„Mein INTP funktioniert nicht mehr“ – Warum dieser Persönlichkeitstyp so „socially awkward“ ist

Es liegt nicht daran, dass wir INTPs nicht etwa an anderen Menschen interessiert sind. Wir interessieren uns nur von einem anderen Standpunkt aus, der allerdings von den meisten Mitmenschen nicht wahrgenommen oder falsch verstanden wird. Wir halten uns ungern mit Höflichkeitsformeln und Etikette auf, etwas, was wir eher als lästig und durch und durch als oberflächlich betrachten. Als ich meine Tätigkeit als Musikschullehrer begann, war ich dazu gezwungen, meine Smalltalk-Fähigkeiten zumindest auszubauen und mehr auf soziale Normen zu achten. Daher bin ich jetzt dazu in der Lage, diesen Konfliktpunkt – INTPs und Kommunikation – etwas differenzierter anzugehen.

Ich weiß, ihr liebt alle Beispiele und die folgen auch noch, aber bevor ich welche bringe, werde ich erstmal die grundsätzlichen Schwierigkeiten schildern, die ein INTP im sozialen Umgang hat.

Wir sind Denkertypen und das ganz schön ausgeprägt. Wir sind uns manchmal selbst nicht darüber bewusst, wie wichtig uns Logik ist. Alles muss Sinn ergeben, alles muss erklärbar sein. Wir sind neugierig, wenn wir etwas nicht verstehen, also stellen wir unangenehme Fragen, ohne uns über die emotionalen Konsequenzen, die in der Frage mitschwingen könnten, Gedanken zu machen. Das bedeutet auch umgekehrt, dass wir emotionalen Kontext oft einfach übersehen oder tatsächlich sogar knallhart ignorieren, wenn wir merken, dass unser Gegenüber nicht dazu in der Lage oder im Stande ist, diesen verständlich zu erklären. Wir wollen zum Kern der Sache.

Das heißt nicht, dass wir eiskalte, unempathische Wesen sind! Wenn wir dazu in der Lage sind und wir sehen, dass es auch wirklich sinnvoll ist, helfen wir unseren Mitmenschen gerne, auch, wenn, was uns selbst angeht, allerhöchstens das Gewissen davon profitieren könnte. Aber im „wenn es auch wirklich sinnvoll ist“ liegt der Hase begraben. Wir sind nicht dazu bereit, Anstrengungen auf uns zu nehmen, wenn wir nicht wirklich wissen, wozu eigentlich. Und „Anstrengungen“ sind für uns selbst nette Gesten wie Umarmungen.

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Die Area-of-Effect-Lösung für’s Umarmen: einfach winken!

Weil ich weiß, wie kurz die Aufmerksamkeitsspanne des gemeinen Lesers sein kann, komme ich direkt zum praktischen Beispiel. Damit ihr aber auch wirklich davon etwas habt, bzw. die INTPs in eurem Umfeld, gebe ich unter jedem Beispiel auch noch eine Erklärung, warum sich der INTP wahrscheinlich so, wie im Beispiel verhalten hat.

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„Mein INTP funktioniert nicht mehr“ – Warum dieser Persönlichkeitstyp als faul gilt

Ich wollte unbedingt mal wieder etwas posten, aber habe gerade absolut keinen Nerv für Prosa, daher darf ich euch mit einem weiteren INTP-Artikel beglücken. „Na toll!“, mag nun der ein oder andere sagen. „Ich weiß doch gar nicht mehr wirklich (wenn ich es jemals wusste), was ein INTP ist!“

Kurze Erklärung – ein INTP , das ist einer von 16  Persönlichkeitstypen, zu dem ich mich zähle. Und da es uns leider nur sehr selten gibt und wir zumal eher zurückhaltende Menschen (?) sind, werden wir häufig missverstanden.

Da ich zur Zeit enooorm frustriert darüber bin, wie häufig das passiert und Situationen, die für alle Beteiligten blöd sind vermieden werden könnten, wenn man mich besser verstehen würde, fange ich jetzt einfach mal mit einer Serie „Mein INTP funktioniert nicht mehr“ an. Weil ich sehr egozentrisch bin. Und bevor Vorwürfe kommen – die Situationen könnten natürlich auch vermieden werden, wenn ich andere besser verstehen würde, das ist doch auch klar. Was glaubt ihr, warum ich mich so intensiv mit dem Thema beschäftige?

Also. Zur Titelfrage: warum gelten wir INTPs als faul?

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Typologie – Typische Feindbilder

Man müsste ja eigentlich meinen, dass einen Fühlertypen vor allem Denkertypen aufregen, und Empfindertypen gerade Intuitiven gegenüber Unverständnis entgegenbringen.

Der amerikanische Psychologe John Beebe hat die Theorie aufgestellt, dass das jeweils extrovertierte/introvertierte Pendant der ersten Funktion ein gewisses Feindbild in uns weckt. Er nannte es den „Antagonisten“. Ich will auf diese Theorie ein wenig tiefer eingehen und sie von meinem Blickpunkt aus beleuchten.

Man kann den Konflikt zwischen der extrovertierten und der jeweils entsprechenden introvertierten Funktion auch Flügelkampf nennen. Nehmen wir zum Beispiel das Fühlen. Sowohl introvertiert als auch extrovertiert beachtet es vor allem emotionale Komponente und legt Wert auf rücksichtsvollen Umgang miteinander. Nur sind die Mittel, wie man das eigentlich gemeinsame Ziel erreicht eben sehr unterschiedlich.

