Adolf Hitler – INFJ

Dieser Beitrag könnte nun einigen INFJ sauer aufstoßen, weil sie sich in ein schlechtes Licht gerückt fühlen könnten, aber im Grunde genommen ist es nur konsequent, wenn man verdeutlicht bekommt, dass jeder Persönlichkeitstyp auch seine schwarzen Schafe hervorbringt. Ich könnte ja auch darüber schreiben, wie toll Mahatma Gandhi oder Martin Luther King, beide höchstwahrscheinlich INFJs waren, aber ganz ehrlich, zum einen ist es hilfreich, die Funktionen auch in Personen zu erkennen, für die man keine Sympathien übrig hat, zum anderen ist das manchmal – und wie ich finde, auch in diesem Falle – interessanter.

Also. Here we go. Hitler war ein INFJ und hier ist meine Analyse. Wenn jemand nicht zustimmt, bin ich gespannt auf Argumente.

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Samstag ist Upload-Tag!

 

Hallihallo, liebe Abonnenten und Gelegenheits-Vorbeischauer,

Nachdem ich mich jetzt selbst so sehr darüber geärgert habe, dass ich so gut wie gar nichts mehr gepostet habe, lege ich nun fest: Samstag ist Upload-Tag. Ihr lacht bestimmt, weil ich mir so viel vornehme, aber das Wenigste fest einhalte, aber ihr werdet schon sehen. Wenn ich nicht unbedingt im Urlaub bin oder aus sonstigen Gründen keinen Zugang ins Internet habe, dann werde ich jeden Samstag hier, auf meinem Blog etwas posten! Aber eben auch nur samstags. Ihr werdet sehen. Oder auch nicht, wenn ihr das nicht kontrollieren wollt. Dann ist es eben einfach nur eine Disziplins- und Schreibübung für mich ohne weiterem Nutzen. Das Schöne, beim Schreiben ist ja, dass es kein Echo erzeugt, weil der Audienzsaal so leer ist 🙂

„Mein INTP funktioniert nicht mehr“ – Warum dieser Persönlichkeitstyp als faul gilt

Ich wollte unbedingt mal wieder etwas posten, aber habe gerade absolut keinen Nerv für Prosa, daher darf ich euch mit einem weiteren INTP-Artikel beglücken. „Na toll!“, mag nun der ein oder andere sagen. „Ich weiß doch gar nicht mehr wirklich (wenn ich es jemals wusste), was ein INTP ist!“

Kurze Erklärung – ein INTP , das ist einer von 16  Persönlichkeitstypen, zu dem ich mich zähle. Und da es uns leider nur sehr selten gibt und wir zumal eher zurückhaltende Menschen (?) sind, werden wir häufig missverstanden.

Da ich zur Zeit enooorm frustriert darüber bin, wie häufig das passiert und Situationen, die für alle Beteiligten blöd sind vermieden werden könnten, wenn man mich besser verstehen würde, fange ich jetzt einfach mal mit einer Serie „Mein INTP funktioniert nicht mehr“ an. Weil ich sehr egozentrisch bin. Und bevor Vorwürfe kommen – die Situationen könnten natürlich auch vermieden werden, wenn ich andere besser verstehen würde, das ist doch auch klar. Was glaubt ihr, warum ich mich so intensiv mit dem Thema beschäftige?

Also. Zur Titelfrage: warum gelten wir INTPs als faul?

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Was hat Sam in den letzten Wochen eigentlich so gemacht?

Für alle, die’s interessiert: ich habe mich endlich getraut, einen YouTube-Kanal zu erstellen, auf dem ich meine Musik präsentiere, nachdem sich ja eigentlich kaum jemand für SoundCloud interessiert.

Etwas traurig für meinen Blog ist die Tatsache, dass ich mit meinem neuen Kanal innerhalb weniger Tage schon über 70 Abonnenten bekommen habe, während ich bei WordPress seit nem halben Jahr mit etwa 40 Followern rumgurke. Aber keine Sorge, das bedeutet nicht, dass hier nix mehr kommen wird. Ich bin nur gerade faul, was das Schreiben angeht. Echt. Enorm. Faul.

Typologie – Typische Feindbilder

Man müsste ja eigentlich meinen, dass einen Fühlertypen vor allem Denkertypen aufregen, und Empfindertypen gerade Intuitiven gegenüber Unverständnis entgegenbringen.

Der amerikanische Psychologe John Beebe hat die Theorie aufgestellt, dass das jeweils extrovertierte/introvertierte Pendant der ersten Funktion ein gewisses Feindbild in uns weckt. Er nannte es den „Antagonisten“. Ich will auf diese Theorie ein wenig tiefer eingehen und sie von meinem Blickpunkt aus beleuchten.

Man kann den Konflikt zwischen der extrovertierten und der jeweils entsprechenden introvertierten Funktion auch Flügelkampf nennen. Nehmen wir zum Beispiel das Fühlen. Sowohl introvertiert als auch extrovertiert beachtet es vor allem emotionale Komponente und legt Wert auf rücksichtsvollen Umgang miteinander. Nur sind die Mittel, wie man das eigentlich gemeinsame Ziel erreicht eben sehr unterschiedlich.

