Die 16 Typen als Fantasy(Rollenspiel-)helden

Ihr könnt so froh sein, auf diesen Artikel gestoßen zu sein, denn nun werdet ihr endlich erfahren, welche Rollenspielklasse in einem Fantasysetting aufgrund eurer Persönlichkeit am besten zu euch passt! Uuui!

Okay. Das ist jetzt nicht wirklich ernst zunehmen und nur als kleine, unterhaltsame Lektüre am Rande gedacht, eigentlich sollte ich so etwas alleine schon bei der Überschrift ja nicht erwähnen. Übrigens – ich stütze mich hier auf kein bestimmtes Rollenspielmodul wie Dungeons & Dragons, Das Schwarze Auge oder dergleichen – das sind einfach nur Archetypen, wie ich sie mir vorstelle. Möglicherweise weicht meine Vorstellung eines Mönchs also stark von eurem ab.

Genug des Geplänkels! Stürzen wir uns ins Abenteuer! Aber wer geht als was?

ENFJ– Paladin
Der strahlende Held! Der Verteidiger der Tugenden! Stets mit einem gewinnenden Lächeln auf den Lippen ermutigt er seine treuen Mitstreiter zu Höchstleistungen – aber nicht nur durch bloßes Gerede, oh nein! Die Rüstung des ENFJ-Paladins ist zwar hochglanzpoliert, aber hat in der Tat ihre Schrammen und Kerben, denn dieser mutige Anführer stürmt als inspirierendes Vorbild an vorderster Spitze in die Schlacht.

Besondere Fähigkeit: „Schwert der Ehre“ – Sobald die Ehre des ENFJ-Paladins in irgendeiner Weise angegriffen wird, brennt sein Langschwert auf und verursacht zusätzlichen Flammenschaden. Niemand stellt seine Ideale in Frage, geht’s noch?!

INFPDruide
Der INFP-Druide sieht mehr als der Rest seiner Gefährten – er kann nicht nur mit Tieren und Pflanzen kommunizieren, er spricht zur Welt selbst, sieht ihr Leiden und versucht, es selbst aufopferungsvoll zu mindern. Dafür ist er bereit, seine Isolation aufzugeben und mit einer Gruppe bunt zusammengewürfelten Abenteurern zu ziehen. Und während diese ihn anfangs noch für einen seltsamen Kauz halten, stellen sie bald fest, dass der INFP ein wahrer Freund ist, der sie selbst besser kennen lernt, als sie sich selbst.

Besondere Fähigkeit: „Verwandlung“ – Manchmal wird es dem INFP-Druiden einfach zu viel und er kann sich in ein Tier seiner Wahl verwandeln, zum Beispiel in eine Maus, um sich schleunigst zu verkriechen. Oder aber in einen wütenden Tiger, wenn er wirklich die Schnauze voll hat. Irritierte Blicke seiner Gefährten garantiert.

INTP– Zauberin
Man lernt nie aus. Nach diesem Motto lebt die INTP-Zauberin. Sie bricht nicht des Ruhmes oder des Geldes wegen auf ins Abenteuer, sondern, um mehr über die Welt zu erfahren und ihr Wissen in praktischer Anwendung austesten zu können. Ihre ohnehin mächtigen Zauber sind ihr dabei nie perfekt genug und nicht selten ist sie ein wenig enttäuscht darüber, dass ihre Gefährten ihren archaischen (wenn auch nützlichen) Feuerballzauber viel eindrucksvoller finden, als ihren verzauberten Hut, der fast alle gängigen Tavernenlieder singen kann! Hallo?!

Besondere Fähigkeit: „Die Stolze Wortstreiterin“ – Die INTP-Zauberin erhält während einer Diskussion über ihr Fachgebiet Bonuswürfel. Ganz gleich, ob sie bessere Argumente hat oder nicht, hinterher glaubt sie so oder so, dass sie die Diskussion „gewonnen“ hätte und erhält für den Rest des Tages einen Buff auf ihre Willenskraft.

ENTP Trickster
Der charmante Betrüger, dem man nicht lange böse sein kann. Mit flinker Zunge redet der ENTP-Trickster sich genau so schnell wieder aus Schwierigkeiten, wie er in sie hineingerät. Und wenn das doch nicht reicht, beherrscht er Illusionszauber wie kein Zweiter und kann sich mit Wurfmessern auch zur Wehr setzen. Die meisten seiner Gefährten sind sich trotz aller gemeinsam bestandener Gefahren oft immer noch nicht sicher, ob man ihm wirklich trauen kann, doch trotz all der Lügen und Neckereien trägt der ENTP-Trickster sein Herz am rechten Fleck.

Besondere Fähigkeit: „Zauber der vierten Wand“ – Manche Charaktere erklären ihn mitseiner Theorie, dass sie eigentlich alle in einer Fantasiewelt leben für eine verrückte Verschwörungstheoretikerin, aber ahnen nicht, wie nah der ENTP-Trickster der Wahrheit kommt. Mit seinem Zauber, der die vierte Wand durchbricht, kann er die Würfel am Spieltisch einer anderen Dimension so beeinflussen, dass sie zu seinen Gunsten fallen.

ENTJDämonenbeschwörerin
Ja, Dämonenbeschwören ist schwarze Magie und das ist verboten. Ja, im Grunde genommen versklavt die ENTJ-Dämonenbeschwörerin an sich unschuldige, wenn auch grässliche, furchterregende Wesen, indem sie diese einfach aus einer anderen Sphäre reißt und ihnen ihren Willen aufknechtet. Und ja, meistens ist sie damit nicht einmal sonderlich subtil und ihre dämonischen Sklaven richten nicht selten ein Blutbad an. Na und? Die ENTJ-Dämonenbeschwörerin weiß, dass Effizienz keinen Platz für Ästhetik hat und der Zweck die Mittel heiligt.

Besondere Fähigkeit: „Club der Untoten Dichter“ – Aufgrund ihrer Mitgliedschaft in einem dunklen, eigentlich verbotenen Orden, kennt die ENTJ-Dämonenbeschwörerin alle Erzschurken beim Vornamen, mit einigen trifft sie sich sogar nach wie vor zum Satansbibelkreis. Durch diese Verbindungen hat sie Einblicke in die Denkart ihrer Gegenspieler und erhält einmal pro Abenteuer vom Spielleiter Informationen über die ein wichtiges Detail deren Pläne.

INTJ– Schwertmagier
Für den INTJ-Schwertmagier wäre es zu simpel, sich wie der Barbar einfach nur mit einem Schwert ins Abenteuer zu stürzen und zu unpraktisch, wie die Zauberin wochenlang Bücher zu lesen, ohne dabei etwas Praktisches geschaffen zu haben, also kombiniert er das Beste aus beiden Welten, um so mit Disziplin und Geduld eines Tages zum effizientesten Abenteurer aller Zeiten zu werden. Der INTJ-Schwertmagier denkt immer schon zwei Schritte voraus, was ihn meistens in eine vorteilhafte Position bringt. Er ist sich jedoch auch bewusst, dass die mächtigsten Gegenspieler das auch tun, weshalb er es für ein notwendiges Übel erachtet, sich mit anderen Abenteurern zusammenzuschließen, die wie die letzten Trottel durch dunkle Katakomben trampeln, aber es dementsprechend auch gewohnt sind, spontan zu handeln.

Besondere Fähigkeit: „Einmal mit Profis arbeiten“ – Jedes Mal, wenn der INTJ (mal wieder) der einzige in der Gruppe ist, der noch kampftauglich ist, regt er sich so dermaßen über die Inkompetenz seiner Mitstreiter auf, dass er bis zum Ende des Kampfes Bonuswürfel auf seinen Angriffsschaden erhält.

ESTP– Söldnerin
Die ESTP-Söldnerin behauptet ständig, sie würde all die Abenteuer und ihre Risiken nur wegen dem Geld auf sich nehmen. Aber das stimmt natürlich nicht. Sie liebt den Reiz der Gefahr, die Herausforderung im Kampf, in dem sie ihre Fähigkeiten mit denen anderer messen kann und naja – wenn sie dabei noch Geld verdient, um davon ein größeres Schwert, Alkohol und den Eintritt ins Freudenhaus bezahlen zu können, warum nicht? Ihre Gefährten schätzen die ESTP-Söldnerin nicht nur für ihre enorme Kampfkraft, sondern auch für ihr lockeres, einnehmendes Wesen.

Besondere Fähigkeit: „Gewinnendes Lächeln“ – Die Söldnerin kann einmal pro Abenteuer ihr gewinnendes Lächeln einsetzen, um sich und ihre Gefährten aus einer kniffligen sozialen Situation, die in eine Kampfsituation umschwingen könnte (z.B. beim Stehlen/Falschspielen/Einbruch erwischt) zu bringen. War nicht so gemeint! War nur ein Missverständnis!

ISTP– Schurkin
Hat sich da gerade etwas im Schatten bewegt? Hat da jemand meinen Geldbeutel vom Gürtel geschnitten? Blitzt da gerade eine geschärfte Klinge im Dunkel auf? Bei all den schmutzigen Tricks, welche die ISTP-Schurkin verwendet, könnte man sich fragen, ob man sie tatsächlich als Heldin bezeichnen kann (alleine wegen der Professionsbeschreibung, nicht wahr?), aber ihre Gefährten wissen es besser. Hin und wieder landen selbst die ehrenhaftesten Abenteurer wegen eines dummen Missverständnisses hinter Gittern und wie könnten sie dann noch ihre Heldentaten vollbringen, wenn nicht die ISTP-Schurkin sie mit ihren praktischen Fähigkeiten wieder ausbrechen könnte?

Besondere Fähigkeit: „Nerven aus Stahl“ – Die ISTP-Schurkin lässt sich eigentlich durch gar nichts beeindrucken, was meistens eher schade ist. Wenn der bösartige Magier jedoch einen Zauberspruch der Angst über die Gruppe legt, ist das für die ISTP-Schurkin von Vorteil: sie erhält Bonuswürfel auf den Resistenzwurf.

ESFP– Barde
Der ESFP-Barde liebt das Rampenlicht. Der liebenswürdige Entertainer mag seinen Gefährten zwar hin und wieder auf den Geist gehen, aber letzten Endes muss es doch jemanden geben, der die Heldentaten der Gruppe aufzeichnet und für die Nachwelt festhält. Außerdem hat er auch eine ganz praktische Seite: im Kampf ermutigt er seine getreuen Mitstreiter durch inspirierende Lieder – oder zerrt mit grässlichen Kakophonien an den Nerven seiner Gegner. Und wie schlimm die Lage auch sein mag – der ESFP-Barde weiß, wie er die Gemüter wieder erhellen kann und trägt viel zur Gruppenmoral bei.

Besondere Fähigkeit: „Hier spielt die Musik!“ – Wenn sich der ESFP-Barde unbeachtet fühlt, kann er sich in Rage versetzen – er bekommt einen Wutanfall und kann mit einem Charisma-Wurf versuchen, die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich zu ziehen. Wofür kleidet er sich so extravagant, wenn er sich dann ausgerechnet von der popligen ISTP-Schurkin die Show stehlen lässt?