Dabei kann man grundsätzlich festhalten, dass die introvertierte Funktion der extrovertierten misstraut, sie für vorschnell, unvorsichtig und oberflächlich abtut. So könnte es einen introvertierten Intuierer beispielsweise stören, dass der extrovertierte Intuierer bei einem eigentlich interessanten Gespräch, ständig das Thema wechselt und so verhindert, dass man über ein Thema eingehend und detailliert diskutieren kann. Im Gegensatz dazu empfindet die extrovertierte Funktion die introvertierte als zu träge, überkritisch und pingelig. So stört es einen extrovertierten Denker beispielweise schnell, wenn der introvertierte ihn bei der Auslegung eines Planes ständig unterbricht und auf die Makel hinweist, die in den Augen des extrovertierten Denkers von vollkommen trivialer und irrelevanter Natur sind. Der introvertierte Denker hingegen muss alleine schon gegen das Verlangen ankämpfen, nicht bereits aus Prinzip auf Ungereimtheiten und Verallgemeinerungen hinzuweisen.

Es ist schwer zu hassen, was man nicht versteht, man kann höchstens Angst davor haben oder verwirrt sein. Das Prinzip kennen wir aus der Fiktion. Wenn der Antagonist ein fremdes Wesen aus dem All ist, das nicht mal unsere Sprache spricht oder eine grässliche Geistererscheinung, dann wünschen wir ihm zwar nichts Gutes, aber von Hass zu sprechen, wäre zu viel. Viel mehr hassen wir den tyrannischen Despoten, der seine Macht zu seinem eigenen Wohle ausnutzt und seine Untergebenen missbraucht. Den sadistischen Mörder, der Freude daran hat, seine Opfer zu quälen. Hier finden wir allerdings einen Kontext, für das Handeln, das wir verurteilen, das wir nachvollziehen können. Wir verstünden – rein theoretisch, warum wir so handeln könnten, entscheiden uns aber dagegen. Die Fähigkeit, sich dagegen zu entscheiden sprechen wir auch dem entsprechenden Antagonisten zu und das ist in der Regel die Quelle für wahre Antipathie.

Ich will damit nicht sagen, dass ein Denker etwa nicht dazu in der Lage sei, einen Fühler nachvollziehen zu können, aber diese Tendenz steht ihm nicht so nahe. Wenn ich als INTP höre, dass jemand eine geniale Serie nicht sehen will, weil sie ihn emotional zu sehr aufwirbelt, dann ist es nicht so, dass ich diese Begründung nicht begreife. Ich kann sie nur nicht nachempfinden und daher rechtfertigt der Denkprozess „ich bin eben anders“ die Begründung. Wenn jetzt aber jemand sagt: „Ich mag diese Serie nicht, weil sie sich mit langweiligen Details aufhält und nicht zur Sache kommt“, obwohl ich gerade die Tatsache mag, dass sie nicht oberflächlich ist und sich Zeit lässt, den Plot zu entwickeln, dann gibt es für mich eher einen Grund, Einspruch zu erheben, weil das genau der Punkt ist, weshalb ich sie schätze.

Für alle, die Listen mögen, hier eine Zusammenfassung, welche Typen nach dieser Theorie in der Regel besonders aufpassen müssen, nicht mit dem entsprechend anderen Typ in einen Konflikt zu geraten:

INTP / ISTP mit ENTJ / ESTJ

INFP / ISFP mit ENFJ / ESFJ

INTJ / INFJ mit ENTP / ENFP

ISTJ / ISFJ mit ESTP / ESFP

Das können wir in abgeschwächter Form auch bei unserer zweiten Funktion bemerken. Wenn zum Beispiel ein ESTJ, dessen zweite Funktion introvertiertes Empfinden ist, das grundsätzlich eher zu Vorsicht rät und auf die Erfahrung der Vergangenheit zurückgreifen will, mit einem ESTP zusammenarbeiten muss, dessen primäre Funktion das extrovertierte Empfinden ist, das im Moment lebt, aktiv, risikofreudig und manchmal ungeduldig ist, dann kann das auch schnell zu Konflikten führen.

Wie geht es euch damit? Ich persönlich merke jedenfalls, dass ich als INTP häufiger mit extrovertiertem Denken als mit Fühlertendenzen anecke. Wenn ihr Fragen dazu habt oder mit dieser Aussage nicht ganz einverstanden habt, lasst mich beides wissen!

Auswertung von „Yvonne“ – INTP

1. Ein Arbeitskollege, mit dem du gut zurechtkommst, auch wenn ihr nicht befreundet seid, hat vergessen, eine wichtige Aufgabe auf den nächsten Tag zu erledigen, obwohl er eine Woche Zeit dafür hatte. Nun ruft er dich an einem Sonntagnachmittag an, und bittet dich, ihm zu helfen, um noch rechtzeitig fertig zu werden – du hast dich eigentlich auf deine Freizeit gefreut. Ihm zu helfen, würde sicherlich mindestens zwei Stunden Zeit kosten.

Da ich nicht weiß, ob ich mich in der selben Situation auf ihn verlassen könnte, werde ich ihm freundlich aber bestimmt sagen dass ich keine Zeit bzw. Lust habe ihm bei seiner Aufgabe zu helfen. Ich werde ihm Tipps geben wie er eventuell schneller fertig werden könnte, bzw. wen er noch fragen könnte.