Dabei kann man grundsätzlich festhalten, dass die introvertierte Funktion der extrovertierten misstraut, sie für vorschnell, unvorsichtig und oberflächlich abtut. So könnte es einen introvertierten Intuierer beispielsweise stören, dass der extrovertierte Intuierer bei einem eigentlich interessanten Gespräch, ständig das Thema wechselt und so verhindert, dass man über ein Thema eingehend und detailliert diskutieren kann. Im Gegensatz dazu empfindet die extrovertierte Funktion die introvertierte als zu träge, überkritisch und pingelig. So stört es einen extrovertierten Denker beispielweise schnell, wenn der introvertierte ihn bei der Auslegung eines Planes ständig unterbricht und auf die Makel hinweist, die in den Augen des extrovertierten Denkers von vollkommen trivialer und irrelevanter Natur sind. Der introvertierte Denker hingegen muss alleine schon gegen das Verlangen ankämpfen, nicht bereits aus Prinzip auf Ungereimtheiten und Verallgemeinerungen hinzuweisen.

Es ist schwer zu hassen, was man nicht versteht, man kann höchstens Angst davor haben oder verwirrt sein. Das Prinzip kennen wir aus der Fiktion. Wenn der Antagonist ein fremdes Wesen aus dem All ist, das nicht mal unsere Sprache spricht oder eine grässliche Geistererscheinung, dann wünschen wir ihm zwar nichts Gutes, aber von Hass zu sprechen, wäre zu viel. Viel mehr hassen wir den tyrannischen Despoten, der seine Macht zu seinem eigenen Wohle ausnutzt und seine Untergebenen missbraucht. Den sadistischen Mörder, der Freude daran hat, seine Opfer zu quälen. Hier finden wir allerdings einen Kontext, für das Handeln, das wir verurteilen, das wir nachvollziehen können. Wir verstünden – rein theoretisch, warum wir so handeln könnten, entscheiden uns aber dagegen. Die Fähigkeit, sich dagegen zu entscheiden sprechen wir auch dem entsprechenden Antagonisten zu und das ist in der Regel die Quelle für wahre Antipathie.

Ich will damit nicht sagen, dass ein Denker etwa nicht dazu in der Lage sei, einen Fühler nachvollziehen zu können, aber diese Tendenz steht ihm nicht so nahe. Wenn ich als INTP höre, dass jemand eine geniale Serie nicht sehen will, weil sie ihn emotional zu sehr aufwirbelt, dann ist es nicht so, dass ich diese Begründung nicht begreife. Ich kann sie nur nicht nachempfinden und daher rechtfertigt der Denkprozess „ich bin eben anders“ die Begründung. Wenn jetzt aber jemand sagt: „Ich mag diese Serie nicht, weil sie sich mit langweiligen Details aufhält und nicht zur Sache kommt“, obwohl ich gerade die Tatsache mag, dass sie nicht oberflächlich ist und sich Zeit lässt, den Plot zu entwickeln, dann gibt es für mich eher einen Grund, Einspruch zu erheben, weil das genau der Punkt ist, weshalb ich sie schätze.

Für alle, die Listen mögen, hier eine Zusammenfassung, welche Typen nach dieser Theorie in der Regel besonders aufpassen müssen, nicht mit dem entsprechend anderen Typ in einen Konflikt zu geraten:

INTP / ISTP mit ENTJ / ESTJ

INFP / ISFP mit ENFJ / ESFJ

INTJ / INFJ mit ENTP / ENFP

ISTJ / ISFJ mit ESTP / ESFP

Das können wir in abgeschwächter Form auch bei unserer zweiten Funktion bemerken. Wenn zum Beispiel ein ESTJ, dessen zweite Funktion introvertiertes Empfinden ist, das grundsätzlich eher zu Vorsicht rät und auf die Erfahrung der Vergangenheit zurückgreifen will, mit einem ESTP zusammenarbeiten muss, dessen primäre Funktion das extrovertierte Empfinden ist, das im Moment lebt, aktiv, risikofreudig und manchmal ungeduldig ist, dann kann das auch schnell zu Konflikten führen.

Wie geht es euch damit? Ich persönlich merke jedenfalls, dass ich als INTP häufiger mit extrovertiertem Denken als mit Fühlertendenzen anecke. Wenn ihr Fragen dazu habt oder mit dieser Aussage nicht ganz einverstanden habt, lasst mich beides wissen!

Versatile – Der 7-Fakten-Award

Soweit ich weiß, bekommt man Awards normalerweise für Leistungen, die man erbracht hat. Ich fühle mich jetzt etwas schlecht, denn die einzige Leistung, wofür ich diesen Award erhalten haben könnte, ist die, dass ich in letzter Zeit Blog-technisch nichts geleistet habe. Ich fühle mich dennoch geschmeichelt, denn immerhin zeugt diese Nominierung von einem Interesse an meiner Person – in diesem Sinne, vielen Dank Simonsegur! Ich freue mich, dass ich trotz mangelndem Engagement immer noch Aufmerksamkeit von dir erhalte (jedenfalls rede ich mir das ein :P)

Die Frage wäre nun, worum es bei diesem Award eigentlich genau geht. Ich weiß es nicht so recht, deshalb orientiere mich einfach mal an meinem… Nominator (und ja, mir ist klar, dass dieses Wort eigentlich eine andere Bedeutung hat). Nach eingehendem Studium seiner sieben Fakten  schließe ich einfach mal darauf, dass es um sieben allgemeine, mich beschreibende … Fakten geht. Fangen wir also an, ich bin sowieso jemand, der lieber schnell an die Essenz kommen will, anstatt viel herumzureden, wie ich es jetzt gerade paradoxerweise tue.

