Pen & Paper – Was ist das für ein Hobby?

Aufgepasst, liebe Leser – vor allem liebe Co-Autoren. Also zumindest dann, wenn euch der Begriff „Pen & Paper“ nichts sagt, vor allem, wenn ihr gleichzeitig auch noch gerne Fiktion schreibt. Dieses Hobby müsste eigentlich ziemlich interessant für euch sein. Deshalb – und weil ich in diesem Blog meine narzisstischen Züge ausleben kann, würde ich euch diese interessante Freizeitbeschäftigung gerne näher erklären. Und wenn ihr bereits mit dem Thema vertraut seid, würde es mich total interessieren, welche Rollenspielerfahrungen ihr bereits so gemacht habt.

„Pen & Paper“, auf deutsch also Stift & Papier ist ein Hobby, das man (normalerweise) in einer Gruppe aus 3-6 Personen spielt und neben gerade aufgezählten Materialien braucht man ansonsten im Grunde genommen nur noch Würfel und eine Menge Fantasie und Zeit.

Um was geht es?

Das hängt ganz davon ab, für welches Modul, also für welche Rollenspielwelt und Regelsystem man sich entscheidet. Es gibt mittlerweile unzählige Module, welche alle möglichen fiktive Szenarien abdecken. Das geht von klassischen Fantasyszenarien in Mittelaltersetting (Dungeons & Dragons, Pathfinder, Das Schwarze Auge) über Sci-Fi (Shadowrun, Warhammer 40K, Star Wars) bis hin zu Horror (Call of Cthulhu, Vampires: The Masquerade). Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten. Jedes dieser Module besitzt über eigene Hintergrundgeschichten und Spielregeln, wobei beides den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen der Spielgruppe angepasst werden kann.

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Das Gegenteil einer Schreibblockade?

Einem fällt gar nichts ein. Man sitzt vor einem weißen Bildschirm, der schwarze, Strich blinkt wahrscheinlich irgendwo links oben, genau so mager, wie die eigenen Einfälle. Man will kreativ werden, kann aber nicht. Schreibblokade.

Ich habe gerade mehr oder weniger das Gegenteil davon. Ist das nicht etwas, was sich jeder Autor wünscht? Dann wäre ich gerade wirklich zu beneiden. Mitnichten.
Denn wir sollten uns zunächst anschauen, was das „Gegenteil einer Schreibblokade“ überhaupt ist: eine Flut an Ideen.

Und auch, wenn ich jetzt sehr pathetisch klingen mag, ist es vielleicht am besten, das bildlich zu beschreiben: Wasser ist notwendig, um zu überleben, es ist kein Zufall, dass so viele Siedlungen am Wasser gebaut wurden. Problematisch wird es nur dann, wenn das Wasser überall ist. Man möchte ja etwas damit anfangen, aber es ertränkt dich geradezu. Du weißt gar nicht wohin, mit all dem Wasser. Ja, jetzt wisst ihr bestimmt, was ich meine. Wie geht ihr damit um?

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„Schreiben? Warum suchst du dir kein anständiges Hobby?“

„Naja, vielleicht, weil ich neben Musizieren, Komponieren, Fechten, Lesen, Computerspielen, Pen & Paper und Serien schauen einfach etwas Abwechslung brauche?“

„Du beliebst zu scherzen. Schreiben, das ist Zeitverschwendung, wenn du das nicht zu Geld machen möchtest.“

„Willst du damit sagen, dass alles, was kein Geld bringt, Zeitverschwendung ist? Warum fängst du dann nicht auch ein, Computerspiele zu kritisieren?“

„Glaub mir, damit fange ich besser erst gar nicht an.“

„Schade, dann eben nicht. Aber zurück zu meiner Frage: warum hältst du Schreiben für sinnlos?“

„Ach Sam… das, was du in deinem Kopf hast, nimmt dir doch niemand weg.“

„Das, was ich heute denke, habe ich morgen vielleicht schon vergessen.“

„Ja, aber du kannst nicht alle Gedanken aufschreiben. Außerdem schreibst du Geschichten. Du verschwendest also nicht nur Zeit damit, sie aufzuschreiben, sondern auch, sie dir auszudenken, Konzepte zu entwickeln, Charaktere zu kreieren.“

„Ja! Das macht Spaß!“

„Aber auf Dauer ist es anstrengend, gib’s zu.“

„Richtig. Aber das ist Fechten und Komponieren zum Beispiel auch.“

„Aber das eine hält dich fit, während du fürs andere tatsächlich Geld bekommst. Du bist Musiker. Kein Autor.“

