Bist du ein mündiger Verbraucher?

Die Frage ist bewusst provokativ – und um nicht vom hohen Ross herabzupredigen, will ich gleich Eines vorwegnehmen: ich bin es jedenfalls nicht. Ich mache eine Menge falsch. Viel unbewusst und viel auch in wissentlich. Kann man mich dafür tadeln? Nunja, wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Mich höflich und frei von Wertung auf bestimmte Fehltritte hinweisen ist wiederum ist eine ganz andere Geschichte. Dinge, die ich heute bewusst falsch mache, nagen eventuell lange genug an meinem Gewissen, dass ich sie morgen richtig (oder zumindest richtiger) angehe. Oder ich habe am nächsten Tag genug Kraft und/oder Zeit dafür, mich besser zu verhalten und mache eine gute Angewohnheit daraus. Aber ich muss erst einmal wissen, um nach neuen Erkenntnissen handeln zu können. Viele Dinge überraschen und sind alleine, weil sie so erstaunlich sind bereits wissenswert. Hier sind einige solcher Informationen:

Wusstest du, dass in einem Kilogramm Rindfleisch, mal ganz abgesehen von der benötigten Weidefläche und der Arbeit, die ein Farmer zu leisten hat, um die 15.000 Liter Wasser erforderlich sind? Bei so hohen Zahlen fällt es einem schwer, sich vorzustellen, wie viel das eigentlich ist: mehr als zehn gefüllte Badewannen Wasser. Und das ist nur das Wasser. Weideland, Getreide und Arbeitskraft braucht das Kilogramm Rindfleisch ebenfalls.

Wusstest du, dass Kohlekraftwerke für 7% des gesamten Wasserverbrauchs verantwortlich sind? Davon könnte man eine Milliarde Menschen mit Wasser versorgen. Wusstest du, dass du standardmäßig Strom über einen Kohlekraftanbieter erhältst, bis du auf eine Alternative wechselst?

Wusstest du, dass jährlich über 200 Millionen Tonnen Plastik hergestellt werden? Auf einer Fläche, so groß wie Zentraleuropa schwimmt im Pazifik ein Meer aus Plastik. Müssen wir tatsächlich in Plastik abgepacktes Obst und Gemüse kaufen? Plastikflaschen? Plastik scheint uns überall im Alltag zu begleiten, aber es gibt in der Regel genügend alternative Optionen, bei denen wir die Nachfrage an Plastikprodukten verringern können.

Wusstest du, dass der durchschnittliche deutsche Haushalt jährlich mittlerweile mindestens 21 Kilogramm Elektroschrott wegwirft? Wir können auch versuchen, Dinge zu reparieren, statt sie wegzuwerfen. Nicht immer auf das neueste Mobilfunkgerät anspringen, wenn das alte doch auch noch funktionstüchtig ist. Oder Haushaltsgeräte kaufen, die vielleicht ein wenig teurer sind, aber dafür langlebiger. Am Ende ist es doch so auch weniger umständlich. Vor allem, wenn man weiter und global denkt.

Es geht weiter. Es gibt viele Dinge, die ich hier noch aufzählen könnte, aber ich will dich nicht mit Informationen erschlagen. Ich will dir zeigen, dass es sich lohnt, über alles, was du tust, nachzudenken. Was brauchst du tatsächlich? Wo kannst du besser investieren? Worauf kannst du verzichten?

Wir tappen im Dunkeln, gehen naiv wie Kinder durch den Supermarkt und wissen die meiste Zeit gar nicht, welchen Schaden wir anrichten. Unmündig eben. Aber wir können zumindest anfangen, erwachsen zu werden, auch, wenn der Prozess es erfordert, inne zuhalten und zu reflektieren. Sich zu bilden. Auf Dinge zu verzichten. Aber es lohnt sich. Wir haben keine Ersatz-Erde übrig, auf die wir zugreifen können, wenn wir diese zerstört haben. Um zu mündigen Vebrauchern zu werden, zu reifen Konsumenten, müssen wir nicht perfekt sein – aber wir können alleine schon beim Versuch, es zu werden, eine unglaubliche Menge erreichen!
Das Argument „wir können nicht alles richtig machen, also versuch ich es erst gar nicht“ zieht nicht. Wenn zwei Leute, die monatlich z.B. 500 Gramm Rindfleisch essen auf die Hälfte verzichten, dann ist das von den Zahlen her genau so, als hätte einer von beiden gänzlich auf Rindfleisch verzichtet.
Hoffentlich versuchst du gemeinsam mit mir gemeinsam das Ideal anzustreben. Wir werden Fehler machen, wir werden hier und dort mal nachgeben und uns wieder aufrappeln müssen – aber hoffentlich nie aufgeben. Und am Ende werden wir zu denjenigen gehören, die gekämpft haben.

Quellen:
https://www.welt.de/wissenschaft/article6012574/Ein-Kilo-Rindfleisch-kostet-15-000-Liter-Wasser.html

https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-report-kohlekraftwerke-verbrauchen-trinkwasser-fuer-eine

https://www.verbraucherzentrale.de/kunststoffe?i=6

https://www.welt.de/wissenschaft/article701251/Riesige-Flaeche-Plastikmuell-schwimmt-im-Pazifik.html

https://de.statista.com/infografik/2278/elektroschrott-aufkommen-in-ausgewaehlten-laendern/

Wir müssen reden!

Die Leute stellen mir ständig Fragen, wie: „Warum diskutierst du eigentlich so gerne?“, „Warum musst du ständig über Politik reden?“ oder „Kannst du nicht einfach mal eine andere Meinung so stehen lassen?“

Ich gehe gleich mal auf die letzte Frage ein: NEIN!!!
Nicht, wenn es um die Zukunft unseres Landes, unserer Kinder und die der ganzen verdammten Welt geht!

Es ist wirklich furchtbar lächerlich, wie wir Deutschen uns über Trumps Wahlsieg empören und schockiert zeigen. Ein alter Freund von mir teilte auf Facebook dazu folgenden Kommentar:

„Heute schauen wir noch besorgt-hämisch in die USA, bis dann 2017 die Bundestagswahl unsere eigene Dummheit entlarvt.“

Und diese Entlarvung wird passieren. Sie ist bereits in unseren Landtagswahlen passiert. Fast überall zweistellige Ergebnisse für die AfD und wir zeigen uns erstaunt über Trump?