1.) Ich bin gläubiger Christ.
Also nicht nur auf dem Papier. Da bin ich sogar konfessionslos. Ich zahle meinen Zehnt freiwillig und nicht per Gesetz und zwar an die kirchlichen Vereine, die ich für sinnvoll halte. Und darum geht es auch eigentlich gar nicht (was ist heute los mit mir?), sondern darum, dass ich in Jesus ein Vorbild habe, das dabei hilft, sich selbst zu überwinden. Sich selbst hinten an zu stellen. Und Gott weiß (haha), dass mir das häufig schwer genug fällt. Christ zu sein, bedeutet für mich nicht, ein besserer Mensch zu sein. Ich kenne viele Leute, die sich wertetechnisch christlicher verhalten, als viele „Mitchristen“ oder ich selbst. Es geht mir auch nicht um Werte. Die findest du auch in anderen Religionen. Die findest du auch im Grundgesetz. Rettung ist eine Sache. An das ewige Leben kann man glauben (wie ich es tue) oder auch nicht, dann ist es auch egal, ob man glaubt, man sei nach dem Tod „ewig verdammt“ oder „erlöst“. Erlösung in meinem Sinne findet schon auf der Erde zu Lebzeiten statt: indem man sich selbst nicht mehr so verdammt wichtig nimmt. Ich weiß, das macht schon jemand anderes für mich.

2.) Ich bin links. Überraschung.
Und Parteimitglied der Linken. Was interessanterweise auch auf meinen Glauben zurückzuführen ist, obwohl die Linke ja allgemein als eine atheistische Partei gilt. Aber mir ist die wachsende Ungleichheit in Deutschland und (längst) weltweit ein Dorn im Auge. Und da Dornen im Auge bekanntlich unangenehm sind, bin ich dafür, ihn zu entfernen. Ich will das jetzt nicht in aller Breite austreten, denn damit könnte ich ganze Seiten füllen, darum breche ich’s auf einen Satz herunter:Ich habe Schwierigkeiten damit zu akzeptieren, dass diejenigen, die mehr als genug zu leben haben, nicht genug abgeben, um denen zu helfen, die aus eigener Kraft ihre Existenz kaum bis gar nicht sichern können.

3.) Ich liebe Nebensätze.
Und viele meiner Leser hassen das. Ich verstehe euch. Ich gelobe Besserung. Seht ihr? Ich kann auch ohne Komma!

4.) Ich fahre total auf Gesellschaftsspiele ab.
Ich spiele zwar auch sehr gerne Computerspiele, aber ich wage zu behaupten, dass das zu einem großen Teil auch einfach eine Substitution ist, weil ich nicht häufig genug Mitspieler finde. Meine Frau spielt in der Regel wirklich nur mit mir, wenn es sein muss. Also, wenn Gäste da sind, oder es mir wirklich, wirklich schlecht geht. Oder es ein kooperatives Spiel (z.B. Arkham Horror) ist, indem sich nicht schon nach einigen Spielzügen abzeichnet, wer gewinnt. Man muss aber dazu sagen, dass meine Frau wirklich selten Ambitionen zeigt, den Sieg zu erringen, daher sagt das nicht sonderlich viel über mein Spielgeschick aus. Meine derzeitigen Favoriten sind Siedler von Catan (schon immer), Dominion, Colt Express, Nobody’s Perfect und Dixit.

5.) Ich bin ein guter Verlierer und ein schlechter Gewinner
Wobei sich hier die Frage stellt, wie „gut“ und „schlecht“ überhaupt definiert werden. Um es mit anderen Worten auszudrücken, nach einer gespielten Partie analysiere ich gerne das vorangegangene Spiel und erfahre gerne die Meinung meiner Mitspieler zu diesen Analysen (stelle z.B. Statistiken auf und vergleiche sie). Wenn ich verloren habe, wirkt das auf viele so, als würde ich die Errungenschaften des Siegers besonders würdigen und hervorheben (was ich ja irgendwie auch tue) und mich selbst als demütig zeigen, indem ich auf meine eigenen taktischen Fehler hinweise. Wenn ich jedoch gewonnen habe, nunja, dann bin ich mit dem selben Verhalten plötzlich der selbstverliebte, nervige Angeber.

6.) Ich bin seit etwa drei Monaten Vegetarier
Und wollte dazu eigentlich mehr schreiben. Mehr dazu in Punkt Sieben.

7.) Ich mache zu viele Dinge gleichzeitig, bzw. meine Interessen sind enorm breit gefächert.
Deshalb widme ich meinem Blog in jüngster Zeit leider nur noch sehr wenig Aufmerksamkeit. Das ändert sich immer alles, vor allem neue Entdeckungen bekommen stets viel Zeit von mir spendiert, aber es dauert nicht lange, bis ich irgendetwas finde, was mich momentan mehr reizt. Man kann mir ja vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich „hobbylos“ sei (tolles Jugendschimpfwort, nebenher bemerkt): Schreiben, Komponieren, Musizieren, Gesellschaftsspiele, PC-Spiele, Forendiskussionen, Brieffreundschaftendiskussionen, Pen&Paper (Das Schwarze Auge, Vampires: The Masquerade), Lesen, Fechten.

Ich hoffe, das war einigermaßen interessant. Wenn nicht, dann können wir gerne darüber diskutieren.