Du betrachtest hier Ursache-Wirkung ganz objektiv („Ich helfe, kann mich aber nicht darauf verlassen, dass das einen nachhaltigen Mehrwert für mich hat“), was für eine Denker-Tendenz (T) spricht. Du legst trotzdem Wert darauf, freundlich zu bleiben und zumindest mit Ratschlägen zu helfen, wahrscheinlich, um die Beziehung intakt zu halten. Dieses diplomatische Verhalten zeugt von extrovertiertem Fühlen (FE), ist aber wahrscheinlich nicht stark ausgeprägt.

2. Dein Chef teilt dir mit, dass er folgende Woche auf Fortbildung gehen wird und er hat dich damit beauftragt, die Leitung des Geschäfts und damit auch deiner Kollegen in seiner Abwesenheit zu übernehmen. Deine Kollegen sind zuverlässig und auch du bist ein fähiger Mitarbeiter und warst bislang mit deiner momentanen Arbeit nicht überfordert. Wie fühlst du dich mit dieser Verantwortung? Welche Gedanken überkommen dich und was überlegst du dir?

Mit so viel Verantwortung fühle ich mich absolut nicht wohl. Ich werden das Beste daraus machen und da ja die Rede von engagierten Kollegen ist, werde ich sie einfach ihre Arbeit wie sonst erledigen lassen.

Angst vor Verantwortung haben eher Perceiving-Typen (P), insbesondere die introvertierten (I).

3. Was sind deine freizeitlichen Interessensgebiete? Begründe, wenn möglich.

Das kommt immer ganz auf meinen Gemütszustand an… Wenn ich frustriert wegen anderen Menschen bin, treffe ich mich gern mit Freunden bzw. Bekannten um mich abzulenken. Wenn es jedoch um persönliche Probleme geht, bin ich gerne alleine mit einem guten Buch und habe meine Ruhe. Ich beschäftige mich viel mit mir selbst und denke gerne über Gott und die Welt nach. Dafür benötige ich dann jedoch Ruhe. Ich fühle mich lange Zeit alleine wohl, nur das Gefühl etwas zu verpassen wenn ich keine Kontakt mit Freunden pflege überfällt mich meistens nach einer gewissen Zeit, was mich dann dazu bewegt mich wieder mehr in Gruppenaktivitäten einzubringen.
Gerne treibe ich in meiner Freizeit Sport, jedoch bin ich nur bei Sport der mir wirklich Spaß macht (Taekwondo) motiviert.

Da es scheint, dass du recht viel Zeit für dich brauchst, um Kraft tanken zu können, gehe ich davon aus, dass du introvertiert (I) bist. Dein Drang, dich ab und an unter Menschen zu mischen kommt wahrscheinlich von einer unterdrückten Fühlerfunktion.

4. Stelle dir vor, du müsstest für ein halbes Jahr bei einer anderen Person wohnen – die Umstände sind irrelevant. Stelle dir nun eine fiktive Person vor, bei der du glaubst, dass du gut mit ihr zurecht kommen und dich eventuell sogar mit ihr anfreunden könntest und notiere als Antwort ihre Eigenschaften, die du zu schätzen wüsstest.
– sie würde mir meine Freiheit lasse
– sie wäre spontan und zu allen Schandtaten bereit
– sie wäre ein ehrlicher und direkter Mensch, der sich nicht für seine Interessen schämt bzw. für die Gesellschaft verstellt

Freiheit und Spontanität sind vor allem Merkmale von P-Typen. Gehen wir hier also davon aus, dass deine wahrnehmende Funktion, wie bei allen P-Typen entweder extrovertiertes Intuieren (NE) oder extrovertiertes Empfinden (SE) ist. Da du introvertiert bist, muss das deine zweite Funktion sein. Dementsprechend kann deine erste Funktion nur noch entweder introvertiertes Denken (TI) oder introvertiertes Fühlen (FI) sein. 

5. Tue wie bei Frage 5 dasselbe mit einer ausgedachten Person, von der du glaubst, dass ihr überhaupt nicht miteinander auskommen würdet und notiere von dieser zweiten Person ebenfalls die ausschlaggebenden Merkmale.
Es gibt zwei Arten von Menschen mit denen ich einfach nicht klarkomme. Ich versuche alle Eigenschaften aufzuzählen, jedoch kann es sein dass sich diese Eigenschaften eventuell etwas widersprechen.
– eine Person, die an mir klebt wie eine Klette und keine eigenen Interessen oder Beschäftigungen zu haben scheint
– jemand, den es völlig aus der Bahn wirft wenn etwas nicht nach Plan verläuft
– eine Person, die sich ständig selbst zu bemitleiden scheint und dies auch von anderen (in dem Fall mir) verlangt
– jemand, der sich immer von seinen Gefühlen und Emotionen zu unüberlegten Äußerungen hinreißen lässt, diese dann bereut da sie etwas Negatives bewirkt haben und dann von mir wissen möchte wie andere ihm verzeihen
– eine falsche, hinterlistige, intrigante Person

Oftmals werden extrovertierte Fühler (FE) als Kletten und Chamäleons wahrgenommen, die versuchen, das zu sein, was in ihrer Umgebung geschätzt wird. Es kann durchaus sein, dass FE deine unterdrückte Funktion ist. Deine Antwort bzgl. der Person, die ihr Leben nur nach Plan leben möchte, spricht dafür, dass du in dieser Hinsicht Judging-Typen (J) eher ablehnend gegenüber eingestellt bist, die i.d.R. sehr ordnungsliebend sind.