„Ja, toll!“, höre ich einige von euch sagen. „Aber was können wir denn dagegen tun? Wir teilen doch schon ganz fleißig Protest-Posts gegen die AfD und den Rechtspopulismus, der in ganz Deutschland zu gedeihen scheint!“
Ja, das ist schön und gut, aber habt ihr euch mal überlegt, wer eure Posts wahrscheinlich NICHT liest? Ich sag’s euch: in der Regel AfD-Wähler, weil ihr mit solchen Idioten wahrscheinlich gar nicht „befreundet“ seid. Und selbst wenn, dann reicht das nicht aus. Wen beeinflusst das? Wer gibt euch die Likes? AfD-Fans? Wohl kaum! Das reicht nicht aus!

Fangt an, mit Leuten, die NICHT der Meinung sind, dass die AfD die Kluft zwischen arm und reich noch erweitern wird, die NICHT glauben, dass die AfD Rassismus schürt, die NICHT glauben, dass wir solidarisch für Menschen in Not einstehen müssen und die NICHT glauben, dass der Gebrauch von Schusswaffen keine Lösung darstellt zu diskutieren!
Euch wird eingetütet, dass in Europa seit 70 Jahren Frieden herrscht, aber das ist nicht wahr: hier herrscht Krieg und zwar ein verdammt heftiger! Und der wird zunächst mit Worten ausgefochten. Schon der preußische Militärtheoretiker Carl von Clausewitz hat gesagt: „Krieg ist eine bloße Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln.“

Jetzt kombinieren wir mal die Tatsache, dass Demokratie „Herrschaft des Volkes“, also auch von DIR, mein lieber Leser bedeutet und die, dass sich immer mehr Leute von rechtspopulistischem Blödsinn einlullen lassen – dann stellt sich doch die Frage, wer in diesem Krieg die Gegenseite darstellt, nicht wahr? „Na, die Politiker, die nicht in der AfD sind!“
Aber ihr auch! Denn ihr seid das Volk (OMG)! Ihr bestimmt, wer gewählt wird, wer die Regierung stellen soll! Das heißt, dass der Wahlzettel des verblendeten AfD-Wählers in deiner Nachbarschaft, in deinem Büro oder in deinem Yoga-Kurs bei der Wahl GENAU SO VIEL Einfluss haben wird, wie dein Wahlzettel!

Demokratie bedeutet nicht nur Herrschaft des Volkes, sondern Demokratie sollte eigentlich auch eine Streitkultur fordern! Fangt an, zu diskutieren! Und selbst, wenn sie noch so blöd und lernresistent sein mögen, es ist schlicht und einfach unsere Pflicht. Wenn wir es nicht tun, wer denn dann? Wer verteidigt uns dann vor der AfD? Wenn ihr von zehn Diskussionen auch nur eine Person überzeugt, dann ist es das Wert gewesen! Es bringt nichts, einfach nur zu jammern. Es bringt nichts, zu sagen: „Also, ich wähle die ja nicht!“. Konfrontiert AfD-Wähler (und wenn es nach mir geht, dann auch CDU/CSU- und FDP-Wähler). Versucht sie zu überzeugen. Das ist aufdringlich, sagt ihr? Das Ideal einer demokratischen Gesellschaft ist es auch, dass man in politischen Fragen aufdringlich sein soll!

Wir müssen reden! Jetzt! In der Mittagspause, beim Familientreff und auch im Internet! Ihr müsst diesen Kampf nicht alleine austragen – bringt auch andere dazu, mitzumachen! Und wenn ihr euch das nächste Mal zu sehr geniert, denkt, dass es doch nichts bringt oder zu gestresst seid, eine Diskussion mit Leuten einzugehen, die dabei sind, mit ihrer Wahlstimme die letzten Hoffnungen auf den Erhalt von Werten wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Frieden zu gefährden, dann stellt euch folgende Frage:

Wenn es später noch schlimmer um die Welt stehen wird, als es jetzt bereits der Fall ist, was werdet ihr euren Kindern antworten, wenn sie euch fragen werden, was ihr dagegen getan habt?

Die Doppelmoral von TTIP/CETA-Protesten – What about EPA?