Auswertung von „Yvonne“ – INTP

1. Ein Arbeitskollege, mit dem du gut zurechtkommst, auch wenn ihr nicht befreundet seid, hat vergessen, eine wichtige Aufgabe auf den nächsten Tag zu erledigen, obwohl er eine Woche Zeit dafür hatte. Nun ruft er dich an einem Sonntagnachmittag an, und bittet dich, ihm zu helfen, um noch rechtzeitig fertig zu werden – du hast dich eigentlich auf deine Freizeit gefreut. Ihm zu helfen, würde sicherlich mindestens zwei Stunden Zeit kosten.

Da ich nicht weiß, ob ich mich in der selben Situation auf ihn verlassen könnte, werde ich ihm freundlich aber bestimmt sagen dass ich keine Zeit bzw. Lust habe ihm bei seiner Aufgabe zu helfen. Ich werde ihm Tipps geben wie er eventuell schneller fertig werden könnte, bzw. wen er noch fragen könnte.

Du betrachtest hier Ursache-Wirkung ganz objektiv („Ich helfe, kann mich aber nicht darauf verlassen, dass das einen nachhaltigen Mehrwert für mich hat“), was für eine Denker-Tendenz (T) spricht. Du legst trotzdem Wert darauf, freundlich zu bleiben und zumindest mit Ratschlägen zu helfen, wahrscheinlich, um die Beziehung intakt zu halten. Dieses diplomatische Verhalten zeugt von extrovertiertem Fühlen (FE), ist aber wahrscheinlich nicht stark ausgeprägt.

2. Dein Chef teilt dir mit, dass er folgende Woche auf Fortbildung gehen wird und er hat dich damit beauftragt, die Leitung des Geschäfts und damit auch deiner Kollegen in seiner Abwesenheit zu übernehmen. Deine Kollegen sind zuverlässig und auch du bist ein fähiger Mitarbeiter und warst bislang mit deiner momentanen Arbeit nicht überfordert. Wie fühlst du dich mit dieser Verantwortung? Welche Gedanken überkommen dich und was überlegst du dir?

Mit so viel Verantwortung fühle ich mich absolut nicht wohl. Ich werden das Beste daraus machen und da ja die Rede von engagierten Kollegen ist, werde ich sie einfach ihre Arbeit wie sonst erledigen lassen.

Angst vor Verantwortung haben eher Perceiving-Typen (P), insbesondere die introvertierten (I).

3. Was sind deine freizeitlichen Interessensgebiete? Begründe, wenn möglich.

Das kommt immer ganz auf meinen Gemütszustand an… Wenn ich frustriert wegen anderen Menschen bin, treffe ich mich gern mit Freunden bzw. Bekannten um mich abzulenken. Wenn es jedoch um persönliche Probleme geht, bin ich gerne alleine mit einem guten Buch und habe meine Ruhe. Ich beschäftige mich viel mit mir selbst und denke gerne über Gott und die Welt nach. Dafür benötige ich dann jedoch Ruhe. Ich fühle mich lange Zeit alleine wohl, nur das Gefühl etwas zu verpassen wenn ich keine Kontakt mit Freunden pflege überfällt mich meistens nach einer gewissen Zeit, was mich dann dazu bewegt mich wieder mehr in Gruppenaktivitäten einzubringen.
Gerne treibe ich in meiner Freizeit Sport, jedoch bin ich nur bei Sport der mir wirklich Spaß macht (Taekwondo) motiviert.

Da es scheint, dass du recht viel Zeit für dich brauchst, um Kraft tanken zu können, gehe ich davon aus, dass du introvertiert (I) bist. Dein Drang, dich ab und an unter Menschen zu mischen kommt wahrscheinlich von einer unterdrückten Fühlerfunktion.

4. Stelle dir vor, du müsstest für ein halbes Jahr bei einer anderen Person wohnen – die Umstände sind irrelevant. Stelle dir nun eine fiktive Person vor, bei der du glaubst, dass du gut mit ihr zurecht kommen und dich eventuell sogar mit ihr anfreunden könntest und notiere als Antwort ihre Eigenschaften, die du zu schätzen wüsstest.
– sie würde mir meine Freiheit lasse
– sie wäre spontan und zu allen Schandtaten bereit
– sie wäre ein ehrlicher und direkter Mensch, der sich nicht für seine Interessen schämt bzw. für die Gesellschaft verstellt

Freiheit und Spontanität sind vor allem Merkmale von P-Typen. Gehen wir hier also davon aus, dass deine wahrnehmende Funktion, wie bei allen P-Typen entweder extrovertiertes Intuieren (NE) oder extrovertiertes Empfinden (SE) ist. Da du introvertiert bist, muss das deine zweite Funktion sein. Dementsprechend kann deine erste Funktion nur noch entweder introvertiertes Denken (TI) oder introvertiertes Fühlen (FI) sein. 