ISFP– Waldläuferin
Seite an Seite mit ihrem Wolfshund streift die ISFP-Waldläuferin durch das dichte Dickicht. Sie liebt die Abgeschiedenheit, die Natur und ihre Freiheit, auf der anderen Seite ist sie auch stets auf der Suche nach neuen Abenteuern – ansonsten hätte sie sich dieser bunt zusammengewürfelten Truppe wohl nie angeschlossen. Trotz ihrer eher einzelgängerischen Art sieht sie diese jedoch nun als ihre Freunde an und würde alles tun, sie zu beschützen. Und ihre Gefährten sind auch froh, sie zu haben, um sie durch die dunklen Wälder zu führen, Fallen zu entdecken und Feinde mit Pfeil und Bogen auf Distanz zu halten.

Besondere Fähigkeit: „Surfender Schütze“ – Die ISFP-Waldläuferin sieht generell wunderbar beim Schießen aus, aber vor allem dann, wenn sie dabei auf etwas surft. Wenn sie auf einer Anhöhe (Treppe, Hügel, Berg, Dach, Drachenkopf) steht, kann sie mit einer gelungenen Gewandtheitsprobe einen beliebigen Gegenstand (Schild, Bratpfanne, Schaukelpferd) benutzen, um diese Anhöhe hinunterzusurfen. Während dessen kann sie auf wundersame Art und Weise zwei Pfeile pro Runde verschießen.

ESTJ– Barbar
Seine Gefährten fragen sich manchmal zurecht, warum der er sich nicht einfach ein neues, leichteres und ergonimischeres Schwert holt – aber wozu auch? Der ESTJ-Barbar schwingt sein gigantisches Bastardschwert schon seit er vier Jahre alt ist – und das mit äußerster Effizienz. Er ist der Mann fürs Grobe – wenn Türen eingetreten, Felsbrocken zur Seite geschoben oder Schädel gespaltet werden müssen, dann steht der ESTJ-Barbar mit Freuden bereit. Und genau so hart und intensiv, wie er kämpft, feiert er nach einem bestandenen Abenteuer mit seinen Freunden, Alkohol und Dirnen. Das ist das wahre Leben. Warum sollte er etwas daran ändern?

Besondere Fähigkeit: „Wahrer der Alten Wege“ – Wenn irgendjemand das konservative Weltbild des ESTJ-Barbaren hinterfragt, kann er sich in einen Berserkerrausch begeben. Sagte ich „kann“? Nein, ihm bleibt gar nichts anderes übrig. Er ignoriert bis zum Ende des Kampfes Nachteile durch Wunden genau so gekonnt wie er gute Argumente für den Fortschritt ignorieren kann.

ISTJ– Alchemistin
Noch ein Tropfen… noch ein einziger. Fertig. Und nun genau drei Stunden ruhen lassen. Hört sich langweilig an? Ist es auch, aber wenn du siehst, was das Gemisch der ISTJ-Alchemistin für eine Explosion abwirft, wenn sie es auf ihre Gegner wirft, dann wirst du aufhören, sie dafür zu kritisieren. Ja, sie mag manchmal sehr pedantisch wirken, hält sich so strikt an den Kodex der Alchemistengilde, dass es ihren Gefährten Kopfschmerzen bereitet, aber am Ende ist jeder froh, solch eine zuverlässige und kompetente Begleiterin an seiner Seite zu wissen. Auch, wenn ihre Tränke nicht ganz so mächtig wie die der Hexe sind, ist es zur Abwechslung doch ganz gut, wenn man auch weiß, dass ein Gegengift im kritischen Moment tatsächlich das Gift neutralisiert, anstatt Flügel wachsen zu lassen.

Besondere Fähigkeit: Keine. Die ISTJ-Alchemistin ist einfach ein bisschen langweilig, aber sie findet das total in Ordnung. Ihre Bomben machen das wieder wett, wer braucht da besondere Fähigkeiten?

ISFJ– Kleriker
Der ISFJ-Kleriker dient seinen Schutzbefohlenen mit solcher Hingabe, dass es erstaunlich anmutet, dass seine Gottheit für ihn sogar noch über seinen Gefährten steht. Seine Tugendhaftigkeit steht dem des Paladin in nichts nach, doch anders, als sein kampfeslustiger Glaubensbruder, meidet der ISFJ-Kleriker es, im Mittelpunkt zu stehen und gibt sich damit zufrieden, im Stillen dort zu helfen, wo er kann. Gerade für seine natürliche Bescheidenheit – und natürlich auch für seine Heilkünste – schätzen ihn seine Gefährten sehr.

Besondere Fähigkeit: „Der Kuchen“ – Der ISFJ-Kleriker kann zwischen den Abenteuern Kuchen backen und in einer geeigneten Tupperware mitnehmen. Gerne teilt er ihn mit seinen Freunden und die ganze Gruppe regeneriert für die Rast doppelt so viele Gesundheitspunkte.

ESFJ– Gastwirtin
Die ESFJ-Gastwirtin ist viel zu verantwortungsvoll, ihre Schenke einfach unbehütet stehen zu lassen, aber da sie ständig von Abenteurern umgeben ist, kann man sie schon fast zu einer der ihren erklären. Und in gewisser Hinsicht – die Taverne vor all den liebenswürdigen, aber raufsüchtigen, diebischen, lauten, betrunkenen und mitunter wirklich gefährlichen Abenteurern zu schützen, das ist mindestens genau so gefährlich, wie eine Drachenjagd. Aber die ESFJ-Gastwirtin macht das gerne. Sie weiß, womit sie jeden einzelnen ihrer Gäste zufrieden stellen kann, hat immer ein volles Lager und mit all den Geschichten, die sie zu hören bekommen hat, steht sie mit ihrer Erzählkunst mit dem Barden in einer freundschaftlichen Konkurrenz.

Besondere Fähigkeit: „Ihr räumt das aber wieder auf, ja?!“ – Mit einer erfolgreichen Charismaprobe gelingt es der Gastwirtin doch tatsächlich, ihre Kunden dazu zu bringen, den Saustall, den sie verursacht haben, auch wieder aufzuräumen.

ENFP– Hexe
Warum fliegt die ENFP-Hexe auf einem Besen umher? Weil sie es kann. Und weil es lustig ist. Und weil man so viel von der Welt sehen kann. Und ihre mächtigen Tränke? Mehr oder weniger Zufall. Ihr war eben danach, mal einen Cocktail aus Krötenaugen, Graberde und Minotaurenhoden zu trinken. Wer hätte wissen können, dass sie sich dadurch unsterblich in einen dieser Abenteurer verlieben würde? Aber so etwas passiert ihr auch ohne Zaubertrank. Wer mit der ENFP-Hexe reist, hat das Abenteuer bereits gefunden.

Besondere Fähigkeit: „Emotionen über Logik“ – Mit einem mächtigen Eventualitäts-Zauber durchbricht die Hexe jegliche Naturgesetze (oder interpretiert sie um) und verbiegt so die Essenz der Realität zu ihrem Vorteil. Dadurch verwandeln sich Pfeile in Bonbons, Säbelzahntiger in Nyan Cats und alle Anwesenden haben auf einmal eine invertierte Persönlichkeit – leider erträgt eine ISTJ-Hexe solche chaotischen Zustände nicht lange, dass dieser entsprechend schnell wieder aufgehoben wird.

INFJMönch
Askese und Leidenschaft. Übermenschliche Ideale und Bescheidenheit. Friedfertigkeit und Tödlichkeit. Der INFJ-Mönch wahrt die Balance zwischen all diesen Eigenschaften. Er ist selbst diszipliniert und weise. Weltfremd? Nein. Nur zurückgezogen. Er weiß nur zu gut, wie seine Zeitgenossen ticken und ist erstaunlich umgänglich für einen einsamen Eremiten. Er verschreibt sich nur Idealen, die weit über das physische Auge hinausgehen und verfolgt sie mit besonnender Hartnäckigkeit.

Besondere Fähigkeit: „Serenität des Wassers“ – Der INFJ-Mönch konzentriert sich auf seine Meditationstechnik und alles um ihn herum verschwindet und wird angesichts der wirklich wichtigen Dinge des Universums irrelevant. Ein Speer in seiner Seite? Egal, macht ihm nichts. Gefährten, die ihm ständig mit demselben Gelaber auf die Nerven gehen? Egal, sie werden schon klar kommen. Besonders hochstufige Mönche können Monate in diesem Zustand verbringen und müssen derweil nicht einmal Nahrung zu sich nehmen.

Die herausragendsten (eher positiven) Eigenschaften der 16 Typen

Häufig gibt es zwischen den 16 Typen Überschneidungen bei Qualitäten und Schwächen. Aber welche sind die Eigenschaften, die bei den Typen jeweils ausgeprägter sind, als bei allen anderen? Mit diesem Thema habe ich mich auseinandergesetzt und bin zu interessanten (und streitbaren) Schlüssen gekommen. Natürlich sind die Eigenschaften nicht exklusiv – auch ein INFJ kann höflich und ein ESFP abenteuerlustig sein, aber hier soll es wirklich um die jeweilige Nummer 1 gehen: auf welchen Typen trifft diese Eigenschaft am meisten zu?

ISTJ: Gründlich
Wenn ein ISTJ eine Aufgabe annimmt, wird er ihr in der Regel aufs Wort genau nachgehen. Kaum ein Typ hat solch ein Auge für Details, wie ein ISTJ. Mit dem typisch starken Pflichtbewusstsein ausgestattet wird der ISTJ auch bei langwierigen Aufgaben Kleinigkeiten beachten. Für ihn gibt es kein „ein bisschen falsch“, sondern nur ein „korrekt erledigt“ oder „unfertig“.

ESTJ: Fleißig
Vielleicht nicht ganz so gründlich, aber dafür umso eifriger, wird ein ESTJ sich an die Arbeit machen. Dieser Typ hat vielleicht nicht immer ein langfristiges Ziel vor Augen, aber wenn er sich etwas vorgenommen hat, dann wird es auch durchgezogen – und wenn noch so viel Schweiß und Tränen fließen müssen. Work hard, play hard.

ISFJ: Höflich
Immer darauf bedacht, niemandem auf den Schlips zu treten, überlegen sich ISFJs in aller Regel zweimal, welche Worte in welcher Situation am angemessensten sind. Von allen Typen kennen sie sich in der Regel am besten mit sozialer Etikette aus und verstehen es wie kein anderer, anständig und respektvoll und zugleich herzlich zu sein.

ESFJ: Hilfsbereit
Bei vielen ESFJs könnte man meinen, dass „Helfen“ für sie ein ganz allgemeines Hobby ist. Selbst, wenn für sie nichts (außer einem guten Gefühl im Herzen) dabei herausspringt, werden sie Umwege gehen, um auch fremde Menschen zu unterstützen. Wenn es sich bei den Hilfsbedürftigen dann auch noch um Freunde/Familie handelt, kennt ihre Selbstlosigkeit nur wenige Grenzen.