Bevor mich jetzt jemand falsch versteht – ich bin kein Freund von CETA & TTIP. Ich bin allgemein kein Freund von Freihandelsabkommen.
Was ich aber als enorm lächerlich empfinde, ist, dass wir jetzt erst Großdemonstrationen zustande bringen und polternd ihre Stimme gegen CETA & TTIP erheben. Warum tun wir das überhaupt, mal vom zeitlichen Aspekt abgesehen? Weil es uns betrifft. Weil wir dieses Mal Angst haben, selbst einen Nachteil davon haben, während sich andere auf unsere Kosten einen Vorteil ergattern.
Klar, das verstehe ich. Man will sich ja nicht ausnehmen lassen. Aber welche Doppelmoral ist das, dass wir nicht gegen Freihandelsabkommen protestieren, bei denen wir andere schonungslos ausnehmen?
Ich meine, wenn die reichen Vereinigten Staaten das reiche Europa ausbeuten, hm, ja, das ist blöd, aber es ist nicht unbedingt eine soziale Tragödie. Was ist aber, wenn wir Europäer Entwicklungsländer in Afrika ausbeuten, die bereits zu Zeiten des Imperialismus von Europa ausgebeutet wurden? Genug um den heißen Brei gesprochen: schauen wir uns mal die ECONOMIC PARTNERSHIP AGREEMENTS (EPA) an – darüber wird viel zu selten gesprochen.
Die EPA fordert Afrika auf, die eigenen Märkte bis zu 83 Prozent für europäische Importe zu öffnen und zugleich schrittweise Zölle und Gebühren abzuschaffen. Was bedeutet das? Nehmen wir mal ein Beispiel – unsere Milchproduktion. Wir haben einen enormen Überschuss und kalkulieren auch mit diesem. Wir brauchen die überschüssige Milch nicht mehr, also exportieren wir sie unter anderem nach Afrika zu Preisen, die so niedrig sind, dass die örtlichen Milchbauern nicht mehr mithalten können. Das selbe mit unseren Fleischresten – wir essen in Deutschland nur die Hühnerbrust. Mal überlegt, wohin der ganze andere Rest kommt? Nach Afrika. Zu billigen Preisen, mit denen die dortigen Hühnerhalter auch nicht mehr mithalten können. Als Gegenleistung behalten die afrikanische Unternehmen wiederum zollfreien Zugang zum europäischen Markt, damit die geschädigte Wirtschaft wieder aufgebaut werden kann. Mal davon abgesehen, dass das Erpressung ist, da Afrikas Wirtschaft auf den zollfreien Zugang angewiesen ist – mit den deutschen Preisen mithalten kann sie dann immer noch nicht.
Jetzt mag man natürlich sagen: je mehr die EU nach Afrika exportiert, desto mehr muss sie auch aus Afrika importieren, weil die Exportgüter in der afrikanischen Währung bezahlt werden (und selbst da bin ich mir nicht ganz so sicher) – ein EU-Unternehmen säße also nach seinem Export auf der afrikanischen Währung und wenn er diese irgendwie nutzen will, müsste er wiederum in Afrika einkaufen. Und davon profitiert die afrikanische Wirtschaft natürlich.
Nun. Natürlich ist deutscher Export an den Import gebunden, aber afrikanisches Geld zu erhalten bedeutet ja nicht automatisch, davon auch afrikanische Ware kaufen zu müssen. Deutschland kann ja auch afrikanische Unternehmen mit afrikanischer Währung aufkaufen, Grundstücke, etc. …
Man könnte natürlich auch sagen, aber hey, die Afrikaner freuen sich doch über erschwingliche, importierte Milch! Kann sein, aber das ist kein nachhaltiger Vorteil für sie. Was auf Dauer entsteht, ist eine immer stärker wachsende Abhängigkeit von der EU. Schauen wir uns das ein wenig genauer an: immer mehr afrikanische Unternehmen müssen Arbeiter entlassen, um mit der europäischen Konkurrenz zumindest teilweise mitziehen zu können oder Löhne kürzen. Einige müssen komplett dicht machen. Dann freuen sie sich natürlich darüber, dass sie unsere billige Milch kaufen können, weil für inländische Milch das Geld ja mit der neuen, schlechteren Situation gar nicht mehr ausreicht. Das führt wiederum dazu, dass die Nachfrage nach EU-Milch steigt, die Nachfrage nach inländisch produzierter Milch sinkt. So sieht das afrikanische Wirtschaftswachstum, welches die EPA propagiert aber nicht aus.
Nicht die EU bleibt auf afrikanischer Währung sitzen, sondern immer mehr afrikanische Unternehmen auf ihren Waren. Immer mehr Afrikaner werden arbeitslos. Dazu gibt es auch noch einen sechsminütigen Clip  von der ARD, der das Thema auch nochmal anschneidet, sehr sehenswert.
Ich zitiere mal UN-Wirtschaftsexperte für Ostafrika, Andrew Mold, der sich mit dem Thema noch besser auskennt als ich: „Die afrikanischen Länder können mit einer Wirtschaft wie der Deutschen nicht konkurrieren. Das führt dazu, dass durch den Freihandel und die EU-Importe bestehende Industrien gefährdet werden und zukünftige Industrien gar nicht erst entstehen, weil sie dem Wettbewerb mit der EU ausgesetzt sind.“
Da frage ich mich wirklich: warum werden deutsche Bauern sogar noch subventioniert, wenn sie zB nach Afrika exportieren? Die afrikanischen Unternehmen können doch so schon nicht mit der europäischen Konkurrenz mithalten. Wenn wir uns mal die Wirtschaftsgeschichte anschauen, dann sehen wir ja auch, dass die heutigen industriellen Großmächte, wie zum Beispiel die Vereinigten Staaten nicht durch Freihandel groß geworden sind, sondern weil sie ihre Märkte lange Zeit mit hohen Schutzzöllen abgegrenzt haben, teilweise sogar bis zu 50%.
Gut, ab den 50ern wurden die dann auch herabgesetzt, aber da war die US-Wirtschaft schon so mächtig, dass die Konkurrenz nicht mehr wirklich eine Gefahr darstellte. Afrika soll aber mit der EPA weitestgehend ohne Schutzzölle zurechtkommen, obwohl das im Grunde genommen der einzige Weg wäre, sich gegen die gigantische EU-Wirtschaft behaupten zu können. Warum erlauben wir den Entwicklungsländern also nicht, ihre Produkte zollfrei zu exportieren?

Das ist eiskalt berechnende Interessenspolitik. Die EU wird reicher und Afrika ausgeblutet.
Wir brauchen uns nicht wundern, wenn bald berechtigterweise eine weitere Flüchtlingswelle von Wirtschaftsflüchtlingen aus Afrika zu uns strömen werden. Ich bin zwar einer, der gerne sagt: hab ich’s nicht gesagt? In dieser Hinsicht würde ich mich aber sehr freuen, mit meiner Prognose falsch zu liegen. Also, bitte: wenn ihr Argumente habt, die EPA in ein besseres Licht rücken können, dann klärt mich auf. Ich irre mich hier gerne. Sehr gerne.

Ist ja schon extrem, wenn sogar CDU-Politiker sich gegen das EPA-Freihandelsabkommen aus Gewissensgründen aussprechen…

Mein Plan für Halloween

Habe ich schon mal erzählt, dass ich mich gerne aufrege? Jetzt wisst ihr es. Deshalb treibe ich mich manchmal auch gerne auf Facebook herum, da rege ich mich besonders häufig auf. Wobei das abnimmt, da ich immer häufiger „unfriended“ werde, weil meine Kommentare nerven und sich Leute angegriffen fühlen. Dabei mag ich die Leute eigentlich. Noch mehr mag ich es, zu diskutieren. Es gleicht sich also irgendwie aus.

So. Zu meinem letzten Aufreger. Dieser Cartoon:

halloween

Es gibt unglaublich viel, was mich an diesem Cartoon ärgert.