6. Nach was strebst du im Leben und weshalb? Wenn möglich, priorisiere bei mehreren Angaben.
Ich strebe danach hinter allen Entscheidungen, die ich treffe stehen zu können. Außerdem möchte ich unabhängig leben und die Mittel haben das zu machen was mir Spaß macht. Nicht gezwungen zu sein etwas aus Geldnot oder anderen unschönen Beweggründen machen zu müssen.

Wieder der Freiheitsdrang. 

7. Erinnere dich an eine Zeit, in der du dich richtig gut gefühlt hast. Notiere, weshalb du dich so gefühlt hast.

Ich habe mich gut gefühlt, da ich auf eigenen Beinen stand und Erfahrungen gesammelt habe.

Ebenfalls. Erfahrungen sammeln ist das Stichwort für Empfinden (S), sowohl extrovertiert, als auch introvertiert.

 

8. In welchen Situationen fühlst du dich unterlegen? Wann wird deine Selbstsicherheit empfindlich?

Immer dann, wenn ich mich innerhalb von Gruppen befinde. Wirklich „selbstsicher“ bin ich nur, wenn ich für mich allein bin und etwas mache, bei dem ich mir sicher bin, dass ich es kann – und selbst das ist *wirklich* selten. Mein Leben ist von Unsicherheit und (zumindest gefühlter) Unterlegenheit geprägt.

Diesem Konflikt sind sowohl IxTPs als auch IxFPs ausgesetzt, alle vier Typen gelten nicht als sonderlich gesellig und sehr selbstkritisch, insbesondere die intuitiven N-Typen.

9. Wenn du etwas Neues erlernst, wie kannst du dies am besten bewerkstelligen? Bist du beispielsweise fähiger darin, über Theorien nachzudenken, Dinge auswendig zu lernen oder praktisch mit den Händen anzugehen?

Wissen dass man sich durch Auswendig lernen erlernt hat ist meiner Meinung nach unnützes Wissen, da man es nicht nutzen kann bzw. einen Bezug zu anderen Dingen herstellen kann. Meine Methode ist es Dinge metaphorisch von allen Seiten zu betrachten und Bezüge zu anderen Dingen oder Themen herzustellen. Das jedoch findet fast ausschließlich in meinem Kopf statt, da ich mich nicht gerne mit praktischen Dingen beschäftige. Diese sind sehr simpel und einem fehlt meiner Meinung nach die Interpretationsfreiheit, was bei Theorien nicht der Fall ist.

Damit beantwortet sich die Frage, ob du als wahrnehmende Funktion nun empfindest oder intuierst. Da du dich lieber in der Welt der Ideen, als in der materiellen befindest, spricht das für extrovertiertes Intuieren (NE) statt Empfinden.

10. Wie gehst du generell mit neuen Ideen um? Versuchst du zum Beispiel die Prinzipien dahinter zu erfassen, um zu erkennen, ob sie Sinn machen oder suchst du nach Informationen, Argumenten und Beweisen, die diese Ideen unterstützen?

Ich hinterfrage Theorien grundsätzlich zu aller erst, da ich finde dass es von Dummheit zeugt einfach die Dinge so hinzunehmen wie sie sind. Außerdem muss man sich, um die Idee im späteren Verlauf erfolgreich zu unterstützen, erstmal mit der Idee intensiv befassen.

Dein „Hinterfragen“ scheint in erster Linie durch eine intrinsische Analyse zu passieren, nicht etwa durch einen Vergleich von anderen Dingen (SI) oder durch die Anwendung von Regeln und Gesetzen (TE). Das spricht für introvertiertes Denken, das sehr induktiv schlussfolgert.

11. Wie nehmen dich deine Bekannten, Arbeitskollegen, Freunde und Familie wahr, beziehungsweise, wie glaubst du, dass sie dich wahrnehmen? Was wären die (wenn möglich positiven und negativen) Eigenschaften, mit denen sie dich wohl am ehesten beschreiben würden?

Ich denke dass ich als etwas gefühlskalt wahrgenommen werde. Das mag daran liegen, dass ich mir zum Einen nichts daraus mache wie ich auf andere wirke. Im Endeffekt muss man nur selbst mit sich zufrieden sein, meiner Meinung nach. Außerdem tue ich mich schwer mich Menschen zu Öffnen. Ich sehe einerseits keinen Sinn darin, da andere Leute meist nichts an der Situation ändern können und außerdem macht man sich verletzlicher je mehr man anderen Menschen anvertraut. Von meinen Freunden werde ich als distanziert, undurchschaubar jedoch trotzdem als fröhlicher, geselliger Mensch wahrgenommen.

Das kann alles sowohl auf INTPs als auch auf INFPs zutreffen. Gefühlskalt, da FE entweder unterdrückt wird oder nicht in den Hauptfunktionen vorkommt. Im Gegensatz zu INFPs gaukeln sich INTPs häufig vor, dass ihnen ihr Umfeld egal ist und es nur darauf ankommt, was sie von sich selbst halten. Ab und an merken sie, dass aber letzteres oft sehr stark abhängig davon ist, welches Feedback sie von anderen Menschen erhalten. INFPs hingegen müssen in erster Linie mit sich selbst im Reinen sein, oftmals ist es bei ihnen andersherum – selbst, wenn sie die Anerkennung von allen möglichen Menschen bekommen, wenn sie das Gefühl haben, unzulänglich zu sein, überschattet das alles. 