INTJ: Ehrgeizig
Kaum ein Typ steckt sich so hohe Ziele wie der INTJ. Vielleicht haben sie nicht dieselbe Energie wie ESTJs oder ENTJs, aber ihre Ausdauer, an einem Ziel festzuhalten, das andere möglicherweise noch gar nicht begreifen können und ihre sorgfältige Planung, wie ihre anspruchsvollen Maßstäbe zu erreichen sind, machen das mehr als wett.

ENTJ: Willensstark
Durchsetzungsfähig, autoritär und optimistisch sind ENTJs nicht selten geborene Führungspersönlichkeiten. Sie sind Meister darin, die Effizienz in anderen Menschen und Dingen einordnen und so einsetzen zu können, dass ihr Vorhaben verwirklicht werden kann. Man kann sich über die Sinnhaftigkeit ihrer Ziele streiten, aber zumindest werden sie eines: erfüllt.

INFJ: Visionär
Ähnlich wie INTJs stecken sich INFJs anspruchsvolle Ziele, jedoch sind die der INFJs von eher transzendenterer und idealistischerer Natur. Sie sehen die Zusammenhänge vor allem in gesellschaftlichen Aspekten und verbinden ihren Weitblick mit ihrer Fähigkeit, Stimmungen aufzugreifen und sich zu Nutze zu machen. Ihre Pläne gehen weit über ihre eigene Person hinaus.

ENFJ: Motivierend
ENFJs sehen das Beste in ihren Mitmenschen und brauchen diesen Blogpost dementsprechend wahrscheinlich gar nicht. Nicht nur das, sie sind auch besonders fähig darin, die Stärken in anderen zu aktivieren, zu fördern und in die richtigen Bahnen zu weisen, indem sie mit ihrem Optimismus von den Schwächen ablenken und die Gedanken auf ein gemeinsames Ziel richten.

ISTP: Cool
Wenn alles in Flammen steht, in Chaos versinkt und Panik ausbricht, werden ISTPs immer noch einen kühlen Kopf bewahren. Kaum etwas lässt sie aus der Ruhe bringen. Während selbst ISTJs bei nie dagewesenen Konflikten ins Schwitzen geraten, sehen ISTPs darin häufig eher eine Herausforderung. Analysieren, anpacken, überwältigen – fertig. Niemand macht das so lässig wie ein ISTP.

ESTP: Mutig
Während andere Risiken eher aus dem Weg gehen, sucht der ESTP danach. Anpassungsfähig und aufmerksam finden ESTPs besser als jeder andere Persönlichkeitstyp selbst in turbulenten Situationen die vielversprechendsten Möglichkeiten und gehen auch direkt darauf ein. Andere gehen vielleicht überlegter vor, aber wohin sie auch gehen: ein ESTP war immer vor ihnen da.

ISFP: Verspielt
Es gibt zwar mit Sicherheit Typen, die als schrulliger gelte, aber mit verspielt beziehe ich mich darauf, dass ISFPs am ehesten in den Aktivitäten, die sie tun, eine Art Spiel, schon fast eine Art Hobby-/Freizeitbeschäftigung sehen können. So können sie selbst für die banalsten Dinge eine kindliche Freude aufbringen und sich immer wieder auf neue „Abenteuer“ einlassen und ihren Horizont erweitern.

ESFP: Ausdrucksstark
Man könnte es auch als „natürliches Charisma“ bezeichnen: ESFPs verstellen sich (in der Regel) nicht, sondern bringen ihre Gefühle ganz authentisch nach außen. Man muss nicht einmal die selbe Sprache wie sie sprechen, alleine schon mit Ton, Gestik, Mimik und Körperhaltung können sie ihre Emotionen nach außen kanalisieren – nicht selten findet man ESFPs daher auch auf der Bühne vor.

INTP: Skeptisch
INTPs sind bekannt dafür, kritische Fragen zu stellen – zum einen, weil sie sich tatsächlich interessieren und zum anderen, weil sie sich trauen, auch gesellschaftlich sensiblere Themen anzusprechen. Dabei bleiben sie in der Regel objektiv nüchtern und können dadurch auch sehr reflektierte und unvoreingenommene Entscheidungen treffen.

ENTP: Listig
ENTPs sind Meister darin, Fakten plausibel umzuinterpretieren und die Wahrheit so sehr zu verbiegen, ohne, dass man ihnen anhängen könnte, zu lügen. Kombiniert mit ihrem Einfallsreichtum und ihren (nicht nach außen offensichtlichen) empathischen Fähigkeiten macht das ENTPs zum listigsten aller Typen.

INFP: Eigenartig
Während man „eigenartig“ vielleicht nicht allgemein als eine positive Beschreibung durchgehen lässt, tun das INFPs schon: sie wollen nicht so sein, wie andere und tun das auch sehr erfolgreich. Eines kann man von INFPs dementsprechend nicht behaupten: dass sie so sind, wie alle anderen und nur eine billige Kopie. INFPs stehen dazu, wer sie sind, so seltsam sie auch sein mögen.

ENFP: Mitreißend
ENFPs haben ein sensibles Gespür für Möglichkeiten – ob sie jetzt praktisch umsetzbar sind oder nur Traumschlösser sind, ihre Fantasie hat einen ansteckenden Charakter, dem man sich nur kaum entziehen kann. ENFPs haben ein Händchen dafür, selbst in ihren nüchternsten Mitmenschen einen Funken von Interesse für Neues zu wecken.

Als die xSxJ’s das Internet überfielen

Ein kurzes Vorwort: diesen Blogbeitrag widme ich Marcel, der SJs über alles zu hassen scheint. Allerdings – auch, wenn ich hier sehr kritisch über vier Persönlichkeitstypen schreibe, ich will hier nicht die Gesamtheit aller SJs über einen Kamm scheren oder diese Persönlichkeitstypen generell schlecht reden. Ich beziehe mich hier nur auf bestimmte Phänomene im Internet, die mir einfach schon sehr häufig aufgefallen sind.

Das Internet war, soweit ich mich als Digital Native daran erinnern kann, immer ein skurriler, wundersamer Ort voller Absurditäten, fragwürdiger Informationen (willkommen auf meinem Blog!) und schrulliger Gestalten. Dass es so zu einem solch unglaublich hasserfüllten internationalen Jammerkasten wurde, ist jedoch eine Entwicklung, die sich meiner Beobachtung nach erst in der vergangenen Dekade vollzogen hat. Ich will mich jetzt nicht auf politische Instrumentalisierungen des Internets mit Pepe dem Frosch und Trump festbeißen, sondern, damit auch politisch uninteressierte mitlesen können, auf den Bereich der Unterhaltungsmedien. Um genauer zu sein, auf Star Wars und Game of Thrones konzentrieren, um ein gutes Beispiel für die Entwicklung des WorldWideWebs zu haben.

Es sei gesagt, dass ich kein großer Fan der Prequel-Trilogie von Star Wars (Episode I-III) bin und tatsächlich auch selbst zu den unerträglichen Leuten gehöre, die sagen: „Die OT (Episode IV-VI) ist immer noch am besten!“, sowie „A Song of Ice and Fire, also die Bücher auf denen Game of Thrones basiert, sind viel besser als die Serie!“ und „Ab Staffel 5 hat GoT sowieso sehr an Qualität verloren, weil es jetzt nicht mal mehr auf den viel besseren Büchern basiert“. ABER. Interessanterweise gehöre ich auch zu den Leuten, welche die neuen Star Wars Filme, sowie die jüngsten Game of Thrones Folgen in Schutz nehmen.

Und ich will dabei jetzt auch gar nicht so sehr auf meine persönlichen Gründe eingehen, warum irgendetwas aus genannten Filmen/Serien gut oder schlecht ist, das können wir gerne auf die Kommentarsektion verlegen, sondern auf die Beobachtung des Verhaltens im Internet. Insbesondere Episode 8 – The Last Jedi erregte bei vielen „Fans“ großen Unmut. Woran lag das nun? Es gibt hunderte von Videos auf YouTube, in denen wütende Vlogger sich beschweren, wie ihre Kindheit/Jugend in dem Film auf einmal auseinander genommen wird. Es gibt viele Gründe, warum das so ist, aber einer der meistgenannten ist der Folgende. Achso. Spoilerwarnung. Wer den Krams noch nicht gesehen hat und das noch vorhat, sollte vielleicht nicht weiterlesen. Ansonsten, viel Spaß, unten geht’s weiter.

„Als die xSxJ’s das Internet überfielen“ weiterlesen

Warum Online-(MBTI-)Tests kritisch zu betrachten sind

Das Thema kam in den Kommentaren jetzt schon häufiger vor, daher habe ich beschlossen, einen Beitrag dazu zu verfassen.

Online-Tests zum MBTI sind meistens unsere ersten Berührungspunkte mit dem Thema gewesen, zumindest war es bei mir so. Man liest etwas über diese 16 Typen, ist sich aber in der Regel zunächst zu bequem, sich da wirklich ernsthaft einzulesen – verständlich, da man ja noch nicht weiß, was man überhaupt von diesem ganzen Konzept halten soll.

Meistens liegen die Tests auch nicht komplett daneben, zumindest nicht, wenn man im Nachhinein sagt: „Naja, nur ein Buchstabe hat nicht gepasst“. Ich habe ihn mal als 17-jähriger gemacht, da kam INFP heraus, vergessen und gute drei Jahre später nochmal gemacht und INTJ als Ergebnis erhalten. Zumindest das mit dem introvertiert und intuitiv schien also gestimmt zu haben. Aber das ist auch das Problem – es geht um Buchstaben, nicht wirklich um die Funktionen.

Um mein Problem an meinem Beispiel zu erklären: Mein Testergebnis als INTJ war sich ziemlich sicher darüber, dass ich „I“, „N“ und „T“ war, das „J“ war da schon etwas schwieriger: da ich Tendenzen zur Unordnung habe, aber diese immer wieder angehe und zeitweise „überwinde“, konnte ich – zumindest zu diesem Zeitpunkt – viele Fragen, bei denen es eben um Ordnung geht, eine „J“-Antwort geben – ich war dann ungefähr „53% Judging“ laut Test.

Und hier fängt der Blödsinn meiner Meinung nach an. Die Fragen gehen nur in zwei Richtungen und dazu noch in die Falschen. Nehmen wir ein Beispiel aus der relativ bekannten Seite „16personalities“: „Organisiert zu sein ist Ihnen wichtiger, als anpassungsfähig zu sein.“

Hier kann man nun angeben, wie sehr die Antwort zutrifft, sogar in sieben Abstufungen. Die geben dir aber am Ende einfach nur eine Unterschiedliche Anzahl an Punkten auf dein „J“ oder dein „P“-Konto. Wenn du hier z.B. „Ja +3“ angibst, gibt es einfach 3 Punkte auf dein „J“, wenn du „Nein -1“ angibst, gibt es 1 Punkt auf dein „P“.