1.) Mal ganz allgemein – wenn man Spaß daran hat, sich zu verkleiden, warum ausgerechnet zu Halloween? Die Ursprünge des Festes sind ja schon lächerlich-ominös. Ich habe kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich Christ bin und daher irgendwie schon automatisch Resentiments im Bezug auf Halloween habe. Ich war aber auch lange genug glaubenskritischer Agnostiker und hatte da die selbe Meinung über ein Fest, bei dem es darum ging, einem Unterweltsgott Blutopfer zu bringen, um für Fruchtbarkeit zu flehen. Wobei das Fest ja christianisiert wurde. Um an die Toten zu gedenken. Toll. Macht das irgendeiner von euch speziell an diesem Tag?

2.) Aber zurück zum Cartoon! Der Cartoon scheint sich darüber lustig zu machen, dass man so sehr auf die Nahrungmittel achtet, dass es fast unmöglich ist, es einem Recht zu machen. Ist das jetzt aber wirklich zu kritisieren?

A) Was die ganzen Allergien angeht, sollte man sich eher bei der Pharmaindustrie ärgern, die dafür verantwortlich ist, dass die ganzen Allergien zunehmen, als sich über deren Opfer lustig zu machen. Ein zugeschwollener Hals oder ein aufgeblähter Darm ist nichts, worüber man spaßen sollte… ich meine, sowohl ich, als auch meine Frau und viele Bekannte von mir sind betroffen. Gut, bei mir ist es nur ein harmolser, hässlicher Ausschlag – und ich esse trotzdem noch Schokolade mit Haselnüssen, weil ich nicht sonderlich eitel bin und einen schönen Mensch sowieso nichts entstellen kann. Aber will man jemandem wirklich vorwerfen, wenn er fragt, ob da Laktose drin ist, wenn man nach Verzehr ins Krankenhaus müsste?

B) Sich bio, vegan/vegetarisch, regional zu ernähren sollte doch eigentlich ein gutes Beispiel für uns alle sein oder etwa nicht? Man sollte sich eher über die lustig machen, die das nicht schaffen (wie ich zum Beispiel, um mal im Glashaus mit ein paar Steinen zu werfen…) – aber doch nicht sich über solche Leute lustig machen! Geht’s noch? Das ist in etwa so, als wenn man über Krankenschwestern und Pfleger geringschätzig denken würde! Naja. Anhand der Bezahlung, die sie bekommen, könnte man ja schon fast meinen, dass sie weniger Wert wären, als jemand im mittleren Management… habe ich schon mal erwähnt, dass ich mich gerne ärgere?

C) Das kommerzielle Halloween ist sowieso absoluter Schmarrn. Mal davon abgesehen, dass es fahrlässig ist, Kinder zu später Stunde bei Fremden klingeln zu lassen, ist es doch bescheuert, sie so mit Süßigkeiten voll zu bomben… die ganze Zeit die Moralfahne schwenken „Ja, aber nicht so viele Süßigkeiten essen“ und dann sowas… ich versteh es nicht…

Ich rege mich aber nicht nur auf, sondern ganz undeutsch lasse ich meinem Ärger auch Taten folgen. Ich bin gut vorbereitet. Das ist der Plan:

Kinder klingeln. Ich öffne die Türe. Zwei verschiedene Szenarien.

Szenario A – Ohne Erwachsenenbegleitung

„SÜSSES, SONST GIBT’S SAURES!“
„Bitte, was?“
„SÜSSES, SONST GIBT’S SAURES!“
„Hä? Droht ihr mir? etwa?“
„…“
„Wenn ihr gerne Süßigkeiten wollt, dann könnt ihr mich auch einfach darum bitten. Wartet bitte vor der Türe, ich hole euch was.“

Ich hole die Süßigkeiten, wobei ich mir da viel Zeit lasse.

Ich präsentiere die Süßigkeiten.
„Bevor ich euch die Süßigkeiten gebe… noch ein paar Kleinigkeiten. [Ich rezitiere die Punkte 1., 2. und 3. Ja, ich weiß, Punkt 2 ist eigentlich vollkommen irrelevant in diesem Moment.]

Ich gebe ihnen die Süßigkeiten. Es sind übrigens White Rabbit Red Bean Bonbons. White Rabbit Bonbons sind ja eigentlich echt lecker, aber „Red Bean“ Geschmack war ein echter Fehlgriff, als ich in Japan war… wirklich, ich kenne keinen Mensch, dem die schmecken. Jetzt muss ich sie irgendwie los werden, wegwerfen wäre nämlich auch zu schade. Zum Glück steht nichts von „roter Bohne“ für Deutsche lesbar drauf 🙂

Szenario B – Mit Erwachsenenbegleitung

„SÜSSES, SONST GIBT’S SAURES!“
Blick zum Begleiter „Sind sie so perfide, dass sie ihre Kinder schicken, um mich zu erpressen?“
„…“
„Schon gut, schon gut, ich hole die Süßigkeiten…“

Ich hole die Süßigkeiten, lasse mir aber nicht ganz so viel Zeit, weil genervte Erwachsene nicht so motiviert sind, für Süßigkeiten zu bleiben.

Ich präsentiere die Süßigkeiten.
„Hört mal her. Den ganzen Abend müsst ihr um Süßigkeiten betteln. Jetzt muss euer Papa / eure Mama mal dafür was tun. Wenn er vier Minuten mit mir über Halloween und ein bisschen über Politik diskutiert, dann bekommt ihr diese Leckerlies!“

Ich habe keine Ahnung, wie die Erwachsenen darauf reagieren werden. Ich bin gespannt!

Agnes Obel – Riverside

Mit der Musik ist es manchmal wie mit einem Jahrmarkt. Wenn ich mir die Zeit nehme, wühle ich hier und dort ein wenig herum, erwarte eigentlich nicht, dass ich irgendetwas Ansprechendes finde und plötzlich halte ich diesen einen, besonderen Gegenstand in meiner Hand und frage mich, wie mir dieses Kleinod die ganze Zeit über verborgen blieb. Und viel mehr, warum ich es nicht vermisst habe. Aber nun habe ich es gefunden und kann mich darüber freuen.

Genau so ist es mir ergangen mit „Riverside“, einem Lied einer mir bis heute ebenfalls unbekannten Künstlerin namens Agnes Obel. Ich bin heute bei meinen Streifzügen durch die Weiten des Internets auf diesen Titel gestoßen und war beim ersten Mal bereits hin und weg.