5. Tue wie bei Frage 5 dasselbe mit einer ausgedachten Person, von der du glaubst, dass ihr überhaupt nicht miteinander auskommen würdet und notiere von dieser zweiten Person ebenfalls die ausschlaggebenden Merkmale.
Es gibt zwei Arten von Menschen mit denen ich einfach nicht klarkomme. Ich versuche alle Eigenschaften aufzuzählen, jedoch kann es sein dass sich diese Eigenschaften eventuell etwas widersprechen.
– eine Person, die an mir klebt wie eine Klette und keine eigenen Interessen oder Beschäftigungen zu haben scheint
– jemand, den es völlig aus der Bahn wirft wenn etwas nicht nach Plan verläuft
– eine Person, die sich ständig selbst zu bemitleiden scheint und dies auch von anderen (in dem Fall mir) verlangt
– jemand, der sich immer von seinen Gefühlen und Emotionen zu unüberlegten Äußerungen hinreißen lässt, diese dann bereut da sie etwas Negatives bewirkt haben und dann von mir wissen möchte wie andere ihm verzeihen
– eine falsche, hinterlistige, intrigante Person

Oftmals werden extrovertierte Fühler (FE) als Kletten und Chamäleons wahrgenommen, die versuchen, das zu sein, was in ihrer Umgebung geschätzt wird. Es kann durchaus sein, dass FE deine unterdrückte Funktion ist. Deine Antwort bzgl. der Person, die ihr Leben nur nach Plan leben möchte, spricht dafür, dass du in dieser Hinsicht Judging-Typen (J) eher ablehnend gegenüber eingestellt bist, die i.d.R. sehr ordnungsliebend sind.

6. Nach was strebst du im Leben und weshalb? Wenn möglich, priorisiere bei mehreren Angaben.
Ich strebe danach hinter allen Entscheidungen, die ich treffe stehen zu können. Außerdem möchte ich unabhängig leben und die Mittel haben das zu machen was mir Spaß macht. Nicht gezwungen zu sein etwas aus Geldnot oder anderen unschönen Beweggründen machen zu müssen.

Wieder der Freiheitsdrang. 

7. Erinnere dich an eine Zeit, in der du dich richtig gut gefühlt hast. Notiere, weshalb du dich so gefühlt hast.

Ich habe mich gut gefühlt, da ich auf eigenen Beinen stand und Erfahrungen gesammelt habe.

Ebenfalls. Erfahrungen sammeln ist das Stichwort für Empfinden (S), sowohl extrovertiert, als auch introvertiert.

 

8. In welchen Situationen fühlst du dich unterlegen? Wann wird deine Selbstsicherheit empfindlich?

Immer dann, wenn ich mich innerhalb von Gruppen befinde. Wirklich „selbstsicher“ bin ich nur, wenn ich für mich allein bin und etwas mache, bei dem ich mir sicher bin, dass ich es kann – und selbst das ist *wirklich* selten. Mein Leben ist von Unsicherheit und (zumindest gefühlter) Unterlegenheit geprägt.

Diesem Konflikt sind sowohl IxTPs als auch IxFPs ausgesetzt, alle vier Typen gelten nicht als sonderlich gesellig und sehr selbstkritisch, insbesondere die intuitiven N-Typen.

9. Wenn du etwas Neues erlernst, wie kannst du dies am besten bewerkstelligen? Bist du beispielsweise fähiger darin, über Theorien nachzudenken, Dinge auswendig zu lernen oder praktisch mit den Händen anzugehen?

Wissen dass man sich durch Auswendig lernen erlernt hat ist meiner Meinung nach unnützes Wissen, da man es nicht nutzen kann bzw. einen Bezug zu anderen Dingen herstellen kann. Meine Methode ist es Dinge metaphorisch von allen Seiten zu betrachten und Bezüge zu anderen Dingen oder Themen herzustellen. Das jedoch findet fast ausschließlich in meinem Kopf statt, da ich mich nicht gerne mit praktischen Dingen beschäftige. Diese sind sehr simpel und einem fehlt meiner Meinung nach die Interpretationsfreiheit, was bei Theorien nicht der Fall ist.

Damit beantwortet sich die Frage, ob du als wahrnehmende Funktion nun empfindest oder intuierst. Da du dich lieber in der Welt der Ideen, als in der materiellen befindest, spricht das für extrovertiertes Intuieren (NE) statt Empfinden.

10. Wie gehst du generell mit neuen Ideen um? Versuchst du zum Beispiel die Prinzipien dahinter zu erfassen, um zu erkennen, ob sie Sinn machen oder suchst du nach Informationen, Argumenten und Beweisen, die diese Ideen unterstützen?

Ich hinterfrage Theorien grundsätzlich zu aller erst, da ich finde dass es von Dummheit zeugt einfach die Dinge so hinzunehmen wie sie sind. Außerdem muss man sich, um die Idee im späteren Verlauf erfolgreich zu unterstützen, erstmal mit der Idee intensiv befassen.

Dein „Hinterfragen“ scheint in erster Linie durch eine intrinsische Analyse zu passieren, nicht etwa durch einen Vergleich von anderen Dingen (SI) oder durch die Anwendung von Regeln und Gesetzen (TE). Das spricht für introvertiertes Denken, das sehr induktiv schlussfolgert.

11. Wie nehmen dich deine Bekannten, Arbeitskollegen, Freunde und Familie wahr, beziehungsweise, wie glaubst du, dass sie dich wahrnehmen? Was wären die (wenn möglich positiven und negativen) Eigenschaften, mit denen sie dich wohl am ehesten beschreiben würden?

Ich denke dass ich als etwas gefühlskalt wahrgenommen werde. Das mag daran liegen, dass ich mir zum Einen nichts daraus mache wie ich auf andere wirke. Im Endeffekt muss man nur selbst mit sich zufrieden sein, meiner Meinung nach. Außerdem tue ich mich schwer mich Menschen zu Öffnen. Ich sehe einerseits keinen Sinn darin, da andere Leute meist nichts an der Situation ändern können und außerdem macht man sich verletzlicher je mehr man anderen Menschen anvertraut. Von meinen Freunden werde ich als distanziert, undurchschaubar jedoch trotzdem als fröhlicher, geselliger Mensch wahrgenommen.

