Pen & Paper – Was ist das für ein Hobby?

Aufgepasst, liebe Leser – vor allem liebe Co-Autoren. Also zumindest dann, wenn euch der Begriff „Pen & Paper“ nichts sagt, vor allem, wenn ihr gleichzeitig auch noch gerne Fiktion schreibt. Dieses Hobby müsste eigentlich ziemlich interessant für euch sein. Deshalb – und weil ich in diesem Blog meine narzisstischen Züge ausleben kann, würde ich euch diese interessante Freizeitbeschäftigung gerne näher erklären. Und wenn ihr bereits mit dem Thema vertraut seid, würde es mich total interessieren, welche Rollenspielerfahrungen ihr bereits so gemacht habt.

„Pen & Paper“, auf deutsch also Stift & Papier ist ein Hobby, das man (normalerweise) in einer Gruppe aus 3-6 Personen spielt und neben gerade aufgezählten Materialien braucht man ansonsten im Grunde genommen nur noch Würfel und eine Menge Fantasie und Zeit.

Um was geht es?

Das hängt ganz davon ab, für welches Modul, also für welche Rollenspielwelt und Regelsystem man sich entscheidet. Es gibt mittlerweile unzählige Module, welche alle möglichen fiktive Szenarien abdecken. Das geht von klassischen Fantasyszenarien in Mittelaltersetting (Dungeons & Dragons, Pathfinder, Das Schwarze Auge) über Sci-Fi (Shadowrun, Warhammer 40K, Star Wars) bis hin zu Horror (Call of Cthulhu, Vampires: The Masquerade). Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten. Jedes dieser Module besitzt über eigene Hintergrundgeschichten und Spielregeln, wobei beides den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen der Spielgruppe angepasst werden kann.

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Nächtlicher Besuch

Ermittler Jarvel schloss leise die Holztüre, durch die er gekommen war und sah sich verstohlen um. Die Kerze auf dem Holztisch im Erker, sowie das Licht, das unter der Türe zum Badezimmer durchstrahlte, waren die einzigen Lichtquellen im Wohnzimmer. Auf leisen Sohlen schlich er auf das Bad zu, der rote Teppich mit den goldenen Stickereien von Löwen und Schwertern dämpften seine Schritte.
Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Ermittlers, denn diese Stickereien waren Symbole der Rondra, der Göttin des Krieges.
Es tut mir leid, göttliche Leuin, murmelte Jarvel. Ich weiß, du verabscheust Heimlichtuerei, aber es bietet sich einfach an, auf diesem Teppich zu schleichen.
Vor dem Badezimmer angekommen, presste Jarvel sein grobes, unrasiertes Gesicht an die Türe und spähte durch das Schlüsselloch. Er verspürte keine Scham mehr, als er zusah, wie die Herrin des Hauses sich vor dem Badezuber entkleidete, nur Herzrasen und ein Aufbegehren im Lendenbereich. Die Scham würde später kommen, das wusste Jarvel, aber es kümmerte ihn nicht. Er würde sie mit seinen Gedanken wieder tot argumentieren.
Seit ich nach Menzheim stationiert wurde, um diese mysteriösen Mordfälle aufzuklären, habe ich einfach keine Zeit mehr für ein Privatleben, würde er sich einreden oder
Ich kenne andere in meinem Berufsfeld, die sich der Flasche ergeben, immerhin funktioniert mein Verstand noch!

Als die Schlafstörungen angefangen haben, hatte Jarvel begonnen, nächtliche Spaziergänge durch die Straßen zu unternehmen, in der Hoffnung, dabei eventuell eine heiße Spur des Mörders zu finden, der in Menzheim und der Umgebung mittlerweile schon für fünf blutleere Leichen mit Kehlenschnitt verantwortlich war. Oh, und er hat etwas entdeckt: den Bäckerslehring zwischen den Beinen der Frau seines Meisters. Später die Frau des Bürgermeisters beim Umkleiden. Und dabei ging es ihm anfangs gar nicht einmal hauptsächlich um die Reize des Auges, sondern vielmehr um den Rausch des Augenblicks. Die Spannung, das Risiko, die Euphorie der schieren Entdeckung der Dinge, die nicht für sein Auge bestimmt waren. Aber was war schon nicht für das Auge eines Ermittlers bestimmt?

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