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Das Gegenteil einer Schreibblockade?

Einem fällt gar nichts ein. Man sitzt vor einem weißen Bildschirm, der schwarze, Strich blinkt wahrscheinlich irgendwo links oben, genau so mager, wie die eigenen Einfälle. Man will kreativ werden, kann aber nicht. Schreibblokade.

Ich habe gerade mehr oder weniger das Gegenteil davon. Ist das nicht etwas, was sich jeder Autor wünscht? Dann wäre ich gerade wirklich zu beneiden. Mitnichten.
Denn wir sollten uns zunächst anschauen, was das „Gegenteil einer Schreibblokade“ überhaupt ist: eine Flut an Ideen.

Und auch, wenn ich jetzt sehr pathetisch klingen mag, ist es vielleicht am besten, das bildlich zu beschreiben: Wasser ist notwendig, um zu überleben, es ist kein Zufall, dass so viele Siedlungen am Wasser gebaut wurden. Problematisch wird es nur dann, wenn das Wasser überall ist. Man möchte ja etwas damit anfangen, aber es ertränkt dich geradezu. Du weißt gar nicht wohin, mit all dem Wasser. Ja, jetzt wisst ihr bestimmt, was ich meine. Wie geht ihr damit um?

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Mein kleiner Bär

Kuschelig. Flauschig. Mein kleiner Bär.
Eigentlich will ich dich ja gar nicht mehr.
Mit deinen süßen Augen guckst du mich anklagend an.
So gut man mit Knöpfen so gucken kann.
„Warum?“, fragen sie mich ganz empört.
„Warum willst du vergessen? Was hat dich so gestört?“

Und ich weigere mich, dir Antwort zu geben.
Ich habe schon genug Probleme im Leben
Das gefüllt ist mit den Zweifeln, die in mir wohnen
Und du bist ein Plüschtier, gefüllt nur mit Bohnen!

Also schau doch bitte irgendwo anders hin!
Als wenn du mir helfen kannst, da wo ich bin…
Ich meine, ich rede mit dir! Geht es noch schlimmer?
Und du? Starrst mich nur an, doch schweigst du noch immer.

Nun gut. Wenn du mich nicht lässt, dann vergelte ich’s dir:
Du bist eben nicht mehr mein Lieblingskuscheltier!
Ja, richtig! Das ist so! Darum brauch ich dich nicht!
…und trotzdem sitz ich hier, schreib über dich ein Gedicht…

So viel, wie ich kotzen will, könnt‘ ich nicht essen.
Und selbst Berge zu kotzen lässt mich nicht vergessen
Was du hervorbringst, wenn ich dich erblicke.
Doch werde ich dich los, entsteht dann ne‘ Lücke?

Wie die Erinnerung bist du ein Teil von mir
Wegen dir bin ich so, wie ich bin, stehe ich hier
Wo ich bin und ich bin auch zufrieden mit mir!
Eigentlich. Aber ich kommunizier‘ noch mit dir…

Du bist die Vergangenheit, doch die Zukunft liegt vorn
Und wenn wir ehrlich sind, hast du da auch nichts verloren.
Du kannst einfach nicht mit, ich… ich schäme mich zu sehr!
Ich bin ein erwachsener Mann (tu zumindest so) und du – ein Stoffbär.

Also, weg mit dir, du gemeines Biest!
Bevor du mir wieder die Laune vermiest!
Es geht nicht anders – ich muss mich von dir trennen.
Du kannst ab sofort in der Mülltonne pennen.
Du gehörst nicht mehr auf mein Lieblingsregal
Oder besser: in mein Leben, ist dir doch auch egal!
Denn du bist nur ein Stofftier ohne Emotion
Und wenn ich dich wegwerf‘, was kümmert’s dich schon.
Du hast doch eh‘ keine Liebe für mich.
Weg mit dir!

…oder?

Warum eigentlich?

Nein. Ich erkenne die Absurdität der Lage.
Und bevor ich mich später mit Reue plage
Dass ich dich wegwarf und nie wieder sehe…
Nie! Wie kann es sein, dass ich dich so sehr verschmähe?

Obwohl du mich stets getröstet hast?
Trugst meine ganze… naja… Körperlast
Als ich schluchzend und heulend auf dir lag
Wie kann ich nur sagen, dass ich dich nicht mehr mag?

Ich schaff’s einfach nicht: ich lass dich nicht gehn.
Das macht’s doch nicht besser. Wie sagt man so schön?
Das wahre Problem liegt bei mir, nicht bei dir
Wie wahr, kleiner Bär – du bleibst vorerst hier.

„Schreiben? Warum suchst du dir kein anständiges Hobby?“

„Naja, vielleicht, weil ich neben Musizieren, Komponieren, Fechten, Lesen, Computerspielen, Pen & Paper und Serien schauen einfach etwas Abwechslung brauche?“

„Du beliebst zu scherzen. Schreiben, das ist Zeitverschwendung, wenn du das nicht zu Geld machen möchtest.“

„Willst du damit sagen, dass alles, was kein Geld bringt, Zeitverschwendung ist? Warum fängst du dann nicht auch ein, Computerspiele zu kritisieren?“

„Glaub mir, damit fange ich besser erst gar nicht an.“

„Schade, dann eben nicht. Aber zurück zu meiner Frage: warum hältst du Schreiben für sinnlos?“

„Ach Sam… das, was du in deinem Kopf hast, nimmt dir doch niemand weg.“

„Das, was ich heute denke, habe ich morgen vielleicht schon vergessen.“

„Ja, aber du kannst nicht alle Gedanken aufschreiben. Außerdem schreibst du Geschichten. Du verschwendest also nicht nur Zeit damit, sie aufzuschreiben, sondern auch, sie dir auszudenken, Konzepte zu entwickeln, Charaktere zu kreieren.“

„Ja! Das macht Spaß!“

„Aber auf Dauer ist es anstrengend, gib’s zu.“

„Richtig. Aber das ist Fechten und Komponieren zum Beispiel auch.“

„Aber das eine hält dich fit, während du fürs andere tatsächlich Geld bekommst. Du bist Musiker. Kein Autor.“

