Wiedergeburt (Teil 3/3)

(Letzte Woche gab’s nichts, deshalb heute ein bisschen mehr… viel Spaß beim Abschluss der Geschichte!)

„Haut ab, ihr Idioten“, brummte Khyosei und Tsura konnte sich einen leisen Seufzer nicht verkneifen. Ein Wort, eine Geste von Khyosei und das hätte soeben sein letzter Atemzug gewesen sein können.
„Ich habe alles unter Kontrolle“, brummte der Hüne.
Der Druck an Tsuras Nacken ließ nach, doch davon abgesehen rührten sich die Räuber nicht.
„Wenn ihr noch einmal frei und ohne meinen direkten Anweisungen eingreift“, fuhr Khyosei mit leiser, aber scharfer Stimme fort. „Dann werde ich eure Herzen ausreißen, und mit den Hunden ein Festmahl zu mir nehmen!“
„Wie ihr befehlt!“, rief der Ninjatoträger mit militärischem Zack, doch es schwang auch etwas Unsicherheit in der Stimme mit. Tsura spürte, wie er schließlich das Stahl von seinem Hals entfernte. Dann vernahm er hinter sich Schritte, die sich von ihnen entfernten. Er ging davon aus, nur noch mit Khyosei auf der Straße zu sein, der seinen Kopf schüttelte.

Continue reading „Wiedergeburt (Teil 3/3)“

Wiedergeburt (Teil 1/3)

Als Tsura Shin die Türe zum Gasthaus öffnete, kam ihm ein Schwall von Gestank entgegen. Alkohol, Schweiß, Fett und – es konnte auch noch von der Straße kommen – Pisse. An jedem der runden Tische waren alle Stühle besetzt, teilweise teilten sich auch die Dirnen einen mit den Tagelöhnern in ihren zerschlissenen Gewändern. Als Schattengardist  passte Tsura zwar nicht in diese Gesellschaft – niemand tat das, der hier ein anständiges paar Stiefel und einen eleganten Mantel tragen würde, aber durch die dunkle Farbe seiner Kleidung, stach er auch nicht aus der Menge heraus –
alles war hier grau, braun oder schwarz.
Tsura ging auf die Schankmagd, ein junges, knochiges Ding mit verschwitztem, schmalen Gesicht zu und hob fragend die Augenbraue. Er war sich kaum sicher, ob sie ihn überhaupt registriert hatte, aber sie machte eine knappe Kopfbewegung, mit der sie auf einen Nebenraum deutete. Ohne zu zögern bog Tsura nach links ab, schob den vergilbten Stoffvorhang zur Seite und betrat den Nebenraum.

Continue reading „Wiedergeburt (Teil 1/3)“

Pen & Paper – Was ist das für ein Hobby?

Aufgepasst, liebe Leser – vor allem liebe Co-Autoren. Also zumindest dann, wenn euch der Begriff „Pen & Paper“ nichts sagt, vor allem, wenn ihr gleichzeitig auch noch gerne Fiktion schreibt. Dieses Hobby müsste eigentlich ziemlich interessant für euch sein. Deshalb – und weil ich in diesem Blog meine narzisstischen Züge ausleben kann, würde ich euch diese interessante Freizeitbeschäftigung gerne näher erklären. Und wenn ihr bereits mit dem Thema vertraut seid, würde es mich total interessieren, welche Rollenspielerfahrungen ihr bereits so gemacht habt.

„Pen & Paper“, auf deutsch also Stift & Papier ist ein Hobby, das man (normalerweise) in einer Gruppe aus 3-6 Personen spielt und neben gerade aufgezählten Materialien braucht man ansonsten im Grunde genommen nur noch Würfel und eine Menge Fantasie und Zeit.

Um was geht es?

Das hängt ganz davon ab, für welches Modul, also für welche Rollenspielwelt und Regelsystem man sich entscheidet. Es gibt mittlerweile unzählige Module, welche alle möglichen fiktive Szenarien abdecken. Das geht von klassischen Fantasyszenarien in Mittelaltersetting (Dungeons & Dragons, Pathfinder, Das Schwarze Auge) über Sci-Fi (Shadowrun, Warhammer 40K, Star Wars) bis hin zu Horror (Call of Cthulhu, Vampires: The Masquerade). Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten. Jedes dieser Module besitzt über eigene Hintergrundgeschichten und Spielregeln, wobei beides den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen der Spielgruppe angepasst werden kann.