12. Mit welchen Eigenschaften würdest du dich selbst wohl am ehesten beschreiben? Was fällt dir an dir selbst auf, was den meisten deiner Mitmenschen entgeht?
Vermutlich denken viele Mitmenschen dass ich gerne für Andere einstehe, da ich Leute in Diskussionen oftmals verteidige oder unterstütze. Das lasse ich meistens einfach so stehen, da es mich mitfühlender darstellt als ich wirklich bin, da ich in solchen Situationen einfach Spaß an der Diskussion selbst habe. Außerdem fällt mir auf dass viele Leute denken dass ich sehr vergesslich bin weil ich nicht aufpasse. Jedoch ist das eher selten der Fall. Meist ist es einfach so, dass ich mitbekomme was ich mir merken soll, es sich jedoch dabei um etwas meiner Meinung nach um etwas Banales bzw. Unwichtiges handelt.

Diskussionsfreude ist vor allem bei xNTPs stark ausgeprägt. INFPs haben häufig Angst davor, etwas Falsches zu sagen und die Gefühle anderer zu verletzen, während xNTPs Diskussionen zum einen als Unterhaltung ansehen, zum anderen, um ihre Theorien wie in einer Art „Arena der Argumente“ zu testen. Alle NE-Typen haben die Neigung, gedanklich abzuschweifen und wirken daher häufig wie „verstreute Professoren“.

13. Was löst bei dir enormen Stress aus und wie verhältst du dich daraufhin in der Regel?
Stressig wird es für mich dann wenn ich dauerhaft gezwungen bin mich mit einem Thema zu beschäftigen, und nicht mehr selbst bestimmen kann wann ich mich lieber etwas Anderem zuwende. Wenn mir meine Zeit für mich fehlt und ich auf Grund dessen unausgeglichen werde.

Einseitigkeit ist ein Horror für alle NE-Typen. Routine wird für sie schneller langweilig als für andere, da sie stets auf der Suche nach neuem Input sind.

14. Die Fußgängerampel ist rot, aber auf der weiten, übersichtlichen Straße ist links und rechts kein Fahrzeug zu hören oder zu sehen. Was hält dich davon ab, über die rote Ampel zu gehen oder dies nicht zu tun?
Kinder, die an der Ampel stehen. Glatteis, dass mich zum Stürzen bringen könnte und ich so nicht bevor wieder Verkehr herrscht auf der anderen Straßenseite angekommen bin.

Nicht Regeltreue (TE/FE) und Gewohnheit (SI), sondern Möglichkeiten (NE) halten dich davon ab.

15. Was sind für dich die wichtigsten Werte? Bei welchen glaubst du, dass sie dir wichtiger sind, als den meisten anderen Menschen?*
Unabhängigkeit, Selbständigkeit, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Fantasie, Kreativität und Selbstbestimmung

Fazit: Deine erste Funktion ist zwar nicht komplett eindeutig, aber bei einigen Antworten zeigst du eine klare Neigung zum introvertierten Denken, weshalb ich schätze, dass du ein INTP und kein INFP bist. Ich werde es mir hier sparen, den Typ zu beschreiben, sondern bin ganz faul und verlinke einfach mal die Typenbeschreibung. Wenn du noch Fragen haben solltest, darfst du sie gerne stellen. Ich würde mich über ein Feedback freuen, ob du die Analyse so unterstreichen kannst, oder ob es Punkte gibt, bei denen du der Meinung bist, dass ich falsch liege.

Funktionen bei anderen erkennen (Teil 2 von 2)

Extrovertiertes Empfinden (ESFP, ISFP, ESTP, ISTP)
Von allen extrovertierten Funktionen erkennt man SE am wenigsten an den Worten und am meisten an den Taten. Sie sind oft diejenigen, die sich als erstes vom Platz erheben, die sich am gemeinsamen Esstisch als erstes bedienen, die als erstes etwas tun, wenn alle andere noch am überlegen sind, wie etwas getan werden sollte. Wagemut ist etwas, was man dem extrovertierten Empfinder von allen anderen Typen am ehesten zuschreiben kann.

Wenn man sie jedoch anhand von Worten erkennen will, dann hat man damit am ehesten Glück, dass sie einfach sagen, was ihnen in den Sinn kommt. Sie denken nicht lange darüber nach, wie ihre Worte von anderen empfunden werden könnten, sondern machen ihre Gedanken für andere klar ersichtlich. Klarheit ist hierbei das treffende Stichwort: so, wie sie auch selbst versuchen, das Leben möglichst klar zu sehen und zu erleben, wollen sie auch selbst für andere sein.

Anders als extrovertierte Denker sind sie nicht so sehr am Ergebnis interessiert, sondern mehr am Entstehungsprozess. Eine Eigenschaft, die sie sich mit extrovertierten Intuierern teilen, ist die Kreativität. Diese bezieht sich allerdings mehr auf das, was sich unmittelbar in Zeit und Raum befindet, während extrovertierte Intuierer ihre Kreativität mehr mit Ideen und Wörtern ausdrücken. Beide kommen mit den verrücktesten Ideen an, aber Empfinden bezieht sich dabei mehr auf die materielle Ebene.