Die erste Schwierigkeit, die ich hier sehe, fangen schon da an, dass die Frage falsch interpretiert werden kann. Was genau versteht man hier als anpassungsfähig und in welchem Kontext? Ich hätte jetzt „Ja“ angegeben, weil ich „anpassungsfähig“ aus meinem Bauchgefühl in sozialen Kontext gesetzt hätte, was definitiv nicht der Fall bei mir ist. Ich habe darauf nie sonderlich großen Wert gelegt und kann das auch nicht so gut. Organisiert sein hingegen will ich, auch, wenn ich damit auch hin und wieder Probleme habe. So ausgelegt könnte man sagen, gäbe diese Frage „T“ -oder „F“-Punkte. Jemand anderes könnte die Frage so auslegen, wie sie (wahrscheinlich) gemeint ist: hältst du dich lieber an stramme Abläufe und Routine oder bist du lieber flexibel und entscheidest spontan?

Nehmen wir an, das ist die Interpretation, die sich der Autor gedacht hat, kommen wir zum nächsten Problem: gerade, was „Judging“ und „Perceiving“ angeht, sind wir oft das eine, streben aber nach dem anderen. J-Personen sind zwar oft organisiert, aber sehnen sich danach, manchmal auch einfach mal etwas entspannter zu sein. „P“-Personen leben meistens in den Tag hinein, viele ihrer Konflikte entstehen aber auch aus ihrer laissez fairen Haltung und wenn sie ein wenig reflektiert sind, versuchen sie auch dagegen zu arbeiten. Darüber hinaus bestimmen „J und P“ im Grunde genommen nicht nur über eine Funktion, sondern gleich über alle, weil es letztlich festlegt, ob die Funktionen introvertiert oder extrovertiert sind.

Ich bin ein INTP (eine gute Frage wäre hier: „Wieso bist du dir da so sicher?“, aber dazu später) und habe daher die Funktionen „Introvertiertes Denken“, „Extrovertiertes Intuieren“, „Introvertiertes Empfinden“ und „Extrovertiertes Fühlen.“. Wie erwähnt war mein Ergebnis allerdings „INTJ“, was bedeutet, dass mein Denken extrovertiert, mein Intuieren introvertiert, mein Empfinden extrovertiert und mein Fühlen introvertiert war. Es stimmte also keine einzige Funktion. Dieser kleine Buchstabe „J“ machte also im Grunde genommen alles falsch.

Das dritte Problem ist die Sache mit der Ehrlichkeit. Am Ende sind zwar alle Typen gleich viel wert und keiner ist besser als der andere (nur subjektiv, nicht wahr, Marcel?), aber viele Leute sind doch sehr stark durch ihr Umfeld und ihre Geschichte geprägt, wenn es um Tugenden geht. Wenn man in einer Familie aus Geisteswissenschaftlern aufwächst, ist es sehr gut möglich, dass vor allem intuitive Funktionen geschätzt und gefördert wurden, wenn man vor allem Sportler als Freunde hat (warum auch immer, vielleicht gab es einfach zufälligerweise keine anderen), kann man wiederum den Eindruck vermittelt bekommen, extrovertiertes Empfinden sei „die wichtigste Funktion“. Man könnte noch weitere Beispiele aufführen, aber ich denke, der Kern der Problematik ist klar: wenn wir die Fragen beantworten, kann es sein, dass wir in bestimmte Richtungen tendieren zu antworten, weil wir (eventuell unterbewusst) das Gefühl haben, unsere Gesellschaft will, dass wir uns nach einem bestimmten Schema verhalten und dem beugen wir uns – oder auch nicht und wir klicken genau deshalb das andere Ergebnis an, selbst, wenn es eigentlich falsch ist.

Jetzt brennt wahrscheinlich die Frage: wie soll es denn dann gehen? Durch ein Verstehen der acht Funktionen. Dadurch werden im Grunde genommen die drei Probleme umgangen. Man hat hier eigentlich gar keine Möglichkeit, die Funktionen in falschem Kontext zu sehen, weil sie allgemeingültige Konzepte sind. Klar, wenn du z.B. ein ENFP bist und dich über die denkenden Funktionen informierst, dann könnte es sein, dass du beide komisch findest, dich bei beiden gleichermaßen wiederfindest oder eben überhaupt nicht, aber spätestens, wenn du über extrovertiertes Intuieren, deine erste Funktion liest, sollte der große: „Moment Mal, das bin doch ich!“-Effekt kommen. Ich bin jetzt einfach mal so arrogant und behaupte, wenn man jeden meiner Artikel über die einzelnen Funktionen gelesen hat und sich in keinem davon verstärkt wiederfinden konnte, dann man die ganze Sache mit den Funktionen noch nicht richtig verstanden.

So ging es mir dann auch, als ich immer wieder „INTJ“- und „INTP-„Ergebnisse, je nach Tagesform erhielt und daraufhin einfach mal Jungs‘ „Typologie“ gelesen habe: ich habe festgestellt, dass ich bei der Beschreibung von introvertiertem Denken ständig kichern musste, weil es so zutreffend war und bei der Beschreibung von extrovertiertem Denken häufiger die Nase rümpfen musste, weil mir die Art, so zu urteilen überhaupt nicht zusagte. Wohlgemerkt habe ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gewusst, welche Funktion mit welchem Typ genau verknüpft war, ich habe also bewertet, aber nur die Funktion an sich, nicht in irgendeinem voreingenommenen Kontext.

Wenn man eine Funktion entdeckt hat, die wie die Faust aufs Auge passt, ist der Weg zur vollständigen Analyse nicht weit – war es eine introvertierte Funktion, ist die zweite eben extrovertiert und andersherum, selbes gilt für urteilend und wahrnehmend. In meinem Fall gab es also nur noch zwei Optionen für meine zweite Funktion, die da waren: extrovertiertes Intuieren und extrovertiertes Empfinden, was mir sehr leicht viel, zu sagen, was eher auf mich zutraf. Ein ehemaliger Bandkollege (ESTP) hat öfters mal die Bemerkung und Anspielung zu Obelix, der als Kind in den Zaubertrank gefallen ist, fallen lassen, ich sei als Kind in einen LSD-Topf gefallen, weil ich ständig so „seltsame Ideen“ hätte – bei der Anekdote will ich noch erwähnen, dass Fremdwahrnehmungen zwar nicht immer treffend sein müssen, aber die Eigenwahrnehmung in vielen Fällen gut ergänzen können. Ich habe als Kind schon immer gerne eigene (Karten-)Spiele entwickelt, Romane geschrieben und Musikstücke komponiert, was eher weniger für extrovertiertes Empfinden steht – hätte ich das gehabt, wäre ich wohl viel mehr draußen gewesen, Sport gemacht und hätte zwar vielleicht nicht unbedingt Musikstücke komponiert, aber dafür bei meiner Leidenschaft für Musik wahrscheinlich viel mehr gespielt.

Wenn die beiden Funktionen und ihre Reihenfolge geklärt sind, ist automatisch auch der Typ geklärt. Die Methode ist natürlich auch nicht perfekt und man kann immer noch ziemlich daneben liegen (TI/FI und TE/FE sind erfahrungsgemäß häufig noch Unsicherheitsquellen in der Selbstanalyse, da sich diese Funktionen ähnlicher sind, als man annehmen würde), aber man fährt sicherer als bei ominösen Onlinetests, die auf sehr viele verschiedene Weisen ausgelegt werden können und hinterher eigentlich noch nichts erklärt haben.

Ich fürchte, ich habe noch nicht alles abgedeckt, aber dafür gibt es ja die Kommentarfunktion. Gerne lasse ich mich – wie immer – auf Diskussionen mit euch zu diesem Thema ein 😉

Intovertiertes Fühlen

Dieser Blogeintrag ist anders. Denn er wird nicht von Sam, sondern von mir,
seiner Frau geschrieben. Das ist auch der Grund dafür, dass er erst so spät
auftaucht. Sam dachte aber, dass es passender sei diesen Eintrag von einem
introvertierten Fühler schreiben zu lassen, in diesem Fall von einer INFP.
Introvertiertes Fühlen, oder kurz FI (englisch: Feeling Introverted) ist die
Funktion, welche sich auf die eigene Emotionalität bezieht. Sie ist am meisten
ausgeprägt bei den Typen ISFP und INFP und steht an zweiter Stelle bei den
extrovertierten Pendants: ESFP und ENFP.

Individualität des FI

„Menschliche Leidenschaften haben mysteriöse Wege, bei Kindern und
Erwachsenen. Diejenigen, die von ihnen betroffen sind, können sie nicht erklären,
und diejenigen, die sie nicht kennen, haben gar kein Verständnis dafür.“
-Michael Ende, Die Unendliche Geschichte

Das schwierige daran FI zu erklären ist, dass jeder Introvertierte Fühler sein
eigenes FI so individuell wahrnimmt. Es fällt Ihnen daher schwer ihre Gefühle
nach außen zu übersetzen. Das heißt nicht, dass sie keine Emotionalität nach
außen tragen. Emotionalen Reaktionen können sehr heftig und überraschend,
sowohl für den Gegenüber als auch für den FI’ler selbst, herausbrechen. Es
genügt FI’lern aber häufig nicht einfach zu sagen: „Ich bin traurig“. Viel eher
wird er oder sie ihren Gemütszustand vielleicht beschreiben mit: „Heute fühle
ich ich mich als wäre es ein grauer Herbsttag. Eigentlich noch nicht richtig
kalt, aber weil es so farblos ist, friert man trotzdem.“ So wie im oben
angeführten Zitat von Michael Ende fällt es schwer, sich dem introvertierten
Fühlen zu nähern, das eher einem Flaschengarten, einem geschlossenen
Ökosystem ähnelt. Darin wachsen Leidenschaft, Moralvorstellungen und
Mitgefühl.
Dieses Ökosystem macht jeden FI’ler sozusagen zu einer eigenen Kreatur. Die
in seinem Innern verankerten Moralvorstellungen kann der FI’ler selbst so
schwer überwinden, wie ein Fisch einen Baum hochklettern kann. Zwar
werden manche von ihnen durch Lebensumstände dazu gezwungen ihren,
oftmals sehr anspruchsvollen Moralkodex zu verbiegen. Das stellt für sie
jedoch einen enormen emotionalen Stress dar.
Gleichzeitig entfacht FI aber auch das, was man als Leidenschaften bezeichnen
kann. Das kann eine ausgeprägte Liebe zu Romanen, Märchen und
Lyrik (typisch für INFP) oder zur Kunst, Tanz, Musik (typisch für ISFP) sein.
Neben diesen dem Klischee entsprechenden Beispielen kann FI aber auch
Leidenschaft für alle möglichen Themen entwickeln. Selbst für Dinge, die
anderen absolut mondän erscheinen. So kenne ich etwa eine ISFP, die sich für
Metallbearbeitung begeistert. Für die glänzenden Formen und wie
unterschiedlich Materialien sich verhalten, wenn sie aufeinander treffen. Sie
könnte tagtäglich darüber sprechen, wie kleinste Zahnräder sich in einer
Maschine bewegen und sich dann ein Fräser über mehre Ecken zu ihnen
bewegt. An sich könnte man sagen, es sei ein recht uninteressantes Thema.
Aber ihre Faszination, wenn Sie darüber spricht. lässt mich immer gespannt
zuhören.
Man könnte also vielleicht sagen, das man FI in einer Person am Besten
beobachten kann. wenn man sie über ihre Leidenschaften sprechen oder sie
direkt ausleben lässt.

