuieren, welches neue Erfahrungen sammeln und die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten will, zumindest einige Freiheiten einräumen, damit ihre bevorzugte Funktion überhaupt ordentlich arbeiten kann. Im schlimmsten Falle wird aus dem introvertierten Empfinder sonst jemand, der wie ein Ertrinkender an der Vergangenheit festhält und nicht bereit dazu ist, unvermeidliche Veränderungen zu akzeptieren.

Letztendlich kann man sagen, dass ein wichtiger Schritt zur Selbstoptimierung der ist, vor allem die schwächer ausgeprägten Funktionen zu akzeptieren. Warum das uns manchmal so schwer fällt, liegt daran, dass wir Angst davor haben. Jene Funktionen fühlen sich unserem Wesen in vielen Fällen so entgegengesetzt an, dass wir fast schon physisches Unwohlsein beim bloßen Gedanken daran empfinden, uns auf sie einzulassen. Dabei ist genau das erforderlich, um sich ausgewogen entwickeln zu können. Konflikte entstehen seltener dadurch, dass wir nicht in der Lage sind, andere zu verstehen, sondern, weil wir sie nicht verstehen wollen. Denn das würde in einem Extremfall bedeuten, dass wir unsere Prinzipien zu einem Teil aufgeben müssten. Es ist hier schwierig, direkt bei sich selbst anzusetzen und zu versuchen, sich komplett aus eigener Kraft zu verändern. Der Verstand wird in Form der übermächtigen Funktion immer wieder Gründe finden, sich nicht zu verändern, die sich plausibel anhören. Einfacher geht es vor allem durch Wertschätzung. Dem INTJ, dem es schwer fällt, die Gegenwart zu genießen, wird dies leichter fallen, wenn er sieht, wie sehr der ESFP seine Freizeit genießen kann, während dieser Bewunderung für das beständige Durchhaltevermögen des INTJs aufbringen kann. Dem ISTP wird es möglicherweise leichter fallen, sich aus seiner Isolation herauszuziehen, wenn er erkennt, wie der ENFJ den Alltag seiner Mitmenschen durch aufrichtige Herzlichkeit ein wenig aufzuhellen vermag, während der ENFJ vom ISTP lernen kann, dass sich die Suche nach grundlegenden Wahrheiten lohnen kann, wenn er sieht, wie praktisch diese Wahrheiten in der Realität umzusetzen sind.

4 Gründe, warum wir Christen nicht ernst genommen werden

Wenn man sich heute als Christ outet, was bedeutet das dann noch? Ich vermisse schon beinahe das spöttische, müde Lächeln oder die sarkastischen Kommentare. Darauf wird gar nicht mehr eingegangen, warum auch? Macht es einen Unterschied? Für mich, klar, meine Seele ist gerettet und alles. Aber sonst so?

In meinen Augen gibt es vor allem vier Punkte, die meiner Beobachtung nach ausschlaggebend für unseren vermeintlichen Status als dämliche Heuchler stehen. Und bevor jetzt einige empört Capslock anschalten und zum Schreiben ansetzen… wenn ich von „wir Christen“ spreche, dann beziehe ich mich selbstredend auf die Mehrheit, nicht auf die individuellen Ausnahmen, die es glücklicherweise gibt und auf die Ansichten über uns, womit ich nicht sage, dass die Ansichten über uns zwangsweise stimmen. Außerdem beziehe ich mich hier explizit auf uns Christen in Deutschland, ich weiß, dass es in anderen Ländern teilweise stark abweichende Haltungen gibt.

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ENFP – Der Freiheitskämpfer

Allgemeine Beschreibung & Klischees

Coole Socke, Erfinder, Kindskopf, Energiebündel, Sensibelchen, Aufmerksamkeitsmagnet, Narzisst, Manipulator, Philanthrop, Revoluzzer, Möchtegern-Therapeut, Held des Tages. Das sind die Klischees von ENFPs. Und dass sie Klischees nicht sonderlich mögen, weil ja jeder Mensch etwas Besonderes ist. Deshalb haben die meisten von ihnen, die sich mit dem MBTI auseinandersetzen auch eine Art Liebes-/Hassbeziehung mit der Theorie, denn auf der einen Seite wird hier in Schubladen gedacht, auf der anderen Seite fühlen sie sich von den Schubladen verstanden und halten es auch irgendwo für furchtbar amüsant, all die Dinge, die auf sie zutreffen zu lesen und fragen sich dann, ob in diesem Schubladenschrank nicht vielleicht doch Narnia verbirgt. Halt in 16 Distrikte aufgeteilt, was total der Müll wäre. Aber es wäre Narnia! Naja, egal.