„Und war ich schon immer Musiker?“

„Ich sehe, worauf du hinaus willst. Aber du hattest schon genug Glück, überhaupt mit Musik dein Brot verdienen zu können. Wenige können davon alleine leben und jetzt fängst du auch noch an, zu schreiben. Das ist ein bisschen so, wie wenn du bei Siedler von Catan nur 24-er und 12-er Felder besetzt.“

„Der Vergleich ist mir sympathisch, weil ich Siedler mag. Aber er hinkt gewaltig. Denn wie gesagt, ich habe kein Interesse daran, mich mit meinem Dasein als Hobbyautor zu finanzieren.“

„Aber du verschwendest Zeit und Energie darauf, die du sinnvoller verwenden könntest. Selbst Serien sind da besser, denn dabei schaltest du wenigstens ab und erholst dich.“

„Eigentlich schaue ich Serien oft in erster Linie, um mich inspirieren zu lassen, damit ich Anregungen zum Schreiben bekomme.“

„Wirklich? Dann hör damit besser auch auf. Müssen ja ziemlich schlechte Serien sein.“
„Sehr erbaulich. Du magst also nicht, was ich schreibe?“

„Naja, deine Leserzahl spricht doch für sich, nicht wahr?“

„Erwartest du wirklich, dass ich innerhalb von zwei Monaten hundert Follower aus dem Nichts bekomme?“

„Ich sag’s mal so: es gibt Leute, denen das gelungen ist. Kann daran liegen, dass sie’s mehr drauf haben als du.“

„Wahrscheinlich. Aber ich bin ein schneller Lerner.“

„Und selbst wenn, das alleine bringt dir auch keine Leser.“

„Okay, hör mir mal zu. Es genügt mir schon zu wissen, wenn es auch nur eine einzige Person gibt, die ich mit meinen Geschichten unterhalten kann.“

„Macht es für dich also keinen Unterschied, ob nur eine Person oder tausende deine Werke lesen?“

„Doch, macht es. Ich freue mich natürlich, wenn ich viele Leute damit erreichen kann. Aber eines nach dem anderen. Ich mach mir da keinen Druck.“

„Ja, das sagst du dir.“

„Ich sage mir gerade eine ganze Menge…“

„Du bist ja lustig.“

„Danke. Jedenfalls, es geht nicht mal nur um eine Leserschaft.“

„Worum denn dann? Für mich sieht es gerade nämlich nur danach aus, dass du es nur machst, um von anderen Lob zu ernten.“

„Dafür muss ich nicht schreiben. Dafür muss ich mich nur hinter ein Instrument setzen.“

„Angeber. „

„Du hast es herausgefordert. Und ich habe nicht behauptet, ich sei besonders gut. Aber um deine Frage zu beantworten: ich wäre unglücklich, meinem Hobby nicht nachgehen zu können.“

„Du hast doch schon… warte, wie viele? Sechs?“

„Sieben, ohne dem Schreiben. Stell dir vor, du hättest acht Kinder. Würdest du nicht auch panisch werden, wenn eines plötzlich verschwinden würde?“

„Na, jetzt wirst du aber arg dramatisch.“

„Ja, wie gut, dass ich ein Hobby habe, das mir als Ventil dafür dient, nicht wahr?“

„Touché. Dennoch. Um auf deine Kinder zurückzukommen. Irgendwann gründest du auch mal eine Familie. Dann hast du noch weniger Zeit, als du’s ohnehin schon hast. Warum lässt du das Schreiben also nicht gleich sein? Früher oder später musst du es doch sowieso aufgeben.“

„Vielleicht verteile ich dann auch einfach die Zeit meiner anderen Hobbies um. Weniger Serien, weniger Computerspiele. Würde dir doch auch gefallen oder?“

„Das sagst du jetzt. Wie gesagt, du hast nichts vom Schreiben. Es ist für dich weder entspannend, noch verdienst du dabei etwas.“

„Doch. Meine Fantasie verdient einen Spielplatz und den bekommt sie damit. Ich weiß, dass ich kein abgestumpfter Fachidiot bin, weil ich auch Dinge lerne, die sich eben nicht nur um Musik drehen. Ich bringe Projekte zu Ende und das ist ein gutes Gefühl. Ich verdiene Anerkennung von mir selbst. Und die brauche ich. Vor allem, wenn ich tagtäglich mit Pennern wie dir reden muss.“

„Mann… ich geb’s auf. Du bist unverbesserlich.“

„Und das von dir? Du machst echt einen Scheißjob, sorry.“

„Ja, jetzt hör schon auf. Du bist müde, geh schlafen.“

„Das ist mal ein guter Ratschlag.“

„Gute Nacht.“

„Gute Nacht, bis morgen.“

„Ja, bis du wieder wach bist.“

Liebster Award

Ich dachte schon, naja Sam, hast heute nix gepostet, warum schaust du eigentlich in deinen Blog, wenn du gerade weder Lust zu schreiben, noch zu lesen hast, da bemerkte ich, dass mich Michaela für den Liebster Award nominiert hat.

Herzlichen Dank dafür an der Stelle! Ich hab mich ja zunächst gefragt, wofür das überhaupt gut ist. Man beantwortet 11 Fragen, die man mit der Nominierung gestellt bekommen hat und nominiert daraufhin selbst bis zu 11 weitere Blogger, die dann das selbe machen können. Das Ziel davon: „Weniger bekannte Blogs bekannter machen“ – hat bei mir jedenfalls funktioniert, hab gleich mal geschaut, wer denn noch so nominiert wurde und hab daraufhin gleich mal einen weiteren interessanten Blog gefunden. Schaut definitiv auch bei Michaelas Blog vorbei, sie hat vor kurzem mit einem vielversprechenden Blogroman über Musiker angefangen. Ziemlich genial, Blogromane über Musiker zu schreiben, nicht wahr? So. Nun erstmal genug Werbung, ich muss meiner Pflicht nachgehen und mich noch mehr zu einem Glasmenschen machen, indem ich mehr oder weniger private Details über mich enthülle. Als Blogger wäre ich dämlich, wenn ich mich auf einmal davor zieren würde…

 

1.) Worüber kannst du lachen?