Typische SE-Zitate:

  • „Ja, Mann! Lass uns das bauen!“
  • „Du weißt erst dann wirklich, dass es unmöglich ist, wenn du es versucht hast.“
  • „Viel Spaß beim Reden, wir sehen uns am Ziel.“
  • „Lebe den Moment!“
  • „Darf ich mal? Kann ich jetzt?“
  • „Der Weg ist das Ziel!“
  • „Ich übe nicht, weil ich besser werden will, sondern weil es mir Spaß macht!“
  • „Mir ist langweilig, lass uns was machen.“
  • „Wollen wir jetzt uns jetzt nur darüber unterhalten oder tatsächlich auch etwas tun?“
  • „Man muss das Leben auch genießen können.“

Extrovertiertes Intuieren (ENFP, INFP, ENTP, INTP)
Man erkennt extrovertierte Intuierer, vor allem die eher in sich gekehrten von ihnen (INFP & INTP) an ihrer häufigen Geistesabwesenheit. Sie sind oft unaufmerksam, verträumt und wirken, vor allem, wenn sie sich in einem sicheren, privaten Rahmen befinden, in dem sie sich wohl fühlen, oft sehr kindisch. Während jedoch auch extrovertierte Empfinder häufig einen kindischen, verspielten Eindruck machen, sind extrovertierte Intuierer hingegen Idealisten, während der andere Typ eher den Realisten einzuordnen ist. Wie auch extrovertierten Empfindern spricht man ihnen Einfallsreichtum zu, allerdings weniger, was praktische, sofort umsetzbare Ideen angeht, sondern mehr jene auf intellektueller Schiene.

Fängt man an, von Themen zu sprechen, die den extrovertierten Intuierer interessiert, leuchten seine Augen auf und er hat plötzlich eine ganze Menge (mehr) zu sagen, manchmal sogar zu dem Ausmaß, dass er überhaupt nicht mehr aufhört, zu reden. Von allen Funktionen ist NE am meisten an Konzepten interessiert, selbst, wenn diese schwammig sind und nur wenig mit der Realität zu tun haben. Bei Denkern äußert sich das insbesondere im Aufstellen absurd wirkender Theorien, bei Fühlern in leidenschaftlichem Idealismus.

Auch wecken NE-Typen schnell das Bild einer schusseligen, geistesabwesenden Person, was aber auch eine gewisse Liebenswürdigkeit weckt. Ihre Gedanken sind stetig in Bewegung und nicht selten machen sie dadurch einen hibbeligen Eindruck. Sie haben häufig damit zu kämpfen, Termine einzuhalten, Ordnung zu bewahren und sich an Details zu erinnern. Wenn im Urlaub jemand die Zahnbürste vergessen, aber sonst allen möglichen Unsinn eingepackt hat – die Chancen stehen gut, dass es ein extrovertierter Intuierer ist.

Typische NE-Zitate:

  • „Es ist zwar völlig unrealistisch, aber stell dir mal vor, […]“
  • „Verdammt, ich habe schon wieder vergessen, was ich dir eigentlich sagen wollte…“
  • „Lass uns etwas Neues ausprobieren!“
  • „Man muss aber auch die andere Seite betrachten!“
  • „Ich kann mich nicht entscheiden! Soll ich Erdbeere und Stracciatella oder Stracciatella und Málaga nehmen? Und welche Kugel soll nach unten?“
  • „Ich hoffe, ich werde nie so ein langweiliger Spießer…“
  • „Das ist keine Unordnung, das ist geordnetes Chaos.“
  • „Wo habe ich schon wieder meinen Schlüssel hingelegt?“
  • „Wenn du dir eine Superfähigkeit aussuchen könntest, welche wäre das dann?“
  • „Ich habe eine Idee, willst du mir sagen, was du davon hältst?“

 

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung (Teil 1)

Es ist schön und gut, all diese Dinge über die Typenlehre zu wissen – es hat jedoch keinen Nutzen, wenn man dieses Wissen nicht auch in der Praxis anwenden kann. Bevor das jedoch möglich ist, sollte man sich jedoch bewusstmachen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Während die Typenbeschreibungen dieses Thema zwar schon angesprochen haben, will ich nochmal die einzelnen Funktionen und die daraufhin jeweils unterdrückten Funktionen ansprechen, um die potentiell negativen Eigenschaften konkret zu betonen.

Extrovertiertes Denken / Introvertiertes Fühlen
Extrovertierte Denker sind als ergebnisorientierte Menschen entsprechend pflichtbewusst. Sie können gut einordnen, was besser oder schlechter funktioniert. Sie können mittels ihres scharfen Verstandes gut Fakten ordnen. Das und ihr starker Wille, bzw. ihre dominante Persönlichkeit, eignen sich daher gut dazu, um Führungsrollen einzunehmen. Jedoch nur, solange diese Empathie nicht voraussetzen. Hier liegt auch eines der größten Probleme bei extrovertierten Denkern – sie werden oft als kalt, unfreundlich und herrisch empfunden und haben in der Tat häufig Schwierigkeiten damit, die Gefühle anderer zu lesen. Dass sie sich auch schwer damit tun, ihren eigenen Gefühlen genügend Beachtung zu schenken, ist ein vielleicht sogar noch größeres Problem. Wenn sie ihr introvertiertes Fühlen zu sehr unterdrücken, kann das darin resultieren, dass sie in den Augen ihres Umfelds ihre Menschlichkeit und Sympathie verlieren und/oder sich ein irrationales Gefühl der Unzufriedenheit breitmacht, dessen Ursprung der extrovertierte Denker nicht ausmachen kann. Da Gefühle verhindern, objektive und unparteiische Entscheidungen zu treffen, werden sie von einem übermächtigen extrovertierten Denken im Keim erstickt. Das Missachten eigener Bedürfnisse kann unter anderem in einem Burnout enden. Wenn diese Funktion zu stark und unausgeglichen ausgeprägt ist, kann es auch vorkommen, dass der extrovertierte Denker nur noch seine eigene Meinung als die Richtige ansieht und jeglichen Widerspruch von vorneherein als unlogisch abstempelt, ohne ihn zuvor richtig betrachtet zu haben. Er fängt an, immer mehr in Extremen, in Schwarz-Weiß zu denken, während Graustufen mehr und mehr ausgeblendet werden. Dadurch wird der extrovertierte Denker im Extremfall zu einem störrischen Besserwisser, der sich neuen Ansichten und damit letztlich auch Informationen gegenüber verschließt.