Schauen wir uns schnell  noch die Funktionenfolge an und dann geht’s los:
1.) Extrovertiertes Intuieren
2.) Introvertiertes Fühlen
3.) Extrovertiertes Denken
4.) Introvertiertes Empfinden

Erste Funktion – Extrovertiertes Intuieren („Intuition Extroverted, kurz NE“)

Bleiben wir mal dabei, das gerade genannte etwas zu begründen. Warum mag der ENFP kein Schubladendenken? Er versucht, die Dinge stets von mehreren Seiten aus zu betrachten, dass ihm bloß nichts entgeht.

unbenannt
Ein bisschen so, wie dieses Monster. ENFPs dürfte es auch nicht so sehr stören, dass die Augententakel unterschiedlich dick sind, es geht nur ums Konzept. Außerdem ist es ein Monster. Bei Monstern geht das.

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Topophobie – Der lächelnde Tanzbär

Auf einmal machte es „Klick“ und die Show ging los. Das ist wie, wenn man den Fehler gemacht hat, sich in die Achterbahn zu trauen, vor der man am meisten Angst hat: Die Sicherheitsbügel drücken dich an deinen Sitz und die Fahrt geht los. Es gibt kein zurück, auch, wenn du wieder aussteigen willst. Es geht nicht. Du kannst dich nicht einmal umdrehen. Die Zeit wird immer abstrakter: zunächst kommt es dir alles wie eine Ewigkeit vor, danach rast die Situation an dir vorbei und eigentlich ist alles, was du wahrnimmst nur noch die Aufregung. Das Adrenalin, das durch deinen Körper pumpt lässt dich vergessen, wie es sich überhaupt anfühlt, auf festem Boden zu stehen. Man möchte schreien, aber es funktioniert nicht. Die Kehle ist wie zugeschnürt. Schweiß tritt aus. Alles verkrampft.

Ich stand neben mir. Sah zu, wie die Finger über die Tastatur huschten, zitternd, unkontrolliert, mit feinen, winzigen Schweißtropfen. Nathan, der Neue. Der begabte Musiker. Ich beneidete ihn. Schon immer wurde ihm zugesprochen, er hätte eine große Begabung. Er sei etwas ganz Besonderes. So talentiert. Für Großes Vorbestimmt. Hm. Hat er sich da gerade verspielt? Es konnte doch nicht sein, dass sich dieser grandiose Pianist mit seinen Zauberhänden gerade einen Fehler erlaubt hat. Dieses Wort – „Fehler“, es dürfte ihm ja überhaupt ein Fremdwort sein. Nein, nein, Nathan, deiner einer verspielt sich nicht. Spiel weiter. Lass dich nicht von russischen Wunderkindern und internationalen Berühmtheiten einschüchtern. Du gehörst dazu. Das hat man ja damals auch immer gesagt. Halte diese Finger in Bewegung. Ich fragte mich, was wohl passieren würde, wenn sie auf einmal damit aufhören? So ein schnelles Lied… und das Klavier klingt dabei so voll und tragend. So verantwortungsvoll, dieses Lied als Pianist zu begleiten, nicht wahr? Was wäre nur, wenn…

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Topophobie – Immer in die Augen schauen

Als die erste Band anfing zu spielen, war das Büffet zwar eröffnet, aber mein Magen fühlte sich so verschlossen an, dass ich es, aus Angst, mich auf der Bühne übergeben zu müssen, nicht einmal anrührte. Die erste Combo bestand aus einer Sängerin, begleitet von Schlagzeug, Kontrabass und Klavier. Und der Pianist verstand etwas von seinem Handwerk. Mir ging der Gedanke durch den Kopf, ihn nach dem Auftritt einfach zu fragen, ob er meinen Part des heutigen Abends einfach übernehmen könne, aber so verkrampft, wie ich gerade an einem der vielen rundlichen Tische saß, merkte ich, dass ich erstmal damit zu kämpfen haben würde, überhaupt aufzustehen. Ich sah mich um und versuchte, anhand der Gesichtsausdrücke im Publikum zu analysieren, was es von der Band hielt. Einige unterhielten sich leise, andere sahen mit gleichgültigem Gesichtsausdruck zu Band, während andere dabei wiederum ein leises Lächeln auf den Lippen hatten. Gefiel es ihnen? Oder schmunzelten sie über die Band, weil sie sie für Amateure hielten? Nach meinem Standard bestand das Quartett keinesfalls aus Amateuren, aber wer wusste schon, was dieses Publikum so gewöhnt war? Und wenn es diesen Pianisten schon für einen Amateur hielt, was…