Über Etikette, über Bräuche, Traditionen und „den guten Ton“. Über all die Konformisten in unserer Gesellschaft, die diesen dämlichen Tanz mittanzen, ohne darüber nachzudenken, warum sie es eigentlich tun. Über clevere Witze, die über diesen Personenschlag gemacht werden und damit auch über mich selbst. Ich meine, oft genug merke ich nicht mal, dass ich über manche Zeitabschnitte auch wie ein Zombie bin, der blind mit der Masse auf den Abgrund zutaumelt.

2.) Was ist das Wichtigste für dich beim Bloggen?

Ich will andere Menschen dazu bringen, ihre Sichtweise ändern zu können und bilde mir ein, dass mein Blog den Leser in unterhaltsamer Weise dazu bringen kann. Also, sich in andere Personen hineinversetzen zu können, primär in Personen wie mich. Ich will damit nicht sagen, dass ich mehr sehe als andere, wenn du oft genug gegen Laternenpfähle, Türen und andere Menschen gerannt bist, wäre das auch töricht. Aber ich meine doch, dass ich ich für viele Menschen doch zumindest ein paar interessante Perspektiven bieten kann.

3.) Wenn du ein Tier wärst, was wäre das für eins?

Oh, diese Frage fällt mir schon leichter zu beantworten. Und ich bitte den Leser jetzt nicht vorschnelle Urteile zu fällen, wenn ich „Faultier“ sage. Denn das Faultier ist nicht wirklich faul, es ist bloß effizient. Ich meine, Tiere sind ja bekanntlich keine kulturschaffenden Wesen und ihr ganzes Leben maximal nur mit Futtersuche, Partnersuche, Wohnungsbau und Schlaf beschäftigt. Das Faultier auch, aber es macht sich keinen Stress, wo keiner angebracht ist. Eigentlich ist das Faultier ein ziemlich kluges Tier: es spart Energie, deshalb muss es nur wenig essen, aber das, was es isst, ist schwer verdauliche Kost. Die Blätter, die das Faultier futtert brauchen bis zu einer Woche um verdaut zu werden. Ich stelle mir gerne vor, dass Faultiere über das Leben sinnieren, während sie da an ihren Ästen hängen und sonst nichts tun. Aber genug der Selbstbeweihräucherung.

4.) Welches Essen magst du überhaupt NICHT?

Die Blätter, die Faultiere essen, die sind nämlich so schwer zu verdauen.

5.) Warum hast du dich dazu entschieden, einen Blog zu betreiben?

Als ich also eines Tages an meinem Ast hing…

Okay, okay, ich hör ja schon auf… eigentlich steht ja alles dazu bereits in meinem Vorwort und wurde bereits mit Frage 2 beantwortet, aber hier nochmal die Kurzversion: ich schreibe schon seit über 15 Jahren Geschichten. Weil ich aber ständig auf halber Strecke an Motivation verliere, weil ich das Gefühl habe, dass es sowieso kein Schwein lesen will, lasse ich’s sein. Deshalb der Blog. Da kann ich mich selbst davon überzeugen, ob mein Zeug gelesen wird oder nicht.

6.) Wenn du genervt/traurig/verärgert bist, was tust du, um auf andere Gedanken zu kommen?

Schwer zu beantworten, weil ich erstens wenige feste Verhaltensmuster in dem Sinne habe und mich häufig selbst verwirre. Zweitens verhalte ich mich sehr unterschiedlich, abhängig davon, ob ich nun genervt, traurig oder verärgert bin. Meistens konfrontiere ich das Problem direkt, weil ich anders gar nicht auf andere Gedanken kommen kann. Wenn ich mich also über jemanden ärgere, konfrontiere ich die Person meistens direkt damit und wenn das nicht möglich ist, stelle ich mir vor, wie ich es tue. Wenn ich traurig bin, bade ich in Selbstmitleid und höre traurige Musik. Irgendwann merke ich, wie lächerlich die ganze Situation ist, wie absolut belanglos und unwichtig, verglichen mit all dem, was sonst noch so existiert und ich fange an, der Welt zu helfen, indem ich Computerspiele spiele.

7.) Wenn du alles tun könntest, was du wolltest, wenn Geld, Ausbildung und die Meinung von anderen keine Rolle spielten, was würdest du dann beruflich machen?

Ich bin eigentlich ziemlich zufrieden mit meinem Job als Musikschullehrer. Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass ich echt viel Spaß als Drehbuchautor hätte. Die andere Frage ist da natürlich, ob das Publikum damit dann ebenfalls Spaß hätte…

8.) Was ist für dich ein perfekter Augenblick?

Schwer zu sagen, weil ich jemand bin, der gedanklich nicht wirklich im Hier und Jetzt verankert ist. Es fällt mir manchmal enorm schwer, mich auf das Gegenwärtige zu konzentrieren, weil meine Gedanken sich meistens immer mit dem „Was wäre wenn“ oder „Was könnte sein“ beschäftigen. Perfekt in diesem Sinne gibt es bei mir nicht, ich kann nur sagen, was ich schön finde: ein interessantes Gespräch, ein saftiges Steak, ein guter Whisky, das Gefühl, einen Unterschied gemacht zu machen, jemanden von meinem Standpunkt nachhaltig überzeugt zu haben, etwas geschaffen zu haben, worauf ich stolz sein kann.

9.) Wie sieht es mit Musik aus? Bist du musikalisch, spielst du selber oder hörst du lieber dem zu, was andere spielen?

Ich höre anderen zu bei dem, was sie spielen, kritisiere sie dafür und verdiene damit mein Geld. Ich spiele auch selbst. Dabei kritisiere ich die Musik zwar umso mehr, aber leider bekomme ich nicht entsprechend mehr Geld dafür. Und ich komponiere und arrangiere. Damals habe ich davon geträumt, der Welt zu zeigen, wie billig Hans Zimmer ist und wie viel besser ich das kann, heute träume ich davon, die Motivation zu finden, dazu die ersten Schritte zu unternehmen. Offensichtlich habe ich mich stattdessen dafür entschlossen, einen Blog zu starten. Aber ich könnte beides hinbekommen. Gebt mir nur ein wenig Zeit…

10.) Zu welchem Ort würdest du gerne mal reisen wollen? Würdest du gegebenenfalls auch dort leben wollen?