„Und war ich schon immer Musiker?“

„Ich sehe, worauf du hinaus willst. Aber du hattest schon genug Glück, überhaupt mit Musik dein Brot verdienen zu können. Wenige können davon alleine leben und jetzt fängst du auch noch an, zu schreiben. Das ist ein bisschen so, wie wenn du bei Siedler von Catan nur 24-er und 12-er Felder besetzt.“

„Der Vergleich ist mir sympathisch, weil ich Siedler mag. Aber er hinkt gewaltig. Denn wie gesagt, ich habe kein Interesse daran, mich mit meinem Dasein als Hobbyautor zu finanzieren.“

„Aber du verschwendest Zeit und Energie darauf, die du sinnvoller verwenden könntest. Selbst Serien sind da besser, denn dabei schaltest du wenigstens ab und erholst dich.“

„Eigentlich schaue ich Serien oft in erster Linie, um mich inspirieren zu lassen, damit ich Anregungen zum Schreiben bekomme.“

„Wirklich? Dann hör damit besser auch auf. Müssen ja ziemlich schlechte Serien sein.“
„Sehr erbaulich. Du magst also nicht, was ich schreibe?“

„Naja, deine Leserzahl spricht doch für sich, nicht wahr?“

„Erwartest du wirklich, dass ich innerhalb von zwei Monaten hundert Follower aus dem Nichts bekomme?“

„Ich sag’s mal so: es gibt Leute, denen das gelungen ist. Kann daran liegen, dass sie’s mehr drauf haben als du.“

„Wahrscheinlich. Aber ich bin ein schneller Lerner.“

„Und selbst wenn, das alleine bringt dir auch keine Leser.“

„Okay, hör mir mal zu. Es genügt mir schon zu wissen, wenn es auch nur eine einzige Person gibt, die ich mit meinen Geschichten unterhalten kann.“

„Macht es für dich also keinen Unterschied, ob nur eine Person oder tausende deine Werke lesen?“

„Doch, macht es. Ich freue mich natürlich, wenn ich viele Leute damit erreichen kann. Aber eines nach dem anderen. Ich mach mir da keinen Druck.“

„Ja, das sagst du dir.“

„Ich sage mir gerade eine ganze Menge…“

„Du bist ja lustig.“

„Danke. Jedenfalls, es geht nicht mal nur um eine Leserschaft.“

„Worum denn dann? Für mich sieht es gerade nämlich nur danach aus, dass du es nur machst, um von anderen Lob zu ernten.“

„Dafür muss ich nicht schreiben. Dafür muss ich mich nur hinter ein Instrument setzen.“

„Angeber. „

„Du hast es herausgefordert. Und ich habe nicht behauptet, ich sei besonders gut. Aber um deine Frage zu beantworten: ich wäre unglücklich, meinem Hobby nicht nachgehen zu können.“

„Du hast doch schon… warte, wie viele? Sechs?“

„Sieben, ohne dem Schreiben. Stell dir vor, du hättest acht Kinder. Würdest du nicht auch panisch werden, wenn eines plötzlich verschwinden würde?“

„Na, jetzt wirst du aber arg dramatisch.“

„Ja, wie gut, dass ich ein Hobby habe, das mir als Ventil dafür dient, nicht wahr?“

„Touché. Dennoch. Um auf deine Kinder zurückzukommen. Irgendwann gründest du auch mal eine Familie. Dann hast du noch weniger Zeit, als du’s ohnehin schon hast. Warum lässt du das Schreiben also nicht gleich sein? Früher oder später musst du es doch sowieso aufgeben.“

„Vielleicht verteile ich dann auch einfach die Zeit meiner anderen Hobbies um. Weniger Serien, weniger Computerspiele. Würde dir doch auch gefallen oder?“

„Das sagst du jetzt. Wie gesagt, du hast nichts vom Schreiben. Es ist für dich weder entspannend, noch verdienst du dabei etwas.“

„Doch. Meine Fantasie verdient einen Spielplatz und den bekommt sie damit. Ich weiß, dass ich kein abgestumpfter Fachidiot bin, weil ich auch Dinge lerne, die sich eben nicht nur um Musik drehen. Ich bringe Projekte zu Ende und das ist ein gutes Gefühl. Ich verdiene Anerkennung von mir selbst. Und die brauche ich. Vor allem, wenn ich tagtäglich mit Pennern wie dir reden muss.“

„Mann… ich geb’s auf. Du bist unverbesserlich.“

„Und das von dir? Du machst echt einen Scheißjob, sorry.“

„Ja, jetzt hör schon auf. Du bist müde, geh schlafen.“

„Das ist mal ein guter Ratschlag.“

„Gute Nacht.“

„Gute Nacht, bis morgen.“

„Ja, bis du wieder wach bist.“