Das kann alles sowohl auf INTPs als auch auf INFPs zutreffen. Gefühlskalt, da FE entweder unterdrückt wird oder nicht in den Hauptfunktionen vorkommt. Im Gegensatz zu INFPs gaukeln sich INTPs häufig vor, dass ihnen ihr Umfeld egal ist und es nur darauf ankommt, was sie von sich selbst halten. Ab und an merken sie, dass aber letzteres oft sehr stark abhängig davon ist, welches Feedback sie von anderen Menschen erhalten. INFPs hingegen müssen in erster Linie mit sich selbst im Reinen sein, oftmals ist es bei ihnen andersherum – selbst, wenn sie die Anerkennung von allen möglichen Menschen bekommen, wenn sie das Gefühl haben, unzulänglich zu sein, überschattet das alles. 

12. Mit welchen Eigenschaften würdest du dich selbst wohl am ehesten beschreiben? Was fällt dir an dir selbst auf, was den meisten deiner Mitmenschen entgeht?
Vermutlich denken viele Mitmenschen dass ich gerne für Andere einstehe, da ich Leute in Diskussionen oftmals verteidige oder unterstütze. Das lasse ich meistens einfach so stehen, da es mich mitfühlender darstellt als ich wirklich bin, da ich in solchen Situationen einfach Spaß an der Diskussion selbst habe. Außerdem fällt mir auf dass viele Leute denken dass ich sehr vergesslich bin weil ich nicht aufpasse. Jedoch ist das eher selten der Fall. Meist ist es einfach so, dass ich mitbekomme was ich mir merken soll, es sich jedoch dabei um etwas meiner Meinung nach um etwas Banales bzw. Unwichtiges handelt.

Diskussionsfreude ist vor allem bei xNTPs stark ausgeprägt. INFPs haben häufig Angst davor, etwas Falsches zu sagen und die Gefühle anderer zu verletzen, während xNTPs Diskussionen zum einen als Unterhaltung ansehen, zum anderen, um ihre Theorien wie in einer Art „Arena der Argumente“ zu testen. Alle NE-Typen haben die Neigung, gedanklich abzuschweifen und wirken daher häufig wie „verstreute Professoren“.

13. Was löst bei dir enormen Stress aus und wie verhältst du dich daraufhin in der Regel?
Stressig wird es für mich dann wenn ich dauerhaft gezwungen bin mich mit einem Thema zu beschäftigen, und nicht mehr selbst bestimmen kann wann ich mich lieber etwas Anderem zuwende. Wenn mir meine Zeit für mich fehlt und ich auf Grund dessen unausgeglichen werde.

Einseitigkeit ist ein Horror für alle NE-Typen. Routine wird für sie schneller langweilig als für andere, da sie stets auf der Suche nach neuem Input sind.

14. Die Fußgängerampel ist rot, aber auf der weiten, übersichtlichen Straße ist links und rechts kein Fahrzeug zu hören oder zu sehen. Was hält dich davon ab, über die rote Ampel zu gehen oder dies nicht zu tun?
Kinder, die an der Ampel stehen. Glatteis, dass mich zum Stürzen bringen könnte und ich so nicht bevor wieder Verkehr herrscht auf der anderen Straßenseite angekommen bin.

Nicht Regeltreue (TE/FE) und Gewohnheit (SI), sondern Möglichkeiten (NE) halten dich davon ab.

15. Was sind für dich die wichtigsten Werte? Bei welchen glaubst du, dass sie dir wichtiger sind, als den meisten anderen Menschen?*
Unabhängigkeit, Selbständigkeit, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Fantasie, Kreativität und Selbstbestimmung

Fazit: Deine erste Funktion ist zwar nicht komplett eindeutig, aber bei einigen Antworten zeigst du eine klare Neigung zum introvertierten Denken, weshalb ich schätze, dass du ein INTP und kein INFP bist. Ich werde es mir hier sparen, den Typ zu beschreiben, sondern bin ganz faul und verlinke einfach mal die Typenbeschreibung. Wenn du noch Fragen haben solltest, darfst du sie gerne stellen. Ich würde mich über ein Feedback freuen, ob du die Analyse so unterstreichen kannst, oder ob es Punkte gibt, bei denen du der Meinung bist, dass ich falsch liege.

Jetzt macht der Kerl auch noch Musik…

Eigentlich müsste es ja andersherum heißen, „jetzt schreibt der Kerl auch noch in seinem Blog“, Musiker war ich ja schon die ganze Zeit über.
Ich weiß nicht, ob es jemanden interessiert, aber hier sind ein paar meiner komponierten Werke:

Vielleicht findet ihr beim Hören ja ein bisschen Inspiration zum Schreiben!
Ich freue mich über konstruktive Kritik genauso sehr wie über Lob und Anregungen.
Mit der Zeit wird mehr kommen, hab mir als Weihnachtsgeschenk ein paar nette Soundbibliotheken gekauft, die mich momentan enorm zum Komponieren motivieren.

Funktionen bei anderen erkennen (Teil 2 von 2)

Extrovertiertes Empfinden (ESFP, ISFP, ESTP, ISTP)
Von allen extrovertierten Funktionen erkennt man SE am wenigsten an den Worten und am meisten an den Taten. Sie sind oft diejenigen, die sich als erstes vom Platz erheben, die sich am gemeinsamen Esstisch als erstes bedienen, die als erstes etwas tun, wenn alle andere noch am überlegen sind, wie etwas getan werden sollte. Wagemut ist etwas, was man dem extrovertierten Empfinder von allen anderen Typen am ehesten zuschreiben kann.