Continue reading „Pen & Paper – Was ist das für ein Hobby?“

Donnel Drumpf & die Truhe des Bösen (Teil 1)

Kao wischte sich seufzend das Blut von der Klinge. Er hatte ein schlechtes Gewissen, dass es ihm schon fast Spaß gemacht hatte, die Gewerkschafter niederzumähen. Doch irgendwo im Gefecht begann bei ihm stets der Punkt, an dem er sich gehen ließ und die Bedeutung seiner Taten irgendwo in den Hinterkopf seines Meerschweinchenschädels zurückgedrängt wurden, während (etwas weiter vorne im Kopf) plötzlich bunte Clowns zu pulsierender Musik und rot blinkendem Licht „Töten! Töten!“ riefen und dazu atemberaubende Breakdance-Einlagen vollführten. Es war wie mit einer durchzechten Nacht. Zunächst hatte man Spaß, danach war das Gefühl der Reue da und der Mageninhalt war auf dem Boden verteilt. Nur war es nicht Kaos Mageninhalt. Und nicht nur der Inhalt. Er steckte sein Langschwert zurück in die Scheide und wandte sich schweren Herzens von der Fabrik ab.

Continue reading „Donnel Drumpf & die Truhe des Bösen (Teil 1)“

Nächtlicher Besuch

Ermittler Jarvel schloss leise die Holztüre, durch die er gekommen war und sah sich verstohlen um. Die Kerze auf dem Holztisch im Erker, sowie das Licht, das unter der Türe zum Badezimmer durchstrahlte, waren die einzigen Lichtquellen im Wohnzimmer. Auf leisen Sohlen schlich er auf das Bad zu, der rote Teppich mit den goldenen Stickereien von Löwen und Schwertern dämpften seine Schritte.
Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Ermittlers, denn diese Stickereien waren Symbole der Rondra, der Göttin des Krieges.
Es tut mir leid, göttliche Leuin, murmelte Jarvel. Ich weiß, du verabscheust Heimlichtuerei, aber es bietet sich einfach an, auf diesem Teppich zu schleichen.
Vor dem Badezimmer angekommen, presste Jarvel sein grobes, unrasiertes Gesicht an die Türe und spähte durch das Schlüsselloch. Er verspürte keine Scham mehr, als er zusah, wie die Herrin des Hauses sich vor dem Badezuber entkleidete, nur Herzrasen und ein Aufbegehren im Lendenbereich. Die Scham würde später kommen, das wusste Jarvel, aber es kümmerte ihn nicht. Er würde sie mit seinen Gedanken wieder tot argumentieren.
Seit ich nach Menzheim stationiert wurde, um diese mysteriösen Mordfälle aufzuklären, habe ich einfach keine Zeit mehr für ein Privatleben, würde er sich einreden oder
Ich kenne andere in meinem Berufsfeld, die sich der Flasche ergeben, immerhin funktioniert mein Verstand noch!

Als die Schlafstörungen angefangen haben, hatte Jarvel begonnen, nächtliche Spaziergänge durch die Straßen zu unternehmen, in der Hoffnung, dabei eventuell eine heiße Spur des Mörders zu finden, der in Menzheim und der Umgebung mittlerweile schon für fünf blutleere Leichen mit Kehlenschnitt verantwortlich war. Oh, und er hat etwas entdeckt: den Bäckerslehring zwischen den Beinen der Frau seines Meisters. Später die Frau des Bürgermeisters beim Umkleiden. Und dabei ging es ihm anfangs gar nicht einmal hauptsächlich um die Reize des Auges, sondern vielmehr um den Rausch des Augenblicks. Die Spannung, das Risiko, die Euphorie der schieren Entdeckung der Dinge, die nicht für sein Auge bestimmt waren. Aber was war schon nicht für das Auge eines Ermittlers bestimmt?

Continue reading „Nächtlicher Besuch“

Stolz

Nicht alle Menschen haben die Ausdauer, an ihren Träumen festzuhalten. Einem Traum temporär nachzueifern und ein Ideal zu verfolgen, ist etwas, das jeder kann, aber es ist die Fähigkeit nicht abzulassen, die den Unterschied macht. An einem Traum festzuhalten bedeutet, dass man sich an Entbehrungen gewöhnen, Willenskraft aufbringen und Standhaftigkeit beweisen muss. Sanara besaß diese Fähigkeit und das war der Grund, der sie so tief in die Scheiße zog.

Continue reading „Stolz“

Bestrafung

Erde spritzte durch die Luft, als Rhikio die rostige Feldhacke im großen Bogen in den Acker schlug. Die klobigen Hände festigten den Griff um den erdverschmierten Holzschaft und rissen das Werkzeug wieder aus dem Boden, dass die Klumpen flogen.

Während der Bewegung schloss Rhikhio fest die Augen, um die Erinnerungen zu vertreiben, die wieder aufkamen. Und doch spaltete die Klinge des Wegelagerers den Schädel seines Bruders erneut, als wäre er eine reife Melone.

Rhikios Blick richtete sich wieder auf den aufgewühlten Ackerboden.

Die Erde, Regenwürmer, Wurzeln und Steine hatten doch keine Ähnlichkeit mit einem Kopf, die alte, krumme Feldhacke keine mit der Klinge eines Daos.