Ähnlichkeit zu Introvertiertes Denken
Introvertiertes Denken nimmt die sachlichen Kategorien, mit der unsere Welt
oberflächlich geordnet wird auseinander und prüft sie auf ihre logische
Konsistenz. Introvertiertes Fühlen nimmt die gesellschaftlichen Kategorien
mit der unsere Sozialstruktur oberflächlich geordnet ist auseinander und prüft
sie auf ihre moralische Konsistenz. Insofern haben TI und FI eben doch viel
gemeinsam. So zum Beispiel, dass sie von ihrem extrovertiertem Gegenpart
gerne als nerviger, pedanter Klotz am Bein wahrgenommen werden.

Unterschied zu extrovertiertem Fühlen
Die größten, schmerzhaften und am längsten andauernden Konflikte hatte ich
nicht mit Denkern, sondern mit FE’lern. Ein FE und ein FI Benutzer können
jahrelang Bekannte, Freunde, ja sogar Familienmitglieder sein ohne, dass ein
Konflikt zwischen ihren entsteht. Wenn allerdings der Tag kommt, an welchemder
ahnungslose FE’ler über die unsichtbare Grenze der Moralvorstellung des
FI’lers tritt, wird er sich wohl vorkommen, als sei er gerade auf einer Tretmine
gelandet. Nun wird diese extrovertierte Person unverständlich reagieren, wenn
ihr sonst so einfühlsames, ruhiges und aufopferungsbereites Gegenüber sich
in eine Art wilde Bestie verwandelt, die einen bestimmten Standpunkt
bitterlich verteidigt, ohne auf die Gefühle irgendeiner anwesenden Person zu
achten. Das passiert, wenn ein FI’ler bisher nur nebulöse oder gar keine
Informationen über bestimmte Teile seiner inneren Gefühlswelt preisgegeben
hat.
Es kann aber auch zu Problemen zwischen FI und FE kommen, wenn offen
über Gefühle, Leidenschaft, Moral und Empathie gesprochen wird. Das liegt
daran, dass FI und FE sich wie magnetische Pole verhalten, die an sich beide zu
einem Gegenstand gehören, sich aber gegenseitig abstoßen. Sowohl FI als
auch FE fühlen intensiv mit anderen Menschen. Während FE sehr gut darin ist,
die Stimmung in Gruppen aufzufassen und zu verändern, kann sich FI in einen
einzelnen Menschen quasi hinein graben und dabei alles andere ausblenden.
FE versteht unter Aufopferungsbereitschaft individuelle Bedürfnisse zu
Gunsten der Gemeinschaft zurückzustecken. FI versteht darunter, mit aller
Kraft Gemeinschaft aufzubrechen, wo sie dem einzelnen keinen Freiraum für
Individualität lässt. Der Albtraum von FE ist, dass jeglicher sozialer
Zusammenhalt verloren geht und die Welt im Chaos versinkt (zB. „The Road“
von Cormac McCarthy). Dagegen ist die absolute Horrorvorstellung von FI ein
totalitärer Überwachungsstaat in dem kein Patz für Individualität bleibt (zB.
„1984“ von George Orwell.)

Ist FI egozentrisch?
Das werden FI Benutzer nicht gerne hören. Auch ich habe lange Zeit mit der
ehrlichen Antwort auf diese Frage gekämpft. Denn ja, FI ist egozentrisch. Und
wie! Lasst mich erklären.
Wie alle introvertierte Funktionen ist FI zutiefst subjektiv. Am leichtesten fällt
es mir vielleicht, introvertiertes Fühlen mit einer kleinen Analogie zu beschreiben. In unserem Wohnzimmer hängen mehrere Akustikgitarren. Wenn über unsere Boxen ein
bestimmter Ton abgespielt wird, gibt es in diesen Gitarren eine Resonanz und
sie beginnen selbst zu schwingen. Dabei geben sie einen eigenen Ton von sich
der natürlich von ihrem eigenem Resonanzkörper geprägt ist. Er wurde zwar
durch die Boxen ausgelöst, was aber in ihm für ein Ton entsteht, ist etwas ganz
eigenes.
Ähnlich verhält es sich mit FI. Es greift Gefühle auf, nimmt sie wahr und
reagiert darauf. Was FI dann aber fühlt, sind eigene Gefühle, nicht die des
Anderen. Daher kann FI auch nur Fühlen, was innerhalb der eigenen Palette
von Gefühlen existiert und reagiert mit völligem Unverständnis darauf wenn
jemand anders etwas fühlt, das außerhalb dieser Palette liegt (besonders oft
kommt das bei tertiären und quartären FI’lern vor). Da introvertierte
Fühler (primäre und sekundäre) zwar häufig eine sehr ausgeprägte Gefühlswelt
aufweisen, fällt das nur selten auf. Wenn es jedoch passiert, ist der Fall häufig
umso gravierender, da von ihnen eine ausgeprägte Einfühlsamkeit erwartet
wird.
Was ist daran egozentrisch? Nun, im Grunde genommen wird ein FI Benutzer
im Zweifelsfall zunächst seine eigenen Gefühle wahrnehmen. Wenn, um auf das Beispiel mit der Gitarre zurückzugreifen, das Instrument bereits selbst schwingt, wird es nur schwer einen anderen Ton resonieren können. Außerdem neigen introvertierte Fühler
dazu, wortwörtlich alles, was ihnen ein anderer Mensch erzählt, an sich selbst
und den eigenen Erfahrungen zu messen. In diesen Situationen zeigt sich die
egozentrische Natur eines FI Benutzers deutlich.
Warum haben FI Benutzer ein Problem damit egozentrisch zu sein? Das liegt
daran, was introvertierte Fühler eigentlich erreichen möchten.

Was wünscht sich FI?
Introvertiertes Fühlen möchte in erster Linie das eigene Fühlen entdecken und
ausleben. Gleichzeitig möchte es dieses Fühlen dann in der Welt für sich und
andere teilen und sichtbar machen. Es strebt aber nicht nur nach der eigenen
Individualität, sondern möchte diese auch in Anderen unterstützen. Wenn nun
also behauptet wird FI sei egozentrisch, stößt das introvertierten Benutzer aus
diesem Grund natürlich sauer auf. Denn sie möchten zwar einen Platz für ihre
eigene Gefühlswelt einnehmen, aber sie wollen das auch für andere. Daher ist
FI zwar egozentrisch, das ist aber eine Art unnötiges Übel und ehrlich und
absolut für alle Menschen einen Platz schaffen zu können in dem sie sich als
Ganzes ausleben können. Sie geben also dem Egozentrischen Dasein an sich einen
Sinn.

Nachteile von FI
Bereits angesprochen wurde das Problem von Introvertierten Fühlern, ihr
Innenleben nach außen zu transportieren. Es gibt verschiedene Faktoren die
dieses Problem noch verschärfen. Zum einen haben es vor allem tertiäre und quartäre
FI’ler natürlich schwieriger, ihr FI zu verstehen und zu übersetzen. Zum
Anderen gibt es auch Äußere Einflüsse, die das Problem verstärken können.
Etwa wenn ein Introvertierter Fühler in einem Land aufwächst, in dem seine
Muttersprache nicht gesprochen wird oder seine Art zu kommunizieren (zB.
durch Musik und Kunst), von seinem sozialem Umfeld unterdrückt wird. Sollte
dieses Problem der Kommunikation zu groß werden, kann das bei einem
Introvertiertem Fühler Depressionen oder auch Aggressionen auslösen.
Überhaupt können introvertierte Fühler ihre Gefühle schlecht kontrollieren. So
kann es zu unpassenden Zeiten passieren, dass ihnen der Gesichtsausdruck
entgleist oder ihre Gefühle plötzlich aus Ihnen herausbrechen, wie das Wasser
aus einem berstenden Staudamm. Gerade im professionellem Kontext stellt
das ein großes Hindernis da. Denn im Zweifelsfall werden FI´ler nach einem
solchem Ereignis nicht mehr Ernst genommen. Im schlimmsten Fall gelten
introvertierte Fühler sowohl in ihrem professionellem als auch in ihrem
privaten Umfeld als emotionale Wracks, denen keine Verantwortung anvertraut
werden darf und die selbst eher als ein „Pflegefall“ der Gemeinschaft gelten.

Vorteile von FI
Die Leidenschaftlichkeit von Introvertierten Fühlern ist einzigartig,
unabhängig und authentisch. Diese Eigenschaften machen sie attraktiv und
wirken inspirierend und ansteckend auf Andere. Ihr Introvertiertes Fühlen gibt
vor allem primären und sekundären FI’lern ein Durchhaltevermögen und eine
Integrität, die anderen Persönlichkeitstypen oftmals fehlt. Gerade was Moral
angeht, bleiben Introvertierte Fühler unbrüchig bis zu Äußersten. So war zB.
Sophie Scholl, Mitglied der Weißen Rose eine Widerstandsbewegung im
Dritten Reich, wahrscheinlich eine introvertierte Fühlerin, die ihre
Überzeugung selbst bis zu ihrer Hinrichtung gelebt hat.
FI Benutzer sind von Natur aus oft neugierige Menschen. Sie erkunden ihr
Leben lang ihre eigene Gefühlswelt. Mit derselben Neugier nehmen sie auch
jeden Menschen um sich herum wahr und können daher mit einer ehrlichen
Anteilnahme aufwarten. Dabei müssen sie nicht an den Interessen von
anderen Menschen anknüpfen. Sie sind vielmehr an den Gefühlen über diese
Interessen interessiert, was ihnen quasi universale Möglichkeiten für
menschliche Interaktionen eröffnet.
Introvertiertes Fühlen an den verschiedenen Stellen

Erste/Zweite Funktion FI (ISFP,INFP,ESFP,ENFP)
„Tut mir Leid, dass ich gerade so emotional bin aber ich kann gerade nicht anders.“

„Ich weiß genau was du meinst! Genauso habe ich mich auch gefühlt als ich
damals…“

„Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.“

„Ja, ich weiß, dass es nicht so viel Sinn gemacht hat, aber ich habe mich nun mal danach gefühlt. Lass mich.“

„Das… fühlt sich nicht richtig an. Ich will das nicht tun.“

Dritte/Vierte Funktion FI (ISTJ,INTJ,ESTJ,ENTJ)

„Wenn du was Konkretes brauchst, bin ich für dich da.“

„Das ist dein Projekt, lass dir da nicht reinreden.“

„Ich habe hart für mein Geld gearbeitet. Jetzt ist es nur richtig das ich selber
bestimmen kann was damit gemacht wird.“

„Meine Überzeugungen sind sehr stark, aber ich denke auch nicht häufig über sie nach.“

„Es fällt mir schwer, irgendjemanden bedingungslos zu mögen, sofern er sich nicht zuerst meinen Respekt verdient hat.“

post scriptum
Danke an Alle, die diesen langen Post durchgelesen haben. Wenn ihr noch
Fragen habt, schickt sie gern an Sam. Vielleicht komme ich dazu, nochmal
etwas zu diesem Blog beizutragen. Wie wäre es mit: Mein INFP ist kaputt xD

NPs – Gefangen zwischen Arroganz und selbstkritik-bedingter Untätigkeit?