Wenn man sie jedoch anhand von Worten erkennen will, dann hat man damit am ehesten Glück, dass sie einfach sagen, was ihnen in den Sinn kommt. Sie denken nicht lange darüber nach, wie ihre Worte von anderen empfunden werden könnten, sondern machen ihre Gedanken für andere klar ersichtlich. Klarheit ist hierbei das treffende Stichwort: so, wie sie auch selbst versuchen, das Leben möglichst klar zu sehen und zu erleben, wollen sie auch selbst für andere sein.

Anders als extrovertierte Denker sind sie nicht so sehr am Ergebnis interessiert, sondern mehr am Entstehungsprozess. Eine Eigenschaft, die sie sich mit extrovertierten Intuierern teilen, ist die Kreativität. Diese bezieht sich allerdings mehr auf das, was sich unmittelbar in Zeit und Raum befindet, während extrovertierte Intuierer ihre Kreativität mehr mit Ideen und Wörtern ausdrücken. Beide kommen mit den verrücktesten Ideen an, aber Empfinden bezieht sich dabei mehr auf die materielle Ebene.

Typische SE-Zitate:

  • „Ja, Mann! Lass uns das bauen!“
  • „Du weißt erst dann wirklich, dass es unmöglich ist, wenn du es versucht hast.“
  • „Viel Spaß beim Reden, wir sehen uns am Ziel.“
  • „Lebe den Moment!“
  • „Darf ich mal? Kann ich jetzt?“
  • „Der Weg ist das Ziel!“
  • „Ich übe nicht, weil ich besser werden will, sondern weil es mir Spaß macht!“
  • „Mir ist langweilig, lass uns was machen.“
  • „Wollen wir jetzt uns jetzt nur darüber unterhalten oder tatsächlich auch etwas tun?“
  • „Man muss das Leben auch genießen können.“

Extrovertiertes Intuieren (ENFP, INFP, ENTP, INTP)
Man erkennt extrovertierte Intuierer, vor allem die eher in sich gekehrten von ihnen (INFP & INTP) an ihrer häufigen Geistesabwesenheit. Sie sind oft unaufmerksam, verträumt und wirken, vor allem, wenn sie sich in einem sicheren, privaten Rahmen befinden, in dem sie sich wohl fühlen, oft sehr kindisch. Während jedoch auch extrovertierte Empfinder häufig einen kindischen, verspielten Eindruck machen, sind extrovertierte Intuierer hingegen Idealisten, während der andere Typ eher den Realisten einzuordnen ist. Wie auch extrovertierten Empfindern spricht man ihnen Einfallsreichtum zu, allerdings weniger, was praktische, sofort umsetzbare Ideen angeht, sondern mehr jene auf intellektueller Schiene.

Fängt man an, von Themen zu sprechen, die den extrovertierten Intuierer interessiert, leuchten seine Augen auf und er hat plötzlich eine ganze Menge (mehr) zu sagen, manchmal sogar zu dem Ausmaß, dass er überhaupt nicht mehr aufhört, zu reden. Von allen Funktionen ist NE am meisten an Konzepten interessiert, selbst, wenn diese schwammig sind und nur wenig mit der Realität zu tun haben. Bei Denkern äußert sich das insbesondere im Aufstellen absurd wirkender Theorien, bei Fühlern in leidenschaftlichem Idealismus.

Auch wecken NE-Typen schnell das Bild einer schusseligen, geistesabwesenden Person, was aber auch eine gewisse Liebenswürdigkeit weckt. Ihre Gedanken sind stetig in Bewegung und nicht selten machen sie dadurch einen hibbeligen Eindruck. Sie haben häufig damit zu kämpfen, Termine einzuhalten, Ordnung zu bewahren und sich an Details zu erinnern. Wenn im Urlaub jemand die Zahnbürste vergessen, aber sonst allen möglichen Unsinn eingepackt hat – die Chancen stehen gut, dass es ein extrovertierter Intuierer ist.

Typische NE-Zitate:

  • „Es ist zwar völlig unrealistisch, aber stell dir mal vor, […]“
  • „Verdammt, ich habe schon wieder vergessen, was ich dir eigentlich sagen wollte…“
  • „Lass uns etwas Neues ausprobieren!“
  • „Man muss aber auch die andere Seite betrachten!“
  • „Ich kann mich nicht entscheiden! Soll ich Erdbeere und Stracciatella oder Stracciatella und Málaga nehmen? Und welche Kugel soll nach unten?“
  • „Ich hoffe, ich werde nie so ein langweiliger Spießer…“
  • „Das ist keine Unordnung, das ist geordnetes Chaos.“
  • „Wo habe ich schon wieder meinen Schlüssel hingelegt?“
  • „Wenn du dir eine Superfähigkeit aussuchen könntest, welche wäre das dann?“
  • „Ich habe eine Idee, willst du mir sagen, was du davon hältst?“

 

The Sopranos – Tony Soprano (ESTJ)

In der Hoffnung, gleichzeitig ein wenig Werbung für diese geniale, aber in Deutschland leider unterschätzte Serie zu machen, habe ich mir Tony Soprano als nächste Charakteranalyse vorgenommen.