Introvertierte Fühler hingegen haben eine sehr sensible, einfühlsame Seite. Selten wird man ihnen Herrschsucht oder mangelndes Einfühlungsvermögen vorwerfen. Dadurch, dass Moral für sie eine solch große Rolle spielt, werden sie in den wenigsten Fällen Entscheidungen treffen, die irgendeiner Person schaden könnten. Hier liegt jedoch auch ein potentielles Problem: dadurch, dass bei Entscheidungen jeglicher Art sehr häufig irgendjemand Nachteile in Kauf nehmen muss, tun sich introvertierte Fühler schwer damit, überhaupt welche zu treffen. Es gibt zu viele Dinge abzuwägen und selbst, wenn ein „geringeres Übel“ gewählt wurde, weil eine Wahl einfach von Nöten war, hat der introvertierte Fühler hinterher ein schlechtes Gewissen, das ihn auf Dauer plagt. Während der extrovertierte Denker sich also mit dem Problem konfrontiert sehen kann, nur noch in Schwarz und Weiß zu sehen, ist bei einem ungesund entwickelten introvertierten Fühler die Welt hauptsächlich komplett dunkelgrau. Das führt dazu, dass er sich mit jeder noch so kleinen Entscheidung überfordert fühlt, versucht, Verantwortung – und letztlich der Welt im Ganzen zu entfliehen. Die Fähigkeit, rational zu urteilen wird bedeutend schwer, in manchen Fällen soweit, dass der introvertierte Fühler keinen Sinn mehr in allem sieht und Logik komplett über Bord wirft. In diesen extremen Situationen verhält er sich nur noch instinktiv.

Extrovertiertes Fühlen / Introvertiertes Denken
Extrovertierte Fühler können gut die Stimmungen anderer erfassen, sich auf andere Menschen einstellen und sind von Natur aus herzlich und freundlich. Sie sind hilfsbereit bis zu einem selbst aufopferndem Grad, was gleichzeitig auch ihre Achillesverse ist. Da sie sich so sehr über ihr soziales Umfeld identifizieren, geben sie zwangsläufig einen Teil ihrer eigenen Identität auf. Wenn diese Tendenz überhand gewinnt, lebt der extrovertierte Fühler nur noch für andere Menschen und vergisst sich dabei komplett selbst. Wie auch beim extrovertierten Fühler birgt diese Neigung Gefahr für ein Burnout Syndrom. Die eigenen Bedürfnisse werden nicht mehr beachtet. Darüber hinaus tun sich extrovertierte Fühler häufig schwer, objektiv nach der Wahrheit zu suchen. Ein zu stark ausgeprägtes extrovertiertes Fühlen kann darin resultieren, dass die betroffene Person sich einen Flickenteppich aus Weltanschauungen und moralischen Einstellungen zusammenbasteln, basierend auf den Werten und Ansichten ihrer Mitmenschen. Da extrovertierte Fühler jedoch in der Regel mit vielen Menschen Umgang pflegen, sind es dementsprechend viele Werte und Ansichten, die miteinander in Einklang gebracht werden müssen. Extrovertierte Fühler, die in dieser Hinsicht ihre analytische Seite, das introvertierte Denken so stark unterdrücken, haben selten eine fundierte eigene Meinung, die auch kritischem Hinterfragen standhalten kann, was im schlimmsten Falle dazu führen kann, dass, sobald sie sich ihren „Flickenteppich“ zusammengenäht haben, keinen Menschen gegenüber mehr öffnen können, die andere Ansichten vertreten – oder schlimmer noch, ihre eigenen in Frage stellen.

Genau andersherum verhält es sich bei introvertierten Denkern. Von Natur aus analytische, tiefgründige Persönlichkeiten, versuchen sie stets, den Kern der Tatsachen zu erfassen, also tieferliegende Wahrheiten zu erkennen. Dadurch lassen sie sich nicht von Äußerlichkeiten ablenken und legen dementsprechend wenig Wert auf oberflächliche Dinge. Das ist gleichzeitig ihre große Schwäche, denn ein Haus besteht nun einmal nicht nur aus seinem Grundgerüst und der Pfirsich nicht nur aus seinem Kern. Ihr Verlangen, immer eine Erklärung für alles finden zu müssen mag zwar auf Objekte bezogen weitgehend unproblematisch sein, nicht jedoch, wenn sie mit anderen Menschen konfrontiert werden, deren Verhalten für sie keinen Sinn ergibt. Die stetige Suche nach einem Sinn und der Wahrheit kann ein unausgeglichen stark entwickeltes introvertiertes Fühlen schnell frustrieren, weil auch ein introvertierter Denker nicht immer in der Lage ist, alles erklären zu können. Das führt schnell zu einem ungesunden Zynismus und kann sich in schlimmsten Falle zu Arroganz entwickeln – Personen, die in den Augen des introvertierten Denkers ihr Handeln nicht logisch erklären können, werden schlicht und ergreifend als dumm abgestempelt. Wie der ungesund entwickelte extrovertierte Denker wird dadurch ein unrealistisches Überlegenheitsgefühl gefördert, das sich beim introvertierten Denker jedoch so zeigt, dass er sich zunehmend aus der Welt zurückzieht. Er selbst erklärt es sich damit, dass ihn niemand versteht und die Welt den Wert der Wahrheit nicht versteht und somit selbst seiner Aufmerksamkeit nicht würdig ist, tiefer gehend hat er jedoch Angst davor, zugeben zu müssen, dass sich nicht auf alles eine eindeutige Antwort finden lässt.