Das stark ausgeprägte extrovertierte Intuieren ist für ENTPs, ENFPs, INTPs und INFPs Segen und Fluch zugleich. Auf der einen Seite rühmen wir uns für dafür, die Dinge leicht von verschiedenen Blickpunkten aus betrachten zu können. Wenn uns jemand für unser Improvisationstalent lobt, dann denken wir uns mit einem leicht verlegenen Lächeln: „Naja, stimmt, darin bin ich echt gut“. Und wir sprühen nur so vor genialen Ideen und wissen allgemein, so glauben wir zumindest, was ein gutes Konzept ausmacht. Egal, in welchem Fachbereich. Und meistens ist das tatsächlich so.

Jetzt müsste man ja zu dem Schluss kommen, dass wir abgehoben und vollkommen eingebildet seien, aber auf der anderen Seite werden wir durch all die Eindrücke, die wir sammeln auch blockiert. Das, was viele andere zu wenig haben, um produktiv zu sein, haben wir teilweise einfach zu viel, dass es uns fast erstickt. Wir sehen den Reiz in so vielen Hobbies, dass wir sie am liebsten alle gleichzeitig anfangen würden – und zumindest ausprobieren ist oft drin. Und dann entwickelt sich eine heiße, innige Liebe, welche dann jedoch häufig nur von kurzer Dauer ist. Die Gründe dafür sind oftmals dieselben, die uns überhaupt erst dazu gebracht haben, eine neue Tätigkeit, eine neue Idee anzugehen: wir betrachten sie von allen Seiten und sehen dadurch nicht nur potentielle Errungenschaften, sondern auch Möglichkeiten zum Scheitern, Makel an der Grundidee an sich und weshalb die Idee vielleicht gar nach hinten losgehen könnte. Mein letzter Blogeintrag ist schon über einen Monat her – das ist vielleicht der einzige Grund, weshalb ihr diesen hier überhaupt lesen werdet: langsam wird es wirklich einfach mal wieder Zeit, ein Lebenszeichen von mir hören zu lassen. Ich habe meinen inneren Kritiker ausgeschaltet, sonst würde er diesen Blogeintrag alleine schon bis hierher komplett zerrissen haben.

Für viele Nicht-NPs, vor allem für Sensoriker treffen wir mit dieser Problematik häufig auf wenig Verständnis: „Ja, wenn du eine gute Idee hast, dann mach doch einfach, anstatt bloß den ganzen Abend davon zu reden!“, heißt es zunächst, oder, wenn man sich besser kennt: „Wie wäre es, wenn du erst einmal den Plan, den du zuvor hattest durchziehst, bevor du dich auf einen neuen einlässt?“

Und diese konstruktive Kritiken sind beide durchaus berechtigt, aber so einfach ist es nicht. Ich wurde mittlerweile beispielsweise schon so häufig auf meinen Blogroman „Topophobie“ angesprochen und angeschrieben, warum, ich denn nicht weitermachen würde. Warum tue ich es nicht? Weil ich festgestellt habe, dass ich mich total in Nebenplots verrannt habe, das retardierende Moment zu schwach wäre, in dem Sinne, dass die meisten, wenn nicht alle Leser, dieses nicht als einen Wendepunkt wahrnehmen würden und ich schon zu viel Inhalt habe, den ich umschreiben müsste, um das Werk noch zu retten. Sprich: unter meiner Anleitung würde BER oder Stuttgart 21 nie fertig gebaut werden, sondern ich würde die Baustelle einfach verlassen, so, wie sie ist. Und jetzt kommt der springende Punkt: ich würde zu einer neuen Baustelle gehen, dort ein neues Projekt anfangen und die Fehler, die ich zuvor gemacht habe, nicht ein zweites Mal begehen. Dafür Neue. Und dieses Projekt höchstwahrscheinlich wieder verlassen. Und jetzt kommt meine steile Behauptung, was der Grund dafür ist: weil NPs sogar noch anspruchsvoller sind als NJs, die als Perfektionisten so berühmt-berüchtigt sind. Wir NPs sind noch viel schlimmer. Wir verlassen das Boot, noch bevor es überhaupt sinkt, weil es sinken könnte und machen uns an die Arbeit, ein neues zu bauen. Und am Ende sorgt unser Perfektionismus oft genug dafür, dass wir nicht einmal in See stechen.

Das ist dann natürlich enorm schade. Aber hier kommt der springende Punkt: früher oder später ist unser Schiff dann doch fertig. Und dann sind wir stolz darauf und finden keinen (für uns) nennenswerten Makel mehr daran. Wir haben ein wahres Meisterwerk geschaffen, weil wir uns nicht an einer Idee festgeklammert haben, sondern aus jeder nur das Beste behalten und am Ende eine furchterregende Schimäre glänzende Neuheit kreiert haben. NJs haben eine Vision und verfolgen sie bis zum Ende durch.

Jetzt wäre hier nur zu kritisieren, dass „früher oder später“ eigentlich immer „später“ heißt. Ein Problem: wenn wir Ideen mit Liebschaften vergleichen, wie oben, dann könnte man sagen, dass NPs wie draufgängerische Casanovas sind, die sich aber eigentlich nach der wahren Liebe sehnen. Wir lassen uns auf eine Liebschaft nach der anderen ein, hüpfen von Bett zu Bett, wieder zurück zu alten Affären und dann machen wir wieder eine neue, verführerische Bekanntschaft. Während dessen hat ein NJ bereits geheiratet und vier Kinder bekommen.

Und hier kommt eine weitere Komponente hinzu: man kann nur ein „draufgängerischer Casanova“ sein, wenn man sich nicht in seiner Wohnung einsperrt. Und zumindest ideentechnisch tun wir NPs das auch nicht: wir konsumieren Medien in der Regel wie Wasser. Bücher, Filme, Gemälde, Serien, Musik, Spiele – all das inspiriert uns. Und auf unserer Suche nach Inspiration verschlingen wir alles, was uns dabei helfen könnte. Demnach eignen wir uns auch eine regelrechte Bibliothek (unser kleines introvertiertes Empfinden lässt grüßen) an Erfahrungen an – und früher oder später meinen wir auch beurteilen zu können, welcher Film objektiv schlecht sei, warum der Plot eines Romans schlecht aufgebaut ist, warum bestimmte Seriencharaktere uninteressant sind, welche Spielmechaniken langweilig, welche Farben uninspiriert und welche Musik „weichgespülter Mainstreampop“. Schon mal ein Gespräch mit einer Person gehabt, die eure Lieblingsserie zerrissen hat und ihr wolltet nicht mehr weiter sprechen – und zwar, weil sie recht hatte und euch damit den Spaß daran genommen hätte, hättet ihr das Gespräch nicht abgebrochen? Wir NPs mögen tolerant gegenüber Menschen sein – aber wir sind das nicht gegenüber Ideen. Da können die Fetzen fliegen – ohne, dass wir die Absicht haben, dabei jemals persönlich zu werden.

Und nun ein schönes Bild zum Abschluss: stellt euch vor, ein gefürchteter Filmkritiker, der schon hunderte Filme mit seinen Rezensionen zerrissen hat und überall ein Haar in der Suppe findet, wagt sich auf einmal selbst an die Regie. Das sind wir. Und wir zittern wie Espenlaub.

Extrovertiertes Empfinden

Extrovertiertes Empfinden, oder kurz SE (englisch: Sensing Extroverted) ist die Funktion, die uns dabei hilft, die Umwelt möglichst objektiv und in ihren Details wahrzunehmen. Die Funktion ist am ausgeprägtesten bei den Typen ESTP und ESFP steht an zweiter Stelle bei deren introvertierten Pendants: ISTP und ISFP.

Der Unterschied zu Intuierern
Während Intuierer sich vor allem mit Abstraktem beschäftigen, da sich sowohl extrovertiertes als auch introvertiertes Intuieren sehr auf Konzepte und Theoretisches konzentriert, ist das extrovertierte Empfinden sehr praktisch veranlagt. Das liegt daran, dass extrovertiertes Empfinden sich vor allem auf die Dinge fixiert, die sinnlich wahrnehmbar sind. Dementsprechend bewusst und aufmerksam nehmen Menschen mit stark ausgeprägtem SE ihre Umwelt wahr. Dabei fallen ihnen häufig auch Details auf, die anderen, insbesondere eben Intuierern entgehen.

Die Unterschiede werden besonders dann deutlich, wenn man extrovertierte Empfinder mit introvertierten Intuierern vergleicht: erstere sind energisch, voller Tatendrang und gehen mit einer „Das Leben geht weiter“-Einstellung eher unbekümmert durchs Leben, während introvertierte Intuierer sorgfältig die meisten Schritte in ihrem Leben planen und auf alles Vorbereitet sein wollen. In den Augen extrovertierter Empfinder sind solche Menschen eher zu langsam, zu vorsichtig und vor allem viel zu ernst.

Extrovertierte Empfinder und extrovertierte Intuierer wirken auf den ersten Blick häufig relativ ähnlich: beide lassen sich schnell von Neuem begeistern, brauchen viel Abwechslung und wirken locker und umgänglich. Die Unterschiede liegen hier eher im Detail: SE ist aus auf physische Stimuli – körperliche Aktivitäten und Eindrücke statt „geistige“ Aktivitäten, nach denen NE eher sucht. Um ein Beispiel zu nennen: jemand mit stark ausgeprägtem SE wird eher daran interessiert sein, mal Paragliding auszuprobieren oder Tiefseetauchen zu gehen, als ein neues Pen & Paper Spielsystem auszuprobieren. SE ist eher körperlich aktiv als „nerdy“, bei NE ist es genau andersherum. Und wie gesagt – hierbei handelt es sich um Tendenzen. Natürlich gibt es auch Rollenspiel spielende ESTPs und Taucher-ENFPs.

Der Unterschied zu introvertiertem Empfinden
Darauf bin ich bereits auf meiner Beschreibung von introvertiertem Empfinden eingegangen, weshalb ich mich hier etwas kürzer fassen werde. Einer der Hauptunterschiede ist, dass man mit starkem extrovertiertes Empfinden sehr opportunistisch agiert, während introvertiertes Empfinden eher die Vorsicht prägt. S-Typen sind beide sehr aufmerksam und nehmen viele Details in der Welt wahr. Generell gilt für introvertierte Tendenzen (nicht nur auf das Empfinden bezogen), dass sie einen Hang zum Pessimismus haben, die Welt eher als feindselig wahrnehmen, während Extroversion ein eher positives Weltbild fördert und die Lust darauf, mit der Welt zu „verschmelzen“. Das zeigt sich auch beim Empfinden – jemand mit stark ausgeprägtem SE sieht eine Gelegenheit und empfindet sie als einladend und wird eher darauf eingehen, als jemand mit stark ausgeprägtem SI. Solch eine Person erkennt die Situation möglicherweise auch, wird jedoch eher skeptisch sein und sich erst mit gutem Gefühl darauf einlassen können, wenn es bereits Erfahrungen gibt, die der momentanen Situation stark ähneln. Dementsprechend lassen sich extrovertierte Empfinder häufiger auf Risiken ein als introvertierte Empfinder. Ein weiterer Unterschied ist der, dass extrovertierte Empfinder einfach sehr viel neugieriger sind – ohne bösen Absichten (oder über bloße Neugierde hinaus überhaupt irgendwelchen), provozieren extrovertierte Empfinder andere Menschen beispielsweise gerne, einfach, um zu sehen, wie sie reagieren.