Ich war schon an ziemlich vielen Orten der Erde, aber noch nie in Irland. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht viel über das Land, aber ich liebe Stout Beer und mir hat schon die Landschaft von Schottland gefallen, dementsprechend… dort leben wollen ist natürlich eine andere Frage. Arschlöcher gibt es überall und das Gras sieht auf der anderen Seite immer grüner aus. Ich bezweifele, ob sich die Mühen eines Umzugs lohnen würden.

11.) Welche drei Worte könnten dich beschreiben?

Ich hätte ja ganz viele, die sowohl positiv, negativ als auch beides zugleich sind. Ich versuche drei Wörter zu nehmen, die das meiste am besten abdecken.

1 – Kritisch. Ich kritisiere alles und jeden und kann es auch nicht abschalten. Dementsprechend überanalysiere ich auch ständig. Manche Menschen schätzen mich dafür, andere, selbst, wenn sie wissen, dass es nicht böse gemeint ist, können mich deshalb nicht ausstehen. Was ich übrigens gut nachvollziehen kann.

2 – Gemütlich. Böse Zungen könnten jetzt vielleicht behaupten, ich sei faul, aber das ist nicht wahr: ich weiß nur, wie ich meine Energie am besten einteilen kann und dementsprechend am effizientesten arbeiten kann, während andere durch die Weltgeschichte hetzen und das Leben verpassen. Das ist jedenfalls meine Auffassung davon.

3 – Einfallsreich. Ich finde, ich darf auch einen Punkt nehmen, der allgemein eher als eine positive Eigenschaft geschätzt wird. Ich beweise meine Kreativität einfach mal damit, indem ich euch zeige, wie man sie ganz toll auch negativ darstellen kann: ich bin so in meine Ideen vertieft, dass ich meine Umwelt oft nicht mehr wahrnehme oder ziemlich leicht ablenkbar bin. Meine Gedankenausflüge werden oftmals unrealistisch, weil sie so sehr ins Abstrakte abdriften und nicht selten von eher nüchternen Zeitgenossen als kindisch, albern und unnötig abgestempelt. Tadaaa!

MEINE NOMINIERUNGEN

Die Reihenfolge spielt keine Rolle. Ha! Jetzt achtet ihr bestimmt erst Recht auf die Reihenfolge, nicht wahr?

1.) Kevin’s Blog: Andersgedacht – interessante Gedankengänge. Wie ich, will er seinen Lesern eine andere Perspektive (die seine) anbieten und macht das, wie ich finde, ziemlich gut.

3.) Wotsefaks Big Bear Planet – Offen gestanden weiß ich nicht, wie man den Blog beschreiben soll. Das Icon ist ein Cartoon-Panda, der bunte Farben kotzt, vielleicht tue ich mich damit leichter. Jedenfalls, egal, was es ist – es ist richtig amüsant! Ich lese die Posts furchtbar gerne, sie sind super locker zu lesen und gleichermaßen skurril.

2.) Jaelaki’s Jaelaki schreibt – Kurzgeschichten! Und auch, wenn das Genre nicht so meins ist, dann gibt’s dort auch Fanfiction (momentan arbeitet sie sogar an einem „How to Fanfiction“). Wenn ihr also darauf steht, dann schaut mal rein. Und wenn nicht, dann trotzdem: Kurzgeschichten!

MEINE 11 FRAGEN

  1. Die Fußgängerampel ist rot, aber auf der weiten, übersichtlichen Straße ist links und rechts kein Fahrzeug zu hören oder zu sehen – was hält dich davon ab, über die rote Ampel zu gehen?
  2. Warum bloggst du?
  3. Was glaubst du, welche Werte dir wichtiger sind, als den meisten deiner Mitmenschen?
  4. Was schätzt du am Internet am meisten?
  5. Bist du eher ein Herz- oder ein Kopfmensch?
  6. Was löst bei dir enormen Stress aus und wie gehst du damit um?
  7. Was bedeutet der Begriff „Normalität“ für dich?
  8. Welche Musik hörst du?
  9. Welche sind deine drei Lieblingsfilme?
  10. Was glaubst du, braucht unsere Gesellschaft (metaphorisch) mehr: Hirten oder Lehrer?
  11. Glaubst du, du wärst klug?

Tut mir leid, wenn die Fragen etwas seltsam anmuten, aber ich dachte, Lieblingsfarben hatte man schon so häufig…

Übrigens, ich habe die Nominierungen alphabetisch sortiert.

REGELN

Regeln. Oh, wie ich sie liebe. Aber einige Dinge gehören eben Mal tatsächlich organisiert. Also, hier, für euch:

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, gestellt hat.
  3. Nominiere 2 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
  4. 
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
  6. Das Beitragsbild kannst du optional in deinen Beitrag einfügen.
  7. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.

 

Ist Leid die wahre Ressource unserer Unterhaltungskultur?

Wir ergötzen uns am Leiden. Vor allem, wenn wir es nicht sind, die leiden müssen, finden wir das Leiden super interessant. Schon mal in einen Stau geraten, der nur dadurch so richtig lang wurde, weil alle, die am Unfallort vorbeigefahren sind, langsamer wurden, um zu schauen, was da genau passiert ist? Es ist ja nicht so, dass wir die Person kennen würden. Und in der Regel hat man am nächsten Tag wieder vergessen, was da genau passiert ist. Aber trotzdem halten so viele Leute an und gaffen.

Unter den Top 5 Rated TV Series auf IMDB befinden sich unter anderem Band of Brothers, eine Serie über den zweiten Weltkrieg, Breaking Bad, eine Serie über einen krebskranken Chemielehrer, der sich immer mehr in kriminelle Machenschaften verwickelt und… naja, Game of Thrones eben. Erstere Serie habe ich zwar, um ehrlich zu sein noch nicht gesehen, aber von all dem, was ich bereits gehört habe, kann sie sich in einer Hinsicht bei den anderen beiden einreihen: der Zuschauer erfährt durch das Zusehen einen Strudel negativer Emotionen (oder zumindest das, was allgemein als „negativ“ gilt): Furcht, Enttäuschung, Trauer, Wut. Aber warum tun wir uns das an? Warum suhlen sich so viele von uns – und da schließe ich mich selbst auch ein – in dem Leid?

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