Wer die Serie noch nicht kennt – anschauen! Ich weiß, dass sich auf meiner Seite gerne Hobbyautoren tummeln, gerade für euch ist die Serie ein Leckerbissen. Wenn ihr wissen wollt, wie geniale Dialoge aussehen können, dann gebt der Mafiaserie eine Chance. Außerdem bricht sie aus gewohnten Erzählformen aus – der Plot ist zweitrangig, im Vordergrund stehen Charaktere, die es in dieser Tiefe in momentan keiner anderen Serie je gegeben hat. Das ist es, was die Serie so revolutionär gemacht hat. Aber nun kommen wir zu unserem Protagonisten, dem Patriarch der Sopranos: Tony.

Extrovertiertes Denken

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„I wipe my ass with your feelings!“

Tony ist ein Paradebeispiel für den klischeehaften extrovertierten Denker. Während der ganzen Serie hat er damit zu kämpfen, seinen Willen durchzusetzen, sei es nun im Berufsfeld oder in seiner Familie – er beugt sich nicht, kämpft mit harten Bandagen, berücksichtigt die Gefühle anderer nicht. Als Boss, das ist seine Meinung, kann man sich das ohnehin nicht leisten. Moral kann nicht immer eine übergeordnete Rolle spielen, oder, um es mit seinen Worten auszudrücken:“Wir sind Soldaten. Soldaten gehen nicht in die Hölle. Wir befinden uns in Situationen, in denen sich jeder Betroffene der Risiken bewusst ist und, wenn du diese Risiken kennst, wirst du bestimmte Dinge eben tun. So läuft das Geschäft.“

Nur ein starker Wille setzt sich durch. Und Tony weiß, wie man sich durchsetzt. Und wenn es nicht anders geht, dann auch mit Fäusten und Feuerwaffen.

Introvertiertes Empfinden

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„Not this much. I like the one that says some pulp.“

Tony hat nicht nur klare Vorstellungen darüber, wie die Welt zu funktionieren hat, sondern auch ein klares Bild von der Vergangenheit. Bei einem Streit mit seiner Tochter, Meadow, die sich nicht an seine Regeln und Traditionen halten will, erklärt er ihr, dass sie sich, solange sie sich in seinem Haus befindet, nicht in den 2000er-Jahren befindet, sondern hier noch die Werte von vergangenen Zeiten gelten und geachtet werden müssen. Ein großes Problem von Tony ist, dass er zu sehr in der Vergangenheit festhängt und sich daher nicht weiterentwickeln kann. Seine Panikattacken werden durch Impressionen getriggert, die bestimmte Bilder in ihm freisetzen, welche ihn mit seiner ruppigen Vergangenheit konfrontieren.

Jedoch merkt man deutlich, dass Tonys extrovertiertes Denken die Überhand hat. Sobald Effizienz gegen Traditionen trifft, entscheidet er sich in der Regel für Ersteres. So hat er letzten Endes kein persönliches Problem damit, dass einer seiner Spitzenverdiener homosexuell ist, obwohl diese Neigung in den konservativ-altmodischen katholischen Kreisen, in denen Tony verkehrt, mehr als nur verpönt ist. Er belässt es dabei, sich darüber lustig zu machen, lässt dem Mann aber das Amt des Capos, da dieser gute Arbeit leistet.

Extrovertiertes Intuieren

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Obgleich Tony sich häufig intolerant, engstirnig und traditionsvernarrt zeigt, ist es nicht so, dass er nicht auch ab und an über den Tellerrand hinausschauen kann. Alleine, dass er aus freiem Willen psychologische Hilfe aufsucht – dazu auch noch bei einer Frau – zeigt, dass er bereit ist, auch Pfade zu betreten, die für ihn so eigentlich nicht vorgesehen wären. Wenn es um Problemlösungen geht, benutzt Tony nicht immer den direktesten Weg, ab und an macht er sich auch darüber Gedanken, welche Alternativen es gibt. Neuen Ideen ist er nicht prinzipiell abgeneigt, sofern er erkennt, dass sie wirklich profitabel sein könnten, was hin und wieder auch zu Problemen mit seiner Familie (beiden) führt, ihm aber letztlich oft genug einen Ausweg aus der Bredouille bietet.

Introvertiertes Fühlen

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Obgleich Tony ganz offen zugibt, dass er keinen Wert auf die Gefühle anderer gibt, kommt er nicht darum hinweg, seine eigenen völlig zu verdrängen. Immer wieder zeigen sich Zweifel, die ihn dazu veranlassen, sich vor sich zu rechtfertigen. Sein unterdrücktes introvertiertes Fühlen macht ihn anfällig für Kritik – obwohl man von einem Mann von solch selbstsicherem Auftreten erwarten sollte, dass er eine dicke Haut hat, ist Tony verwundbarer, als er zugeben würde.

Seine sensible Seite zeigt sich unter anderem in seiner Tierliebe. Dadurch, dass er seine empathischen Tendenzen so sehr unterdrückt, wenig bis gar keine Anteilnahme an anderen Menschen zeigt und sogar soweit geht, kaltblütig zu morden, benötigt er einen Ausgleich, damit das introvertierte Fühlen nicht komplett erstickt. So hat er eine ganz besondere Beziehung zu Enten und wird sogar zu einem regelrechten Pferdefreund. Im Laufe der Serie wird Tonys „Beziehung“ zum introvertierten Fühlen, also sein Bezug zu Moral und Sinnfragen immer mehr zu einem zentralen Thema.