Einige Tropfen fielen vom sich verdunkelnden Himmel und vermischten sich mit den Schweißperlen auf der großen Stirn des Bauerns und ein paar davon kullerten in seine mandelförmigen Augen. Rhikio blinzelte verwundert, als die Hacke beim nächsten Hieb gegen etwas Hartes polterte und der Aufprall durch die muskulösen Arme vibrierte. Rhikio bückte sich, wischte sich mit seiner linken Hand über die Stirn, wobei er dort eine Spur feuchter Erde hinterließ und griff nach dem faustgroßen Stein, den er soeben getroffen hatte.

Er war kantig, eckig und grau, lag unbequem in der Hand und doch starrte der große Mann ihn nachdenklich an. Ganz anders als die Steine im Flussbett, die er so gerne über die Wasseroberfläche springen ließ.

Die Mönche des Wasserdrachens aus dem Osten pflegten zu sagen, dass das Leben mit seinen Hindernissen Menschen ebenso glättet, wie ein Fluss aus kantigen Steinen Kiesel formt. Doch Rhikio spürte noch viele Kanten an sich, trotz seiner siebenundzwanzig Jahre und jenes Nachmittags an der Kreuzung vor Longkhiao und er wurde Tag für Tag darauf aufmerksam gemacht. Er wog den Stein in seiner Hand, warf ihn ein paar Mal in die Luft und steckte ihn schließlich in seine große Seitentasche in der Hose, ohne wirklich zu wissen, weshalb er dieses hässliche, störende Ding mitnehmen wollte.

Continue reading „Bestrafung“

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

Schön, dass Du meinen Blog gefunden hast! Als leidenschaftlicher Hobby-Autor war es mir schon immer wichtig, meine Werke mit anderen Menschen zu teilen – vielleicht verstehst du mich, wenn ich sage, dass es mir wie verlorene Zeit vorkommt, wenn ich nur für mich selbst schreibe und somit meine Gedanken, meine geschaffenen Welten und liebevoll ausgearbeiteten Charaktere nur für mich behalte.
Ich brauche Feedback: ehrliche Meinungen, konstruktive Kritik, Wünsche und – welcher Autor will das nicht – auch Lob, wenn angebracht, um an einem Projekt weiterzuschreiben.

Abgesehen von einem Roman, den ich mit etwa 15 Jahren beendet hatte (und das war eigentlich auch der „Erste Teil einer epischen Fantasy-Saga“, hm…), ist es mir bis heute leider nur gelungen, Kurzgeschichten und Novellen zu Ende zu schreiben. Zu schnell kamen mir Gedanke wie „Ach, das liest doch sowieso kein Mensch!“ und selbst, wenn es gelesen wurde, meldete sich mein innerer Kritiker, der wieder alles über einen Haufen warf, weil es für ihn nicht gut genug war.

Was schade ist, da ich tatsächlich denke, dass meine Geschichten vielen Leuten gefallen könnten – möglicherweise auch Dir, lieber Leser. Ich erhoffe mir also mit diesem Blog, zumindest eine kleine, aber beharrliche Leserschaft anzueignen, die mir ab und an mal Rückmeldung gibt, damit ich sehe, dass meine Arbeit tatsächlich ein Ziel findet. Ich würde mich freuen, wenn Du meinen Werken eine Chance gibst.
Starten könntest du zum Beispiel direkt hier. Wenn es langweilig war und/oder einfach nichts für Dich, dann lass mich bitte einfach mit einem kurzen Eintrag wissen weshalb, damit ich mich verbessern kann. Und wenn es dir gefallen hat – super! Dann lass es mich bitte ebenfalls wissen, dass ich weiß, dass ich jemandem damit eine Freude bereite, wenn ich weiterschreibe!
Vergesst in diesem Falle nicht, meinen Blog (ganz unten rechts) zu abonnieren, damit ihr per Mail benachrichtigt werdet, wenn ein neuer Abschnitt erschienen ist.

Mein erstes Projekt, das ich auf meinem Blog präsentiere, ist der Kurzroman Topophobie, der (teilweise mit autobiographischen Einschlägen) die Geschichte eines jungen talentierten, aber erfolglosen Pianisten erzählt, der darauf angewiesen ist, Leute auf der Bühne zu begeistern, aber blöderweise unter Auftrittsangst leidet. Identitätskrisen, Probleme mit dem Job und eine nicht ganz so einfache Beziehung machen ihm das Leben in der Hinsicht nicht leichter…

Darüber hinaus stelle ich hier auch meine Kurzgeschichten vor, die ich zum Teil bereits im Laufe der Jahre und zum Teil erst kürzlich geschrieben habe.

Und Last, but not Least meine Gedichte, Gedanken, Kommentare – alles, was mir sonst so durch den Kopf geht, mich bewegt und worüber ich mit meinen Lesern diskutieren möchte.

In diesem Sinne: viel Vergnügen beim Lesen und ich hoffe, man hört voneinander!