Extrovertierte Empfinder müssen ihre introvertierten Pendants wahrscheinlich als sehr merkwürdig erachten: „Wenn ihr Erfahrungen doch genauso sehr schätzt, wie wir – warum habt ihr dann so große Angst davor, neue zu machen?“

Die Vorteile extrovertiertem Empfindens
Menschen, bei denen diese Funktion stark ausgeprägt ist, sind aktiv und aufmerksam. Ersteres bedeutet, dass sie nicht erst stundenlang herum theorisieren, bevor sie etwas anfangen – sie sind auf aus neue Erfahrungen und lernen auch schnell daraus. Folglich leisten sie in vielen Bereichen Pioniersarbeit – sie probieren einfach gerne neue Dinge aus, vor allem, wenn sie aufregend und/oder lukrativ klingen. Da extrovertierte Empfinder sich generell eher weniger mit akademischen Dingen befassen, machen sie häufig einen ungebildeten Eindruck und bei vielen trifft dieser Eindruck auch voll ins Schwarze. Man darf jedoch Bildung nicht mit Intelligenz verwechseln. Extrovertiertes Empfinden fördert die Auffassungsgabe, was dazu führt, dass seine Anwender schnell lernen und extrem anpassungsfähig sind.

Die Anpassungsfähigkeit ist dabei auch der Aufmerksamkeit geschuldet. Auch bei sozialer Interaktion fallen extrovertierten Empfindern schnell die kleinsten Details in Körperhaltung und Mimik auf. Ein zuckendes Augenlid, der Stand, der etwas lockerer wird – all das nimmt der extrovertierte Empfinder genauso wahr, wie die Worte seines Gegenübers.

Die Nachteile extrovertiertem Empfindens
Aller Aktivismus schützt nicht vor Fehlschlägen – statistisch gesehen dürfte ein extrovertierter Empfinder metaphorisch (wahrscheinlich auch wörtlich) viel häufiger in seinem Leben auf die Schnauze fallen, als Typen mit einer anderen bevorzugten Wahrnehmungsfunktion. Sie rappeln sich zwar schnell wieder auf und lassen sich durch Niederlagen nicht entmutigen, aber es darf bezweifelt werden, ob sie immer daraus lernen – und es gibt eben auch Fehltritte, die macht man nur einmal im Leben. Danach kann man sie rein technisch nicht mehr wiederholen.

Extrovertiertes Empfinden scannt zudem zwar äußerst präzise die Oberfläche ab und ist dabei so detailliert wie keine andere wahrnehmende Funktion, aber dementsprechend hoch ist auch die Gefahr, dass seine Anwender auch oberflächlich nach oberflächlichem Maßstab denken. Sind die ausgleichenden Funktionen nicht stark genug ausgeprägt, liegt es nahe, dass ein extrovertierter Empfinder Menschen zum Beispiel vor allem nach Äußerlichkeiten bewertet und/oder (vor allem politisch) leicht manipulierbar ist.

Extrovertiertes Empfinden an den verschiedenen Stellen

Erste/Zweite Funktion SE (ESTP, ESFP, ISTP, ISFP): 
„Bestimmt kann ich das. Schau her – voillá! War gar nicht schwer.“

„Okay, ich hab die Spielregeln verstanden, den Rest lerne ich während dem Spiel. Lass uns aber endlich anfangen!“

„Er ist super angepisst. Hast du sein Gesicht in dem Moment nicht gesehen?“

„Mal sehen, wie die Leute reagieren, wenn ich heute Abend… dieses Kleid anziehen werde!“

„Diese Sportart klingt spannend. Keine Ahnung, ob mein Körper dafür fit genug ist – ein Grund mehr, sie auszuprobieren, nicht wahr?“

Dritte/Vierte Funktion SE (ENTJ, ENFJ, INTJ, INFJ): 
„Das sind zu viele Leute auf einmal… mir entgehen so viele Dinge, weil ich all die Eindrücke nicht schnell genug verarbeiten kann!“

„Sicher, dieser Whiskey ist unverschämt teuer. Aber wenn du ihn probiert hast, wirst du verstehen, warum ich ihn mir dennoch gekauft habe.“

 

„Ich habe eine Vision – und ich werde sie nicht erreichen, indem ich untätig herumsitze. An die Arbeit!“

„Bei all den Gedanken, die ich mir immer mache, brauche ich Bewegung einfach als Ausgleich. Ich fühle mich manchmal erst dadurch richtig lebendig.“

„Ich bin nicht gerne in diesem Restaurant. Das Essen ist zwar gut, aber die Einrichtung jagt mich förmlich nach draußen.“

Game of Thrones – Cersei Lannister (ESFJ)

Nachdem ich hier schon ein erschrockenes „Nie im Leben ist Cersei ein ESFJ!“ gelesen habe, dachte ich mir, ich begründe mal, wie ich zu meiner Vermutung komme. ESFJs werden von vielen Internetcommunities, die hauptsächlich aus Introverten und Intuierern besteht, häufig auch zu unrecht verurteilt und über einen Kamm geschert – man muss sich immer vor Augen halten, dass zwei Personen des selben Persönlichkeitstyps immer noch komplett unterschiedlich sein können, denn auch Generation, Geschlecht, Kultur, Intelligenz und Lebenserfahrung spielen eine große Rolle. Dementsprechend: ja, ESFJs sind nicht immer kuschelfreudige Gastgeber, die dich mit Herzlichkeit geradezu erschlagen und dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen wollen. Manchmal sind es auch durchtriebene Manipulatoren. Und wenn man Pech hat, beides. Genug aber der Einleitung, legen wir direkt mal los.

Erste Funktion – Extrovertiertes Fühlen

CerseiFE.jpg

Cersei weiß, wann, wo und zu wem sie etwas zu sagen hat und das dürfte auch der Grund sein, warum sie sich trotz all den Feinden, die sie sich im Laufe der Geschichte gemacht hat, immer noch relativ gut in Kings Landing schlägt. Mit ihrer ersten Funktion, dem extr. Fühlen, erfasst sie schnell die Stimmung der anderen und ist viel mehr damit beschäftigt, zu analysieren, was andere von ihr denken, als was sie von sich selbst denkt. Selbstreflektion, wie man es von introvertierten Fühlern erwarten würde – wie beispielsweise ihrem Bruder Jaime (ESFP), sucht man bei ihr vergeblich, was ein Indiz für einen ungesund entwickelten ESFJs ist: wenn jemand nicht deiner Meinung ist, sich nicht an gesellschaftlichen Normen hält (und du weißt natürlich, welche das sind) oder dir schlicht und ergreifend unsympathisch ist, dann gibst du dich entweder nicht mit dieser Person ab oder du versuchst ihr, deinen Willen aufzuzwingen.

Insbesondere die Cersei aus den Romanen weiß, wie man Männer um den Finger wickelt und nutzt dieses Wissen auch geschickt aus, um an ihre Ziele zu kommen. Extrovertierte Fühler wissen allgemein häufig, welche Fäden sie ziehen müssen, um sich bei anderen beliebt zu machen und sind wahre Künstler darin, Sympathien für Personen vorzuspielen, die sie eigentlich nicht leiden können, was sie gleichzeitig zu geschickten Manipulatoren machen kann. Im späteren Verlauf der Handlung wirft Cersei auch viele dieser Masken ab, enthüllt ihre wahre Meinung gegenüber jenen, die ihr ihrer Meinung nach nicht mehr gefährlich werden können, bzw. keinen Nutzen mehr für sie haben.

Davon abgesehen könnte man sie zwar auch für eine extrovertierte Denkerin mit unterdrücktem FI halten, ein weiterer Punkt, der jedoch für extrovertiertes Fühlen spricht, ist, dass sie sich ständig von Ja-Sagern umgibt, die ihre Ansichten nach zumindest nach außen hin auch teilen. Extrovertierte Fühler sehnen sich nach Bestätigung von außen und sind schnell gekränkt, wenn sie nicht kommt. Sie gibt es wahrscheinlich nicht gerne zu, aber Cersei ist auch nicht gerne alleine – wenn ihr Bruder nicht ihr Bett wärmt, dann ihr Cousin Lancel oder ihre Spionin Taena Merryweather.

 

Zweite Funktion – Introvertiertes Empfinden

CerseiSI
Cersei ist vielleicht nicht originell, aber sie hat ein Faible für Running Gags

Cersei vergisst nichts und ist von ihren Erinnerungen getrieben. So verfolgt sie schon seit ihrer Kindheit die Vision der Wahrsagerin, vergisst kein Unrecht, das ihr angetan wurde – im Gegenteil, ihre Rachegelüste verzehren sie geradezu, und sie vergleicht sich stets mit ihrem De Facto Vorgänger, ihrem Vater Tywin Lannister (INTJ).

Man könnte schnell zur Vermutung kommen, dass sie introvertiertes Intuieren nutzt, aber dafür denkt sie zu pragmatisch, sucht nicht nach Symbolen oder versteckten Bedeitungen, sondern nimmt Dinge eher wörtlich. Sie verlässt sich lieber auf Erfahrung als auf Ahnungen und bei all ihrer Planung wird das auch bemerkbar. Selbst bei ihrem, wenn man es so sehen will, größtem Coup, als sie ihre Rivalin Maegary und den High Sparrow buchstäblich in die Luft jagt, hat sie diesen Schachzug im Grunde genommen von ihrem verhassten Bruder Tyrion übernommen und auf ihre Situation angewandt: eine Falle mit Wildfeuer. Sie zitiert häufig die „klugen Sprüche“ ihres Vaters und auch, wenn sie zu seinen Lebzeiten nicht immer einer Meinung mit ihm war, akzeptierte sie ihn stets als höchste Autoritätsperson, während ihr kleiner Bruder immer das „kleine Monster“ blieb. Diese Form des unflexiblen Schubladendenkens ist auch ein Anzeichen von einer ungesunden Entwicklung bei ESFJs, in diesem Falle speziell einer ungesunden Entwicklung des introvertierten Empfindens.

Dritte Funktion – Extrovertiertes Intuieren

CerseiNE.jpg

Auch, wenn es nicht ihre am stärksten ausgeprägteste Funktion ist, hilft das extrovertierte Intuieren Cersei dabei, hier und dort auch zwischen den Zeilen lesen zu können – hätte sie diese Fähigkeit überhaupt nicht, würde sie nicht so lange vom Nektar der Macht kosten können. Die Erfahrungen, die ihr  introvertiertes Empfinden sammelt, sowie die Eindrücke ihrer Umwelt durch extrovertiertes Fühlen werden durch ihr extrovertiertes Intuieren miteinander verknüpft und auf die gegenwärtige Situation angewendet. In vielerlei Hinsicht agieren sie und ihr kleiner Bruder (ENTP), der sie selben Funktionen hat, wie sie, gar nicht mal so sehr unterschiedlich, nur bezieht sich Cersei mehr auf ihre Erfahrungen und versucht es, das Risiko so weit wie es geht zu meiden. Auf der anderen Seite zeigt sich allerdings auch ihre dritte Funktion als nicht gesund ausbalanciert und häufig schleicht sich daher auch eine gewisse NE-geschuldete Paranoia in ihr Urteil, so sieht sie in fast jedem Unheil, das ihr widerfährt, die Finger von Tyrion.