Hier geht es direkt zur zweiten Hälfte…

Kinder & Typologie

Interessant ist die Frage, inwiefern Kinder, deren Persönlichkeit sich erst entwickelt und gefestigt werden muss, überhaupt einzuordnen sind – oder ob man sie überhaupt einordnen kann. In der Regel kann man das bis zu einem gewissen Punkt, aber, wenn man sich schon bei Erwachsenen nie absolut sicher sein kann, sollte man das bei Kindern noch viel weniger sein. Inwiefern lässt sich die Typologie also auch auf Kinder anwenden?

Wie bereits erwähnt, verfügt jeder Mensch über einen sogenannten Primaten, also die Funktion, die am stärksten ausgeprägt ist und dementsprechend häufig und natürlich zum Einsatz kommt. In meiner pädagogischen Tätigkeit habe ich bei einigen Kindern, mit denen ich arbeite, auch den Primaten ausmachen können.

Extrovertiertes Denken
Kinder mit stark ausgeprägtem extrovertierten Denken sind sehr lebendig, laut und alles andere als schüchtern. Zwar erscheinen sie häufig als frech, aber tun sie das eher, um auszuloten, was sie sich bei verschiedenen Personen erlauben können, beziehungsweise, um hierarchische Gesellschaftsstrukturen erkennen zu können und weniger, um einfach nur Spaß an Dreistigkeiten zu haben. Sie nehmen in Kindergruppen häufig die Rolle des Anführers an oder versuchen das zumindest. Sie zeichnen sich durch einen starken Willen aus und man weiß bei ihnen schnell, woran man ist, was sie wollen und wie die Welt ihrer Meinung nach tickt. Sie schauen zu Erwachsenen hoch und sind, trotz des manchmal rebellischen Verhaltens in gewisser Weise sehr autoritätsgläubig, insofern, dass sie Dinge, die ein (ernst zu nehmender) Erwachsener sagt, nur sehr selten in Frage stellen.

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INTP – Der Grübler

 

Allgemeine Beschreibung & Klischees

Nerd, Innovator, zerstreuter Professor, Philosoph, realitätsferner Theoretiker, Gedankenarchitekt und Internetjunkie. In meiner Serie über die Typen ist der INTP tatsächlich ein ziemlich besonderer Typ. Nicht, weil er an sich wichtiger oder generell besonderer als alle anderen ist, sondern, weil ich selbst diesem Typen angehöre. Ich habe mir ja überlegt, ob ich das komplett geheim halten soll, aber eigentlich würde das meiner Philosophie komplett widersprechen, dass die Typologie dabei helfen soll, dass wir uns gegenseitig besser verstehen. Deshalb: ICH BIN EIN INTP! Und das ist auch voll okay!

So, eines vorneweg: der Post ist länger als die über die anderen Typen. Warum ist das so? Nun, einfach, weil ich diesen Typen am besten kenne und daher am meisten darüber schreiben kann. Könnte ich über andere Typen nicht noch mehr schreiben? Ja, das könnte ich. Aber ich glaube, dann wären die Beiträge zu lang. Aber dieses eine Mal will ich zeigen, wie detailliert eine Typenanalyse sein kann. Und welcher Typ bietet sich dafür besser an, als der eigene? Ich habe mir dafür auch einige externe Quellen zu Hilfe gezogen, um einfach noch weitere Facetten einzublenden. Aber das mache ich ja bei dem Thema allgemein. Also, bevor ich hier die Lorbeeren dafür einheimse, wie detailliert und komplex das alles ist, will ich nochmal erwähnen: diese ganzen Theorien stammen (leider) nicht von mir!

Ich hoffe, dass sich in kommender Zeit ein weiterer INTP hierher verirrt und dann mit Capslock bezeugen kann: „JA MANN! DAS BIN SOWAS VON ICH!“ – um zu beweisen, dass das nicht einfach nur eine Beschreibung von mir selbst ist, sondern tatsächlich allgemeingültig auf INTPs, so sauer das auch einigen Personen aufstoßen mag. Glaubt mir. Bei all den Details, die ich hier auffahren werde, ist immer noch so unendlich viel Platz für Individualität vorhanden, das ist kein böses Schubladendenken. Selbst, wenn ihr nicht viel von dem ganzen Typologie-Zeug haltet – für die Fiktionsschreiber unter euch, ihr könnt diese Konzepte auch einfach als Inspiration für Charakterkonzepte benutzen. Oder aber, vielleicht findet ihr auch einfach nur den Autor dieses Blogs interessant und wollt mehr über ihn und seine narzisstischen Züge wissen. Okay, es wird Zeit, anzufangen.

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