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INTP – Der Grübler

 

Allgemeine Beschreibung & Klischees

Nerd, Innovator, zerstreuter Professor, Philosoph, realitätsferner Theoretiker, Gedankenarchitekt und Internetjunkie. In meiner Serie über die Typen ist der INTP tatsächlich ein ziemlich besonderer Typ. Nicht, weil er an sich wichtiger oder generell besonderer als alle anderen ist, sondern, weil ich selbst diesem Typen angehöre. Ich habe mir ja überlegt, ob ich das komplett geheim halten soll, aber eigentlich würde das meiner Philosophie komplett widersprechen, dass die Typologie dabei helfen soll, dass wir uns gegenseitig besser verstehen. Deshalb: ICH BIN EIN INTP! Und das ist auch voll okay!

So, eines vorneweg: der Post ist länger als die über die anderen Typen. Warum ist das so? Nun, einfach, weil ich diesen Typen am besten kenne und daher am meisten darüber schreiben kann. Könnte ich über andere Typen nicht noch mehr schreiben? Ja, das könnte ich. Aber ich glaube, dann wären die Beiträge zu lang. Aber dieses eine Mal will ich zeigen, wie detailliert eine Typenanalyse sein kann. Und welcher Typ bietet sich dafür besser an, als der eigene? Ich habe mir dafür auch einige externe Quellen zu Hilfe gezogen, um einfach noch weitere Facetten einzublenden. Aber das mache ich ja bei dem Thema allgemein. Also, bevor ich hier die Lorbeeren dafür einheimse, wie detailliert und komplex das alles ist, will ich nochmal erwähnen: diese ganzen Theorien stammen (leider) nicht von mir!

Ich hoffe, dass sich in kommender Zeit ein weiterer INTP hierher verirrt und dann mit Capslock bezeugen kann: „JA MANN! DAS BIN SOWAS VON ICH!“ – um zu beweisen, dass das nicht einfach nur eine Beschreibung von mir selbst ist, sondern tatsächlich allgemeingültig auf INTPs, so sauer das auch einigen Personen aufstoßen mag. Glaubt mir. Bei all den Details, die ich hier auffahren werde, ist immer noch so unendlich viel Platz für Individualität vorhanden, das ist kein böses Schubladendenken. Selbst, wenn ihr nicht viel von dem ganzen Typologie-Zeug haltet – für die Fiktionsschreiber unter euch, ihr könnt diese Konzepte auch einfach als Inspiration für Charakterkonzepte benutzen. Oder aber, vielleicht findet ihr auch einfach nur den Autor dieses Blogs interessant und wollt mehr über ihn und seine narzisstischen Züge wissen. Okay, es wird Zeit, anzufangen.

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Blogstöckchen – „Just for fun, Nix ernstes…“

So. Da wurde ich ja glatt nochmal nominiert! So ein Ding! Von GrandGamesHologram dieses Mal, ein fettes Dankeschön dafür! Auch… wenn ich nicht genau weiß wofür…? Aber ich fühle mich sehr geehrt! Und GGH meinte ja auch: „Just for fun, Nix ernstes…“. Und es heißt ja so schön: der Mensch spricht am liebsten über sich. Da ich hier ausnahmsweise keine Ausnahme der Regel bin, warum also nicht? Ich hoffe, dass es tatsächlich auch jemand interessiert, sonst wirke ich am Ende tatsächlich noch, wie ein narzisstischer Trottel…

Naja. Dass es nicht komplett wie ein alberner Zeitvertreib aussieht, nochmal kurz Werbung für GrandGamesHologram, denn eigentlich sollten solche Nominierungen ja dabei helfen, tendenziell unbekanntere Blogger etwas bekannter zu machen: schaut auf jeden Fall mal rein, wenn ihr euch gerne über Computerspiele unterhaltet. Er bietet da eine sehr schöne Plattform für, ich bin dort auch regelmäßig anzutreffen.

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6 Punkte, die für die Typologie sprechen

Immer wieder, wenn ich mich mit Menschen über die Typologie unterhalte, insbesondere, wenn sie noch nicht so viel darüber wissen, sind sie ihr gegenüber eher ablehnend und skeptisch eingestellt. Während ich eine skeptische, hinterfragende Haltung begrüße, empfinde ich es jedoch als sehr schade, wenn Ablehnung dazu führt, das Thema von vorneherein abzuhaken und zu vergessen. Daher liste ich hier einfach mal die meistgenannten Argumente gegen die Typologie und meine Antworten darauf aus.

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