Vierte Funktion – Introvertiertes Denken

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Cersei versucht verzweifelt, genauso ruhig kalkulierend wie ihr Vater vorzugehen und ausgerechnet ihre schwächste Funktion, das introvertierte Denken, ist ihr dabei noch die größte Hilfe. Problematisch wird es nur, wenn ihr narzisstisches extrovertiertes Fühlen in den Weg kommt und objektive Analysen dadurch verfälscht. Sie braucht viel Zeit für sich alleine, um ihre Gedanken ordnen und letztlich auch formulieren zu können. Nicht in jeder Hinsicht steht das extrovertierte Fühlen dem introvertierten Denken jedoch im Weg, so ist Cersei relativ geschickt darin, die Motive von ihren Mitmenschen zu erkennen und auszunutzen.

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass sie später einen absolut archetypischen INTP-Nerd, den exilierten Maester Qyburn, zu ihrem wichtigsten Berater ernennt. Tatsächlich wurde sie seitdem gefühlt um einiges gefährlicher, da der Maester ihre schwächste Funktion durch seine Ratschläge und Ideen ausgleicht, bzw. unterstützt.

Die 16 Typen und typische Berufe (P)

Den ersten Teil hatten wir ja bereits hier abgehandelt. Nun geht es um die Beobachter-Typen (Perceiving Types „P“).

ISTP & ESTP
STPs sehen durch ihr stark ausgeprägtes extrovertiertes Empfinden (SE) die Dinge noch am ehesten, wie sie im Hier und Jetzt sind und können durch ihre nüchterne Art auch in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. Das können unter Umständen zwar auch STJs sehr gut, aber im Gegensatz zu diesen können STPs auch mit ungewohnten, neuen Konflikten in der Regel gut umgehen. Ihr hoch ausgeprägtes SE verleiht ihnen einen Gespür für Gelegenheiten, für Details, die sonst nur wenige wahrnehmen und so ist es nicht ganz so erstaunlich, dass es auch viele STP-Unternehmer gibt. Auch unter Profisportlern findet man viele STPs, aber auch SFPs, da im Sport das extrovertierte Empfinden ausgelebt werden kann.

Es gibt allerdings mehr ESTPs unter diesen, die eher als People-Pleaser gelten als ihr introvertierter Geschwistertyp. Dementsprechend sind ESTPs auch besser darin, ihre Produkte, bzw sich selbst als Person zu vermarkten. Wie auch die ISTPs sind sie sehr gut geeignet für technische Berufe, in denen man direkt Hand anlegen kann, bevorzugen in der Regel aber Berufe, in denen man mit anderen Menschen arbeitet. Wie auch ESFPs sind ESTPs gerne dort, wo wirklich etwas los ist. Da sie dabei gleichzeitig auch einen kühlen Kopf bewahren können, sind sie zum Beispiel bei der Feuerwehr oder im Militär geschätzte Mitarbeiter, also bei Berufen, wo die meisten anderen schnell mal den Kopf verlieren. Wichtig ist hierbei nur, dass der ESTP sich Disziplin antrainiert.

Der ISTP hingegen arbeitet generell lieber alleine und genießt seine Unabhängigkeit. Viele ISTPs sind Freiberufler – Techniker und Analytiker sind zum Beispiel Berufe, die ihnen von Natur aus liegen. Interessant ist für ISTPs auch der Beruf des Piloten, der viel von der Welt sieht, hauptsächlich mit einer Maschine kommuniziert und dafür auch noch recht gut bezahlt wird.

INTP & ENTP
NTPs haben hohe Ansprüche, was ihre Arbeit angeht – sie muss abwechslungsreich sein, weil ihr extrovertiertes Intuieren (NE) sonst nicht mitmacht, dabei muss sie gleichzeitig eine Herausforderung darstellen, aber nicht zu viel Zeit einnehmen, da NTPs viel Wert auf Unabhängigkeit legen, und am besten ist es, wenn sie gleichzeitig auch noch ein Interessensgebiet anspricht. Klingt unmöglich, ist es aber nicht, da NTPs eine Menge Interessen haben. Die anderen drei Elemente (Abwechslung, Herausforderung, Unabhängigkeit) können zwar in der Regel nicht allesamt vollkommen befriedigt werden, aber es gibt einige Jobs, die das dennoch erlauben.

ENTPs haben soziale Fertigkeiten, die ihrem introvertierten Geschwistertypen eher fehlt, weshalb man auch häufiger ENTPs als Unternehmer antrifft. Ihre visionären Ideen hören sich aus ihrem Munde oftmals sehr erfolgsversprechend an und können es – wenn man genug Durchhaltevermögen mitbringt und natürlich das nötige Quäntchen Glück, sogar erfolgreich sein. Da sie von Natur aus neugierig, gesprächig und scharfsinnig sind, sollte man sich auch nicht wundern, dass der Job des Journalisten/Reporters viele ENTPs angezogen hat. Auch Anwälte können viel mit den Fähigkeiten eines ENTPs anfangen, die versuchen müssen, die Wahrheit von einem für ihren Mandanten möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen.

INTPs strengt der Umgang mit anderen Menschen mehr an, weshalb sie eher nach Arbeit suchen, die sich mehr auf Dinge konzentriert. Gerade im geisteswissenschaftlichen Bereich findet man sie häufig in der Forschung, aber auch ab und an als Dozent. Denn, wenn sie ihre sozialen Hemmungen überwunden haben, können INTPs auch hervorragende Lehrer sein, vorausgesetzt, sie haben beim ausüben ihrer Tätigkeit genügend Freiraum für eigene Ideen. In der MBTI-Community wird der INTP auch Architekt genannt – was in Anbetracht der Anforderung von logischem, systematischem Denken (TI) und Vorstellungskraft (NE) ebenfalls Sinn macht. Während ENTPs eher gut im Reden sind, ziehen es INTPs eher vor, im Stillen zu schreiben.

ISFP & ESFP
„Künstler“ gibt es zwar bei jedem Persönlichkeitstyp, aber keiner spiegelt den Archetyp eines Künstlers so treffend wieder, wie der ISFP und der ESFP. Sie drücken ihre Gefühlswelt eher mit ihrem Körper, ihren Händen, ihrer Stimme aus, als mit Worten. Ihr extrovertiertes Empfinden gibt ihnen einen direkten Draht zur physischen Welt um sie herum und stattet sie mit einem praxisbezogenen Einfallsreichtum aus.

ESFPs stehen gerne im Rampenlicht – allerdings weniger, um sich zu profilieren, sondern eher, um ihre positive Energie mit anderen zu teilen. Sie wollen den Moment auskosten, genießen – und es wäre doch dämlich, wenn man das nicht auch mit anderen teilen könnte, nicht wahr? Dementsprechend findet man beispielsweise unter Musikern viele ESFPs. Nicht wenige suchen auch in der Karriere als Sportler ihr Glück – beispielsweise als Tänzer. Da sie gerne auf andere Menschen zugehen und einen ansteckenden Optimismus haben, eignen sie sich auch gut als Verkäufer.

ISFPs haben zwar auch einen Hang zu Musik, sind aber nicht unbedingt die geborenen „Rampensäue“. Ihnen ist es zwar auch wichtig, handgreiflich aktiv zu werden, aber dafür brauchen sie nicht unbedingt viele Menschen, mit denen sie dabei interagieren können. Der Beruf des Designers oder des Kunstmalers sind beispielsweise typische ISFP-Berufe, denn hier können sie ihrem introvertierten Fühlen direkt in der physischen Welt Ausdruck verleihen. Ihre praktische Art, gepaart mit ihrem sensiblen und einfühlsamen Wesen gibt ihnen hier ähnliche berufliche Vorlieben wie von ISFJs: auch in Pflegeberufen oder in der Kinderbetreuung sind häufig ISFPs zu finden.

INFP & ENFP
Weil es mir ehrlich gesagt schwer fällt, NFPs Berufen zuzuordnen – was auch der Grund ist, warum ihr so lange auf diesen Beitrag warten musstet – fass ich mich lieber kurz, bevor ihr gar nichts bekommt. Meine Schwierigkeit, NFPs Berufen zuzuordnen, liegt darin, dass sie auf der einen Seite sehr begeisterungsfähig, auf der anderen allerdings wieder äußerst sprunghaft sind. In meinen Augen sind sie daher am schwierigsten auf bestimmte Berufe festzunageln, weil man NFPs auch häufig Berufe ausüben sieht, die man tendenziell eher als unüblich für die Persönlichkeit erachten würde.

Was jedoch ein wieder kehrendes Muster ist: NFPs werden nicht zu Unrecht diplomatische Fähigkeiten zugesprochen, was zum einen an ihrem NE-bedingten Einfallsreichtum und zum anderen an ihrem FI-geschuldeten Einfühlungsvermögen liegt. Beide Typen können für gewöhnlich gut mit Worten umgehen – viele Autoren sind beispielsweise NFPs (Hemingway, Tolkien). Auch Musik, die tendenziell eher Text lastig ist, stammt oft von NFP-Musikern. Man findet sie aber häufig auch in Geisteswissenschaftlichen Bereichen.

ENFPs sind Projektmenschen, das heißt, sie verabscheuen Routine und arbeiten gerne an unterschiedlichen Dingen, mit unterschiedlichen Menschen. Sie sind eher gut im Konzipieren, als darin, Projekte auch selbst in die Hand zu nehmen und auch langweilige Details zu Ende zu führen. INFPs hingegen arbeiten lieber alleine oder zumindest mit wenigen Menschen. Sie fühlen sich häufig überfordert, wenn sie mit vielen verschiedenen Menschen auf einmal interagieren müssen. Beide Typen haben, wie bereits erwähnt auch einen Hang für die Sprache, wobei ENFPs lieber reden, INFPs hingegen Wörter lieber schreiben.

 

 

Warum wir linke Opposition stärken müssen

Es wird immer behauptet, es gäbe in der Politik keine unterschiedlichen Wahloptionen mehr. Im schlimmsten Falle wird den Leuten brauner Sand in die Augen gestreut, dass sie meinen, rassistische Hetze und mehr wirtschaftsliberale Politik wären tatsächlich eine Alternative. Weit gefehlt – denn im Grunde genommen ist die AfD ein Schatten aus der Zukunft, wie unsere Regierung aussehen wird, wenn wir nicht bald abbremsen. Ich höre häufig Dinge, wie: „Wählt alles, aber nicht die AfD!“. Ich stimme zu, dass wir bitte auf keinen Fall die AfD wählen sollen. Das reicht jedoch noch nicht. Wir müssen noch einen Schritt weiter gehen.

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